Marktbericht 20:15

Dax legt Zwischenpause ein Das Rekordhoch bleibt in Reichweite

Stand: 06.05.2013, 20:15 Uhr

Es hat nicht gereicht, der finale Gipfelsturm des Dax ist am Montag kurz vor dem Ziel gescheitert. Den Investoren ging schlichtweg die Puste aus. Trotzdem, neue Höchststände bleiben in Reichweite.

Denn bei einem Schlusskurs von 8.112 Punkten fehlt dem Leitindex nur noch rund ein halbes Prozent, um das alte Allzeithoch vom 13. Juli 2007 bei 8.151 Zählern hinter sich zu lassen. Eine lösbare Aufgabe, die fast schon heute geklappt hätte. Aber bei 8.148 Zählern stoppte der Dax seinen Aufwärtstrend und kam danach auch nicht wirklich mehr auf die Beine. Nachbörslich ging es leicht bergauf, der L/E-Dax schloss bei 8.119 Punkten.

"Die expansive Geldpolitik der globalen Notenbanken und der unerwartet robuste US-Arbeitsmarktbericht haben der Börse ja schon ordentlich Dampf gegeben", sagte Volkswirt Christian Lips von der NordLB. So ist der Dax allein in den vergangenen zwei Wochen um mehr als acht Prozent gestiegen.

Ins gleiche Horn stößt auch sein Kollege Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke & Co. Aber auch wenn es heute keine neue Rekordmarke beim Leitindex gegeben hat, Analyst Geilfuß rechnet fest damit, dass der Dax sein absolutes Rekordhoch brechen wird. "Vor allem, wenn die Quartalsberichte weiter gut sind", fügte er hinzu.

Der MDax macht es besser

Im MDax hingegen lag das Tageshoch bei 13.710 Punkten und damit über der bisherigen Bestmarke von 13.664 Zählern. Insgesamt hielt sich der Index der mittelgroßen Werte heute besser als der Dax und schloss bei 13.695 Punkten, ein Aufschlag von 0,38 Prozent.

Keine Unterstützuung aus New York

An der Wall Street haben sich die führenden Indizes in einem insgesamt richtungslosen Handel mittlerweile etwas aufgerappelt. Der Dow-Jones-Index liegt um seinen Schlusskurs vom Freitag, S&P-500 und die Technologoiebörse Nasdaq liegen leicht im Plus. Marktbewegende Konjunkturdaten werden ebenso wenig erwartet wie neue Unternehmensberichte, so dass es insgesamt ein ruhiger Handelstag in New York bleiben dürfte.

Draghi drückt den Euro unter 1,31 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Gemeinschaftswährung hat ihre Tageshöchststände am Nachmittag nicht behaupten können und ist unter die Marke von 1,31 Dollar gefallen. Die EZB hatte den Kurs am Nachmittag noch bei 1,3107 Dollar festgelegt. Grund für den Abschwung waren Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi, der auch nach der jüngsten Leitzinssenkung auf 0,5 Prozent eine weiterhin lockere Geldpolitik ankündigte. Auch negative Einlagenzinsen für Banken bei der EZB würden erstmals überdacht.

Denn Banken parken ihr bei der Notenbank geschöpftes Geld lieber zu aktuell Null Prozent, als es zu verleihen und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Nicht zuletzt die ultraexpansive Geldpolitik treibt schon seit Monaten den Aktienmarkt, zu dem es immer weniger Alternativen gibt.

Linde bleibt der Dax-Star

Mit einem Zuwachs von 2,8 Prozent verteidigte Linde im Dax den Tagessieg, wenn auch unter Tageshoch. Analysten haben nach den guten Quartalszahlen ihre Kaufempfehlungen bekräftigt. Dank der Übernahme des US-Gesundheitsunternehmens Lincare konnte Linde das Nettoergebnis mit 340 Millionen Euro um zehn Prozent steigern. Dank der guten Finanzlage will Linde nun eine nachrangige Anleihe von 400 Millionen Euro vorzeitig zurückzahlen.

ThyssenKrupp verkauft Geschäftsbereiche

Zu den Gewinnern im Dax gehörte auch die ThyssenKrupp-Aktie, die 1,6 Prozent zulegte. Die Anleger griffen zu, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hat, die Bereiche Gleis- und Bautechnik verkaufen zu wollen. Vor allem das Gleistechnikgeschäft war wegen illegaler Absprachen ins Visier der Kartellbehörden und damit in die Negativschlagzeilen geraten. Allerdings stehe der Prozess noch ganz am Anfang, erklärte ein ThyssenKrupp-Sprecher.

Der Stern strahlt heller

Im April hat der Daimler-Konzern mit einem Verkaufsplus von zwölf Prozent einen neuen Verkaufsrekord für die Marke Mercedes aufgestellt. Trotz schlapper Autonkonjunktur wurden weltweit 116,656 Fahrzeuge mit dem Stern abgesetzt. Nur das Stadtauto "Smart" kommt bei den Kunden weiterhin nicht so gut an, die Verkaufszahlen sanken um 8,5 Prozent auf 8740 Stück. Gleichzeitig ruft der Konzern in Europa rund 3500 Transporter vom Typ Citan wegen Problemen mit dem Airbag zurück. Die Daimler-Aktie verlor mit 0,6 Prozent etwas stärker als der Markt.

Eon nur optisch im Minus

Am Dax-Ende notierte die Eon-Aktie, allerdings nur optisch deutlich im Minus. Der Titel wurde am Montag mit einem Dividendenabschlag von 1,10 Euro je Aktie gehandelt und notierte damit in Wirklichkeit auf der Höhe des Freitagsschlusses.

Kommt Mayrhuber nun doch?

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Verwirrung um Ex-Chef Wolfgang Mayrhuber. Zunächst hieß es, er kandidiert nun doch nicht für das Amt des Chefs des Aufsichtsrats und reagiere damit auf Kritik aus dem Kontrollgremium. Nach Ende des Späthandels ließ die Lufthansa aber verlauten, dass Mayrhuber nun doch für das Kontrollgremium kandidiere. Er habe sich bereit erklärt, an seiner Kandidatur festzuhalten. Zudem hätten wichtige Investoren angekündigt, für ihn zu stimmen. Bislang galt er als gesetzt für die Nachfolge von Jürgen Weber. Gleichzeitig gab die Lufthansa am Abend Neubesetzungen im Vorstand bekannt. In das Führungsgremium ziehen Bettina Volkens (Personal und Recht) und Harry Hohmeister (Verbund-Airlines und Logistik) ein. Die Aktie verlor ein Prozent.

Celesio: Großaktionäre stehen Schlange

Im MDax baute die Aktie des Pharmagroßhändlers Celesio ihre Kursgewinne konsequent aus und schloss mit Plus 7,1 Prozent an der Spitze des Index. Sie reagierte damit auf einen Bericht des "Platow Briefs". Danach ist der Mischkonzern Haniel daran interessiert, seinen Anteil von 25 Prozent weiter zu reduzieren. Als neuer strategischer Investor strecke der US-Konkurrent Caremark seine Fühler aus. Haniel hat aber dementiert, Anteile abgeben zu wollen.

Talanx bleibt auf Wachstumskurs

Talanx: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Firmenchef Herbert Haas hat auf der ersten Hauptversammlung des Versicherungskonzerns seit dem Börsengang ein optimistisches Bild gezeichnet. Er bestätigte die Wachstumsprognosen, die vor allem aus den Auslandsmärkten kämen. 2013 will der Mutterkonzern der Hannover Rück 650 Millionen Euro verdienen ud damit das Rekordergebnis des Vorjahres von 630 Millionen Euro übertreffen. Für dieses Jahr erhalten die Aktionäre eine Dividende von 1,05 Euro. Die Aktie schloss leicht im Plus.

Dürr mit prallem Auftragsbuch

Zu den Gewinnern im MDax gehörte auch die Dürr-Aktie. Das Unternehmen denkt laut Vorstandschef Ralf Dieter über den Rückkauf seiner Unternehmensanleihe nach. Dürr erfreut sich weiterhin einer prächtigen Auftragslage und ist nach Dieters Angaben gegenüber der "Wirtschaftswoche" bereits bis 2014 mit Orders eingedeckt.

Kontron stellt sich neu auf

Der Hersteller von elektronischen Modulen und Systemen aus dem TecDax will mit einem neuen Umbauprogramm wieder punkten. Dadurch soll die zuletzt immer mehr gestiegene Komplexität abgebaut, das Produktportfolio bereinigt und die Kundennähe verstärkt werden, erklärte Firmenchef Rolf Schwirz. Bis 2016 soll die Rohertragsmarge auf über 25 Prozent gesteigert werden, der Umsatz soll ein Niveau von mindestens 650 Millionen Euro erreichen. Die Börse blieb trotzdem vorsichtig, die Kontron-Aktie gab 2,1 Prozent ab und gehörte damit zu den größten Tagesverlierern.

Xing-Strategie kommt an

Die Xing-Aktie konnte ihre anfänglichen Gewinne am Ende nicht behaupten und endete im Minus. Vor allem dank neuer Geschäfte im "e-recruting"-Geschäft konnte das Business-Netzwerk den Umsatz im ersten Quartal um elf Prozent auf 19,6 Millionen Euro anheben. Auf der Ertragsseite herrscht allerdings Stagnation vor: Netto verdiente Xing wie im Vorjahr zwei Millionen Euro.

Hamborner REIT verdoppelt Gewinn

Das Immoblilienunternehmen Hamborner REIT aus dem SDax wartet am Montagmorgen mit guten Quartalszahlen auf. Der Gewinn in den Monaten Januar bis März konnte auf 3,7 Millionen Euro fast verdoppelt werden. Seine Miet- und Pachterlöse konnte das Unternehmen um rund 21 Prozent auf 10,9 Millionen Euro steigern.

Merkur-Bank sprüht vor Optimismus

Es gibt auch noch gute Nachrichten aus der Branche. Die kleine Privatbank berichtet über einen guten Jahresauftakt und rechnet auch in Zukunft mit der Fortsetzung der positiven Entwicklung. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit legte um 46 Prozent zu auf 1,6 Millionen Euro. Die Privatbank mit Sitz in München konzentriert sich auf das Privat- und Firmenkunden Geschäft. Die im Freiverkehr in München notierte Aktie legte bei lebhaftem Umsatz über zwei Prozent zu und setzte damit den jüngsten Aufwärtstrend fort. Das Analysehaus "fairesearch" sieht noch weiteres Potenzial für das Papier bis auf neun Euro.

Maschmeyer steigt bei Cytotools ein

Die im Entry Standard notierte Aktie schoss bei gutem Umsatz über zwölf Prozent nach oben. Die Anleger waren begeistert von der Nachricht, dass mit Carsten Maschmeyer ein neuer strategischer Investor gewonnen werden konnte. Die Maschmeyer Group beteiligt sich mit fünf Prozent am Kapital der Holding-Gesellschaft aus dem Pharma- und Medizinproduktbereich.

Dabei setzt der Investor darauf, dass aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft der medizinsiche Versorgungsbedarf stetig steigen wird. Cytotools setzt vor allem auf eine Zulassung von DermaPro, das bei offener Wundheilung Anwendung findet.

Großauftrag für Manz

Manz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktie des Solarausstatters aus dem Prime Standard war gefragt und legte über sechs Prozent deutlich zu. Das Unternehmen berichtet über neue Großaufträge für den Geschäftsbereich "Display" im Volumen von 45 Millionen Euro. Kunden seien unter anderem führende Hersteller und asiatische Zulieferunternehmen von Smartphones und Tablet-Computern. Die Manz AG zeigt sich darüber hinaus für 2013 zuversichtlich, dass das Wachstum anhalten wird.

Nächster Milliardendeal in Amerika

Der amerikanische SAP-Konkurrent BMC wird übernommen. Ein Konsortium um die Finanzinvestoren Bain Capital und Golden Gate Capital zahlt 46,25 Dollar je Aktie, das sind knapp sieben Milliarden Dollar. Der sonst übliche hohe Aufschlag entfällt allerdings, der Preis liegt nur rund zwei Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. Bedingt durch die niedrigen Zinsen haben Investoren das Übernahmetempo zuletzt deutlich erhöht. BMC bietet wie SAP Software für Geschäftskunden an. Die SAP-Aktie reagierte kaum auf die Transaktion und schloss 0,3 Prozent höher.

GM wird weiter privatisiert

Die Aktie des Autobauers reagiert kaum auf die Ankündigung des US-Finanzministeriums, weitere Anteile an die Börse bringen zu wollen und sich damit weiter aus dem Unternehmen zuzrückzuziehen. Die Regierung beruft sich dabei unter anderem auf die Fortschritte bei der deutschen Tochter Opel. Zur Zeit hält der Staat noch 241,7 Millionen General Motors-Aktien oder knapp 18 Prozent des Kapitals. GM war 2009 teilverstaatlicht worden und im November 2010 an die Börse zurückgekehrt.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 15. August

Unternehmen:

Zur Rose Group: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Stratec: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
ADO Properties: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
Leoni: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
LPKF: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Cisco Systems: Q4-Zahlen, 22:05 Uhr
MVV Energie: Q3-Zahlen
Vestas: Q2-Zahlen

Konjunktur
Großbritannien: Verbraucherpreise 07/18, 10:30 Uhr
USA: Produktivität Q2, 14:30 Uhr
USA: Empire State Index 08/18
USA: Einzelhandelsumsatz 07/18, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 07/18, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 07/18, 15:15 Uhr
USA: Lagerbestände 06/18, 16:00 Uhr
USA: NAHB-Index 08/18, 16:00 Uhr
USA: Energieministerium Ölpreise (wöchentl.), 16:30 Uhr

Sonstiges:
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