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Hängepartie vor US-Notenbanksitzung Börsen ohne klare Richtung

Stand: 16.09.2020, 11:40 Uhr

So recht in Schwung kommen die Anleger am Mittwoch nicht. Nach eigentlich passablen Vorgaben aus Übersee kann sich der Dax vor einer Sitzung der US-Notenbank immerhin im Plus halten. Mit dem MDax-Unternehmen Grenke haben Investoren dennoch einen Aufreger.

Attacke gegen Grenke - BaFin ermittelt

Grenke : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,14
Differenz relativ
+7,25%

Die Aktien von Grenke Leasing kamen am Mittwoch schwer unter die Räder. Das MDax-Papier verlor dramatische 40 Prozent, nachdem es gestern schon um 19 Prozent abgesackt waren. Grund ist eine Leerverkaufs-Attacke des berüchtigten Shortsellers Viceroy. Dieser wirft der Firma unter anderem Geldwäsche vor. Grenke wies die Vorwürfe vehement zurück. Die Finanzaufsicht BaFin und die Bilanzkontrolleure der DPR schauen sich die Vorgänge bei Grenke genauer an. Viceroy gehört dem für umstrittene Börsengeschäfte bekannten Investor Fraser Perring, der in den vergangenen Jahren mit kritischen Analysen zu Wirecard, ProSiebenSat.1 oder Steinhoff für Aufsehen gesorgt hatte.  | mehr

Für den Dax sieht es nach guten Vorgaben von der Wall Street derzeit gar nicht schlecht aus, er hält sich zumindest leicht über dem Vortagesschluss. Auch die US-Futures deuten am Mittag auf eine festere Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag hin. Vor allem Technologieaktien an der Nasdaq könnten ihre Aufholjagd der vergangenen Handelstage fortsetzen.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.293,34
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+0,55%

Erst am Abend deutscher Zeit wird die US-Notenbank das Ergebnis ihrer heutigen Sitzung vorstellen. Die Fed wird an ihrem Corona-Krisenkurs voraussichtlich festhalten. Die Leitzinsspanne von 0,0 bis 0,25 Prozent und die anderen Maßnahmen sollten laut Ökonomen bestätigt werden. Mit Spannung erwartet werden Aussagen zur neuen Strategie der Fed. Zudem wird die Notenbank auch ihre neuen Prognosen veröffentlichen.

Euro wenig bewegt

Am Devisenmarkt hat sich die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar am Morgen auf Vortagsniveau gehalten. Der Euro notiert derzeit bei 1,1865 Dollar. Auch der Goldpreis ist am Mittwoch zunächst kaum bewegt. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls liegt bei 1.960 Dollar.

Öl wird teurer

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Aufschläge vom Vortag ausgebaut. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 41,13 US-Dollar. Das waren 60 Cent mehr als am Dienstag. Zuletzt wurden die Ölpreise durch mehrere Entwicklungen gestützt. Zum einen fielen Konjunkturdaten aus China und den USA überwiegend positiv aus, was Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung weckte. Dies würde die Rohölnachfrage stärken. Hinzu kam der etwas schwächere US-Dollar, der die Nachfrage aus Länder außerhalb des Dollarraums antrieb. Unterstützung kam zudem von neuen Lagerdaten aus den USA.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.900,20
Differenz relativ
-0,63%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
39,42
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+1,05%

Dax robbt sich vor

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.594,39
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+0,41%

Der Dax kann sich bis zum Mittag klarer in die Pluszone schieben. Größter Indexgewinner sind die Aktien der Deutschen Post nach guten Fedex-Zahlen. Auch SAP und Adidas gewinnen klar. Am Ende der Dax-Liste notieren die Papiere von FMC und MTU.

Delivery Hero stellt ein

Delivery Hero: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
93,70
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+4,51%

Der Essenslieferdienst Delivery Hero, seit drei Wochen im Deutschen Aktienindex vertreten, plant in seiner Konzernzentrale in Berlin einen deutlichen Mitarbeiteraufbau. "Berlin ist ein guter Platz für uns, hier bekommen wir viele hervorragende Talente, das ist wichtig. Wir haben rund 2.000 Mitarbeiter in Berlin, bis Ende kommenden Jahres werden es etwa 3.000 sein", sagte der Vorstandsvorsitzende von Delivery Hero, Niklas Östberg, der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe). Die Firma mit Sitz in der deutschen Hauptstadt ist weltweit in mehr als 40 Ländern tätig und hat insgesamt rund 25.000 Mitarbeiter.

Merck legt Übernahme-Pause ein

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGAA will nach den milliardenschweren Zukäufen im Halbleitergeschäft zunächst eine Pause einlegen. Bis 2022 liege der Fokus auf organischem Wachstum bei gleichzeitig "zügigem Schuldenabbau", teilte der Dax-Konzern am Mittwoch anlässlich seines Kapitalmarkttags in Darmstadt mit. Ab dem Jahr 2022 seien zwar größere Zukäufe nicht ausgeschlossen, "aber angesichts unseres starken Geschäftsportfolios ist es derzeit wahrscheinlicher, dass wir unsere Geschäfte dann eher gezielt durch vermehrte kleinere bis mittelgroße Übernahmen ergänzen", erklärte Konzernchef Stefan Oschmann.

Comdirect-Chefin wirft hin

Die Online-Bank Comdirect steht bald wieder führungslos da. Die bisherige Chefin der Commerzbank-Tochter, Frauke Hegemann, hat gekündigt. Die 44-Jährige werde "das Unternehmen nach der Verschmelzung auf die Commerzbank verlassen und eine neue berufliche Herausforderung annehmen", teilte Comdirect mit. Hegemann sollte im Zuge der Integration der Comdirect in den Frankfurter Mutterkonzern eigentlich Bereichsvorständin bei der Commerzbank werden. Hegemann ist seit April 2018 im Management der Comdirect und seit Anfang 2020 Vorstandsvorsitzende. Auch die Commerzbank sucht einen neuen Chef.

Zara-Konzern zieht wieder Kunden an

Der Textilhändler Inditex ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem die Zara-Mutter zum Start in das Geschäftsjahr erstmals seit vielen Jahren wegen der Pandemie und Rückstellungen für den Konzernumbau in die roten Zahlen gerutscht waren, entspannte sich die Situation bis Ende Juli wieder etwas. Unter dem Strich verdiente Inditex 214 Millionen Euro. Der Konzern, zu dem Marken wie Zara, Bershka und Pull & Bear gehören, hatte wegen der Pandemie zeitweise mehrere tausend Filialen schließen müssen. Die meisten Geschäfte sind inzwischen wieder geöffnet. Zum Handelsstart legt die Aktie über vier Prozent zu.

Neue Smartwatch von Apple

Apple hat eine neues Modell seiner Smartwatch vorgestellt, das auf zusätzliche Gesundheitsfunktionen setzt. So kann die Uhr etwa den Sauerstoffgehalt im Blut messen, wie der Konzern am Dienstag ankündigte. Das Betriebssystem ermöglicht demnach unter anderem eine automatische Erkennung des Händewaschens. Apple dürfte nicht zuletzt auf Nutzer abzielen, die in der Corona-Pandemie zunehmend zu Hause bleiben, etwa um von dort zu arbeiten. Daneben verpasst das Unternehmen seinem iPad-Basismodell einen schnelleren Chip. Die Apple-Aktie notierte in New York zwei Prozent höher.

FedEx im Corona-Boom

Der florierende Onlinehandel und Paketversand während der Corona-Pandemie haben dem US-Logistikriesen Fedex kräftige Geschäftszuwächse beschert. In den drei Monaten bis Ende August kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 13,5 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar, wie der Deutsche-Post-Konkurrent am Dienstag nach US-Börsenschluss in Memphis mitteilte. Der Nettogewinn legte von 745 Millionen auf 1,25 Milliarden Dollar zu. Damit wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen gut an, die Aktie legte nachbörslich zunächst stark zu.

GM lernt fliegen

Eine Reuters-Meldung über Pläne zum Einstieg in den Markt für Flugtaxis beflügelte General Motors (GM). Die Aktien des Autobauers stiegen um 1,3 Prozent. Insidern zufolge denkt der Konzern über den Bau elektrisch betriebener "Fliegender Autos" und über Kooperationen in diesem Bereich nach.

Snowflake-Börsengang: Sogar Buffett ist an Bord

Snowflake hat nach dem fulminantes Debüt an der Wall Street am Mittwoch heute konsolidiert. Die Aktie und verlor rund zehn Prozent auf 227,54 Dollar. Es ist der bislang größte US-Börsengang des Jahres. Der Einstandskurs lag gestern mit 245 Dollar schon um mehr als das Doppelte über dem Ausgabepreis von 120 Dollar. Mit einem Plus von 111 Prozent auf knapp 254 Dollar ging das Papier aus dem Handel. Der Höchstkurs des Debüt-Tages hatte bei 319 Dollar gelegen.

Am Montag hatte Snowflake noch angekündigt, 28 Millionen Papiere zwischen 100 und 110 Dollar verkaufen zu wollen. Bisher war Royalty Pharma der größte Börsengang des Jahres in den USA. Sogar Staranleger Warren Buffett mischte im großen Stil mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beim Börsengang mit.  | mehr

AB

Tagestermine am Mittwoch, den 23. September

Firmen:
Traton SE: Hauptversammlung, 10:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: GfK Verbrauchervertrauen 10/20, 10:00 Uhr
Deutschland: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 09:30 Uhr
Deutschland: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 09:30 Uhr
EU: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 10:00 Uhr
EU: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 10:00 Uhr
USA: FHFA Hauspreisindex 07/20, 15:00 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 15:45 Uhr
USA: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 15:45 Uhr