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Verwirrung pur Brexit und kein Ende

Stand: 18.03.2019, 20:10 Uhr

Selbst die Aussicht auf eine Fusion der beiden größten deutschen Geschäftsbanken kann den Dax nicht mitreißen. Die Anleger hielten sich bedeckt, auch weil beim Endlosthema Bexit nur klar ist, dass nichts klar ist.

Kommt sie nun, eine weitere, dritte Abstimmung über ein Brexit-Abkommen der Regierung May, oder kommt sie nicht? Die Frage beschäftigte heute die Anleger ebenso wie die Aussichten auf eine Hochzeit der beiden großen deutschen Privatbanken Deutsche Bank und Commerzbank.

Dauerhema Brexit und kein Ende

Theresa May

Theresa May. | Bildquelle: picture alliance / empics

Hinter den politischen Kulissen kämpft Premierministerin Theresa May trotz bereits zweier Abstimmungsniederlagen weiter für ein Austrittsabkommen mit der EU. Eigentlich wollte Großbritannien am 29. März aus der EU austreten. Der Termin ist aber wohl nicht mehr zu halten. Falls es doch noch eine dritte Abstimmung geben sollte, wird unabhängig vom Ergebnis mit einem Antrag auf Verschiebung des Austrittsdatums gerechnet.

Derweil hat Parlamentspräsident John Bercow erklärt, das britische Unterhaus dürfe kein drittes Mal über den denselben Brexit-Deal abstimmen. Ohne Änderungen an dem Abkommen verstoße dies gegen eine Regel aus dem frühen 17. Jahrhundert - damit ist das Chaos perfekt, ob und wann es einen erneuten Abstimmungstermin geben wird, ist derzeit unklar.

Da sich das Parlament in der vergangenen Woche gegen einen Austritt ohne Abkommen ausgesprochen hat, könnte sogar ein längerer Aufschub des Brexit am Ende stehen. Ironie dabei: Die harten Brexit-Verfechter würden damit mit ihrer kompromisslos ablehnenden Haltung zum Austrittsvertrag womöglich das Gegenteil von dem bekommen, was sie wollen - nämlich eine weitere Mitgliedschaft in der EU und womöglich sogar die Teilnahme an der Europawahl im Mai. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratschef Donald Tusk wollten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Entwicklungen in London äußern.

Das Pfund geriet am Devisenmarkt wegen der chaotischen Diskussion in die Defensive und verlor gegen den Dollar rund ein halbes Prozent. Für den Londoner FTSE 100 ging es hingegen nicht zuletzt wegen der Pfundschwäche um 0,98 Prozent auf 7.299,19 Punkte aufwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone legte allerdings eine Verschnaufpause ein und schloss mit einem Mini-Plus von 0,05 Prozent auf 3387,94 Punkten.

Dax gibt nach...

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.364,17
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Obwohl die Anleger einer Bankenfusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank hierzulande durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen, reichte das heute für den Gesamtmarkt nicht. Der Dax schloss bei 11.657 Punkten, ein Abschlag von 0,25 Prozent. Das Tageshoch lag am Morgen bei 11.712 Punkten, im Tief stand der deutsche Leitindex bei 11.635 Zählern.

...aber Bankaktien legen zu

Im Gegensatz zu so manchem Experten waren die Anleger in Sachen Bankenfusion heute zuversichtlicher. Im Dax lagen die Papiere der Deutsche Bank mit einem Plus von 4,15 Prozent vorne, im MDax die der Commerzbank. Um das Ganze perfekt zu machen, gingen im SDax mit der DWS-Aktie die Papiere der Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank als deutlicher Tagessieger durchs Ziel. Tagesverlierer waren Covestro, auch Infineon und Adidas gaben nach.

Aus Insiderkreisen hieß es am Nachmittag, dass Commerzbank-Chef Martin Zielke alsbald Klarheit haben wolle, wie es weitergeht. In zwei bis drei Wochen wolle er entscheiden, ob die Gespräche fortgeführt werden und eine vertiefte Buchprüfung (Due Diligence) aufgenommen wird.

ARD-Börsenstudio: Dieter Reeg
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ARD-Börse: Geplante Bankenfusion - Gemischte Gefühle an der Börse

Dies sagte er nach Angaben von Teilnehmern am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz mit dem Commerzbank-Aufsichtsrat. Die Buchprüfung könnte dann weitere vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme ab.

Herbert Diess ordert eigene Aktien

Unter den Einzelaktien im Dax legten VW Vorzüge 0,82 Prozent zu auf 145,50 Euro. Wie bekannt wurde, hat VW-Chef Herbert Diess heute für rund zwei Millionen Euro Aktien des eigenen Unternehmens gekauft. Ein Händler brachte den Kursanstieg mit dem Aktienkauf durch den Konzernlenker in Verbindung.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
139,14
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-2,66%

Am Markt wurde dies als neuer Versuch gewertet, bei Investoren neues Vertrauen zu schüren. Seit längerem versucht Diess, bei der chronisch renditeschwachen Pkw-Kernmarke der Wolfsburger das Ruder herumzureißen.

Euro kann Topniveaus nicht halten

Die Dollarschwäche vor der Morgen beginnenden Zinssitzung der amerikanischen Notenbank hat sich am Nachmittag nicht fortgesetzt. Der Euro gibt aktuell einen Teil seiner Gewinne wieder ab und notiert bei 1,1333 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1349 (Freitag: 1,1308) Dollar festgesetzt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Anleger gehen fest von unveränderten Leitzinsen in den USA an diesem Mittwoch aus. Interessant werde vor allem sein, ob der geldpolitische Rat der Notenbank "die Tür für eine Zinserhöhung im Juni offen lässt", sagte Devisenexperte Manuel Andersch von der BayernLB.

Nichts los an der Wall Street

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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25.508,55
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An der Wall Street halten sich die Anleger vor der Sitzung ebenfalls bedeckt. Der Leitindex Dow Jones bewegt sich kaum. Gegenwärtig würden die Investoren "einfach auf ihren Händen sitzen und abwarten, was die Fed zu sagen hat", sagte der Marktstratege Ryan Nauman von Informa Financial Intelligence.

Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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324,54
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Zu den schwächsten Werten im Dow gehört erneut die Boeing-Aktie. Hinweis auf einen Softwarefehler bei zwei abgestürzten Modellen der neuen 737 Max haben sich verdichtet - für das Unternehmen könnte sich der Fall zu einer schweren Krise ausweiten. Auch die US-Aufsichtsbehörde FAA steht in der Kritik.

Ölpreise legen moderat zu

Am Ölmarkt geht es weiter bergauf. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet gut 0,6 Prozent mehr, die US-Leichtölsorte WTI kostet 1,0 Prozent mehr und läuft wieder in Richtung 60 Dollar je Fass. Gestützt wird der Kurs weiter durch Verknappungsdiskussionen auf der Angebotsseite.

Bei einem Treffen in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, haben die in der "Opec+" zusammengeschlossenen Staaten des Ölkartells und anderer Förderländer wie Russland bekräftigt, an der im vergangenen Jahr beschlossenen Förderkürzung festzuhalten. Bis zum Juni soll außerdem entschieden werden, ob die Förderkürzung bis in die zweite Jahreshälfte verlängert werden soll.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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66,40
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Bei dem Treffen hatte der einflussreiche Ölminister Saudi-Arabiens, Khalid Al-Falih, eine Verlängerung der Förderkürzung angedeutet. Nach Einschätzung von Al-Falih gibt es nach wie vor keinen Ausgleich bei Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt. Daher müssten die in der "Opec+" zusammengefassten Staaten weiterhin "auf Kurs bleiben".

Während die Opec ihre Fördermenge begrenzt, scheint sich auch der Anstieg der Ölproduktion in den USA zu verlangsamen, hieß es in einer Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank. Sie verwiesen auf neuste Daten der Ausrüsterfirma Baker Huhges zur gesunkenen Anzahl der Bohrlöcher in den USA vom späten Freitagabend. Der Goldpreis legte leicht zu auf 1.302 Dollar je Feinunze.

Knorr-Bremse und Dialog ab heute im MDax

Die Anfang März bekannt gegebenen Änderungen in der Dax-Familie werden heute umgesetzt. Der Bremsen-Spezialist Knorr-Bremse und der Chipentwickler und Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor sind ab heute in dem Index der mittelgroßen Werte MDax zu finden. Im Gegenzug mussten der Stahlhersteller Salzgitter und der Autozulieferer Schaeffler in den SDax wechseln. In der ersten Börsenliga in Deutschland - beim Dax bleibt alles beim Alten.

Zahlreiche weitere Änderungen gibt es auch im Kleinwerte-Index SDax: Neue Mitglieder sind hier der Telekomausrüster Adva, der Batteriehersteller Varta, der Personaldienstleister Amadeus Fire sowie der Agrarhändler Baywa. Diese vier verdrängen den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus, das Biotech-Unternehmen Medigene, den Schienenwaggon-Vermieter VTG und den Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori.

VW-Finanzsparte: Erst Rekordgewinn, dann Sparprogramm

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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139,14
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Trotz Rekordgewinn dreht auch die Finanzsparte von VW an der Kostenschraube. Bis 2025 plant Volkswagen Finanzdienstleistungen Einsparungen von 850 Millionen Euro. Der größte Teil der Einsparungen - 600 Millionen Euro - soll aus niedrigeren IT-Kosten stammen.

Dank erster Erfolge aus dem Sparprogramm will VW Finanzdienstleistungen das Ergebnis 2019 stabil halten. 2018 steigerte die Finanzsparte trotz der Dieselkrise ihren operativen Gewinn um 6,2 Prozent auf 2,61 Milliarden Euro.

Gleichzeitig veröffentlichte der Konzern ein Strategiepapier zur E-Mobilität. Dem Papier zufolge spricht sich Volkswagen für die E-Auto-Förderung bis mindestens 2025 aus - besonders für Geringverdiener und Kleingewerbe. Staatliche Zuschüsse für Hybride sollten zugunsten der Batterieautos sinken. Alle bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus.

Thyssenkrupp-Aktie profitiert von Großauftrag

Ein Großauftrag aus Ägypten hat dem jüngsten Stabilisierungsversuch der Aktie von Thyssenkrupp Schwung verliehen. Thyssenkrupp realisiert in einem Konsortium mit dem ägyptischen Unternehmen Petrojet einen Düngemittelkomplex für den ägyptische Chemie- und Düngemittelkonzern NCIC. Der Auftragswert für Thyssenkrupp liegt den Angaben zufolge im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Aktien der Essener waren erst vor wenigen Tage bei 12,18 Euro auf den tiefsten Stand seit Juni 2012 gefallen, bevor sie sich fingen. Heute steigen sie über 13 Euro.

Lufthansa Cargo dämpft die Erwartungen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Lufthansa kann am Weltmarkt für Luftfracht derzeit keine Erholung ausmachen. "Der sehr, sehr große Boom der vergangenen beiden Jahre ist seit Ende des vergangenen Jahres vorbei", sagte Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber am Montag in Frankfurt.

Die Frachtsparte der Lufthansa konnte im vergangenen Jahr trotz der Abkühlung am Frachtmarkt Umsatz und Ergebnis steigern. Die Erlöse kletterten um sieben Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 372 Millionen Euro zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Damit erzielte Lufthansa Cargo das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte.

Den Großteil der Luftfracht schlägt die Lufthansa-Tochter über den Hauptstandort des Konzerns am Flughafen Frankfurt um. Die betriebliche Zentrale, das Lufthansa Cargo Center, soll bis 2024 mit einer Investition von 400 Millionen Euro modernisiert werden.

Sixt verdoppelt Gewinn

Deutschlands größter Autovermieter Sixt hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf 439 Millionen Euro verdoppelt. Dazu trug zum einen die wachsende Nachfrage nach Mietwagen im Inland und noch stärker im Ausland bei, zum anderen der Verkauf der Beteiligung am Carsharing-Unternehmen DriveNow an den Partner BMW. Für das laufende Jahr stellte Vorstandschef Erich Sixt einen deutlichen Umsatzanstieg und ein stabiles Ergebnis vor Steuern in Aussicht.

"Das Jahr 2018 war das fünfte Rekordjahr in Folge", sagte Sixt. Der Konzernumsatz stieg um 12,6 Prozent auf 2,93 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern auf 535 Millionen. Bereinigt um den Erlös des DriveNow-Verkaufs stieg das Ergebnis vor Steuern um gut 17 Prozent auf 337 Millionen Euro. Diese Größenordnung will das Unternehmen im laufenden Jahr wieder erwirtschaften. Die Dividende für das abgelaufene Jahr will Mehrheitsaktionär Sixt von 1,97 auf 2,17 Euro je Vorzugsaktie erhöhen.

Leoni will sogar rote Zahlen nicht ausschließen

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni streicht 2.000 Arbeitsplätze und stellt rund ein Zehntel seines Geschäfts zur Disposition. Der neue Vorstandschef Aldo Kamper will mit einem Sparprogramm die Kosten in den nächsten drei Jahren um bis zu 500 Millionen Euro senken, wie der Kabel-Spezialist mitteilte. Das kostet aber zunächst 120 Millionen Euro. Zudem wolle Kamper für Geschäftsbereiche mit einem Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro "alle Optionen prüfen".

Die erst im Februar abgegebenen Prognosen für das laufende Jahr - ein Umsatz von 5,2 (2018: 5,1) Milliarden Euro und ein Ergebnisrückgang vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 100 bis 130 (144) Millionen Euro seien nicht mehr zu halten, unter anderem weil das neue Werk in Mexiko größere Anlaufprobleme habe als bisher gedacht, erklärte Leoni. Finanzvorstand Karl Gadesmann nimmt mit sofortiger Wirkung den Hut. Das Papier fiel dramatisch um 19,7 Prozent.  | mehr

Deutsche Wohnen kauft ein

Die Deutsche Wohnen will mit einem Zukauf weiter vom Immobilienboom in deutschen Ballungszentren profitieren. In der Rhein-Main-Region sowie in Köln und Düsseldorf kauft die Gesellschaft rund 2.850 Wohnungen, wie das MDax-Unternehmen mitteilte. Zudem sollen 100 Gewerbeobjekte übernommen werden. Der Kaufpreis belaufe sich auf insgesamt 685 Millionen Euro. Finanziert werden soll die Transaktion mit vorhandenen Mitteln und geplanten Veräußerungen von Immobilien. Zunächst werden jährlich Nettokaltmieten in Höhe von rund 22 Millionen Euro erwartet. Der deutsche Immobilienmarkt ist seit Jahren attraktiv für die Unternehmen der Branche. Die Mieten und Immobilienpreise steigen vor allem in den Ballungszentren.

Steinhoff: Bilanzfälschung im großen Stil

Steinhoff: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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0,11
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Die Steinhoff-Aktie stürzt um rund zehn Prozent ab. Der Handelskonzern hat nach Erkenntnissen von Wirtschaftsprüfern über Jahre hinweg seine Umsätze und Gewinne künstlich aufgebläht. Das gehe aus einem bisher unveröffentlichten Bericht der Prüfungsgesellschaft PwC hervor, teilte Steinhoff am Freitag mit. Insgesamt geht es in der Zeit zwischen 2009 und 2017 nach Berechnungen der Experten offenbar um Transaktionen im Wert von insgesamt 6,5 Milliarden Euro. "PwC kommt zu dem Schluss, dass Steinhoff Geschäfte (von denen einige fingiert oder irregulär waren) mit vorgeblich unabhängigen Dritten gemacht, die Gewinne und Firmenwerte aufblähten", heißt es in einer vom Unternehmen veröffentlichten Zusammenfassung. Wie sich das auf die Bilanz von Steinhoff auswirke, werde noch ermittelt.  | mehr

Grammer kürzt nach Gewinneinbruch Dividende

Der bayerische Autozulieferer Grammer kürzt nach einem Gewinneinbruch die Dividende auf 0,75 von 1,25 Euro je Aktie. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach 2018 wegen der Folgen der Übernahme durch die chinesischen Ningbo Jifeng um knapp die Hälfte auf 48,7 Millionen Euro ein. Der Umsatz stieg durch die Übernahme des US-Rivalen TMD um vier Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Im neuen Jahr soll der Umsatz des Unternehmens aus Amberg auf mehr als 2,1 Milliarden Euro steigen, das Ebit soll sich "deutlich" erholen.

Easyjet will Alitalia nicht

Die britische Fluglinie Easyjet hat sich aus den Gesprächen rund um die Rettung der italienischen Fluglinie Alitalia verabschiedet. Man habe sich zum Rückzug entschlossen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zuvor hatte Easyjet mit dem staatlich kontrollierten italienischen Bahnunternehmen Ferrovie dello Stato und Delta Air Lines über die Gründung eines Konsortiums diskutiert, das Alitalia retten sollte.

Alitalia hatte im Mai 2017 Insolvenz angemeldet und fliegt seither dank eines 900-Millionen-Euro-Brückenkredits der Regierung weiter. Im Gespräch für eine Übernahme war ursprünglich auch Lufthansa. Eine Beteiligung an einem vom italienischen Staat kontrollierten Unternehmen kommt für die Lufthansa nicht in Betracht, hat Vorstandschef Carsten Spohr mehrfach klar gemacht.

Google steigt ins Videospielgeschäft ein

Alphabet C: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der US-Konzern Google hat heuteabend seinen Einstieg in den Videospiele-Bereich verkündet. In San Francisco stellte der Konzern einen Streaming-Dienst mit dem Namen Stadia vor. Nutzer können dort dank der umfangreichen Cloud direkt und sofort online Spiele zocken. Geeignet sei die Streamingplattform für alle vernetzten Endgeräte, also Smartphones, Tablets und Computer. Der neue Dienst macht die herkömmlichen Konsolen überflüssig. Auch Konkurrenten wie Microsoft und Electronic Arts wollen ähnliche Dienste entwickeln.

Apple präsentiert neue iPads

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Apple hat die siebte Generation seines Tablet-Computers iPad auf den Markt gebracht. Neben einem neuen iPad Air mit einer Bildschirmdiagonale von 10,5 Zoll erneuert Apple auch nach längerer Zeit das iPad mini mit einem kleineren 7,9-Zoll-Display, wie das Unternehmen am Montag in New York mitteilte.

Das Hardware-Geschäft von Apple hatte zuletzt geschwächelt, vor allem weil der Absatz in China geradezu eingebrochen war. Außerdem war auch der Absatz des wichtigsten Apple-Produktes, des iPhones, im Weihnachtsquartal schlechter als erwartet ausgefallen. Das iPad-Geschäft hatte sich aber in dem schwierigen Umfeld mit einem Umsatzplus von 17 Prozent auf 6,73 Milliarden Dollar gut behauptet. Genaue Absatzzahlen seiner Geräte nennt Apple nicht mehr.

Marriott macht sich bei seinen Aktionären beliebt

Die weltgrößte Hotelkette Marriott lockt ihre Anleger mit milliardenschweren Aktienrückkäufen und Sonderdividenden. In den kommenden drei Jahren will der Konzern bis zu zwei Milliarden Dollar des Gewinns ausschütten sowie Aktien im Wert von bis zu neun Milliarden Dollar zurückkaufen. Marriott-Titel kletteren um 2,5 Prozent.

Das Unternehmen, dem Luxushotels wie Ritz-Carlton und St. Regis gehören, will bis 2021 weltweit mehr als 1.700 neue Hotels eröffnen. Der Gewinn soll in dem Zeitraum auf bis zu 8,50 Dollar je Aktie steigen. Für 2019 erwartet die Hotekette zwischen 5,87 Dollar und 6,10 Dollar je Aktie.

FIS will Wirecard-Konkurrent Worldpay kaufen

Der US-Finanzdienstleister Fidelity National Information Services (FIS) will den Zahlungsabwickler Worldpay für rund 35 Milliarden Dollar kaufen. Inklusive Schulden wird der Wirecard-Konkurrent in der Transaktion mit etwa 43 Milliarden Dollar bewertet, wie die Unternehmen mitteilten. "In unserer sich schnell wandelnden Branche kommt Größe besondere Bedeutung zu", erklärte FIS-Vorstandschef Gary Norcross. Worldpay selbst hatte sich erst vor knapp zwei Jahren mit dem US-Kreditkartenspezialisten Vantiv in einem rund 10,6 Milliarden Dollar schweren Deal zusammengetan.

Der Kauf durch FIS wäre der bislang größte Deal im boomenden Markt für Zahlungsabwickler. Dieser profitiert von der weltweiten Verlagerung der Geldströme ins Internet. Die Unternehmen wickeln mit Online-Technologie für andere Firmen den Zahlungsverkehr ab und kassieren dafür Provisionen. Erst im Januar hatte die amerikanische Fiserv den Kauf des Rivalen First Data für 22 Milliarden Dollar angekündigt.

US-Verkehrsministerium untersucht Zulassung der Boeing 737 MAX

Boeing: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien untersucht das US-Verkehrsministerium laut "Wall Street Journal" das Zulassungsverfahren für die Boeing 737 MAX durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Das Ministerium prüfe, ob das sogenannte Trimmsystem MCAS für den Absturz am 10. März verantwortlich sein könnte, berichtete die Zeitung am Sonntag. Die FAA war zuvor in die Offensive gegangen und hatte betont, die Zulassung des Flugzeugtyps sei nach bewährtem "Standardverfahren" erfolgt.

Boeing hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Software binnen weniger Tage zu aktualisieren. Am Sonntag teilte der Flugzeugbauer mit, das Update sei in der Schlussphase. Die Überarbeitung der Software hatte den Angaben zufolge bereits vor dem jüngsten Unglück begonnen.

rm

Tagestermine am Montag, den 25. März

Unternehmen:
Scout24: Jahreszahlen (endgültig), 7:30 Uhr
Freenet: Geschäftsbericht
ING: Investorentag
Apple Keynote: Evtl. Vorstellung eines Video-Dienstes

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex 3/19, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 2/19, 13:30 Uhr