Dax bald wieder unter 7.000?

Stand: 10.03.2011, 20:02 Uhr

Die Kämpfe in Libyen, eine Herabstufung der Bonität Spaniens und schlechte Konjunkturdaten aus den USA haben die Anleger heute in Angst und Schrecken versetzt. Selbst Rekordgewinne der Unternehmen und glänzende Geschäftsaussichten für das laufende Jahr konnten die Stimmung nicht aufhellen.

Auch am Abend geht es weiter abwärts. Der Dax rutscht im Abendhandel um 98 Punkte (1,4 Prozent) auf 7.046. Wegen schwacher Vorgaben von der Wall Street, wo der Dow Jones-Index zeitweise um mehr als 200 Punkte unter die Marke von 12.000 Zähler fiel, ist auch der Dax am Nachmittag bis auf 7.021 Punkte abgerutscht.

Bei Börsenschluss in Deutschland gibt der Dow Jones-Index erneut 210 Punkte ab und notiert bei 12.002, rund 1,7 Prozent niedriger als gestern.

Als Gründe für die Nervosität der Anleger gelten die Unruhen in den arabischen Staaten sowie die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die Ratingagentur Moody's - nur einen Tag vor dem Sondergipfel der europäischen Staaten zur Bewältigung der Schuldenkrise. Das Rating liegt nun bei AA2 nach bisher AA1, bei einem negativen Ausblick. Der Euro pendelt am Abend um die Schwelle von 1,38 Dollar.

Ölpreise leicht entspannt
Für Enttäuschung sorgten auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Sie fielen deutlich höher aus als erwartet. Auch das US-Außenhandelsdefizit lag im Januar mit 46 Milliarden Dollar rund fünf Milliarden über den Prognosen.

Eine leichte Entspannung gibt es dagegen beim Ölpreis. Die Nordsee-Sorte Brent rutschte am Abend um bis zu 3,6 Prozent auf 113,52 Dollar je Barrel ab. Das US-Leichtöl gab in der Spitze 2,1 Prozent auf 101,66 Dollar nach. Experten zufolge sind die aktuellen Kursverluste aber nur ein kurzzeitiger Rücksetzer.

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,76
Differenz relativ
-7,83%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
145,84
Differenz relativ
-0,15%

BASF bald ohne K+S
Der Chemiekonzern BASF steigt bei dem Düngemittelproduzenten K+S aus. Mit dem erhofften Milliardenerlös will der Konzern seine Schulden abbauen. Wie BASF nach Börsenschluss mitteilte, beabsichtigt der Konzern bis zu 19,7 Millionen K+S-Aktien bei institutionellen Investoren zu platzieren. Dies entspricht einem Anteil von 10,3 Prozent. Die Platzierung erfolgt über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren. "Wir hoffen die Platzierung in den nächsten ein bis zwei Tagen abschließen zu können", sagte eine BASF-Sprecherin. Auf Basis des Schlusskurses von heute wäre das Paket rund eine Milliarde Euro wert. K+S-Papiere waren bei 54,24 Euro aus dem Xetra-Handel gegangen und gaben im späten Parketthandel um 2,7 Prozent auf 52,78 Euro nach. BASF-Aktien bewegten sich kaum.

Infineon im Sog der Konkurrenten
Nach einem enttäuschenden Ausblick des Chipherstellers Texas Instruments machen die Anleger heute auch um europäische Technologie-Aktien einen Bogen. Hart trifft es dabei die Aktien von Infineon. Sie ist mit einem Abschlag von 3,6 Prozent der schwächste Wert im Dax. Seit seinem Höchststand im Februar hat das Papier damit rund 12 Prozent eingebüßt.

Volkswagen überrascht nicht mehr
Zu den größten Dax-Verlierern gehört auch die Aktie von Volkswagen. Dabei hat der Konzern glänzende Zahlen vorgelegt und will auch im laufenden Jahr auf Rekordkurs bleiben. Nach dem besten Jahr der Unternehmensgeschichte sollen 2011 neue Bestmarken bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis erzielt werden. Schon in den ersten beiden Monaten stiegen die Auslieferungen um 17,5 Prozent auf 1,2 Millionen Autos. Wirklich neu sind diese Aussagen aber nicht. Deshalb nehmen die Anleger heute erst einmal Gewinne mit. Die Aktie verliert 3,7 Prozent.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,43
Differenz relativ
-3,30%
Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
222,40
Differenz relativ
-0,58%

Commerzbank vertreibt Anleger
Deutlich im Minus notiert auch die Aktie der Commerzbank. Grund sind die Gerüchte einer lachsfarbenen Zeitung, die Bank lote derzeit die Chancen aus, Aktien für fünf bis sieben Milliarden Euro oder mehr zu platzieren. Dazu würde die Bank auch einen Preis von weniger als sechs Euro je Aktie akzeptieren. Die Transaktion könnte schon Ende Mai, Anfang Juni stattfinden.

Gewinnmitnahmen trotz Rekord
Linde-Aktien können zeitweise leicht zulegen, rutschen dann aber doch ins Minus. Dabei erhalten die Aktionäre in diesem Jahr eine von 1,80 auf 2,20 Euro angehobene Dividende. Auch peilt das Unternehmen bis 2014 ein operatives Ergebnis von rund vier Milliarden Euro an.

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
190,85
Differenz relativ
-0,99%

MüRü schwächelt auch
Erwischt hat es auch die Aktie der Münchener Rück. Nur zwei Monate nach seiner Jahresprognose rudert der Konzern bereits wieder zurück."Aufgrund der Großschadenbelastung in den ersten zwei Monaten ist das Gewinnziel von etwa 2,4 Milliarden Euro für 2011 nur erreichbar, wenn die zufallsbedingten Großschäden im weiteren Jahresverlauf unter den durchschnittlichen Erwartungen bleiben", teilte der Konzern mit.

Tognum-Eigner wollen mehr
"Mit 27 Euro pro Aktie wären alle zufrieden", sagte eine Person aus dem Umfeld des Motorenbauers Tognum. Die beiden Kaufinteressenten bieten bislang 24 Euro je Anteilsschein. "Zehn Prozent mehr müssten es minimal sein", sagte ein weiterer Insider. Kreisen zufolge, ist Daimler aber nicht bereit mehr als die angebotenen 24 Euro zu zahlen. Die Tognum-Aktie ist dennoch einer der größten Gewinner im MDax.

Südzucker gefragt
Gefragt ist auch die ebenfalls im MDax notierte Aktie von Südzucker. Sie profitiert von einer Heraufstufung durch die Investmentbank Goldman Sachs. Deren Analyst stuft die Südzucker-Aktie jetzt mit "Neutral" ein, statt sie wie zuvor zum Verkauf zu empfehlen. Das Kursziel wurde von 15,10 auf 19,70 Euro angehoben. Als Grund verwies Goldman auf die steigenden Zuckerpreise in der EU.

Manz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
27,10
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-4,75%

Sky-Aktionäre machen Kasse
Die Aktien von Sky Deutschland sind mit einem Minus von knapp sechs Prozent auf 2,54 Euro an das MDax-Ende gerutscht. Einem Händler zufolge machten die Anleger bei den Papieren des Bezahlsenders immer noch Kasse, nachdem sie in diesem Jahr zwischenzeitlich bereits fast 50 Prozent an Wert gewonnen hatten.

Manz unter Erwartungen
Im TecDax sorgt der Jahresausblick des Spezialmaschinenbauers Manz Automation für Enttäuschung. Die Analysten von Deutscher Bank und WestLB bemängeln, dass die in Aussicht gestellten Zahlen für 2011 unter den Erwartungen blieben. Das Unternehmen kündigte ein Umsatzwachstum auf 240 bis 250 Millionen Euro an, bei einer operativen Umsatzrendite von mindestens fünf Prozent.

Realtech stürzen ab
Um mehr als 13 Prozent brechen die Aktien des Softwarehauses Realtech ein. Das Unternehmen hat im letzten Jahr wegen des Verkaufs der italienischen Tochter einen Verlust von 1,5 Millionen Euro verbucht.

Tagestermine am Dienstag, 13. November

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 10/18, 7:00 Uhr
Grammer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Bauer: Neun-Monats-Zahlen, 7:00 Uhr
1&1 Drillisch: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Cewe Stifung: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Evotec: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr (Call: 14:00 Uhr)
Innogy: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Tom Tailor: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
United Internet: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Ströer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Areal Bank: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Hello Fresh: Q3-Zahlen, 7:15 Uhr
Medigene: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
VTG: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
HHLA: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Uniper: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Jenoptik: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Nordex: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
Bilfinger: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
OHB: Neun-Monats-Zahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Home Depot: Q3-Zahlen, 15:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
Nemetschek: Kapitalmarkttag

Konjunktur:
Italien: Frist der EU-Kommission zur Überprüfung des Haushaltsentwurfs läuft aus
Deutschland: Verbraucherpreise 10/18 (endgültig), 8:00 Uhr
Deutschland: Insolvenzen 8/18, 8:00 Uhr
Deutschland: Erwerbstätigkeit Q3/18, 8:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahl 10/18, 10:18
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 10/18, 11:00 Uhr