Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ
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Geopolitische Risiken Dax: Am Freitag lieber keine Risiken eingehen

Stand: 14.06.2019, 20:02 Uhr

Die unsichere Lage im Nahen Osten und die Umsatzwarnung des US-Halbleiterkonzerns Broadcom sorgten an den Aktienmärkten für Zurückhaltung. Zudem wirft ein anderes Ereignis seine Schatten voraus.

Gespannt warten die Anleger auf ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende Juni - dabei hoffen sie auf Fortschritte bei den offenbar ins Stocken geratenen Verhandlungen um einen Kompromiss um den Zollstreit zwischen beiden Ländern.

Bereits am Freitag sorgten geopolitische Risken wie die Lage im Nahen Osten sowie die Auswirkungen des Handelskonflikts für Zurückhaltung. Der Dax schloss 0,6 Prozent oder 72 Punkte tiefer bei 12.096 Punkten. Auf Wochensicht verbleibt nur ein bescheidener Gewinn von 0,42 Prozent.

Niemand wolle am kommenden Montag auf dem falschen Fuß erwischt werden, erklärte Andreas Lipkow, Marktexperte der Comdirect Bank, die vorishctige Haltung der Anleger. Aus technischer Sicht droht nun droht ein Abrutschen bis in den Bereich um 11.900/920 Punkte. Allerdings könnte die Börsenwelt am Montag schon ganz anders aussehen, so dass die Prognosen von Charttechnikern nur eine Momentaufnahme sind, die von fundamentalen Faktoren über den Haufen geworfen werden können.

Chipwerte unter Druck

Am Freitag litten vor allem die Papiere der Chiphersteller wie Infineon, nachdem der US-Konzern Broadcom wegen des Konflikts mit China und der von den USA verhängten Restriktionen gegen den chinesischen Huawei-Konzern vor einem Nachfrage-Einbruch auf breiter Front warnte. Der düstere Ausblick verschreckte die Anleger und ließ auch die Aktien von Wettbewerbern einbrechen.

Broadcom: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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282,67
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+1,87%
Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Börse 17.30 Uhr: Tageszusammenfassung mit Schluß-DAX

Leichte Verluste an der Wall Street

Auch an der Wall Street hielten sich die Anleger am Freitag zurück. Der Dow Jones-Index eröffnete leicht im Minus und notierte bei Börsenschluss in Frankfurt 0,1 Prozent schwächer bei 26.076 Zählern. Die am Nachmittag veröffentlichten Konjunkturdaten verstärkten die Spekulationen auf sinkende US-Leitzinsen insgesamt nicht, würgten sich aber auch nicht ab. So sind die Einzelhandelsumsätze etwas schwächer ausgefallen als erwartet, die Industrieproduktion war aber und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan schwächelt nur ein wenig. Die Hoffnung auf sinkende Zinsen durch die Notenbank Fed diente zuletzt immer wieder als positiver am Aktienmarkt.

Ölpreisrally abgebrochen, Gold steigt

Trotz der Furcht vor einer Eskalation des Konflikts im Nahen Osten ist der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee am Freitag kaum noch gestiegen. Bei Börsenschluss kostete ein Barrel (159 Liter) 62,04 Dollar, 1,2 Prozent mehr als am Vortag. Experten zufolge drückte ein pessimistischerer Ausblick der Internationalen Energieagentur auf die Stimmung. Sie rechnet für 2019 nur noch mit einem Wachstum der Ölnachfrage um 1,2 statt 1,3 Millionen Barrel pro Tag.

Derweil ist der Goldpreis wegen der zunehmenden geopolitischen Risiken weiter gestiegen: Am Freitag kletterte der Wert einer Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1.358 Dollar. Das ist der höchste Stand seit April 2018. In Euro gerechnet wurde mit 1203 Euro sogar der höchste Stand seit April 2017 erreicht.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Euro runter auf 1,12 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro ist am Freitag auf ein Tagestief von 1,1204 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1265 (Donnerstag: 1,1289) Dollar fest. Auslöser waren neue Konjunkturdaten aus den USA. Die sind zwar gemischt ausgefallen, dämpften aber die Sorge vor einer deutlichen Abschwächung der US-Konjunktur. Der amerikanische Dollar profitierte davon.

Bayer arbeitet an Glyphosat-Alternativen

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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55,77
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+1,34%

Der Dax-Konzern Bayer plant Investitionen von fünf Milliarden Euro in zusätzliche Methoden zur Unkrautbekämpfung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Der durch die Fusion mit dem Glyphosat-Hersteller Monsanto in Bedrängnis geratene Chemiekonzern erklärte, man wolle neue Technologien entwickeln. Diese sollen die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren und präzisere Anwendungen ermöglichen. Das soll die Umweltauswirkungen um 30 Prozent reduzieren.  | mehr

Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf einem Feld aus Audio

B5 Börse 10.34 Uhr: Bayer sucht Alternativen für Glyphosat

VW hat ein China-Problem

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Beim Volkswagen-Konzern sorgt die hohe Abhängigkeit von China weiter für Probleme beim Absatz. Die weltweiten Auslieferungen im Mai gingen im Jahresvergleich um 3,6 Prozent auf 918.900 Fahrzeuge zurück. Vor allem die Flaute auf dem chinesischen Markt sorgte dabei für das Minus. In China wurde VW über alle Marken 8,3 Prozent weniger Autos, Lastwagen und Busse los.

Das Land steht bei VW im Konzern aktuell für gut ein Drittel aller verkauften Fahrzeuge, die chinesischen Autokäufer halten sich allerdings wegen des Zollstreits mit den USA und wegen des langsameren Wirtschaftswachstums mit teuren Anschaffungen derzeit eher zurück.

VW: Lkw-Börsengang in zwei Wochen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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147,32
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+1,35%

Der Volkswagen-Konzern will Traton am 28. Juni an die Börse bringen. Bei dem Börsengang peilt VW für die Lkw-Sparte eine Gesamtbewertung von 13,5 Milliarden Euro bis 16,5 Milliarden Euro an Zunächst sollen 10 bis 11,5 Prozent von Traton in den Streubesitz wandern. So würde VW zwischen 1,55 und 1,9 Milliarden Euro mit dem IPO einspielen. Pro Aktie wurde die Preisspanne mit 27 bis 33 Euro festgelegt. Die Angebotsfrist soll am 27. Juni enden.  | mehr

1&1 Drillisch: 5G-Jammer statt -Euphorie

Die Aktien von 1&1 Drillisch und United Internet haben am Freitag die hohen Anfangsgewinne vom Vortag gänzlich wieder abgegeben. Am Vortag waren 1&1 Drillisch im frühen Handel in der Spitze um gut 16 Prozent gestiegen und United Internet um gut 9 Prozent.

Experten wie die Analystin Nizla Naizer von der Deutschen Bank bemängeln, dass der Neueinsteiger Drillisch bislang noch nicht allzu viele Details über seine Pläne veröffentlicht habe. Für Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies ist es keinesfalls sicher, dass Drillisch selbst zum Netzbetreiber wird.

Die britische Investmentbank HSBC hat derweil ihre Einstufung für 1&1 Drillisch nach Abschluss der 5G-Mobilfunkauktion in Deutschland auf "Hold" mit einem Kursziel von 30 Euro belassen. Die Versteigerung koste die Netzanbieter mit rund 6,6 Milliarden Euro deutlich mehr als die von ihm erwarteten 4,9 Milliarden Euro, schrieb Analyst Christian Fangmann in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie.

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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29,58
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1&1 Drillisch: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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27,92
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Bechtle dämpft Erwartungen

Der IT-Dienstleister Bechtle geht für das laufende Geschäftsjahr von einem deutlich geringeren Umsatzplus als im Vorjahr aus. Wie Vorstandschef Thomas Olemotz der Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag sagte, rechnet er für 2019 mit einem Wachstum aus eigener Kraft "eher im einstelligen Bereich".

Sowohl 2018 als auch im ersten Quartal dieses Jahres hatte sich das Plus noch auf über 15 Prozent belaufen. Dieses Tempo werde Bechtle jedoch "konjunkturbedingt im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich nicht halten können", sagte Olemotz weiter. Die Aktie bricht daraufhin zweistellig ein.

Walmart & Co. appellieren an Trumps Vernunft

Mehr als 600 US-Unternehmen haben US-Präsident Donald Trump zur Lösung des Handelsstreits mit China aufgefordert. Firmen wie der weltgrößte Einzelhändler Walmart und sein Konkurrent Target schrieben in einem Brief an Trump, zusätzliche Zölle würden amerikanischen Firmen und Verbrauchern schaden. So würden die Preise für die Verbraucher in den USA steigen, für eine vierköpfige Familie etwa um rund 2000 Dollar pro Jahr. "Ein eskalierender Handelskrieg ist nicht im besten Interesse des Landes, beide Seiten würden verlieren."  | mehr

Walmart: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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97,44
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Target Corp: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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76,75
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UBS-Ökonom verplappert sich

UBS

UBS: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ein flapsiger Kommentar eines Ökonomen der Schweizer Großbank UBS hat laut Insidern Folgen für das Institut in China: Die Tochter eines chinesischen Brokers - Haitong International - habe ihre Geschäftsbeziehungen mit der UBS aufgekündigt, wie Haitong-Angestellte zu Reuters sagten.

Hintergrund ist ein Kommentar des Chefökonoms der UBS-Vermögensverwaltungssparte, Paul Donovan. Er sprach in einem Podcast über höhere Verbraucherpreise aufgrund von Krankheiten bei Schweinen: "Spielt das eine Rolle? Es ist wichtig, wenn du ein chinesisches Schwein bist. Es ist wichtig, wenn man gerne Schweinefleisch in China isst", sagte er. Chinesische Finanzmarkt-Profis bezeichneten die Äußerungen als "geschmacklos und rassistisch".

Facebooks Kryptogeld gewinnt namhafte Investoren

Das soziale Netzwerk Facebook hat sich für seine geplante neue Kryptowährung laut einem Pressebericht mehr als ein Dutzend teils bekannter Investoren ins Boot geholt. Zu den Unterstützern gehören demnach unter anderem die beiden Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard, der Zahlungsdienstleister PayPal sowie der Fahrdienstvermittler Uber, berichtete das "Wall Street Journal".

Die neue Währung namens Libra solle in der kommenden Woche vorgestellt werden, den Start plant Facebook für das nächste Jahr. Eine Unternehmenssprecherin wollte den Bericht laut Zeitung nicht kommentieren.

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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167,20
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Visa: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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153,10
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Mastercard: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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235,80
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Aktivist greift erneut Sony an

Sony: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Hedgefonds Third Point des Investors Daniel Loeb hat den japanischen -Konzern aufgefordert, sein Chip-Geschäft abzuspalten. Zudem sollte sich Sony von seiner Finanzsparte und anderen Bereichen trennen und sich als globaler Unterhaltungskonzern aufstellen, erklärte der Investor. Die Sony-Aktie sei aufgrund der der komplexen Struktur des Konzerns unterbewertet. Sony-Papiere legten daraufhin zu.  | mehr

Cropenergies verdreifacht Ergebnis

CropEnergies: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Cropenergies hat im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2019/20 ( bis 29. Februar 2020) den Umsatz auf 203 (Vorjahr: 192) Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebit) konnte dank der erholten Ethanolpreise auf mit 15,2 (Vorjahr: 4,6) Millionen Euro verdreifacht werden.

Wegen der leicht höheren Preise für Ethanol dürfte der Umsatz von Cropenergies im laufenden Geschäftsjahr bei 820 bis 900 Millionen Euro liegen, das operative Ergebnis zwischen 30 und 70 Millionen Euro, was einem Ebitda von 70 bis 115 Millionen Euro entspricht.

Chewy mit Milliarden-Börsengang

Der US Online-Händler für Tierbedarf Chewy stößt bei seinem Börsengang auf reges Interesse der Investoren. Der Ausgabepreis der Aktie wurde auf 22 Dollar festgesetzt. Damit wurde Chewy seine Papiere zu einem deutlich höheren Preis los als zuvor angepeilt.

Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen die Preisspanne auf 19 bis 21 Dollar hochgesetzt von zuvor 17 bis 19 Dollar. Die Chewy-Aktien wurden am Freitag zu 22 Dollar ausgegeben. Der erste Preis war dann 36 Dollar. Dabei kamen dank der regen Nachfrage mit zunächst 46,5 Millionen Papieren mehr Aktien auf den Markt als anfangs geplant. Das erfolgreiche Börsendebüt beflügelt auch den deutschen Branchenvertreter Zooplus. Der SDax-Titel legt um mehr als sechs Prozent zu.

Hackerangriff auf Sony Audio

B5 Börse 06:15 Uhr: Sony-Aktie im Fokus an der Börse Tokio

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Die zehn größten Lkw-Hersteller der Welt Top Ten

eCascadia, LKW, Truck von Daimler

Daimler
Mit einem Weltmarktanteil von elf Prozent ist Daimler der größte Nutzfahrzeughersteller der Welt. 2018 verkauften die Schwaben über 500.000 Lkws.

lg

Tagestermine am Donnerstag, den 20. Juni

Unternehmen:
Hellofresh: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
ADO Properties: Hauptversammlung, 12:00 Uhr
Qiagen: Investorentag in New York

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan
EU: EZB-Wirtschaftsbericht, 10:00 Uhr
Großbritannien: BoE Zinsentscheid, 13:00 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q1/19, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 6/19, 14:30 Uhr Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 6/19, 16:00 Uhr
USA: Frühindikator 5/19, 16:00 Uhr

Sonstiges:
EU: Gipfel der EU Staats- und Regierungschefs zum Thema Personal und Strategie
Deutschland: Fronleichnam, teilweise Feiertag in Deutschland, Börse geöffnet.