Marktbericht 20:10 Uhr

Dax steigt weiter Börse bleibt im Rekordfieber

Stand: 24.10.2013, 20:10 Uhr

Für die magische Marke von 9.000 Punkten hat es heute im Verlauf zwar nicht ganz gereicht, aber auf Basis der Schlusskurse steht der Dax aber so hoch wie nie zuvor. Kräftig geholfen hat dabei Autobauer Daimler.

Knapper geht es kaum. Mit seinem Tageshoch bei 8.987,04 Punkten lag der Dax nur gut einen halben Punkt unter dem bisherigen Allzeithoch von 8.987,63 Zählern. Mehr war heute nicht drin, trotz einer im Verlauf freundlichen Wall Street. Aktuell steigt der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent.

Zum Xetra-Schluss stand ein Tagesgewinn von 0,68 Prozent auf 8.960 Punkte auf der Anzeigetafel. Immerhin, auf Basis der Schlusskurse hat es der Dax damit zumindest geschafft, eine neue Bestmarke aufzustellen. Nachbörslich ging es leicht bergab, der L/E-Dax sank auf 8.976 Zähler. Auch der Euro setzte seine Klettertour fort und eroberte die Mrake von 1,38 Dollar. Insgesamt bleibt die Stimmung gut bei den Börsianern.

10.000 Punkte keine Utopie

Analyst Tobias Basse von der NordLB hält innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate sogar die Marke von 10.000 Punkten im Dax für möglich. Auch für seinen Kollegen Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co ist klar: "Die US-Notenbank Fed flutet die Märkte weiter mit Geld und die globale Konjunktur belebt sich, daher spricht vieles dafür, dass die Rally weitergeht."

In der Tat eilt der Dax seit Wochen schon von einem Hoch zum anderen. Seit Anfang September ist der Leitindex immerhin fast 800 Punkte gestiegen und seit Jahresbeginn um 17 Prozent. Keine schlechte Entwicklung wenn man bedenkt, dass zehnjährige Bundesanleihen, traditionell der größte Konkurrent der Aktien, wegen der anhaltend niedrigen Zinsen im Euro-Raum kaum mehr als zwei Prozent abwerfen. Glaubt man EZB-Präsident Mario Draghi, wird sich am Zinsniveau auch so schnell nichts ändern.

Zum perfekten Börsenglück fehlt jetzt nur noch, dass die Unternehmensgewinne die hohen Kurse rechtfertigen. Einen positiven Anfang dazu hat heute schon mal der Autobauer Daimler gemacht.

Daimler nach Zahlen so hoch wie zuletzt 2008

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,26
Differenz relativ
-2,35%

Die Quartalszahlen des Stuttgarter Autobauers sind an der Börse sehr positiv aufgenommen worden. Das Daimler-Papier schloss bei 60,32 auf Jahreshoch und so hoch wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr. Erstmals nach fünf Quartalen vermeldete der Autobauer wieder einen höheren Gewinn im Kerngeschäft. Die Aktie gehörte mit einem Aufschlag von 3,34 Prozent zu den größten Tagesgewinnern im Dax.

HeidelbergCement und K+S verlieren

Zu den Verlieren im Index gehörte die Aktie von HeidelbergCement nach einem negativen Analystenkommentar der Credit Suisse. Analyst Harry Goad senkte seine fundamentale Empfehlung auf "Underperform" von zuvor "Neutral" und das Kursziel von 58 auf 47 Euro. Die aktuelle Bewertung der Aktie spiegele mögliche Probleme im indonesischen Zementmarkt in den nächsten zwei Jahren noch nicht wider, schrieb der Experte. Auch K+S gaben nach, nachdem der kanadische Konkurrent Potash im Quartal einen Gewinn- und Umsatzeinbruch auswies und seine Prognose kürzte.

Celesio wird amerikanisch

Im MDax war die Celesio-Aktie der stärkste Wert, nachdem am Morgen bekannt wurde, dass der US-Pharmahändler McKesson für insgesamt 6,1 Milliarden Euro den Stuttgarter Rivalen übernehmen will. Der amerikanische Konzern werde den Celesio-Aktionären 23 Euro je Aktie bieten, teilten beide Unternehmen mit. Das Papier legte 5,41 Prozent zu und schloss bei 22,90 Euro knapp unter dem gebotenen Preis.

Krones-Aktie unter Druck

Dagegen blieben Krones-Aktien nach ihrem Quartalsausweis am MDax-Ende. Das dritte Quartal des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers sei zwar besser als erwartet ausgefallen, kommentierte DZ-Bank-Analyst Analyst Markus Turnwald. Die Unternehmensziele für 2014 lägen allerdings etwas unter seiner Erwartung.

Morphosys erhöht die Prognose

Nach Ende der Spätbörse erhöhte der Biotechkonzern seine Finanzprognose für das laufende Jahr. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet MorphoSys nun ein Ebit zwischen sieben und zehn Millionen Euro (nach bisher zwei bis sechs Millionen Euro bis 6 Millionen Euro) und Umsatzerlöse am oberen Ende des ursprünglich veröffentlichten Prognosebereichs von 74 Millionen Euro bis 78 Millionen Euro.

"Der Hauptgrund für die Prognoseanhebung liegt in der positiven Umsatzentwicklung und geringeren als ursprünglich veranschlagten Kosten für die Entwicklung des Krebsprogramms MOR202", erklärte das Unternehmen in einer Adhoc-Mitteilung. Die Aktie konnte nicht mehr reagieren, sie fiel 0,6 Prozent.

Dialog im Höhenflug

Ganz anders dagegen das Papier des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor aus dem TecDax. Die Aktie war Tagessieger im Technologieindex und gewann 4,97 Prozent auf 15,01 Euro. Grund für den Höhenflug: Dialog liefert die Energiemanagement- und Audio-Technik für das jüngst vorgestellte "Galaxy Trend 3"-Handy von Samsung.

Software AG überzeugt trotzdem

Kräftig bergauf ging es auch mit der Aktie der Software AG. Dabei hat der starke Euro und ein schrumpfendes Geschäft mit Datenbanken Deutschlands zweitgrößten Softwarehersteller Software AG im dritten Quartal einen Dämpfer versetzt. Zudem schlugen hohe Ausgaben für den Vertrieb auf den Gewinn durch. Die Darmstädter bekräftigten dennoch ihre Jahresprognose. Das kam gut an.

Adva Optical kommt unter die Räder

Deutlicher Tagesverlierer im TecDax war derweil Adva Optical. Über zwölf Prozent rauschte die Aktie des Netzwerkausrüsters in die Tiefe. Die Firma hat im dritten Quartal einen heftigen Gewinneinbruch erlitten, auf 2,3 Millionen Euro von 3,5 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Auch das Papier des Telekommunikationsanbieters QSC sackte deutlich ab, war aber zuvor sehr gut gelaufen.

Kontron kommt schlecht an

Verluste gab es im TecDax auch für die Kontron-Aktie. Der Kleincomputerhersteller hat im dritten Quartal sein Vorsteuerergebnis zwar leicht auf 1,4 Millionen Euro gesteigert, doch unter dem Strich schreibt das Unternehmen weiter rote Zahlen. Auch der Auftragseingang ist weiter rückläufig.

KWS Saat blüht 2014 etwas weniger

Im SDax sorgte KWS Saat für Enttäuschung. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 seine Umsätze zwar um 16,3 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro gesteigert. Auch das Betriebsergebnis verbesserte sich. Der Saatguthersteller will deshalb seine Dividende erneut anheben. Für das neue Geschäftsjahr 2013/14 ist KWS allerdings weniger optimistisch.

Gewinnwarnung bei Hawesko

Der Weinhändler hat wegen Verlusten seiner französischen Tochter Chateau Classic die Gewinnprognose gesenkt. Vor allem der Preisverfall bei teuren Bordeuax-Weinen hat sich negativ bemerkbar gemacht. Zwar werde der Umsatz im laufenden Jahr etwa vier bis fünf Prozent oberhalb des Vorjahresergebnisses von 449 Millionen Euro liegen, das Ebit aber zwischen 22 und 24 Millionen Euro nach 26,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die Aktie verlor im SDax knapp drei Prozent.

Impreglon legt kräftig zu

Der Beschichtungsspezialist hat im dritten Quartal seine Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Das Nettoergebnis stieg im Quartal auf 1,45 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Damit sieht sich Impreglon auf Kurs, die angestrebte Erhöhung des Umsatzes im Gesamtjahr von bisher 90 auf 120 Millionen Euro zu erreichen. Die Aktie legte 1,8 Prozent zu und setzte ihren Höhenflug damit nahtlos fort.

Crédit Suisse über Erwartungen

Die Flaute im Anleihengeschäft hat der Schweizer Großbank Crédit Suisse im dritten Quartal 2013 zu schaffen gemacht. Der Ertrag dieser Sparte brach im dritten Quartal um 42 Prozent auf 833 Millionen Franken ein. Dadurch sank das Vorsteuerergebnis der Bank auf 930 (Vorjahreszeitraum 1.192) Millionen Franken.

Künftig will sich die Bank auf die Vermögensverwaltung für Superreiche konzentrieren, das Investmentbanking soll hingegen weiter zurückgefahren werden. Die Aktie legte den Rückwärtsgang ein, war aber zuvor auf Jahreshoch gewesen.

3M erzielt Rekordumsatz

Der Mischkonzern aus dem Dow-Jones-Index hat im dritten Quartal mit 7,92 Milliarden Dollar eine neue Rekordmarke erreicht. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,78 Dollar, unter dem Strich blieben 1,23 Milliarden Dollar Überschuss. Die Zahlen lagen über den Markterwartungen.

Der Gewinnausblick wurde für das laufende Jahr konkretisiert auf 6,65 bis 6,75 Dollar je Aktie nach zuvor 6,60 bis 6,80 Dollar. Das Management äußerte sich sehr zufrieden, alle Bereiche hätten überzeugt. Das Aktienrückkaufprogramm wurde im Quartal ausgeweitet und soll fortgestzt werden. Die am Jahreshoch stehende Aktie liegt aktuell in New York leicht besser im Markt.

Colgate-Palmolive mit leichtem Gewinnanstieg

Mit dem Konsumgüterhersteller aus New York hat ein weiteres Schwergewicht aus dem Dow-Jones-Index seine Quartalszahlen veröffentlicht. Wegen hoher Werbeausgaben stieg der Gewinn nur leicht auf 656 Millionen Dollar, der Umsatz legte allerdings wegen guter Geschäfte in Lateinamerika um 1,5 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zu. Im Gesamtjahr soll der Gewinnzuwachs zwischen 4,5 und 5,5 Prozent betragen. Die Aktie, die zuerst schwächer eröffnete, hat ihre Verluste mittlerweile eingegrenzt und verliert knapp ein halbes Prozent.

Ford sieht Fortschritte in Europa

Der amerikanische Autobauer blickt wieder optimistischer auf das krisengeschüttelte europäische Geschäft. Der Verlust werde 2013 unter dem des Vorjahres liegen, bisher war das Management davon ausgegangen, den bei 1,8 Milliarden Dollar liegenden Vorsteuerverlust zu erreichen.

Auf Konzernebene sank der Gewinn im dritten Quartal wegen Sonderkosten für Sanierungsmaßnahmen zwar um 22 Prozent auf 1,27 Milliarden Dollar, bereinigt lag das Ergebnis aber über den Analystenerwartungen. Der Umsatz stieg dabei um zwölf Prozent auf 36 Milliarden Dollar. Die Aktie liegt in New York deutlich im Plus.

Dow Chemical unter Erwartungen

Der US-Chemiekonzern und BASF-Konkurrent hat beim Gewinn zwar deutlich zugelegt, die Erwartungen aber verfehlt. Ausgewiesen wurde ein Ergebnis von 594 Millionen Dollar nach 497 Millionen Dollar im Vorjahr. Bereinigt waren dies 0,50 Cents je Aktie, Analysten hatten 0,54 Cents prognostiziert. Vor allem höhere Kosten für Rohmaterialien wurden als Begründung genannt. Die Aktie verliert knapp zwei Prozent.

rm

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Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
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Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr