Marktbericht 20:02 Uhr

Dax ohne neue Impulse Das große Warten geht weiter

Stand: 29.08.2016, 20:02 Uhr

Bei nur geringen Umsätzen war heute am Aktienmarkt wohl nicht mehr drin gewesen. Der Dax quälte sich durch den Tag und schloss trotz einer steigenden US-Börse am Ende leichter. Es gibt aber Hoffnung, dass es nicht so trist bleiben muss.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.540,73
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Denn die Umsätze waren extrem niedrig, was die Aussagekraft des heutigen Handelstages einschränkt. Wegen eines Feiertages war die Londoner Börse geschlossen. Auch der europäische Auswahlindex Euro Stoxx 50 war betroffen und beendete den Handel mit 0,39 Prozent im Minus.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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3.454,54
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Der deutsche Aktienmarkt ist in diesem Umfeld mäßig in die neue Woche gestartet. Der Leitindex Dax verlor 0,41 Prozent und schloss bei 10.544 Punkten. Immerhin hat er sich im Handelsverlauf noch deutlich von seinem Tagestief bei 10.444 Zählern gelöst und behauptete damit auf Basis der Schlusskurse die wichtige technische Unterstützung bei 10.500 Punkten.

War was?

Allerdings sind die schwachen Umsätze wohl nicht einzige Grund für die Unentschlossenheit der Anleger. Denn das Gesamtbild bleibt unverändert zur Vorwoche - es darf weiter gewartet werden. Der Markt dreht sich angesichts der unsicheren Zinsperspektiven in den USA um die 10.500 Punkte-Marke.

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 19.00 Uhr

Blickten die Investoren in der vergangenen Woche noch auf die Ansprache von Fed-Chefin Janet Yellen, wird es in dieser Woche der wichtige Arbeitsmarktbericht am Freitag werden, den die Börse erwartet. "Letztendlich scheint jede Entscheidung weiterhin in Abhängigkeit von der aktuellen Datenlage getroffen zu werden", schrieben die Analysten der Metzler Bank.

Kaum Gewinner

Beim Blick auf den Kurszettel lagen nur die zum Umtausch angemeldeten Aktien des Börsenbetreibers Deutsche Börse und die des Dax-Immobilienvertreters Vonovia einigermaßen nennenswert im Plus. Viele Papiere wiesen ansonsten nur minimale Veränderungen auf, was zum lustlosen Tagesgeschehen passte. Auf der Verliererseite standen die beiden Banken, auch ThyssenKrupp gaben nach.

Wall Street macht Hoffnung auf bessere Zeiten

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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25.019,41
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An der New Yorker Börse rätseln die Experten derzeit ebenfalls, wie es mit der Zinspolitik weiter geht. Yellen hatte zwar die Tür für eine Anhebung des Leitzinses weit aufgestoßen, den Zeitpunkt für einen solchen Schritt aber offengelassen. Dieser sei weiter völlig in der Schwebe, sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Janlyn Capital. Nach Daten der Fed-Beobachter der CME Group taxieren die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im September inzwischen auf 33 (zuletzt: 21) Prozent und einer im Dezember auf 44,4 (41,4) Prozent.

Im Gegensatz zum europäischen Markt ist die Wall Street aber viel robuster unterwegs, der Leitindex Dow Jones legt gut 0,6 Prozent zu. Das macht Hoffnung, die Anleger scheinen sich mit der Aussicht auf eine Zinserhöhung zu arrangieren. "Der Markt kommt immer besser damit klar, dass die Fed in diesem Jahr die Zinsen anheben wird", sagte Anlagestratege Chris Zacarrelli vom Finanzdienstleister Cornerstone Financial Partners. Vor allem Bankwerte sind gefragt, denen steigende Zinsen helfen würden, ihre Margen zu erhöhen. "Für die Fed ist es ein Drahtseilakt, über eine Erhöhung zu sprechen, damit aber nicht die Märkte zu verschrecken", ergänzte Zacarrelli.

Euro im Abwärtstrend

Der Devisenmarkt bleibt ebenfalls fest im Würgegriff der US-Zinspolitik. Der Euro gab weiter nach und fiel im Tagestief bis auf 1,1160 Dollar. Damit profitiert der Dollar von der Aussicht auf steigende Zinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1170 (Freitag: 1,1290) US-Dollar fest. Die Aufwertung der US-Währung macht dabei den Ölpreisen zu schaffen, weil diese dadurch für Investoren außerhalb der USA teurer werden. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um ein halbes Prozent und bleibt unter der Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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RWE-Tochter kauft zu

Unternehmensseitig gab es kaum wichtige Nachrichten. Die künftige RWE-Großtochter Innogy kauft den Solar- und Batteriespezialisten Belectric Solar & Battery Holding. Der Kaufpreis bewege sich im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilte das Unternehmen am Montag mit. Belectric entwickelt Freiflächen-Solarkraftwerke sowie Großbatteriespeicher. Der Erwerb der Gesellschaft ziele exakt auf die strategische Ausrichtung von Innogy, sagte RWE-Vorstandschef Peter Terium laut Mitteilung.

VW: Piëch schießt gegen Winterkorn

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen-Aktien zeigten sich geschwächt: In der VW-Abgasaffäre soll der zurückgetretene Vorstandschef Martin Winterkorn schon im März 2015 vom damaligen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auf US-Ermittlungen wegen überhöhter VW-Abgaswerte angesprochen worden sein. Das habe Piëch Ermittlern der US-Kanzlei Jones Day gesagt, berichtete die "Bild am Sonntag" ohne Angabe von Quellen. Ein Börsianer maß dem Bericht indes nicht viel Gewicht bei. Letztendlich sei der Inhalt nicht neu, Winterkorn habe das Ausmaß des Abgasskandals unterschätzt, so der Börsianer.

Auftrag belebt Singulus

Die Bekanntgabe eines Auftrags hat Anleger am Montag zum Einstieg bei Singulus ermuntert. Die Aktie des Spezialmaschinenbauers stieg um mehr als drei Prozent. Den Angaben zufolge hat ein internationaler Chip-Hersteller unter anderem Beschichtungsanlagen geordert. Zum Auftragsvolumen machte Singulus keine Angaben.

Stada wechselt Aufsichtsratschef aus

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Stada-Aktien dürften nach der turbulenten Hauptversammlung weiter im Fokus bleiben. Mit der Abwahl des Aufsichtsratschefs Martin Abend am Freitag steht der Generikaspezialist vor einem Umbruch. Dem Großaktionär Active Ownership Capital (AOC) war es gelungen, wesentlichen Einfluss bei dem Aktionärstreffen zu erlangen. Heute wurden Stada-Aktien ex Dividende gehandelt. Ausgeschüttet wurden 0,70 Euro je Anteil. Das Papier war gefragt, trotz des Abschlags der Dividende schloss die Aktie nahezu unverändert.

"Gratisaktien" bei Patrizia Immobilien

Bei Patrizia Immobilien haben die Aktionäre im Zuge der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln "Gratisaktien" erhalten. Für jeweils zehn alte Papiere des Unternehmens wurde zusätzlich eine neue Berichtigungsaktie im Depot eingebucht.

Bastei Lübbe rot - aber Prognose bestätigt

Das Kölner Verlagshaus Bastei Lübbe, das in Turbulenzen geraten ist, hat über sein erstes Quartal berichtet. Die Gesellschaft meldete einen Umsatz von 28,6 Millionen Euro. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wurde ein Verlust von 1,0 Millionen Euro ausgewiesen. Je Aktie waren das minus 0,09 Euro. Die Jahresprognose wurde bestätigt.

Amazon und Pandora vor Abo-Deal?

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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1.552,08
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Im Markt der Online-Musikdienste geht es rund. Der weltgrößte Online-Händler Amazon und das Internet-Radio Pandora stünden kurz davor, die nötigen Lizenzen von großen Musik-Konzernen für den Betrieb von Abo-Streamingdiensten zu bekommen, berichtete die "Financial Times". Beim Streaming wird die Musik direkt aus dem Netz abgespielt, statt heruntergeladen zu werden. Marktführer ist aktuell Spotify, der schwedische Pionier des Geschäftsmodells.

Apple wird verklagt

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Apple droht juristisches Ungemach: Besitzer von iPhones 6 und iPhones 6 Plus haben den US-Technologiekonzern verklagt. Sie sahen sich laut Klageschrift mit massiven Bildschirm-Problemen konfrontiert, die die Benutzung des Smartphones in vielen Fällen unmöglicht machte. Die iPhone-Besitzer streben eine US-weite Sammelklage an. Sie werfen Apple vor, seit langer Zeit von dem Defekt gewusst zu haben. Der Technologiekonzern soll aber eine Reparatur verweigert haben. Sie fordern eine Entschädigung in ungenannter Höhe. Die Apple-Aktie zeigt sich aber unbeeindruckt.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 16. Juli

Unternehmen:
United Continental: Q2-Zahlen
America Movil: Q2-Zahlen, 22 Uhr

Konjunktur:
China: BIP Q2, 4 Uhr
China: Industrieproduktion, Juni, 4 Uhr
EU:Euro Zone-Handelsbilanz, Eurostat, Mai, 11 Uhr
USA: Empire State Index, Juli, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz, Juni, 14:40 Uhr
Sonstiges:
Tokio Märkte wegen eines Feiertags geschlossen