Marktbericht 20:20 Uhr

Nach Janet Yellens Ansprache Beruhigungspillen für die Börse

Stand: 29.03.2016, 20:20 Uhr

Die Anleger können sich erst einmal etwas entspannen. Schnelle Zinserhöhungen dürfte es in Amerika erst einmal nicht geben. Das stützt die Märkte.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die mit Spannung erwartete Rede zur Geldpolitik von Fed-Chefin Janet Yellen gibt am Abend keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Verschärfung der US-Zinspolitik. Das sorgt für Beruhigung an der Wall Street, ohne dass es dabei zu größeren Volatilitäten kommt. Der Leitindex Dow Jones dreht ins Plus und auch der L/E-Dax schließt moderat höher als der Xetra-Dax bei 9.905 Punkten.

Bisher hat sich der Dax wegen der Unsicherheiten, wie es mit dem Zinskurs der Fed weitergeht, nicht so recht entscheiden können, wohin die Reise geht. Die Marke von 10.000 Punkten wurde zwar angekratzt, aber nicht wirklich genommen. Nun wird klarer, dass größeres Störfeuer von der Fed jedenfalls nicht zu erwarten ist.

Leichte Gewinne

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 20.15 Uhr

Der heutige Tag war zumindest am Nachmittag meist nur Positionsschieberei, am Ende setzten sich dann die Bullen knapp durch. Händler klagten allerdings über die extrem dünnen Umsätze. Viele Anleger seien aus den Osterferien noch nicht wieder zurück.

Am Ende legte der Dax leicht um 0,37 Prozent zu und schloss bei 9.887 Punkten. Ein morgendlicher Versuch, nach oben zu entwischen, wurde schnell wieder beendet. Das Tageshoch lag bei 9.947 Zählern, das Tagestief bei 9.808 Zählern.

Dow dreht ins Plus

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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26.743,50
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+0,32%

Der US-Leitindex Dow Jones baut derzeit seine Gewinne aus und steht mit einem Plus von 0,44 Prozent am Tagesoch bei 17.622 Punkten. Im frühen Handel war der Leitindex wegen schwacher Ölpreise bis auf 17 434 Punkte abgesackt. Der marktbreite S&P-500-Index gewann zuletzt 0,50 Prozent auf 2047 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 stieg um 1,21 Prozent auf 4451 Zähler.

Euro legt kräftig zu

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Der Euro tendiert zum Leidwesen der Euro-Exporteure nach Yellens Ansprache fest bei 1,1280 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,1194 (Donnerstag: 1,1154) US-Dollar fest. Auch solide US-Konjunkturdaten vom Hausmarkt (veröffentlicht wurde der Case-Shiller-Index) und dem Verbrauchervertrauen sorgten zuvor nicht für eine Trendwende. Die Gemeinschaftswährung rutschte danach nur leicht unter die Marke von 1,12 Euro, ehe Yellen für den Umsschwung sorgte.

Fundamental gab es Rückenwind für die Gemeinschaftswährung. Denn in der Euro-Zone ist die Kreditvergabe im Februar im Jahresvergleich um 0,9 Prozent gestiegen. Das ist so viel wie seit Ende 2011 nicht mehr, wie die EZB mitteilte.

Genau diesen Effekt will Mario Draghi mit seiner ultraexpansiven Geldpolitik erreichen. Wenn die Banken endlich mehr Kredite geben bedeutet das mehr Investitionen und Konsum und damit verbunden sinkende Deflationsgefahren, so das Kalkül. Allerdings macht der EZB wegen eines viel zu hohen Angebots auf dem Weltmarkt vor allem der fallende Ölpreis schwer zu schaffen. Aktuell hat sich er Preis für das schwarze Gold nach einer zunächst schwachen Tagestendenz aber wieder gefangen. Öl der Nordseesorte Brent, das zwischenzeitlich unter die Marke von 40 Dollar je Fass fiel, erholte sich dann aber über 42 Dollar.

Warmer Regen für Eon

Der Versorger kann nach einer Einigung mit dem russischen Energieriesen Gazprom mit einer kräftigen Finanzspritze rechnen. Die Eon-Tochter Uniper und Gazprom hätten sich schneller als erwartet auf neue Preiskonditionen für langfristige Gaslieferverträge geeinigt, teilte der Konzern heute mit. Deswegen könnten Rückstellungen teilweise aufgelöst werden und es entstehe "ein positiver Einmal-Effekt".

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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8,99
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Bei Eon werde das Ebitda voraussichtlich bei 6,4 bis 6,9 statt der zuvor prognostizierten 6,0 bis 6,5 Milliarden Euro liegen, hieß es. Für den "nachhaltigen Konzernüberschuss" liege die erwartete Spanne nun bei 1,5 bis 1,9 Milliarden statt 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro. Allerdings muss die Hauptversammlung im Juni der Abspaltung von Uniper, in der das klassische Energiegeschäft mit fossilen Brennstoffen betrieben werden soll, noch zustimmen. Eon-Aktien legten zunächst zu, fielen dann aber wieder zurück.

VW im Blick

Unter den Einzelwerten fielen bei insgesamt ruhigem Geschäft Volkswagen negativ auf. Die Vorzugsaktie war hinter der Deutschen Bank zweitgrößter Dax-Verlierer. Die VW-Aktionäre müssen mit einem Ausfall der Dividende auf ihre Aktien rechnen, berichtet dpa. Es stehe noch nichts endgültig fest, "aber es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Nachrichtenagentur. Beste Aktie im Dax war der Wohnungsbaukonzern Vonovia, der 2,43 Prozent zulegte. Auch Papiere der Fresenius-Familie waren gefragt.

SAP schüttet mehr aus

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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104,10
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+2,42%

Europas größter Softwarehersteller SAP hebt seine Dividende für 2015 an. Der Walldorfer Konzern schüttet 1,15 Euro je Aktie aus. Das sind 0,05 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Damit stemmt sich SAP gegen den Gewinnrückgang um knapp sieben Prozent auf 3,06 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

K+S wartet auf Regen

Der Kali-Produzent stoppt die Produktion an den Standorten Hattorf und Unterbreizbach ab dem 1. April. Wegen zu geringer Niederschläge führt die Werra zu wenig Wasser, K+S darf daher nur weniger Salzabwasser in den Fluss leiten. Betroffen sind knapp 1.000 Mitarbeiter.

Wann die Produktion wieder aufgenommen werde, hänge vom Regen ab, sagte ein K+S-Sprecher. "Wir hoffen auf stärkere Niederschläge." Wie hoch die Ausfälle seien, ließe sich derzeit noch nicht beziffern. Die Börse ließ K+S im Regen stehen, das erst jüngst aus dem Dax rausgefallene Papier war mit eihnem Minus von 2,91 Prozent schwächster MDax-Wert.

Wincor-Aktionäre haben noch mehr Zeit

Die verbliebenen Wincor-Nixdorf-Aktionäre können ihre Aktien noch bis zum 12. April dem US-Konzern Diebold anzudienen. Dies teilten die Amerikaner am Dienstag mit. 68,9 Prozent der Anleger hatten Diebold ihre Aktien bis zum Ende der ersten Annahmefrist vor einer Woche angedient, so dass zusammen mit den selbst gehaltenen Wincor-Aktien die erforderliche Mehrheit von 75 Prozent knapp übertroffen wurde. Das Diebold-Angebot ist rund 1,7 Milliarden Euro schwer.

SMA Solar an der TecDax-Spitze

Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten morgigen Bilanzpressekonferenz legten SMA Solar 3,92 Prozent zu und waren damit bester Wert im deutschen Technologieindex. Allerdings hatte die Aktie seit Jahresbeginn auch mehr als 17 Prozent verloren, so dass nur ein kleiner Teil der Verluste aufgeholt werden konnte.

SLM wächst stark

Die Aktie des 3D-Druckspezialisten SLM Solutions gehörte ebenfalls zu den größten Gewinnern im TecDax. Grund waren positiv aufgenommene Jahreszahlen des Unternehmens, dass den Umsatz deutlich erhöhte und dabei nach Verlusten im Vorjahr nunmehr schwarze Zahlen schreibt.

BB Biotech mit Aktiensplit

Die Aktie der Schweizer Biotech-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech notierte deutlich niedriger als noch vergangenen Donnerstag. Grund war ein Aktiensplit im Verhältnis eins zu fünf. Das bedeutet, Aktionäre haben für eine alte Aktie fünf neue erhalten. Der Kurs des ehemaligen TecDax-Mitglieds hat sich dementsprechend in etwa gefünftelt.

Yahoo schreitet voran

Die angeschlagene Internet-Firma Yahoo hat laut dem "Wall Street Journal" eine Frist bis zum 11. April für Gebote für den Kauf seines Internet-Geschäfts gesetzt. Interessenten sollten bis dahin unter anderem Einzelheiten zur Finanzierung und den benötigten Genehmigungsverfahren vorlegen. Die Frist deute darauf hin, dass der Verkauf bis Juni oder Juli abgeschlossen werden könnte, schrieb die Finanzzeitung weiter.

3M will wieder Gas geben

Der Mischkonzern aus dem Leitindex Dow Jones will nach einem enttäuschenden Jahr 2015 wieder zulegen. In den Jahren 2016 bis 2020 soll der Umsatz in Landeswährung organisch um zwei bis fünf Prozent, der Gewinn je Aktie um acht bis elf Prozent wachsen. Die Rendite auf das investierte Kapital soll bei 20 Prozent liegen.

Dies erklärte Firmenchef Inge Thulin im Vorfeld des heutigen Investorentages am Firmensitz in St. Paul (Minnesota). In diesem Jahr soll der Gewinn je Aktie von 7,58 auf 8,10 bis 8,45 Euro je Aktie steigen. 3M stellt Klebstoffe, Folien und anderes Zubehör her, unter anderem für die Auto- und Elektroindustrie. Bei uns sind vor allem die gelben Post-it-Zettel sowie die Scotch-Brite-Spülschwämme bekannt.

Es geht auch ohne Apple

Der Sicherheitsstreit zwischen Apple und den US-Behörden ist zu Ende. Diese wollten den Konzern dazu zwingen, die Sicherung eines iPhone eines terroristischen Attentäters zu knacken. Apple hatte dies abgelehnt. Den Ermittlern sei es nun gelungen, an die Daten auf dem Telefon zu kommen, Unterstützung von Apple werde nicht mehr gebraucht, hieß es in Gerichtsunterlagen. Wie es gelungen ist, bleibt unklar.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen