Marktbericht 20:02 Uhr

Erneut kräftiges Plus Dax: Anleger atmen auf

Stand: 26.02.2016, 20:02 Uhr

Ist der Bärenmarkt nun bald überwunden? Hatte der Dax zu Wochenbeginn noch kräftig verloren, konnte er in den letzten beiden Handelstagen deutlich aufholen, so dass am Ende wieder ein Plus steht.

Mit einem Plus von 1,95 Prozent auf 9.513 Punkte beendete der Leitindex den Handel am Freitag und legte damit im Wochenverlauf um 1,3 Prozent zu. Seinen bisherigen Jahresverlust verringerte er somit auf 11,5 Prozent. Im Tagesverlauf war er sogar bis auf 9.576 Punkte geklettert, bevor es zu Gewinnmitnahmen kam.

Beflügelt wurde der deutsche Leitindex am Freitag von einem ganzen Bündel an Meldungen. Dazu gehören positive Konjunkturdaten aus den USA, die Hoffnung auf neue Finanzspritzen aus China, der wieder anziehende Ölpreis sowie ein geschwächter Euro. Tatsächlich ist die Gemeinschaftswährung nach Veröffentlichung der US-Wachstumszahlen unter die Schwelle von 1,10 Dollar gesunken, auf zuletzt 1,0931 Dollar.

Keine Rezession in den USA

ARD-Börsenstudio: Mischa Erhard
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Börse 19.00 Uhr

Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2015 aufs Jahr hochgerechnet um 1,0 Prozent gewachsen, wie das Handelsministerium mitteilte. Damit fiel die Zahl höher aus als mit 0,7 Prozent zunächst geschätzt. Noch im Sommer lag die Zuwachsrate allerdings bei 2,0 Prozent. US-Notenbankchefin Janet Yellen, die im Dezember die Zinswende einleitete, hatte daher Sorge geäußert, dass die Wirtschaft vom Weg abkommen könnte. Diese Bedenken sind nun etwas in den Hintergrund gerückt.

Auch die Konsumausgaben sind im Januar mit 0,5 Prozent stärker gestiegen als erwartet. Die Konsensschätzungen lagen bei einem Zuwachs von 0,3 Prozent. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich dagegen leicht eingetrübt. Das Barometer für die Konsumlaune sank im Februar auf 91,7 Punkte von 92,0 Zählern im Januar.

Wall Street tritt auf der Stelle

An der Wall Street stießen die guten Konjunkturdaten dagegen auf wenig Freude, erhöhen sie doch das Risiko weiterer Leitzinsanhebungen durch die Notenbank. Folglich hat der Dow seine anfänglichen Gewinne rasch wieder eingebüßt und notiert seitdem um das Vortagesniveau bei 16.700 Punkten.

Gute Nachrichten kamen am Morgen auch aus China. Zum Auftakt des Treffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Shanghai bekräftigten insbesondere chinesische Spitzenpolitiker, dass sie noch Spielraum für weitere Konjunkturstützen haben. "Die Spekulationen mehren sich, dass die chinesische Zentralbank schon bald neue Maßnahmen ergreifen könnte, um das Wachstum anzukurbeln", hieß es.

LBBW rudert zurück

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Trotzdem sieht die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) für den Dax im laufenden Jahr etwas weniger Luft nach oben als bisher. Analyst Berndt Fernow senkte das Jahresendziel für den deutschen Leitindex angesichts eines sich weiter eintrübenden globalen Konjunkturumfelds um 500 Punkte auf 11.000 Punkte.

Öl und Euro als Kurstreiber

Befeuert werden die Kurse auch von den weiter steigenden Ölpreisen. Für ein Fass der richtungsweisenden Nordseesorte Brent wird erstmals seit langem wieder mehr als 36 Dollar verlangt.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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K+S mit kleiner Gegenreaktion

Einer der größten Dax-Gewinner ist die K+S-Aktie. Der Kasseler Konzern trennt sich von seinem für Kali- und Magnesiumprodukte zuständigen Vorstand. Andreas Radmacher verlässt das Unternehmen zum 29. Februar. Konzernchef Norbert Steiner übernimmt nun dessen Aufgaben vorübergehend. Die Gründe für die vorzeitige Demission blieben offen. Das Unternehmen teilte nur mit, der Aufsichtsrat und Radmacher hätten sich einvernehmlich darauf verständigt, das Mandat nicht zu verlängern.b dtgf

US-Richter setzt VW Ultimatum

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch die Vorzüge von VW können überdurchschnittlich zulegen. Dabei hat der zuständige Richter im Prozess um manipulierte Abgaswerte den Zeitdruck auf Volkswagen erhöht. "Es gibt ein Ultimatum - bis zum 24. März fordere ich von VW und der EPA eine definitive Antwort, ob es eine Lösung gibt", so Bezirksrichter Charles Breyer. Gleichzeitig hat sich Volkswagen zur Refinanzierung seiner Finanzdienstleistungstochter in den USA einen Kredit über neun Milliarden Dollar gesichert.

Deutsche Bank: Eine Baustelle weniger

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die stärksten Werte im Dax sind die Papiere der Deutschen Bank. Die Finanzaufsicht BaFin hat mehrere Sonderprüfungen ohne weitere Konsequenzen für das Frankfurter Geldhaus beendet. Dabei ging es um den Libor-Skandal um manipulierte Referenzzinssätze, Derivategeschäfte mit der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena sowie Edelmetallgeschäfte.

BASF macht gut Wetter

Weiter sinkende Ölpreise und ein schwächeres Wachstum in China: Mit einem sorgenvollen Blick in die Zukunft stellt sich der Chemiekonzern BASF auch im laufenden Jahr auf einen Ergebnisrückgang ein. "Das Jahr hat verhalten begonnen, vor allem infolge einer schwachen Mengenkonjunktur in China", sagte Unternehmenschef Kurt Bock. Er rechnet mit einem um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) leicht unter dem Vorjahreswert von 6,7 Milliarden Euro. Dennoch soll die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr auf 2,90 Euro angehoben werden.

Börse soll nach London

Im Fall einer Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange soll die neue Gesellschaft ihren Hauptsitz in London haben und eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (Plc) sein. Das teilten die beiden fusionswilligen Firmen am Freitag mit. Geführt werden soll der Konzern von Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter.

Wirecard: Chef kauft schon wieder

Kurz nach dem heftigen Kurssturz infolge eines dubiosen Berichts im Internet legt Wirecard-Chef Markus Braun bei seinen Aktienkäufen weiter nach. Am Donnerstag erwarb er über seine Beteiligungsgesellschaft weitere 100.000 Anteile des Unternehmens für 3,6 Millionen Euro.

Rhön-Klinikum will mehr

Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum will nach dem Erreichen seiner Ziele für das abgelaufene Jahr nun noch eine Schippe drauf legen. Für 2016 rechnet der Vorstand mit einem Umsatz zwischen 1,17 und 1,2 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (Ebitda) solle zwischen 155 und 165 Millionen Euro erreichen.

SGL schockt mit Gewinnwarnung

Die dürre Nachfrage nach Graphitelektroden drückt den angeschlagenen Kohlenstoffspezialisten SGL Group noch tiefer in die roten Zahlen als gedacht. In der Bilanz für 2015 kommt es zu Abschreibungen von 75 bis 85 Millionen Euro. Unter dem Strich rechnet SGL jetzt mit einem Fehlbetrag von 275 bis 295 Millionen Euro.

Salzgitter-Prognose kommt gut an

Salzgitter: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dagegen kann Salzgitter punkten. Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter kämpft zwar weiter mit der Branchenkrise. Angesichts des heftigen Preisverfalls traut sich der Vorstand in diesem Jahr trotzdem ein "in etwa" ausgeglichenes operatives Vorsteuerergebnis zu. Unter dem Strich stand 2015 erneut ein Verlust von diesmal 45,5 Millionen Euro.

Rüstungssparte treibt Rheinmetall-Ergebnis

Vor allem Gewinne im Rüstungsgeschäft haben dem Mischkonzern Rheinmetall im vergangenen Jahr einen Ergebnissprung beschert. Das operative Ergebnis (Ebit) schnellte nach ersten Berechnungen auf 287 Millionen Euro nach 102 Millionen im Jahr zuvor.

Nordex profitiert vom Ökostrom-Boom

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat 2015 von einer hohen Nachfrage nach Ökostrom profitiert. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zog um 60 Prozent auf 126,2 Millionen Euro an. Die Aufträge zogen um knapp 41 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro an.

ElringKlinger an MDax-Spitze

Der Autozulieferer ElringKlinger sorgen mit einem Kursaufschlag von bis zu neun Prozent für Furore am deutschen Aktienmarkt. Sie sind der mit Abstand größte Wert im MDax und machen damit die klaren Verluste der Vortage auf einen Schlag wieder wett, nachdem sie infolge des überraschenden Abgangs von Vertriebsvorstand Karl Schmauder unter Druck geraten waren. Auslöser der Kursrally ist die Bilanz des Autozulieferers für 2015. Die fiel besser aus als erwartet.

Gerry Weber auf Schrumpfkur

Der im SDax notierte Modekonzern Gerry Weber will den anhaltenden Abwärtstrend mit einem drastischen Sparprogramm stoppen und streicht gut jede zehnte seiner rund 7.000 Stellen. Nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr sollen zudem mehr als 100 Filialen in diesem oder im nächsten Geschäftsjahr geschlossen werden. Allein die Filialschließungen im In- und Ausland treffen 460 Mitarbeiter. Die Aktie verliert mehr als zehn Prozent.

Erste Group zahlt wieder Dividende

Das österreichische Geldhaus Erste Group hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. Die Aktionäre sollen nun auch wieder eine Dividende in der Höhe von 0,50 Euro je Aktie erhalten. Im Jahr davor waren die Anteilseigner nach einem Rekordverlust leer ausgegangen.

SLM Solutions druckt sich nach oben

Der Anbieter von 3D-Druck SLM Solutions aus Lübeck hat im vergangenen Jahr seinen Konzernumsatz um 96 Prozent auf 65,8 Millionen Euro gesteigert, wozu insbesondere das starke vierte Quartal beitrug. Das bereinigte Ebitda lag bei 7,7 Millionen Euro (Vorjahr: 4,5 Mio Euro).

lg

Tagestermine am Dienstag, 13. November

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 10/18, 7:00 Uhr
Grammer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Bauer: Neun-Monats-Zahlen, 7:00 Uhr
1&1 Drillisch: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Cewe Stifung: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Evotec: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr (Call: 14:00 Uhr)
Innogy: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Tom Tailor: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
United Internet: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Ströer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Areal Bank: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Hello Fresh: Q3-Zahlen, 7:15 Uhr
Medigene: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
VTG: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
HHLA: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Uniper: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Jenoptik: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Nordex: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
Bilfinger: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
OHB: Neun-Monats-Zahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Home Depot: Q3-Zahlen, 15:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
Nemetschek: Kapitalmarkttag

Konjunktur:
Italien: Frist der EU-Kommission zur Überprüfung des Haushaltsentwurfs läuft aus
Deutschland: Verbraucherpreise 10/18 (endgültig), 8:00 Uhr
Deutschland: Insolvenzen 8/18, 8:00 Uhr
Deutschland: Erwerbstätigkeit Q3/18, 8:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahl 10/18, 10:18
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 10/18, 11:00 Uhr