Marktbericht 20:00 Uhr

Starker Euro, schwacher Dax Dax bleibt auf Erholungskurs

Stand: 21.04.2015, 20:00 Uhr

Das Tempo hat zwar nachgelassen, aber noch immer geht es mit dem Dax aufwärts. Der stärkere Euro und die Sorge um die Zukunft Griechenlands verhinderten größere Gewinne.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent auf 11.939,58 Punkten. Zeitweise hatte der deutsche Leitindex um 1,6 Prozent im Plus gelegen und den Tageshöchststand bei 12.079 Punkten markiert. Der Dax konnte den Schwung des Vormittags nicht über die Ziellinie retten.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Zunächst reagierten die Anleger verstimmt auf den unerwartet schwach ausgefallenen ZEW-Index. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im April nach fünf Anstiegen in Folge überraschend etwas eingetrübt. Als am Nachmittag schließlich der Euro anzog, schmolzen die Gewinne weiter zusammen. "Das hat einige dazu verführt, schnell ein wenig Kasse zu machen", sagte ein Händler.

Auch die US-Bilanzsaison brachte keine nachhaltigen Impulse, da die Zahlen insgesamt gemischt ausfielen. Viele Unternehmen in Übersee spüren bereits die Auswirkungen des starken Dollars. Das schürt Sorgen um die Kraft der wirtschaftlichen Erholung. Am Abend lag der Dow Jones rund 0,5 Prozent im Minus. Der Late Dax gewann 0,4 Prozent auf 11.937,11 Punkte.

14.000 und dann rückwärts

ARD-Börsenstudio: Mischa Erhard
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Börse 19.00 Uhr

"Die Meldung, dass die EZB die den griechische Banken den Liquiditätsfluss drosseln könnte, rief zudem das Griechenland-Thema zurück in Erinnerung", meint Andreas Paciorek von CMC Markets. Manfred Hübner von Analysehaus Sentix rechnet aber zunächst mit einer Fortsetzung der Hausse. Hübner zufolge könnte der Dax bis auf 14.000 Punkte steigen. Die 13.000 ist bis Ende Juni drin, so der Experte. Tempomacher sei die Geldpolitik der Notenbanken. Im Herbst drohten dann allerdings empfindliche Rückschläge, prognostiziert Hübner.

SAP Tagessieger

An der Dax-Spitze lag die SAP-Aktie. Der Softwarehersteller hat von Januar bis März seinen Umsatz kräftig um 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro in die Höhe geschraubt. Hilfreich war hier die Euro-Schwäche. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um ein knappes Sechstel auf 1,06 Milliarden Euro zu. Der Gewinn sank allerdings um 23 Prozent auf 413 Millionen Euro. Das lag vor allem an höheren Kosten für den Aufbau des Cloud-Geschäfts mit Mietsoftware über das Internet.

Commerzbank recht schwach

Die Coba-Aktie gehörte zu den schwächsten Werten. "Das Geldinstitut ist einer der größten Verlierer bei der derzeitigen Gesamtmarktkonsolidierung", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Die Aussichten eines möglichen Kaufs der Postbank seien nicht rosig und der mögliche Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde bei dem Finanzinstitut ins Kontor schlagen. Daraus ergebe sich ein schlechtes Chance-Risko-Verhältnis bei dem Blick auf die Aktie.

Auch Deutsche Bank verliert

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die angelsächsischen Regulierer wollen der Deutschen Bank offenbar bald die Strafe wegen des Skandals um Zinsmanipulationen präsentieren. Ein milliardeschwerer Vergleich solle bereits am Donnerstag verkündet werden, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Termin nicht äußern, betonte jedoch: "Wir setzen unsere Zusammenarbeit mit den in dieser Angelegenheit zuständigen Behörden fort." Insider hatten zuletzt berichtet, die Strafe der Behörden in Großbritannien und den USA könne sich auf über 1,5 Milliarden Dollar belaufen.

Keine Panik bei RTL

Die Aktie der RTL Group wurde am Dienstag ex Dividende gehandelt. Der Medienkonzern schüttet 3,50 Euro je Aktie an die Anteilseigner aus. Somit notiert die Aktie - bereinigt um die Ausschüttung - eigentlich im Plus.

Osram gliedert Lampengeschäft aus

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Leuchtmittelhersteller Osram will das Geschäft mit Lampen zur Allgemeinbeleuchtung abspalten. Die Bereiche Glühbirnen und LED-Lampen sollen dafür verselbständigt werden. "Mit der Verselbstständigung soll die Grundlage für eine Weiterentwicklung dieses Geschäfts, auch unter Einbeziehung von Partnern, geschaffen werden", erklärte Osram. Rund zwei Milliarden Euro von einem Gesamtumsatz von gut fünf Milliarden Euro würden damit in die abgespaltene Gesellschaft wandern. Der Aufsichtsrat soll am kommenden Dienstag über den Schritt entscheiden. Die Börse reagierte entzückt.

Fitch droht Metro mit schlechterer Bonitätsnote

Die Ratingagentur Fitch droht dem Handelskonzern Metro mit einer Herabstufung auf Ramschniveau. Sie senkte den Ausblick für das Rating auf "negativ" von "stabil". Mit einer Bewertung von "BBB-" befindet sich die Bonitätsnote des Konzerns gerade noch im Investmentbereich. Das Metro-Management müsse seinen Sanierungsplan erfolgreich umsetzen, um die Gewinne deutlich zu steigern, mahnte Fitch an. Negative Entwicklungen im wichtigen Russland-Geschäft und wachsender Wettbewerb in anderen Märkten könnten die Sanierung des Düsseldorfer Konzerns gefährden.

Carl Zeiss Meditec leidet unter Euro-Verfall

Der Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 seinen Umsatz um acht Prozent auf 498 Millionen Euro verbessert. Das Ebit sank allerdings um vier Prozent auf 61 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie brach sogar um 24 Prozent auf 0,37 Euro ein. Dies sei "hauptsächlich durch ein negatives Ergebnis aus Währungssicherungsgeschäften begründet", erklärte das Unternehmen. Die Aktie fiel heute zurück.

Indus schreitet gemächlich voran

Die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding erhöht die Dividende. Aktionäre erhalten für 2014 1,20 Euro je Aktie und damit 10 Cent als ein Jahr zuvor. Im laufenden Jahr will das SDax-Mitglied seinen Umsatz von 1,26 auf 1,3 Millionen Euro erhöhen. Das operative Ergebnis soll 125 bis 130 Millionen Euro erreichen - nach 127 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Auch Übernahmen sind geplant.

SLM nimmt sich viel Wachstum vor

Der 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions will seinen Umsatz im laufenden Jahr kräftig von 33,6 Millionen Euro auf 55 bis 60 Millionen Euro erhöhen. Dabei soll die Ebitda-Marge leicht von 13,4 auf 12 bis 13 Prozent sinken. Es ist geplant, dass der Auftragseingang im laufenden Jahr um etwa zwei Drittel auf mehr als 100 Maschinen steigt.

TomTom kommt nicht vom Fleck

Der niederländische Navigationsgerätehersteller TomTom hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Aus einem Vorjahresgewinn von 7,6 Millionen Euro wurde ein Verlust von knapp sieben Millionen. Der Umsatz stagnierte bei 205 Millionen Euro. Zuvor eingeholte Großaufträge aus der Autoindustrie werden sich erst später positiv bemerkbar machen.

ARM profitiert vom Boom der Smartphones

Umsatz und Gewinn des britischen Chipdesigners ARM, dessen Technologie in vielen Computerhandys wie aktuell dem iPhone 6 von Apple und dem Galaxy S6 von Samsung steckt, legten im ersten Quartal kräftig zu. Der Erlös stieg um 22 Prozent auf 227,5 Millionen Pfund. Der Gewinn sprang um gut 36 Prozent auf 85 Millionen Pfund hoch. ARM nimmt auch das sogenannte "Internet der Dinge" mit seinen vielen vernetzten Gegenständen als Geschäftsfeld ins Visier.

Harley Davidson enttäuscht

Rabatte der Konkurrenten in den USA und der starke Dollar machen Harley-Davidson zu schaffen. Der Motorrad-Hersteller senkte am Dienstag seine Absatzprognose für 2015. Die deutliche Wertsteigerung des Dollar setzt international tätigen US-Firmen zu, denn die Produkte werden im Ausland teurer. Harley-Davidson lieferte 56.661 Motorräder aus, ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel um 3,5 Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar. Ein geringerer Steuersatz und Einsparungen verhalfen dem Unternehmen jedoch zu einer Gewinnsteigerung von 1,5 Prozent auf 270 Millionen Dollar.

Schwacher Euro lastet auf Dupont

Der starke Dollar hat beim US-Chemiekonzern Dupont Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Gewinn je Aktie (EPS) vor Sonderposten sei im ersten Quartal um 15 Prozent auf 1,34 US-Dollar zurückgegangen. Dabei drückten alleine ungünstige Wechselkurse mit 0,25 Dollar je Anteilsschein auf das Ergebnis. Mit seiner Gewinnkennzahl übertraf Dupont dennoch die Erwartungen der Wall Street. Netto verdiente Dupont 1,03 Milliarden Dollar, gut 400 Millionen Dollar weniger als im Vorjahr. Der Umsatz schrumpfte in den ersten drei Monaten um 9 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Schätzungen der Experten.

Actelion erhöht Prognose

Die Schweizer Biotechnologiefirma Actelion hat dank der kräftig anziehenden Verkäufe ihres Lungenmedikaments Opsumit die Prognose angehoben. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn soll dieses Jahr unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen um einen niedrigen zweistelligen Prozentbetrag steigen, teilte das Unternehmen mit. Bislang war ein Gewinnplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich angepeilt worden. Im ersten Quartal wuchs der sogenannte Kerngewinn währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 218 Millionen Franken. Der Produktumsatz insgesamt wuchs auf 515 Millionen Franken.

Kering mit Licht und Schatten

Der Puma-Mutterkonzern Kering hat wegen der Probleme bei seiner Luxusmarke Gucci weniger Umsatz gemacht als erwartet. Insgesamt stiegen die Erlöse im ersten Quartal um 11,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Großen Anteil an dem Plus hatte der schwache Euro. Bereinigt um Währungseffekte und ohne Zu- und Verkäufe verbuchte Kering einen Rückgang von 0,6 Prozent. Glänzen konnte laut Kering vor allem der Sportartikelhersteller Puma. Die weltweite Nummer drei im Sport nach Nike und Adidas steigerte den Umsatz um 13 Prozent auf 825 Millionen Euro.

Verizon stellt Zahlen vor

Dank starken Kundenzulaufs hat der US-Telekom-Konzern Verizon den Umsatz um 3,8 Prozent auf 32 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn stieg um sieben Prozent auf 4,22 Milliarden Dollar.

Teva will Mylan schlucken

Der israelische Generikahersteller Teva will den Konkurrenten Mylan gegen dessen Widerstand kaufen. Der Konzern will umgerechnet 82 US-Dollar je Aktie auf den Tisch legen. Das entspricht einem Gesamtwert des Angebots von 40,1 Milliarden US-Dollar. Es wäre der größte Pharma-Deal im laufenden Jahr. Mit dem Angebot will Teva nach eigenen Angaben einen Aufschlag von knapp 38 Prozent auf den Kurs vom 7. April zahlen. Dabei soll die Hälfte des Preises in bar und die andere Hälfte mit eigenen Aktien aufgebracht werden.

Credit Suisse verbessert

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat zum Jahresauftakt ihren Gewinn um 23 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken verbessert. Das Institut profitierte dabei von der Belebung im Aktien- und Anleihegeschäft und besseren Geschäften im Investmentbanking. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 1,03 Milliarden gerechnet.

ts

Tagestermine am Mittwoch, 19. Dezember

Unternehmen:
Softbank: IPO der Mobilfunktochter in Tokyo
Ceconomy: Q4-Zahlen, 07:00 Uhr, und Bilanz-PK, 10:00 Uhr
General Mills: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr

Konjunktur:
USA: Zinsentscheid der Fed, 20:00 Uhr, PK mit Fed-Chef Powell, 20:30 Uhr
Japan: Außenhandel im November, 00:50 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im November, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im November, 10:30 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q3, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im November, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr