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Kursverluste voraus Dax: Angst vor der eigenen Courage?

von Angela Göpfert

Stand: 08.11.2019, 07:35 Uhr

Am Donnerstag hat der Dax noch ein frisches Jahreshoch markiert. Doch heute bekommen die ersten Anleger Muffensausen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.180,23
Differenz relativ
-0,38%

Der Broker IG taxiert die 30 deutschen Standardwerte 0,4 Prozent tiefer bei 13.231 Punkten. Am Donnerstag hatte der Dax per Aufwärtsgap eröffnet und bei 13.301 Zählern ein neues Jahreshoch markiert. Gut möglich, dass die gestrige Kurslücke (13.188 auf 13.227 Punkte) heute erst einmal geschlossen wird.

Die Zurückhaltung der Anleger hat einen guten Grund. Laut Medienberichten ist das Handelsabkommen zwischen den USA und China noch lange nicht in trockenen Tüchern. Im Weißen Haus soll sich teils heftiger interner Widerstand regen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Neue Kursrekorde in New York

Tags zuvor hatte die Aussicht auf eine Entschärfung des Zollstreits an der Wall Street noch für neue Kursrekorde gesorgt. Die Standardwerte des Dow Jones Index schloss 0,7 Prozent höher auf 27.674 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,3 Prozent auf 3085 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich ebenfalls um 0,3 Prozent auf 8434 Punkte. Dow und S&P beendeten den Handelstag jeweils auf Allzeithochs.

Die guten Vorgaben aus dem regulären Handel New York verblassen jedoch angesichts der neuen Entwicklungen im Handelsstreit. Die US-Futures haben am Morgen ins Minus gedreht. Der Future auf den Dow Jones Industrial verliert zur Stunde 0,2 Prozent.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.777,62
Differenz relativ
0,00%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.096,70
Differenz relativ
+0,10%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.479,02
Differenz relativ
-0,04%

Nikkei auf Jahreshoch

Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.304,95
Differenz relativ
+0,71%

Entsprechend hält sich auch an den asiatischen Aktienmärkten die Begeisterung in Grenzen: Der japanische Nikkei, der im Laufe des Vormittagshandels noch bei 23.591 Zählern den höchsten Stand seit 13 Monaten erreicht hatte, gibt das Gros seiner Kursgewinne bis zum Handelsschluss in Tokio ab. Am Ende steht nur noch ein Plus von 0,3 Prozent auf der Kurstafel. Der Leitindex der Shanghaier Börse notiert aktuell 0,1 Prozent im Minus.

Gold und Euro seitwärts

Die heutige leichte Risk-off-Bewegung macht sich derweil auch an den Rohstoffmärkten bemerkbar. Die Ölpreise fallen im frühen Handel. Der Preis für die Nordseesorte Brent gibt 0,4 Prozent nach auf 56,92 Dollar je Barrel.

Der Goldpreis tendiert bei knapp 1.470 Dollar je Feinunze seitwärts. In der laufenden Handelswoche war das gelbe Edelmetall ordentlich unter die Räder geraten.

Wenig Bewegung beim Euro: Die europäische Gemeinschaftswährung bewegt sich bei 1,1050 Dollar seitwärts.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1026
Differenz relativ
+0,03%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,21
Differenz relativ
-0,24%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.465,92
Differenz relativ
-0,35%

Allianz hebt Ergebnisprognose an

Einer der schwächsten Werte im Dax ist am Freitag die Aktie der Allianz. Dabei wächst beim Münchner Versicherungsriesen die Zuversicht. Das operative Ergebnis soll in diesem Jahr zwischen 11,5 und 12,0 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte die Untergrenze der Erwartung bei 11,0 Milliarden Euro gelegen. Im dritten Quartal stagnierte die Kennziffer bei 2,98 Milliarden Euro, traf damit aber die Analystenschätzungen fast punktgenau. Getrieben wurde das Ergebnis diesmal von der Leben- und Kranken-Sparte und der Vermögensverwaltung, während der größte Ertragsbringer, die Schaden- und Unfallversicherung, Einbußen hinnehmen musste.  | mehr

VW: Startschuss für neue Elektroautofabrik

Die Elektroautofabrik des Wolfsburger Autoherstellers in Shanghai hat den Testbetrieb aufgenommen. VW-Chef Herbert Diess sagte, bis 2028 wolle das Unternehmen 22 Millionen Elektroautos herstellen, die Hälfte davon in China. Diess strebt bei VW einen "Systemwechsel zur Elektromobilität" an.

Da passt es, dass Volkswagen heute im Werk Braunschweig eine neue Fertigungslinie für Batteriesysteme eröffnet. Diese sollen in Automodellen zum Einsatz kommen, die auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren - unter anderem in dem gerade gestarteten ID.3, der einen neue Serie reiner E-Fahrzeuge bei VW begründet.

Schon wieder: Deutsche Pfandbriefbank hebt Prognose an

Das Finanzinstitut hebt seine Prognose für 2019 an. Es strebt nun einen Vorsteuergewinn zwischen 205 und 215 Millionen Euro an. Zuletzt hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben das obere Ende der Spanne von 170 bis 190 Millionen Euro oder leicht darüber angepeilt. Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) begründete ihren Schritt mit "einem starken 3. Quartal", in dem ein Vorsteuerergebnis von 70 Millionen Euro erzielt worden sei.

Für die ppb ist es bereits die zweite Prognoseerhöhung in diesem Jahr. Bereits im Juni hatte sie ihre Jahresziele nach oben geschraubt.

Lkw-Zulieferer Jost Werke warnt

Der Nutzfahrzeugzulieferer Jost Werke blickt pessimistisch nach vorn. Wegen der beobachtbaren "zunehmenden Verschlechterung des Marktumfelds für Nutzfahrzeuge in allen Regionen", die voraussichtlich über das saisonübliche deutlich hinausgehe, rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang im Gesamtjahr.

Die Erlöse sollten im Vorjahresvergleich im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken. Bisher war Jost von einem Anstieg der Erlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde sich 2019 weiterhin im Einklang mit dem Umsatz entwickeln.

Richemont: Umbau und Hongkong-Proteste bremsen

Der Umbau des Luxusgüterherstellers Richemont hinterlässt Spuren im Ergebnis des Schweizer Unternehmens. Das operative Ergebnis konnte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/20 zwar um drei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro gesteigert werden, verfehlte damit aber die Erwartungen.

Dazu kommt ein Einbruch im Schlüsselmarkt Hongkong, wo viele Geschäfte während der politischen Unruhen geschlossen blieben, sowie die gedämpfte Kaufbereitschaft der Verbraucher in anderen Ländern. Damit schwächte sich das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal ab. Insgesamt belief sich der Halbjahresumsatz auf 7,4 Milliarden Euro. Der Gewinn des Herstellers von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier oder IWC sackte um 61 Prozent auf 869 Millionen Euro ab.

Disney: Weniger Gewinn - sehr gut!

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat dank Kinokassenhits wie "Der König der Löwen" und "Toy Story 4" im vierten Quartal mehr verdient als erwartet. Auch das Geschäft mit den Freizeitparks half dem Unternehmen dabei, hohe Investitionskosten im Zusammenhang mit dem Aufbau des Streamingdienstes Disney+ auszugleichen. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 1,07 Dollar. Der Umsatz kletterte um mehr als ein Drittel auf 19,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 95 Cent je Anteilschein gerechnet. Die Disney-Aktie stieg nachbörslich um fünf Prozent.  | mehr

Tagestermine am Freitag, den 15. November

Firmen:
LEG Immobilien: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Stabilus: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
A.P. Moller-Maersk: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Volkswagen: AR beschließt Investitionsplan, mit Pk, 14:30 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Verbraucherpreise 10/19, 11:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/19, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/19, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz 10/19, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 10/19, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 10/19, 15:15 Uhr
USA: Lagerbestände 09/19, 16:00 Uhr