Marktbericht 20:00 Uhr

Immerhin die 9.700 verteidigt China-Schwäche hält Anleger gefangen

Stand: 01.02.2016, 20:00 Uhr

Die Vorausetzungen für einen starken Monatsstart waren nicht günstig. Zu heftig rauschte der Ölpreis talwärts und zu groß sind die Sorgen um die Weltkonjunktur. Aber die Notenbanken sind auch noch da, nicht wahr?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.350,82
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Der Dax büßte 0,4 Prozent auf 9.757,88 Punkte ein und sackte zeitweise auch unter die Marke von 9.700 Punkten. Den tiefsten Stand des Tages markierte er bei 9.638,58 Zählern. Der L-Dax verlor 0,7 Prozent auf 9.748,67 Punkte. Der Dow Jones lag am Abend rund 0,4 Prozent im Minus. Der EuroStoxx 50 sank um 0,8 Prozent auf 3021,01 Punkte. Der FTSE 100 in London und der CAC 40 in Paris büßten zwischen 0,4 und 0,6 Prozent ein.

Verstärkte Sorgen um Chinas Industrie drückten - anders als zunächst vermutet - bereits am Morgen auf die Stimmung. "Das hat die globalen Konjunktursorgen wieder in den Vordergrund gerückt", sagte ein Händler. "Die Schwäche in China zeigt nicht, dass die Bemühungen, die Wirtschaft zu stützen, Erfolg haben", kommentierte Mark Luschini, Chef-Investmentstratege beim Broker Janney Montgomery Scott.

Wohin treibt der Ölpreis?

Angesichts der Bedeutung Chinas für die Weltkonjunktur blieb der Effekt auf den Ölpreis nicht aus. Öl der Sorten Brent und WTI verbilligte sich deutlich. Nach Ansicht der VP Bank ist eine Erholung der Preise allerdings wahrscheinlich. "Angesichts des tiefen Rohölpreises wird sich das Angebot verknappen", schreibt Rolf Kuster, Investment Strategist.

Der Grund für die enormen Preisbewegungen der letzten Monate liege nicht bei einer schwächelnden Nachfrage, sondern bei einem stetig wachsenden Angebot, so Kuster. Die globale Rohölnachfrage entwickele sich robust und liege derzeit bereits wieder acht Prozent über den Vergleichswerten vor der Finanzkrise, meint der Experte.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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80,41
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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71,97
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Der Dollar schwächelt

Ein weiterer Belastungsfaktor war der steigende Euro, der zeitweise wieder über die Marke von 1,09 Dollar kletterte. Experten verwiesen auf fallende Zinserwartungen in den USA. Es trage die Hoffnung, dass sich die US-Notenbank noch stärker von ihrem Weg der Normalisierung der Geldpolitik entfernen könnte, kommentiert Andreas Paciorek von CMC Markets.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 17.00 Uhr

US-Konjunkturdaten fielen jedenfalls durchwachsen aus und unterstützten damit die Hoffnungen auf Hilfe der Fed. Die Geschäfte der US-Industrie sind im Januar weiter geschrumpft. Der ISM-Einkaufsmanagerindex stieg nur leicht um 0,2 auf 48,2 Punkte. Das Barometer liegt damit bereits den vierten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Die Bauausgaben stiegen im Dezember zwar um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten aber einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet.

Draghi warnt

EZB-Chef Mario Draghi kündigte unterdessen an, den geldpolitischen Kurs spätestens im März erneut zu prüfen. Unter anderem wegen unsicherer Wachstumsaussichten in Schwellenländern und den jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen warnte er erneut vor erhöhten Gefahren für die Wirtschaft in der Euro-Zone. "Der EZB-Rat steht bereit im Einklang mit seinem Mandat die geldpolitische Haltung Anfang März zu überprüfen und möglicherweise zu überdenken", so Draghi. Das hören die an Zentralbankhilfe gewöhnten Investoren natürlich gerne.

Lufthansa führt den Dax an

Titel der Lufthansa profitierten von starken Ryanair-Zahlen. Eine Gewinnverdoppelung im Weihnachtsgeschäft und ein zuversichtlicher Ausblick trotz fallender Ticket-Preise hat die Anleger in den ganzen Luftfahrtsektor gelockt. Auch Air-France-KLM und die British-Airways-Mutter IAG stiegen. Der Branchenindex legte in einem schwachen Marktumfeld deutlich zu und wies damit unter den Sektoren im EuroStox den größten Gewinn aus.

Air France-KLM: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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8,74
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-2,28%
Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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23,05
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-0,86%

IAG

IAG: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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7,70
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Reitzle will sich auf Linde konzentrieren

Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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207,90
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-2,03%

Die Linde-Aktie gehörte dagegen zu den größten Dax-Verlierern. Linde bereitet sich auf eine Rückkehr des ehemaligen Unternehmenschefs Wolfgang Reitzle vor. Für den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei seinem früheren Arbeitgeber will Reitzle laut einem Medienbericht sein gut dotiertes Amt als Verwaltungsratspräsident beim Zementriesen LafargeHolcim aufgeben.

Kommt Siemens in Spanien zum Zug?

Der spanische Windkraftanlagenbauer Gamesa hat mittlerweile Gespräche mit dem deutschen Industriekonzern Siemens über eine Fusion des Windkraftgeschäfts bestätigt. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Das könnte die Konsolidierungsfantasie in der Windbranche weiter anheizen.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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111,04
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+0,73%
Gamesa: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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11,51
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Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9,02
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Deutsche Bank: Achleitner in Erklärungsnot?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,45
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-0,85%

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat laut "Handelsblatt" bis zur Hauptversammlung im Mai mehrere Termine mit Großaktionären im Kalender stehen. Die Investoren wollen von ihm wissen, ob auch eine mangelnde Kontrolle durch den Aufsichtsrat mitverantwortlich für die Krise der Bank ist. Die Aktie lief etwas besser als der Markt.

Sartorius verdient operativ deutlich mehr

Sartorius VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
142,10
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+0,21%

Gut laufende Geschäfte vor allem mit Einwegprodukten haben dem Göttinger Labor- und Pharmazulieferer Sartorius 2015 einen Ergebnissprung beschert. Das um Wechselkursschwankungen und Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte nach ersten Berechnungen um 41 Prozent auf 263,2 Millionen Euro zu. Die Aktie war größter TecDax-Gewinner.

Dialog immer noch übernahmehungrig

Der Chiphersteller Dialog Semiconductor ist nach der gescheiterten Atmel-Übernahme weiter auf der Suche nach Zukäufen. "Es gibt mögliche Kandidaten, zur Eile besteht aber kein Anlass", sagte Dialog-Chef Jalal Bagherli zu "Euro am Sonntag".

SMA im Aufwind

SMA Solar: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28,32
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Die Aktien von SMA Solar belegten einen vorderen Platz im TecDax. Die Papiere des Solarindustrie-Zulieferers waren in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche unter Druck geraten und am Donnerstag und Freitag insgesamt um mehr als 13 Prozent gefallen. Den Investoren hatten die Jahresziele des Unternehmens missfallen.

Versöhnliches von Siltronic

Siltronic: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
108,60
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-0,82%

Der weltweit drittgrößte Hersteller für Wafer aus Reinstsilizium hat nach vorläufigen Zahlen operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Ebit fiel mit 3 Millionen Euro positiv aus nach minus 32 Millionen Euro im Vorjahr. Die Aktie der Siltronic AG ist seit ihrem Börsengang um rund die Hälfte eingebrochen.

Solarworld übertrifft Prognosen

Solarworld: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Solarkonzern Solarworld hat seine Absatz- und Umsatzprognose für 2015 übertroffen. Die Erlöse zogen um 33 Prozent an auf 763 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr plant Solarworld einen Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro. Die Aktie, die im Januar erst auf ein Allzeittief von 5,00 Euro eingebrochen war, zog an.

Bella Italia bei Balda

Das Tauziehen um den Kunststoff-Spezialisten Balda hat ein Ende gefunden. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Hannover stimmten die Aktionäre am Freitag dem Verkauf des operativen Geschäfts an die italienische Stevanato-Gruppe für einen Kaufpreis von 95 Millionen Euro zu.

Twitter macht Satz nach vorn

Die Aussicht auf den Einstieg eines bekannten Großanlegers aus dem Silicon Valley hat die Twitter-Aktie in die Höhe getrieben. Der Kurs legte am Montag im frühen US-Handel zeitweise um über zehn Prozent zu. Zuvor hatte der Branchendienst "The Information" über einen möglichen Deal mit dem Tech-Unternehmer und -Investor Mark Andreessen von der Wagniskapital-Firma Andressen Horowitz berichtet. Auch die Beteiligungsgesellschaft Silver Lake Partners soll demnach an den Gesprächen beteiligt gewesen sein.

"WSJ": Yahoo baut 15 Prozent der Arbeitsplätze ab

Der Internetkonzern Yahoo plant einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge den Abbau von 15 Prozent seiner Arbeitsplätze. Außerdem sollten Unternehmensteile geschlossen werden, berichtete die Zeitung. Die Maßnahmen seien Teil eines Kostensenkungsplans. Vom Konzern, der am Dienstag nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen will, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Toyota muss Produktion zeitweise stoppen

Der japanische Autobauer Toyota muss nach einer Explosion in einem Stahlwerk die Produktion in Japan vorübergehend aussetzen. Von 8. bis 13. Februar würden die Bänder in der Heimat stillstehen, teilte Toyota am Montag mit. Der VW-Rivale baut in Japan mehr als 40 Prozent seiner Autos, unter anderem den neuen Prius.

Nokia und Alcatel brechen ein

Die mit Enttäuschung aufgenommene Einigung im Patentstreit mit Samsung hat Nokia und seinen Fusionspartner Alcatel-Lucent am Montag auf Talfahrt geschickt. Beide Papiere brachen prozentual zweistellig ein. Nokia stellte nach dem Patent-Deal zusätzliche jährliche Umsätze von 800 Millionen Euro in Aussicht. Anleger hatten im Schnitt allerdings mit 900 Millionen Euro gerechnet.

Aida Cruises sagt Türkei-Routen ab

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat die für diesen Sommer geplanten Fahrten mit Zielen in der Türkei abgesagt. Nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul hätten zahlreiche Gäste den Wunsch geäußert, ihre Reise auf eine andere Urlaubsregion umzubuchen. Aida ist eine Tochter des weltweit größten Kreuzfahrtveranstalters Carnival.

Nachzügler Renault

Der französische Autobauer Renault eröffnet als einer der letzten westlichen Autohersteller ein Montagewerk in China. Ungeachtet des verlangsamten Wachstums der chinesischen Wirtschaft gab sich Renault optimistisch, in der Volksrepublik wachsen zu können.

Ryanair: Wahnsinns-Weihnachtsgeschäft

Europas größter Billigflieger Ryanair hat seinen Gewinn im Weihnachtsgeschäft mehr als verdoppelt. Das Nettoergebnis stieg im vergangenen Quartal auf 103 Millionen Euro von 49 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro.

HSBC will sparen, sparen, sparen

Europas größte Bank HSBC plant in diesem Jahr einen Einstellungsstopp und eine Nullrunde bei den Gehältern. Eine entsprechende E-Mail mit Einzelheiten zu den Sparmaßnahmen sei am Freitag an die Mitarbeiter geschickt worden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

US-Strafe drückt Gewinn von Bank Bär

Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär hat 2015 angesichts einer hohen Strafe im US-Steuerstreit weniger verdient. Der bereinigte Konzerngewinn ging um 52 Prozent auf 279 Millionen Franken zurück. Die Aktionäre sollen dennoch eine um zehn Prozent höhere Dividende von 1,10 Franken erhalten.

Apple: Streng geheim!

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
187,40
Differenz relativ
+0,52%

Apple strebt einem Zeitungsbericht zufolge ins Zukunftsgeschäft mit Datenbrillen. Dazu habe Apple eine bisher geheime Forschungsabteilung mit einigen hundert Experten aufgebaut, berichtete die "Financial Times". Erste Prototypen seien bereits gebaut worden. Auch Facebook ist auf dem Sektor "Virtuelle Realität" aktiv.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 24. September

Unternehmen:
Manchester United: Q4-Zahlen, 8:00 Uhr
Total: Strategie-Update, 8:00 Uhr
Roche: Business-Update, 17:00 Uhr
Nike: Q4-Zahlen, 22:15 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Großhandelspreise 8/18, 8:00 Uhr
USA: FHFA-Index 7/18, 15:00 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 09/18, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Hong Kong/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen