Marktbericht 20:00

Dax in Lauerstellung Börsianer, noch eine Anstrengung...

Stand: 27.05.2014, 20:00 Uhr

... wenn Ihr die 10.000 sehen wollt! Lediglich 60 Punkte fehlen dem Dax bis zur historischen Marke. Dank Mario Draghi werden derzeit Investorenträume war. Der deutsche Leitindex steigt zum fünften Mal in Folge, sodass der Sprung in die "Fünfstelligkeit" nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent auf 9.940,82 Zählern und erreichte damit den höchsten Schlussstand seiner Geschichte. Im Handelsverlauf schaffte es der deutsche Leitindex bis auf 9.951,90 Punkte. Allerdings fällt auf, dass die Umsätze erneut unterdurchschnittlich ausfielen. Der Late-Dax schloss mit plus 0,4 Prozent bei 9.917,63 Punkten.

Getragen werde die Rallye von der Hoffnung darauf, dass die Europäische Zentralbank am 5. Juni die Geldschleusen weit öffne, kommentiert Marktexperte Jens Klatt von DailyFX. "Schaut man sich den schwachen Euro zum US-Dollar an, so erkennt man ein Vorwegnehmen von Zinssenkungen und geldpolitischer Maßnahmen seitens der EZB auf ihrer Sitzung am nächsten Donnerstag." Mario Draghi hatte jüngst mehrfach die Erwartungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB geschürt.

Intaktes Wachstumsszenario

Aber der letzte Impuls, der auch die noch zurückhaltenden Markteilnehmer zum Kaufen locken würde, hat heute gefehlt. Selbst insgesamt positive Konjunktur-Nachrichten aus den USA trugen den Dax nicht über die Grenze. Die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter stiegen im April um überraschende 0,8 Prozent. "Das Wachstumsszenario ist intakt", kommentiert Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Die Stimmung der Konsumenten in den USA hat sich ebenfalls wieder verbessert, wenn auch nur im Rahmen der Erwartungen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1309
Differenz relativ
-0,04%

Während die Daten dem Dax nicht weiterhalfen, dürften all diejenigen erfreut gewesen sein, die sich einen schwächeren Euro wünschen. Nachdem der Euro trotz der Aussicht auf eine weitere geldpolitische Lockerung lange Zeit über Vortagesniveau gehandelt wurde, drückten die robusten US-Wirtschaftsdaten die Gemeinschaftswährung näher an die Marke von 1,36 Dollar.

In Europa waren die Investoren etwas zurückhaltender: Der EuroStoxx stieg um 0,1 Prozent auf 3244,28 Punkte. Damit bewegte sich der Leitindex der Eurozone wie schon am Vortag auf dem höchsten Stand seit September 2008. In Paris bewegte sich der CAC 40 mit einem Plus von 0,06 Prozent auf 4529,75 Punkte kaum vom Fleck. Der FTSE 100, der am Vortag wegen eines Feiertages nicht gehandelt worden war, gewann 0,4 Prozent auf 6844,94 Punkte. Am Abend lag der Dow Jones rund 0,3 Prozent im Plus.

Infineon wird Tagessieger

Die Gewinnerliste im Dax wurde von Infineon angeführt. Die Aktien des Halbleiter-Herstellers profitieren von einem höheren Kursziel durch JPMorgan. Analysten sehen die Wert nun bei zehn statt neun Euro fair bewertet.

Lufthansa gefragt

Auch die Lufthansa-Papiere liefen überdurchschnittlich gut. Bereits am Vortag sei das Papier in einer Morgenpublikation der Citigroup charttechnisch in den Fokus gerückt worden und nun scheine sich das jüngste Tief als Boden etabliert zu haben, sagte ein Händler.

Deutsche Post kann zufriedenstellen

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28,56
Differenz relativ
0,00%

Die "Aktie Gelb" lag ebenfalls gut im Rennen. Auf der heutigen Hauptversammlung bekräftigte das Unternehmen, bis zum Jahr 2020 Weltmarktführer im Paketbereich werden zu wollen. "Die Wachstumsfelder Paket und E-Commerce werden in Zukunft immer mehr an Bedeutung für uns gewinnen", sagte Vorstandschef Frank Appel.

Anleger verkaufen Versorger-Titel

Die zuletzt gut gelaufenen Versorgerwerte Eon und RWE gehören gemeinsam mit der Telekom im Dax zu den drei schwächsten Werten. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen bei den zuletzt sehr gut gelaufenen Aktien. Seit Mitte Mai hatten RWE mehr als zwölf und Eon fast zehn Prozent zugelegt.

Neue Fantasie für Evonik

Der größte Gewinner im MDax war die Evonik-Aktie. Händler verwiesen auf weiter anziehende Methionin-Preise (eine Aminosäure), die mit einem Wochenplus von 13 Prozent in China zuletzt nochmals deutlich an Fahrt aufgenommen hätten. Zum Vormonat ergebe sich ein Anstieg um fast ein Drittel. Der Spezialchemiekonzern ist dem Händler zufolge relativ abhängig von der Preisentwicklung.

Osram senkt Umsatzprognose

Der Lichtspezialist Osram hat wegen eines immer schneller schrumpfenden Geschäfts mit Glühbirnen und Leuchtstoffröhren seine Umsatzprognose gesenkt. Das im MDax notierte Unternehmen hält nun bestenfalls ein geringes Erlöswachstum für möglich. Grundsätzlich geht der Vorstand des Unternehmens aber nur von einer Stagnation aus. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Umsatz bei knapp 5,3 Milliarden Euro. Das Wachstum mit LED-Leuchten kann bislang die Rückgange im traditionellen Geschäft nicht wettmachen.

Boss leidet nachbörslich

Hugo Boss NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,96
Differenz relativ
-0,19%

Aktien von Hugo Boss sind am Dienstag in Frankfurt nachbörslich um 3,30 Prozent gefallen (Xetra: 105,80). Morgan Stanley platziert einem Händler zufolge im Auftrag des Großaktionärs Permira bis zu 3,95 Millionen Aktien des Modekonzerns in einem beschleunigten Verfahren. Die Titel würden in einer Spanne von 101,25 bis 105,80 Euro angeboten.

Aixtron: Finanzvorstand geht

Der Finanzchef des angeschlagenen Anlagenbauers Aixtron, Wolfgang Breme, verlässt das Unternehmen "in gegenseitigem Einvernehmen" zum 31. Mai. Einen direkten Nachfolger soll es nicht geben. Stattdessen soll Aixtron-Chef Martin Goetzeler Bremes Aufgaben miterledigen. Die Aixtron-Aktie gehörte im TecDax zu den Siegern. Offenbar hoffen die Anleger durch die Meldung auf Kosteneinsparungen.

Catoil vom Rubel gebremst

Der Ölfeld-Dienstleister Catoil hat im ersten Quartal trotz eines um acht Prozent rückläufigen Umsatz seinen Gewinn um 32 Prozent auf 9,5 Millionen Euro verbessert. Damit übertraf das im SDax notierte die Erwartungen der Analysten um knapp die Hälfte. Grund für den Erlösrückgang war der schwache russische Rubel.

KWS rudert zurück

Der Saatguthersteller KWS Saat hat nach den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2013/14 seine Prognose kassiert. Im gesamten Geschäftsjahr soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um elf Prozent auf 134 Millionen Euro sinken. Bisher hatte KWS 140 Millionen anvisiert. Der Umsatz soll nur noch um drei anstatt fünf Prozent wachsen. Als Grund nannte das SDax-Mitglied Währungseffekte.

Hornbach erhöht Dividende

Der Baumarktkonzern Hornbach hat nach der Pleite des Branchenkonkurrenten Praktiker beim Gewinn deutlich zugelegt. Nach dem Aus der Praktiker-Gruppe habe der SDax-Konzern von einer Umsatzumverteilung in der Branche profitiert, hieß es. Sechs Standorte seien übernommen worden, im laufenden Geschäftsjahr sei eine weitere Expansion geplant. Die Dividende bei der Hornbach Holding AG und bei der Hornbach Baumarkt AG soll um je rund 20 Prozent erhöht werden.

BVB-Aktie ist jetzt Premium

Borussia-Dortmund-Aktien haben nicht von der Zulassung zum sogenannten Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse profitiert. Der Wechsel in das Marktsegment ist mit höheren Anforderungen an die Transparenz verbunden. Damit will der BVB seine Aktien attraktiver machen und mehr private und institutionelle Investoren anlocken. Der Wechsel gilt ab dem 30. Mai. Die Zulassung zum Prime Standard ist eine Voraussetzung für eine mögliche Aufnahme in die Auswahlindizes Dax, MDax, TecDax und SDax.

NYSE Euronext bald wieder NYSE und Euronext

Die Mehrländer-Börse Euronext soll schon bald getrennte Wege vom New Yorker Handelsplatz NYSE gehen. Für den IPO der Euronext seien eine Reihe von Investoren gefunden worden, teilte der US-Konzern IntercontinentalExchange (ICE) mit. Der Börsengang dürfte nach Reuters-Informationen mindestens 1,5 Milliarden Euro einbringen. Vor allem die Regierung in Paris hatte zuletzt darauf gepocht, dass die Euronext wieder französisch werden solle.

Neuer Börsengang angekündigt

Der Dachpfannen- und Schornstein-Hersteller Braas Monier will in diesem Jahr an die Börse gehen. Dabei strebt das Unternehmen eine Notierung im Prime Standard an. Juristischer Sitz des Unternehmens ist Luxemburg.

Asian Bamboo veröffentlicht Q1-Zahlen

Im ersten Quartal sank der Umsatz des Bambusherstellers nach eigenen Angaben um neun Prozent auf 4,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Umsatz noch fünf Millionen Euro betragen. Der Umsatz Q1 2014 und Q1 2013 beinhaltet keine Umsatzerlöse aus dem Bambusfasergeschäft, da dieses als aufgegebener Geschäftsbereich behandelt wird, teilt das Management mit. Netto verdiente das Unternehmen laut der Mitteilung 1,2 Millionen Euro. Die Aktie legt fast fünf Prozent zu.

ts

1/5

Was die Kurse treibt Anlagestrategie

US-Leitzins vs Dax 1999-2014

Historisch beispiellose Geldflut

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr