Marktbericht 7:40 Uhr

Marktbericht positiv
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Nach dem Ausverkauf vom Vortag Dax bäumt sich auf

Stand: 07.12.2018, 07:40 Uhr

Der deutsche Leitindex setzt nach dem Ausverkauf des Vortages zur Gegenbewegung an. Ob das Ganze aber mehr ist als nur eine technische Rekation von Schnäppchenjägern, bleibt die Gretchenfrage

Denn nach der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei ist die weltweite Sorge der Investoren über eine Eskalation des Streits zwischen China und Amerika deutlich gestiegen. "Schwer vorstellbar, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit zwischen den USA und China beiträgt", sagte Analyst Gregor Kuhn von Emden Research.

B5-Moderator Rigobert Kaiser
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B5 Börse 07.15 Uhr: Kleine Erholung an den Börsen

Zumal China über die Staatsmedien scharfe Kritik am Vorgehen der Amerikaner äußerte. Die "Global Times" wirft den USA vor, auf "einen verabscheuungswürdigen Schurkenansatz" zurückzugreifen. Bei der Festnahme geht es nach Insiderberichten darum, ob Huawei das britische Geldhaus HSBC für illegale Transaktionen mit dem Iran genutzt habe.

Die Trump-Administration steht zudem den chinesischen Netzwerkausrüstern kritisch gegenüber und verdächtigt sie der Spionage. So zuletzt auch beim ZTE-Konzern. Die japanische Regierung will Insidern zufolge keine Lieferverträge mehr mit Huawei und ZTE abschließen. Ein entsprechendes Verbot für Regierungsbehörden sei geplant, sagten Insider der Nachrichtenagentur "Reuters".

Dax höher erwartet

Trotz der politischen Zuspitzung - zum Handelsstart wird der Dax erst einmal höher erwartet. Experten taxieren den deutschen Leitindex im frühen vorbörslichen Handel bei knapp 10.900 Punkten. In Anbetracht der hohen Nervosität am Markt ist dies aber nicht mehr als eine wacklige Tendenz. In Japan erholt sich der Markt, der Nikkei-Index legt 0,8 Prozent zu.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10.697,80
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Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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21.219,50
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-2,12%

Unter Beobachtung stehen dürften heute im Dax besonders die beiden Aktien der Fresenius-Familie. Am Abend nach Börsenschluss hatte der Bad Homburger Gesundheitskonzern seine Mittelfristziele einkassiert, allerdings auch hohe Investitionen angekündigt.

Fresenius rudert zurück

Der Medizinkonzern kappt wegen einer zuletzt schwächeren Geschäftsentwicklung und hoher Investitionen im kommenden Jahr seine Mittelfristziele. Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die Ziele für 2020 erreicht würden, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss in Bad Homburg mit.  | mehr

Carl Zeiss Meditec: Der ostdeutsche Vorzeigekonzern

Gestützt auf Zuwächse vor allem in den Regionen Asien/Pazifik und Amerika hat der Medizintechnikhersteller aus dem TecDax im Geschäftsjahr 2017/2018 Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Umsatz legte um 7,6 Prozent zu auf 1,28 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte auf 197,1 (Vorjahr: 180,8) Millionen Euro. Vorbörslich legt die Aktie leicht zu.  | mehr

Microsoft setzt auf Google-Technologie

Microsoft wird seinen Webbrowser Edge künftig auf Basis von Technologie des Rivalen Google betreiben - und will ihn erstmals auch auf Apples Mac-Computer und Rechner mit älteren Windows-Versionen bringen. Der Software-Konzern bestätigte in der Nacht zum Freitag, dass Edge künftig mit der Web-Engine Chromium laufen werde, die Software-Entwicklern zur freien Verfügung steht. Das hatte vor einigen Tagen bereits das Technologie-Blog "Windows Central" berichtet.

Edge hatte erst vor gut drei Jahren den betagten Internet Explorer auf dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 abgelöst. Er kam zuletzt allerdings nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Statcounter nur auf einen Anteil von 2,2 Prozent. Googles Chrome-Browser - der ebenfalls auf Chromium läuft - dominiert demnach mit knapp 62 Prozent.

Wall Street uneinheitlich

An der New Yorker Börse herrschte am Donnerstag zwar ebenfalls Verunsicherung über die neuen China-Sorgen, der Markt beruhigte sich aber im Handelsverlauf etwas und schloss uneinheitlich. Während die Standardwerte moderat im Minus tendierten, drehte die Technologiebörse Nasdaq ins Plus. Der Composite-Index gewann 0,4 Prozent zu, um 0,6 Prozent ging es beim Auswahlindex Nasdaq100 bergauf. Der Leitindex Dow Jones verlor 0,32 Prozent auf 24.947, der S&P-500-Index 0,15 Prozent auf 2.695 Punkte.

Euro kaum verändert

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1399
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Die Gemeinschaftswährung tendiert im frühen europäischen Geschäft etwas leichter bei 1,1365 Dollar, bleibt aber etwa auf dem Niveau des US-Handels. In Amerika haben sich hatten sich in der Nacht sowohl Fed-Chef Jerome Powell als auch einige andere Notenbanker geäußert. Powell sprach von einer "sehr guten" Konjunktur im Land bei historisch niedriger Arbeitslosigkeit, was auch die Aktienmärkte beruhigte. Am Nachmittag (ab 14:30 MEZ) werden die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für den Februar erwartet.

John Williams, Chef der New Yorker Fed, erklärte, die bisher verhängten Zölle wirkten sich nur in "relativ kleinem" Ausmaß aus. Der wichtigere und größere Effekt sei aber die höhere Unsicherheit für Unternehmen, von denen einige gesagt hätten, dass Investitionen verschoben worden seien.

Ölmarkt zwischen Konjunktursorgen und Produktionskürzungen

Die Beratungen wichtiger Ölförderländer über eine Kürzung ihrer Produktion gehen am Freitag weiter. Die 15 Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und Nicht-Opec-Länder wie Russland treffen sich am Opec-Sitz in Wien. Ziel ist es, den zuletzt stark gefallenen Ölpreis wieder zu stabilisieren.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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51,71
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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60,92
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.245,44
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Es gilt als offen, ob es zu einem neuen gemeinsamen Produktions-Limit kommt. Entscheidend wird vor allem sein, ob Russland zu Kürzungen bei der Förderung bereit ist. Die Opec ist zuletzt unter Druck geraten, weil der Ölpreis von Anfang Oktober bis Anfang Dezember von mehr als 85 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) auf weniger als 60 Dollar abgestürzt ist. Im Gegenzug belasten Konjunktursorgen im Gefolge des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits immer wieder die Notierungen.

rm

Tagestermine am Montag, 10. Dezember

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, zweite Schätzung, 00:50 Uhr
Deutschland: Außenhandel im Oktober, 08:00 Uhr
Italien: Industrieproduktion, Oktober, 11:00 Uhr
Deutschland: Sentix Konjunkturindex, Dezember, 10:30 Uhr
Großbritannien:Industrieproduktion, Oktober, 10:30 Uhr