Dax beendet Rutschpartie

Stand: 30.03.2012, 19:55 Uhr

Der Leitindex ist am letzten Handelstag vor dem Quartalsende wieder ins Plus gedreht und legt damit auch auf Wochensicht weiter zu. An der Marke von 7.000 Punkten ist er aber gescheitert.

Das Börsenbarometer geht schließlich mit einem Plus von 1,04 Prozent auf knapp 6.947 Punkte aus dem Handel und gewinnt damit seit Anfang 2012 insgesamt knapp 18 Prozent hinzu. "Ein fantastischer Jahresauftakt", schwärmt Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser.

Zwar hat es der Leitindex nicht mehr geschafft, die Marke von 7.000 Punkten wieder zu überwinden, doch Helmer ist optimistisch, dass der Dax in der neuen Woche einen neuen Anlauf unternehmen wird: "Die Liquidität ist da, deutsche Aktien sind gefragt und üblicherweise sind die ersten Tage des neuen Quartals sehr freundliche Tage."

Auch der Euro hat im Tagesverlauf zugelegt und notiert bei Börsenschluss bei 1,334 Dollar.

Es sind vor allem US-Konjunkturdaten, die für einen versöhnlichen Wochenabschluss sorgen. So sparen die US-Bürger derzeit so wenig wie seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Sparquote fiel im Februar auf 3,7 Prozent von 4,3 Prozent im Vormonat. Das ist der niedrigste Wert seit August 2009. Die Einkommen legten zwar nur um 0,2 Prozent zu. Die Konsumausgaben stiegen jedoch um 0,8 Prozent. Demzufolge gingen die Verbraucher an ihr Erspartes, um ihren Konsum zu finanzieren.

Ermutigende Daten
Analysten zufolge sind dies ermutigende Daten, weil sich die bessere Lage am Arbeitsmarkt deutlich in den gestiegenen Ausgaben widerspiegele. Dies ist deshalb so wichtig weil der Konsum einen Anteil von rund siebzig Prozent am Bruttoinlandsprodukt in den USA hat.

Der Uni Michigan und der Agentur Thomson Reuters zufolge ist die Stimmung der US-Konsumenten so gut wie seit etwa einem Jahr nicht mehr. Der entsprechende Index für das Verbrauchervertrauen stieg im März überraschend um 0,9 auf 76,2 Punkte. Analysten hatten einen Wert von 74,7 Zählern erwartet. Auch der Chicagoer Einkaufsmanagerindex liegt weiter auf hohem Niveau, wenngleich er im März etwas stärker gesunken ist als erwartet.

Geholfen hat den Aktienmärkten auch die Einigung zum Euro-Rettungsschirm. Danach soll der Schutzwall für die kriselnden Peripherie-Staaten auf 800 Milliarden Euro angehoben werden.

Auch an der Wall Street sind die Kurse mit Gewinnen in den letzten Handelstag des Quartals gestartet. Experten hatten nach drei schwachen Börsentagen für Freitag ohnehin einen positiven Verlauf erwartet. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,4 Prozent höher bei 13.203 Punkten.

HeidelbergCement: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
65,90
Differenz relativ
+0,55%

HeidelCement in der Favoritenrolle
Größter Favorit im Dax bleibt bis zum Börsenschluss die Aktie von HeidelbergCement. Sie legt um gut vier Prozent zu und sind der absolute Favorit im Leitindex. Das Unternehmen profitiert von den guten Umsatzzahlen des Konkurrenten Cemex, dem drittgrößten Baustoffhersteller der Welt. Zudem wurde die Heidelberg-Aktie von der Bank HSBC hochgestuft von "Neutral" auf "Overweight". Das faire Kursziel hob Analyst John Fraser-Andrews von 34,00 auf 57,00 Euro an. Er verwies in einer Branchenstudie auf den Beginn einer Erholung im Sektor, dessen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) er bis 2015 um 40 Prozent steigen sieht.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
55,77
Differenz relativ
+0,65%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
82,62
Differenz relativ
+0,10%

Analysten mögen auch Autoaktien
Bergauf geht es auch mit den Autowerten Daimler, BMW und Volkswagen. Sie werden von Studien von Merrill Lynch angetrieben.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,93
Differenz relativ
+0,42%

Commerzbank darf Eurohypo selbst beerdigen
Aktien der Frankfurter Bank klettern ebenfalls überdurchschnittlich. Damit reagieren die Anleger auf das lang ersehnte grüne Licht aus Brüssel zur Zukunft der defizitären Tochter Eurohypo. Nun hat EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia offiziell entschieden, dass die Commerzbank den Staats- und Immobilienfinanzierer Eurohypo selbst abwickeln darf und nicht länger verzweifelt nach einem Käufer suchen muss. Von der ungeliebten Tochter dürfte nur ein Bruchteil übrig bleiben, der dann in die Commerzbank integriert wird. Allerdings ist damit auch der Abbau zahlreicher Stellen verbunden.

Lanxess an MDax-Spitze
Im MDax belegen die Aktien von Lanxess ohne aktuelle Nachrichten die vorderen Plätze. Ein Kursplus von 1,65 Prozent verbucht aber auch die Aktie des Hamburger Hafenbetreibers HHLA. Das Unternehmen erhöht seine Dividende auf 65 Cent je Aktie. Auch der gute Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gefällt. Nach den endgültigen Zahlen stiegen die Erlöse bei HHLA 2011 um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis kletterte um acht Prozent auf 195 Millionen Euro.

Gigaset stürzt ab
Dagegen sind die Aktien von Gigaset wegen eines schlechten Ausblicks des Telefonherstellers kräftig unter Druck geraten. Am Tage der Bilanzpressekonferenz brechen die Aktien zweistellig ein an das TecDax-Ende. Ein Händler hob vor allem diesen überraschend schlechten Ausblick als starke Belastung hervor: "Die Erwartung erst 2014 wieder eine positive Umsatz- und Ergebnisdynamik zu erreichen reizt nicht gerade zum Kauf." Nach der Rückkehr des operativen Geschäfts in die schwarzen Zahlen stellt Gigaset für dieses Jahr wieder weniger in Aussicht.

Zooplus abgestraft
Ein ähnlich dramatischer Absturz trifft die Aktie des Online-Tierbedarfs-Versenders Zooplus. Kosten für ein neues Logistik-Zentrum haben im vergangenen Jahr für einen Verlust von sechs Millionen Euro gesorgt. Der Umsatz kletterte aber auch 2011 deutlich um ein Drittel auf 257,1 Millionen Euro. Dank der ausgeweiteten Kapazitäten hält Zooplus nun Erlöse von 320 Millionen Euro 2012 für möglich.

Koenig & Bauer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
55,05
Differenz relativ
+0,82%

Koenig & Bauer gefällt
Bergauf geht es dagegen mit der Aktie von Koenig & Bauer. Dabei will der Druckmaschinenhersteller wegen der schlechten Ertragslage die Dividende für 2011 streichen.

Noch kräftiger steigen die Aktien des weltgrößten Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck. Das Unternehmen hat einen Fahrplan zum Abbau von rund 2.000 Stellen mit den Arbeitnehmern vereinbart. Bis Mitte 2014 solle die Zahl der Mitarbeiter sozialverträglich von aktuell rund 15.700 auf unter 14.000 sinken. Von dem Sparprogramm verspricht sich das kriselnde Unternehmen Einsparungen in Höhe von rund 180 Millionen Euro ab dem Geschäftsjahr 2013/14.

H&R zeigt sich knauserig
Fast unverändert notiert die Aktie des Spezialchemieunternehmens aus dem SDax. Nach den schwachen Jahreszahlen 2011 wird die Dividende um fünf Cent auf 60 Cent je Aktie abgesenkt. Dies ist allerdings deutlich weniger als der Gewinneinbruch von 26 Prozent auf 38,5 Millionen Euro hätte vermuten lassen.

Höft & Wessel zieht an
Um gut zwei Prozent steigt die Aktie des IT-Dienstleisters Höft & Wessel. Der musste 2011 zwar sinkende Umsätze und ein entsprechend niedrigeres Betriebsergebnis verkünden. Die Aktie steigt am Freitag dennoch um rund fünf Prozent.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22,89
Differenz relativ
+0,13%

Lufthansa ohne Endres
Überraschender Wechsel im Vorstand der Lufthansa. IT-Vorstand Thomas Endres verlässt angeblich auf eigenen Wunsch das Unternehmen am Ende dieses Monats. Der 49-jährige Endres war von 2002 bis heute Leiter Konzern Information Management und CIO des Unternehmens.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 18. September

Unternehmen
Stihl: Jahreszahlen, 11:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Rede von EZB-Präsident Mario Draghi in Paris, 9:15 Uhr
USA: NAHB-Index 9/18, 16:00 Uhr