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Zu viele Risiken Dax: Anleger trauen sich nicht weiter

Stand: 14.09.2018, 14:50 Uhr

Nachdem der Dax zu Beginn des Septembers herbe Verluste erlitten hat, kann er sich zuletzt oberhalb von 12.000 Punkten stabilisieren. Doch viel weiter trauen sich die Anleger auch heute nicht.

Zwar schaffte es der Leitindex am Vormittag bis auf 12.133 Punkte und damit über die markante Widerstandszone bei 12.120 Punkten, doch dann ging der Erholung wieder die Luft aus. Ein nachhaltiger Sprung über den Widerstandsbereich, am besten auf Wochenschlusskursbasis, gilt aber als Voraussetzung für weitere Kursgewinne. Ohne eine positive Weichenstellung bleibt der Dax-Chart weiter angeschlagen. Zuletzt notiert der Dax bei 12.105 Punkten, 0,4 Prozent höher als am Vortag.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.430,88
Differenz relativ
+0,85%

Aus fundamentaler Sicht gibt es derzeit einfach zu viele Risiken. "Es spricht einiges dafür, weiter vorsichtig zu sein", sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. Gesprächsthema bleibt der seit Monaten schwelende Streit zwischen den USA und China um höhere Einfuhrzölle. Zwar hat Donald Trump seine Drohungen, drastische Strafzölle auf chinesische Importe zu verhängen, bisher nicht wahr gemacht. Doch diese anhaltende Unsicherheit schwebt über den Märkten wie ein Damoklesschwert.

Auch die Lage in der Türkei bleibt angespannt. So hat Präsident Erdogan die Notenbank erneut heftig kritisiert. Seine Geduld habe Grenzen, sagte er am Vormittag vor Vertretern der regierenden AKP über die Zinspolitik der Währungshüter. Die hatten gestern gegen den Wunsch des Staatschefs den geldpolitischen Schlüsselsatz kräftig um 6,25 Prozentpunkte auf 24 Prozent erhöht.

Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank hatten mit dazu beigetragen, dass die Lira seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent an Wert verloren hat. Nach dem Zinsentscheid vom Donnerstag wertete die Lira zunächst deutlich auf, geriet nach den Äußerungen Erdogans jedoch wieder unter Druck.

Von der Wall Street sind zunächst keine Impulse zu erwarten. Der Dow Jones-Index wird eine Stunde vor Handelsbeginn lediglich 0,1 Prozent höher erwartet bei 26.181 Punkten. Gleichzeitig ist der Einzelhandelsumsatz im August mit plus 0,1 Prozent deutlich schwächer ausgefallen als erwartet. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent gerechnet.

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.929,67
Differenz relativ
-0,04%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.743,50
Differenz relativ
+0,32%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.531,07
Differenz relativ
-0,50%

Euro auf Reise in den Süden

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1749
Differenz relativ
-0,24%

Der Euro ist am Nachmittag wieder deutlich unter die Marke von 1,17 Dollar gerutscht, nachdem er am Vormittag noch auf 1,1722 Dollar geklettert war. Der Dollar war am gestrigen Donnerstag wegen schwächeren Inflationsdaten aus den USA unter Druck geraten, weil die Aussicht auf höhere Zinsen etwas ausgebremst wurden. Davon profitierte der Euro, wenngleich die EZB der Hoffnung auf demnächst steigende Zinsen in der Eurozone weiterhin eine Abfuhr erteilte.

Merck kurz unter 200-Tage-Linie

Aktien der Merck KGaA gehören bis zum Börsenschluss zu den schwächsten Werten im Dax. Die Papiere des Chemie- und Pharmakonzerns verloren zeitweise mehr als zwei Prozent und rutschten unter die gleitende Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage.

Händler führen die Verkäufe darauf zurück, dass sich die Aktie vom Tief Ende März gut entwickelt habe, nun aber bis auf weiteres die Kursimpulse fehlten. Seit diesem Tief hatten Merck-Aktien in der Spitze um rund ein Viertel zugelegt. Nach einem soliden zweiten Quartal dürfte es erst auf dem Kapitalmarkttag Mitte Oktober wieder potenziell kursbewegende Nachrichten geben, so die Vermutung.

Cropenergies: Niedergang gestoppt?

Der niedrige Ethanolpreis hat die Südzucker-Tochter Cropenergies auch im zweiten Quartal belastet. Das operative Ergebnis sackte von 23,7 Millionen Euro vor einem Jahr auf 9,3 Millionen Euro ab. Gegenüber dem ersten Quartal ist das Ergebnis aber um 4,7 Millionen Euro höher ausgefallen. Der Rückgang scheint also gestoppt. Der Umsatz lag im zweiten Quartal 2018/19 mit 200,8 Millionen Euro unter dem Vorjahr, übertraf jedoch ebenfalls das vorangegangene erste Quartal (192,5 Millionen Euro).

VW verkauft mehr Autos – noch

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
154,38
Differenz relativ
+1,23%

Der Volkswagen-Konzern hat im August vor der Einführung neuer Abgas-Prüfverfahren mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Der Autobauer steigerte die Auslieferungen um 6,8 Prozent auf 875 300 Fahrzeuge, wie VW am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Vor allem in Europa (plus 21 Prozent) und Brasilien (plus 30 Prozent) verkaufte VW deutlich mehr Fahrzeuge.

Für September und Oktober erwartet der Konzern wegen der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP allerdings weniger Auslieferungen. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Verzögerungen bei den Auslieferungen schnellstmöglich wieder aufzuholen", sagte Konzernvertriebschef Fred Kappler.

VW stellt Beetle-Produktion ein

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
154,38
Differenz relativ
+1,23%

Wuchtige SUVs und geräumige Familienkutschen statt rollendem Kultzwerg: Volkswagen stellt im Sommer 2019 die Produktion des Käfer-Nachfolgers VW Beetle ein. Pläne für ein ähnliches Folgemodell gebe es bislang nicht, teilte die US-Sektion des Automobilkonzerns am Donnerstag mit.

Bevor kommenden Juli der letzte Beetle im mexikanischen Puebla vom Band läuft, sollen dieses Jahr noch zwei Sondereditionen aufgelegt werden.

Wirecard: Kurspotenzial von 70 Euro?

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für die Wirecard-Aktie wegen der nach wie vor günstigen Wachstumsaussichten von 200 auf 250 Euro angehoben. Auf Basis des gestrigen Schlusskurses von 180,70 Euro bedeutet das ein weiteres Kurspotenzial von knapp 40 Prozent.

Goldman-Analyst Mohammed Moawalla ließ die Wirecard-Aktie auf der "Conviction Buy List". Er geht davon aus, dass der bald im Dax notierte Zahlungsabwickler in den kommenden beiden Jahren aus eigener Kraft um jeweils zirka 25 Prozent wachsen kann, und erhöhte seine Schätzungen für Umsatz und Gewinn.

Derzeit ist nur Exane-BNP-Paribas-Experte Alexandre Faure noch optimistischer. Er hatte sein Kursziel vor kurzem auf 265 Euro erhöht.

Adobe schwebt auf Wolke sieben

Adobe: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
227,42
Differenz relativ
+1,08%

Dank einer anhaltend starken Nachfrage nach Cloud-Dienstleistungen hat der amerikanische Softwarekonzern Adobe in seinem dritten Geschäftsquartal Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert. Die Erlöse legten im dritten Quartal um 24 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar zu, der Gewinn kletterte um 59 Prozent auf 666,3 Millionen Dollar. Die nachbörslich vorgelegten Zahlen fielen besser aus als von Analysten erwartet. Zuvor hatte die Aktie an der Nasdaq ein neues Rekordhoch markiert.  | mehr

Goldman tauscht Finanzchef aus

Das Personalkarussell dreht sich wieder bei Goldman Sachs. Finanzchef Martin Chavez wird zum 5. November durch Stephen Scherr ersetzt. Scherr ist derzeit Leiter des Geschäftsbereichs Consumer & Commercial Banking. Chavez ist erst seit 16 Monaten im Amt, er wird Co-Chef der Handelsabteilung.

Auch an der Spitze ist Bewegung: Goldman-Chef Lloyd Blankfein tritt Ende September ab, wie er schon im Juli mitgeteilt hatte. Nach zwölf Jahren gibt er das Amt ab an David Solomon.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen