Marktbericht 20:10 Uhr

Marktbericht positiv chart
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Dax legt erneut zu Börsenfarbe Grün

Stand: 27.05.2020, 20:10 Uhr

Es geht weiter aufwärts mit den Kursen an der Börse. Der derzeitige Konjunkturoptimismus der Anleger scheint keine Grenzen zu kennen. Perfekt wurde das Glück, als zusätzlich noch ganz große Zahlen ins Spiel kamen.

ARD-Börsenstudio: Klaus-Rainer Jackisch
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Börse 20.00 Uhr: Das war der Tag

Denn EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will für den Wiederaufbau Europas nach der Corona-Krise einen Wiederaufbaufonds im Volumen von 750 Milliarden Euro auf den Weg bringen. Der Vorschlag, der Zuschüsse von 500 Milliarden Euro und Kredite von 250 Milliarden Euro vorsieht, fußt auf den jüngsten Vereinbarungen zwischen Deutschland und Frankreich.

Die Stimmung bleibt bestens

Da gleichzeitig auch noch die EZB in Gestalt ihrer Direktorin Isabel Schnabel die Bereitschaft erklärte, ihr Notprogramm bei Bedarf weiter aufzustocken, war ein fast perfekter Rahmen für einen erfolgreichen Börsentag geschaffen. Denn die Anleger setzen nach den jüngsten Corona-Lockerungen weiter auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft, die von den Maßnahmen von EU und EZB mit Unmengen von (geliehenem) Geld flankiert wird.

Investoren richteten trotz der Spannungen zwischen den USA und China um Hongkong ihren Fokus ganz auf die Öffnung der Weltwirtschaft, und diese mache bedeutende Fortschritte, erklärte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Dadurch werde Hoffnung genährt auf eine schneller als erwartet ausfallende Konjunkturerholung.

Dax bleibt im Aufwind

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.657,69
Differenz relativ
+1,33%

Der Dax, der in der Spitze gut zwei Prozent auf 11.747 Punkte gestiegen war, beendete den Tag letztlich bei 11.657 Punkten, ein Tagesgewinn von 1,3 Prozent. Er setzte damit seine jüngste Klettertour auch zur Wochenmitte fort. Im späten Geschäft setzten nach dem Kursfeuerwerk der jüngsten Zeit Gewinnmitnahmen ein, so dass die Höchstkurse nicht verteidigt werden konnten. "Europäische Investoren haben vor allem die Wiedereröffnung im Blick, und das sorgt für Schwung", sagte Ian Williams, Stratege bei Peel Hunt.

Gefragt waren auch heute die Aktien, die in der Krise besonders gelitten hatten. Zykliker, besonders Autoaktien, aber auch solche aus den Bereichen Tourismus oder Finanzen. Weniger gefragt waren defensive Aktien wie Vonovia oder RWE. Lufthansa drehten ins Minus, nachdem der Aufsichtsrat die Entscheidung über das Rettungspaket durch die Bundesregierung verschoben hat. Als Grund nannte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte. Infineon waren nach ihrer am Vorabend bekannt gegebenen Kapitalerhöhung Indexschlusslicht.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,55
Differenz relativ
+8,85%
Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
34,92
Differenz relativ
+6,20%
Vonovia: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,12
Differenz relativ
-1,76%

Mahnungen verhallen ungehört

B5-Moderator Rigobert Kaiser
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B5 Börse 11.29 Uhr: EZB erwartet massive Rezession

In die allgemeine Aufbruchsstimmung hinein scheint für mahnende Stimmen derzeit kein Raum zu sein. Auch nicht für EZB-Chefin Christine Lagarde, die auf ihr Negativszenario für die europäische Wirtschaft in diesem Jahr heute sogar noch drauf sattelte. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr zwischen acht und zwölf Prozent sinken, sagte Lagarde am Mittwoch in Frankfurt. Bislang waren die Währungshüter von einem Minus zwischen fünf und zwölf Prozent ausgegangen. Die Chancen auf einen vergleichsweise "milden" Einbruch seien nicht mehr vorhanden.

Auch von der Börse kommen durchaus kritische Stimmen zur derzeitigen Hausse. "Einer der größten Unsicherheitsfaktoren für die Wirtschaft ist, inwieweit sich das Konsumverhalten der Menschen dauerhaft verändert - mit und ohne Corona", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen.

Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich ebenfalls: "Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie. Wir haben keinen Impfstoff, wir haben kein Medikament bis jetzt. Aber wir haben eine bessere Kontrolle gewonnen."

Dow Jones über 25.000 Punkte

Auch an der Wall Street haben die Bullen das bessere Ende für sich. Der Leitindex Dow Jones steht unter Tageshoch, aber weiter über der Marke von 25.000 Punkten, die er gestern auf Schlusskursbasis noch knapp verfehlt hatte. Allerdings nehmen die Anleger Gewinne mit, so dass die Anfangsgewinne bröckeln. Die Technologiebörse Nasdaq, die zuletzt sehr gut gelaufen war, ist sogar ins Minus gerutscht. Dort werden Gewinne mitgenommen.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.542,98
Differenz relativ
+2,19%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.035,07
Differenz relativ
+1,45%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.412,36
Differenz relativ
+0,77%

"Anleger konzentrieren sich auf die Fortschritte bei der Bekämpfung des Coronavirus", sagte Ed Keon, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter QMA. Sie seien optimistisch, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr bis zu einem gewissen Grad wieder normalisiere.

Twitter: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
29,73
Differenz relativ
-2,09%

Twitter-Aktien tendieren allerdings leichter, nachdem Präsident Trump mit der Schließung sozialer Medien gedroht hat. Trump nannte dabei keine Plattform beim Namen. Er hat sich in der Vergangenheit schon öfter über Facebook beschwert und dürfte jetzt Twitter gemeint haben. Der Kurznachrichtendienst hatte einen Tweet Trumps am Dienstag erstmals mit einem Faktencheck eingeordnet und darin einige Äußerungen des US-Präsidenten als falsch bezeichnet.

Euro ringt mit der Marke von 1,10 Dollar

Der Konjunkturoptimismus macht sich auch am Devisenmarkt bemerkbar, wo der Dollar seine Rolle als "sicherer Hafen" in der Krise derzeit verliert, was im Gegenzug dem Euro zugute kommt. Die Aufbaupläne der EU-Kommission verleihen der Gemeinschaftswährung darüber hinaus politischen Rückenwind.

Der Euro wird derzeit bei 1,0999 Dollar gehandelt, im Handelsverlauf hat er die Marke von 1,10 Dollar bereits übersprungen. Er steht damit so hoch wie seit Anfang April nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0991 (Dienstag: 1,0975) US-Dollar fest.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1014
Differenz relativ
+0,05%

Vor Bekanntwerden der EU-Pläne war der Handel recht nervös verlaufen. Kritische Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber China hatten die Anleger zunächst vorsichtig agieren lassen, eher der Euro dann rasch anstieg. Am Abend erwartet der Markt noch das "Beige Book", den Konjunkturausblick der Notenbank Federal Reserve.

Gegenwind für das Pfund

Wieder aufkeimende Sorgen vor einem ungeordneten Brexit setzen derweil das Pfund Sterling unter Verkaufsdruck. Zuvor hatte der britische Chef-Unterhändler David Frost gesagt, bei den Gesprächen über die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen lägen die Positionen seiner Regierung und der EU weit auseinander. Gleichzeitig bekräftigte er, dass die bis Ende Dezember laufende Übergangsfrist nicht verlängert werde.

"Zwar rechnet der Markt weiterhin mit einem EU-typischen Kompromiss in letzter Minute", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Die Worte von David Frost klangen aber nicht optimistisch." Darüber hinaus lastete die anhaltende Diskussion um negative Leitzinsen auf dem Pfund.

Ölmarkt blickt auf China-Streit

Apropos China: Die Ölpreise geben heute wegen der politischen Spannungen zwischen den USA und China nach. Hintergrund ist das Bestreben der Volksrepublik, die Sonderrechte Hongkongs durch ein Sicherheitsgesetz einzuschränken. Darüber hinaus streiten sich die beiden größten Ölverbraucher der Welt, wer die Schuld an der Corona-Pandemie trägt. Im Hintergrund schwelt darüber hinaus das Dauerrisiko ihres Handelsstreits.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
34,83
Differenz relativ
-2,44%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
32,93
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-2,89%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.710,17
Differenz relativ
+0,05%

Dessen ungeachtet haben sich die Erdölpreise in den vergangenen Wochen deutlich von ihrem Einbruch zu Beginn der weltweiten Corona-Krise erholt. Ausschlaggebend ist zum einen die Aussicht auf eine anziehende Rohölnachfrage, wenn die zahlreichen Corona-Beschränkungen gelockert werden. Zum anderen haben große Förderländer wie Saudi-Arabien und Russland ihre Produktion deutlich zurückgefahren. Der Blick des Marktes dürfte sich bald in Richtung des "Opec+"-Treffens am 9. und 10. Juni richten, schrieb Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Die wachsende Risikofreude der Investoren macht Gold-Investments derweil weniger attraktiv. Der Preis für das gerne als Krisenwährung genutzte Edelmetall hat sich am Nachmittag erholt auf 1.712 Dollar je Feinunze. Im Handelsverlauf war die Notierung zuvor knapp unter 1.700 Dollar gefallen.

Tui-Aktie weiter im Reisefieber

Tui

Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,90
Differenz relativ
+14,25%

Papiere des weltgrößten Reisekonzerns, die in London notieren, setzten ihre Erholungsrally fort und gewinnen zeitweise weitere 25 Prozent. Gestern hatte die Bundesregierung erklärt, die Reisewarnungen in viele europäische Länder aufheben zu wollen. Auch Fraport-Aktien im MDax profitieren am Morgen.

Klage gegen Aufteilung von Innogy

Die Frankfurter Mainova sowie neun andere kommunale Versorger haben beim Europäischen Gerichtshof Klage eingereicht gegen die Aufteilung des Energiekonzerns Innogy zwischen Eon und RWE. Die Versorger klagen auf Nichtigkeit des milliardenschweren Tauschgeschäfts.
Mit der Freigabe der Transaktion hätten die EU-Kommission und das Bundeskartellamt den Weg freigemacht für zwei nationale Champions zulasten des Mittelstands, so die Kläger. Zugleich werde durch den Deal die Liberalisierung des Energiemarktes und der dort geschaffene Wettbewerb annuliert. Eine aufschiebende Wirkung hat die Klage zwar nicht. Im schlimmsten Fall droht Eon und RWE aber eine Rückabwicklung der Transaktion.

Innogy: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
43,60
Differenz relativ
-0,09%

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,98
Differenz relativ
+0,89%

BVB-Aktie rutscht nach schmerzhafter Niederlage ab

Nach der Niederlage gegen Rekordmeister FC Bayern München ist der Titel in der Fußball-Bundesliga für Borussia Dortmund in weite Ferne gerückt. Das sehen offenbar auch die Anleger so. Das BVB-Papier rutschte am Mittwoch im frühen Handel zeitweise um über zwei Prozent nach unten. Durch den 1:0-Sieg im Spitzenspiel am Dienstagabend vergrößerten die Münchener ihren Vorsprung an der Tabellenspitze sechs Spieltage vor Saisonende auf sieben Punkte. Der BVB erspielte sich nur wenige Torchancen und könnte am Mittwoch von RB Leipzig von Rang zwei verdrängt werden. Das Erreichen der Champions League in der kommenden Saison scheint allerdings nicht gefährdet. Nach der Winterpause starteten die Dortmunder eine Serie von neun Siegen in zehn Spielen.

Dank TLG-Übernahme: Aroundtown mit Gewinnsprung

Aroundtown: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,02
Differenz relativ
+3,80%

Die Gewerbeimmobilienfirma hat zum Jahresauftakt von operativen Verbesserungen und dem Zukauf von TLG profitiert. Das für die Branche entscheidende operative Ergebnis (FFO 1) schnellte um ein Viertel in die Höhe - auf 147 Millionen Euro. Die Hotelschließungen wegen der Corona-Pandemie im April und Mai machten sich allerdings bemerkbar. Die überwiegende Mehrheit der Mieten wurde in der Zeit zurückgestellt, teilte Aroundtown mit. Aufgrund der hohen Inlandsnachfrage erwartet der Vorstand aber, dass das Erholungspotenzial an den drei größten Standorten der Firma in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden hoch ist.  | mehr

Immobilien: LEG und TAG brechen Fusionsverhandlungen ab

Die Großfusion der beiden Immobilienkonzerne LEG und TAG ist geplatzt. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien einvernehmlich beendet worden, teilte LEG am späten Dienstagabend mit. Dies hätten die Vorstände beider Unternehmen beschlossen. Der Mitteilung zufolge konnte insbesondere keine Einigung über das mögliche Umtauschverhältnis der Aktien erzielt werden. Vor diesem Hintergrund würden beide Unternehmen den angestrebten Zusammenschluss nicht weiter verfolgen.  | mehr

LEG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
106,70
Differenz relativ
-0,98%
TAG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,16
Differenz relativ
-2,70%

Hugo Boss vor schwierigem zweiten Quartal

Hugo Boss NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26,65
Differenz relativ
+5,05%

Der durch die Corona-Pandemie in die Verlustzone geratene Modekonzern macht wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung. "Frühestens" ab dem dritten Quartal sei mit einer langsamen Erholung zu rechnen, kündigte der scheidende Konzernchef Mark Langer auf der virtuellen Hauptversammlung an. "Wir müssen uns auf ein sehr schwieriges zweites Quartal einstellen." Das gelte vor allem für das Geschäft in Europa und Amerika, das üblicherweise 85 Prozent der Gesamterlöse ausmacht und nun von Ladenschließungen betroffen ist. Langer hatte zuletzt für das zweite Quartal bereits eine Umsatzhalbierung angekündigt.

Hornbach bleibt zurückhaltend

Hornbach Holding: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
59,60
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+2,58%

Die Baumarkt-Gruppe Hornbach Holding blickt aufgrund der hohen Unsicherheiten durch die Corona-Krise weiter vorsichtig aufs laufende Geschäftsjahr. Obwohl das bis Ende Mai laufende erste Geschäftsquartal bei Umsatz und Ebit voraussichtlich deutlich über den Vorjahreswerten liegen dürfte, sieht das Management für die restlichen neun Monate erhebliche konjunkturelle Risiken.

Der Jahresumsatz soll demnach auf Vorjahresniveau liegen und das Ebit leicht unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2019/20. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahrs habe sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung trotz der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erfreulich krisenfest gezeigt, hieß es weiter.

LPKF verliert Großaktionär

LPKF Laser: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,20
Differenz relativ
-9,01%

Großaktionär Bantleon steigt bei dem Laser-Maschinenbauer aus. Jörg Bantleon und die zu seiner Gruppe gehörende German Technology AG wollen ihre rund sieben Millionen LPKF-Aktien, was einem Anteil von rund 28,6 Prozent an dem Unternehmen aus Garbsen bei Hannover entspricht, über den Kapitalmarkt veräußern. Laut LPKF haben dies German Technology AG und Jörg Bantleon, Eigentümer der Bantleon-Gruppe, dem Unternehmen mitgeteilt. Die Aktien sollen bei institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung platziert werden. Das Paket ist rund 160 Millionen Euro wert.

Die LPKF-Aktie hatte am Mittwoch auf diese ersten Verkaufspläne hin kräftig nachgegeben. Auf die konkrete Ankündigung, die Aktien zu platzieren, reagierte das Papier nachbörslich kaum.

Encavis übertrifft Erwartungen und bestätigt Prognose

Encavis: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12,22
Differenz relativ
-5,12%

Der Betreiber von Solarparks und Windkraftanlagen hat nach einem starken ersten Quartal die Prognose für das laufende Jahr bekräftigt. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr auf Basis des aktuellen Portfolios sowie unter normalen Wetterbedingungen auf mehr als 280 Millionen Euro steigen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. 2019 hatte Encavis knapp 274 Millionen Euro umgesetzt, dabei aber auch zum Teil von sehr viel Sonne und Wind profitiert. Beim Ebitda werde 2020 ein Wert von mehr als 220 Millionen Euro erwartet - nach wetterbereinigten 211 Millionen Euro im Vorjahr. Das im SDax notierte Encavis-Papier erreichte in dieser Woche ein Mehrjahreshoch.

Aumann erwartet ein anspruchsvolles Jahr

Aumann AG: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11,24
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+5,44%

Die Krise der weltweiten Autoindustrie wegen Corona hatte im abgelaufenene Quartal erstmals auch einen moderaten Einfluss auf den Spezialmaschinenbauer Aumann, der unter anderem Zulieferer für Elektromotoren ist. So fiel der Auftragseingang im Jahresvergleich um 8,2 Prozent auf 38,6 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei 48,1 Millionen Euro, wobei der Bereich E-Mobility um 11,8 Prozent auf 29,8 Millionen Euro zulegte, der Classic-Bereich hingegen um 55,1 Prozent sank.

Das Ebitda betrug 1,5 Millionen Euro, was einer Ebitda-Marge von 3,2 Prozent entspricht. Der Jahresauftakt zeige, dass 2020 für Aumann ein anspruchsvolles Jahr werde. Das Management sehe sich insgesamt aber in der Krise gut positioniert, hieß es weiter. Die Aktie ist im Prime Standard der Frankfurter Börse enthalten.

Renault-Nissan: Das wird schmerzhaft

Der französische Autobauer Renault und die japanischen Kraftfahrzeughersteller Nissan und Mitsubishi wollen ihre Allianz erneuern. Die Bekanntgabe sowie Details der Partnerschaft sollen am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt werden.
In ihrem ersten Bündnis unter Ex-Autoboss Carlos Ghosn hatten sich die drei Konzerne 2017 noch das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2022 der größte Automobilhersteller der Welt zu werden - jetzt geht es um das Überleben in der Corona-Krise. Es wird erwartet, dass sich die überarbeitete Allianz jeweils auf die Produktion eines bestimmten Fahrzeugtyps konzentrieren wird.  | mehr

Ryanair setzt auf zivilen Ungehorsam

Der Billigflieger Ryanair verzeichnete erste Erholungstendenzen und rechnet mit dem zivilen Ungehorsam der Kunden gegen die Quarantänebestimmungen der britischen Regierung. "Wir haben einen großen Anstieg der Buchungen auf unseren Flügen von Irland und Großbritannien nach Spanien, Portugal und Italien über das Wochenende, und das scheint sich diese Woche fortzusetzen", sagte Vorstandschef Michael O'Leary.

In der vergangenen Woche hatte die britische Regierung angekündigt, dass für alle Einreisenden ab dem 8. Juni eine 14-tägige Quarantäne gilt, da andere Nationen wie Italien und Spanien Pläne zur Lockerung ihrer Vorschriften erklärt hatten. O'Leary bezeichnete den Regierungsplan als "nicht durchsetzbar". Viele Kunden in Großbritannien würden die Regeln offenbar ignorieren.

Ralph Lauren rutscht in die roten Zahlen

Ralph Lauren: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
75,00
Differenz relativ
+11,62%

Der US-Modekonzern hat wegen geschlossener Geschäfte zur Eindämmung der Pandemie einen unerwartet großen Quartalsverlust verbucht. Der Nettoverlust betrug im vierten Geschäftsquartal 2019/20 (per Ende März) 249 Millionen Dollar, nach einem Gewinn von 31,6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoumsatz fiel um 15,4 Prozent auf 1,27 Milliarden Dollar, lag damit aber leicht über den Analystenschätzungen von 1,22 Milliarden Dollar.

Für das Geschäftsjahr 2020/21 rechnet der Konzern mit einem weiterhin stark beeinträchtigten Ergebnis. Obwohl nahezu die Hälfte der Geschäfte von Ralph Lauren in Nordamerika inzwischen wieder offen seien, dürfte sich die Nachfrage nach hochwertiger Mode nicht so schnell wieder erholen.

Amazon streamt weiter Fußball

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.179,00
Differenz relativ
-2,02%

Der Online-Riese Amazon hat sich bis zum Saisonende der Fußball-Bundesliga weitere Übertragungsrechte an insgesamt elf Spielen gesichert. Das Unternehmen teilte der Nachrichtenagentur SID mit, dass sieben Punktspiele und vier Relegationspartien auf Amazon Prime Video zu sehen sein werden. "Unsere Kunden waren von der Videoqualität und der Fokussierung auf das Spielgeschehen begeistert. Das bestärkt uns, unsere Übertragungen fortzusetzen", sagte Alexander Green, Geschäftsführer Sport bei Prime Video.

Twitter checkt Trump - und bekommt Ärger

Twitter: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
29,73
Differenz relativ
-2,09%

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat einen Tweet von US-Präsident Donald Trump erstmals einem Faktencheck unterworfen - und ihm prompt ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Trump schrieb am Dienstag (Ortszeit) auf Twitter, dass Briefwahl Wahlbetrug Vorschub leiste. Twitter versah den Tweet daraufhin mit einem Link mit dem Hinweis: "Erfahren Sie die Fakten über Briefwahl." Dieser Link führt zu einer Twitter-Seite, in der Trumps Behauptung als "unbegründet" zurückgewiesen wird. Twitter-Sprecher Nick Pacilio bestätigte, dass es der erste Twitter-Faktencheck eines Trump-Tweets war.  | mehr

Tesla senkt Preise

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
736,00
Differenz relativ
-1,58%

Der US-Elektroautopionier will die Preise für seine Elektrofahrzeuge in Nordamerika senken. Die Modell-S-Autos werden ab 79.990 Dollar und das Sport-Utility-Fahrzeug Modell X ab 84.990 Dollar erhältlich sein, während das billigste Modell 3 nun 37.990 Dollar kostet, wie es auf der Website von Tesla hieß. Mit den Preiskürzungen reagiert Tesla auf eine sinkende Nachfrage nach Autos in der Corona-Krise. Unklar ist jedoch, ab wann die Preisanpassungen in Kraft treten werden. Auch in China werde Tesla die Preise für die von ihm importierten Modelle S und X senken, jedoch die für das vor Ort hergestellte Modell-3-Auto unverändert lassen.

PharmaSGP plant Börsengang

Das Pharmaunternehmen PharmaSGP will noch 2020 an die Börse. Geplant ist eine Notierung der Aktien im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Nach Informationen von Bloomberg könnte das Unternehmen bei dem Börsengang mit rund 500 Millionen Euro bewertet werden. PharmaSGP ist ein Anbieter von Schmerzmitteln wie Rubaxx und Restaxil aus Gräfeling bei München. Mit dem Erlös wollen die verkaufenden Aktionäre in andere Projekte außerhalb des Unternehmens investieren.
Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 62,6 Millionen Euro um, wovon 35,8 Prozent als Ebit übrig blieben. Im ersten Quartal 2020 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut elf Prozent auf 16,7 Millionen Euro. Das Ebit legte um gut 13 Prozent auf 4,3 Millionen Euro zu.

rm

Tagestermine am Donnerstag, den 28. Mai

Firmen:
Knorr-Bremse: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Windeln.de: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Instone Real Estate: Q1-Zahlen (detailliert), 07:30 Uhr
Rocket Internet: Q1-Zahlen (detailliert), 08:00 Uhr
Homag AG: Hauptversammlung, 09:30 Uhr
Merck KGaA: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Deutsche Pfandbriefbank: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Eon: Hauptversammlung, 12:00 Uhr
Euwax: Hauptversammlung, 13:00 Uhr
Dürr AG: Hauptversammlung, 14:00 Uhr
Safran AG: Hauptversammlung, 14:00 Uhr
Costco Wholesale: Q3-Zahlen, 22:15 Uhr
Bertrandt: Q2-Zahlen
SAS: Q2-Zahlen
Salesforce: Q1-Zahlen
Dell Technologies: Q1-Zahlen

Konjunktur:
EU: Wirtschafts- und Industrievertrauen 05/20, 11:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 05/20 (endgültig), 11:00 Uhr
Deutschland: Verbrauchervertrauen 05/20, 14:00 Uhr
USA: BIP Q1/20 (2. Veröffentlichung), 14:30 Uhr
USA: Privater Konsum Q1/20 (2. Veröffentlichung) , 14:30 Uhr
USA: Auftragseingang langlebige Güter 04/20 (vorläufig), 14:30 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (wöchentlich), 14:30 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe 04/20, 16:00 Uhr
USA: EIA Energieministerium, Ölbericht (wöchentlich), 17:00 Uhr