Da ist noch was drin

Stand: 04.06.2009, 20:05 Uhr

Nach dem Rücksetzer vom Mittwoch können Anleger am Donnerstag schon wieder hoffen. Die US-Börsen hielten sich am Abend dank guter Konjunktursignale im Plus und halfen auch dem Late-Dax noch ein wenig aufwärts.

Gegenüber dem Xetra-Schluss legte der Parketthandel noch fast ein halbes Prozent zu. Die Marke von 5.100 Zählern kam am Donnerstagabend schon wieder in Sichtweite. An Wall Street schienen die guten Produktivitätszahlen in den USA im ersten Quartal und besser als erwartete Arbeitsmarktdaten ihre Wirkung zu entfalten.

Leitzinsentscheid - na und?

Als "Non-Event" aus Börsensicht hatte sich die EZB-Leitzinsentscheidung am Nachmittag entpuppt. Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet kündigte den Rückkauf von Pfandbriefen im erwarteten Umfang an, revidierte die Wirtschaftsprognose für den Euro-Raum leicht nach unten - und verkündigte, dass der Leitzins bei 1,0 Prozent bleibt. Auch dies war erwartet worden. Der Euro, der nach der Entscheidung zunächst an Boden gegenüber dem Dollar verlor, hatte sich am Abend wieder über 1,42 Dollar eingependelt.

VW-Aktie macht Boden gut
Die Volkswagen-Aktie hielt sich auch im Parketthandel unter den größten Kursgewinnern auf und glich damit Vortagesverluste wieder aus. Außer dem Bericht, dass Großaktionär Porsche sich um einen KfW-Kredit bemüht, gab es keine aktuellen Nachrichten vom Unternehmen.

ThyssenKrupp "niedrig bewertet"
Auch die Stahlaktie sonnte sich am Donnerstag in Kursgewinnen. Analysten der Investmentbank Merrill Lynch halten die Aktie für niedrig bewertet, denn sie würde von einer Konjunkturerholung profitieren, hieß es zur Begründung. Gute Jahreszahlen des österreichischen Konkurrenten Voestalpine zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 halfen dem Dax-Schwergewicht ebenso.

Metro will Arcandor - zum Teil
An der Börse wurde der Vorschlag des Handelskonzerns zur Teilübernahme der Karstadt-Warenhäuser von Arcandor mit leichten Kursgewinnen quittiert. Arcandor-Aktien im MDax pendelten zwischen Hoffen und Bangen um den Vortagesschluss Die SPD hat sich erneut für Staatshilfen für Arcandor ausgesprochen. EU-Kommissar Günter Verheugen deutete außerdem mögliche Hilfen der EU an.

Lufthansa leidet unter IATA-Prognose
Die Aktie der Airline verlor am Donnerstag rund eineinhalb Prozent. Ein Bericht des Branchenverbandes IATA belastete. Danach sollen die Verluste in der gesamten Luftfahrtindustrie größte ausfallen als bislang angenommen. Die aktuelle Verlustprognose der IATA liegt bei 4,7 Milliarden Dollar.

Pharma-Aktien leicht aufgeputscht
Die Bayer-Aktie profitierte am Donnerstag von einem Investorentag. "Die Analysten sind sehr optimistisch", hieß es danach von Händlerseite. Zudem bestätigte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung. Im Gefolge von Bayer schoben sich auch die Titel des Darmstädter Konzerns Merck fast drei Prozent ins Plus.

ProSiebenSat.1 als Fass ohne Boden
Papiere der Sendergruppe ProSiebenSat.1 verloren im MDax rund zehn Prozent. Medienberichte, wonach das Unternehmen eine Wandelanleihe mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro begeben wolle, haben sich bestätigt. Zudem erwägt das Medienunternehmen auch, sich über eine Kapitalerhöhung Geld zu beschaffen.

HHLA kann noch nicht klar sehen
Der Hamburger Hafenbetreiber geht laut Aussage von Unternehmenschef Klaus-Dieter Peters weiterhin von schlechten Geschäften im Jahr 2009 aus. Peter sagte am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens, Umsatz, Ergebnis und Rendite des Unternehmens würden weiterhin unterhalb des Vorjahresniveaus erwartet. Der Mengenrückgang soll im zweistelligen prozentualen Bereich liegen. Die Aktie drehten am Nachmittag leicht in die Pluszone.

Vivacon gerettet?
Die verlustreiche Immobiliengesellschaft hat am Donnerstag den Verkauf eines Teils des Geschäftsbereichs Immobilienentwicklung an einen ausländischen Investor gemeldet. Obwohl ein Kaufpreis für die insgesamt fünf Objekte zunächst nicht genannt wurde, hob das SDax-Papier um mehr als 30 Prozent ab.

Air Berlin braucht Geld
Am anderen Ende der SDax-Skala fanden sich Air Berlin-Aktien wieder, die mehr als acht Prozent einbüßten. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will das Kapital erhöhen. Dazu sollen rund sechs Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Das Bezugsrecht der Altaktionäre wird ausgeschlossen. Außerdem hat das Unternehmen seine Mai-Zahlen bekannt geben. Im Wonnemonat sank die Zahl der Fluggäste um 7,7 Prozent auf 2,5 Millionen.

Phoenix Solar plant Sonnenkraftwerke
Das TecDax-Unternehmen will zusammen mit der Bürgerservice Trier GmbH Solarkraftwerke mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro entwickeln und errichten. Das Projekt soll in den kommenden beiden Jahren verwirklicht werden. Die Aktie von Phoenix Solar schloss unverändert.

Centrotherm-Vorstände machen Kasse
Nur geringer Verluste gegenüber dem Xetra-Schluss verbuchte die Aktie Solarunternehmens aus dem TecDax. Zuvor war bekannt geworden, dass zwei Vorstände des Unternehmen Aktien im Wer von 47,6 Millionen Euro verkauft haben. Beide hätten aus "persönlichen Vermögensgründen" gehandelt, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Tagestermine am Donnerstag, 22. November

Unternehmen:
RemyCointreau: Halbjahreszahlen, 7.30 Uhr
Jost Werke: Neun-Monats-Zahlen
Siemens Healthineers: Geschäftsbericht.

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise 10/18, 00:30 Uhr
EU: Acea, Nutzfahrzeugzulasssungen 10/18, 8:00 Uhr
EU: EZB-Sitzungsprotokoll v. 25.10.2018
EU: Verbrauchervertrauen 11/18 (vorab), 16:00 Uhr.

Sonstiges:
USA: Feiertag (Thanksgiving), Börse geschlossen.