Banken-Blues im Dax

Stand: 13.10.2011, 20:10 Uhr

Die Unsicherheit über Finanzspritzen an das europäische Bankensystem ließ am Donnerstag vor allem die Kurse der Branchenvertreter fallen. Immerhin gab das "Ja" der Slowakei zum erweiterten Euro-Rettungsschirm am Abend noch ein wenig Auftrieb.

Vor allem der Euro fing sich im Abendhandel in Frankfurt. Die Gemeinschaftswährung machte gegenüber dem US-Dollar mehr als einen Cents gut und stand kurz vor der Marke von 1,38 Dollar. Am Nachmittag hatte das slowakische Parlament, in einer zweiten Abstimmung doch noch seine Zustimmung zur Erweiterung des EFSF gegeben, der nun mit höheren Garantien seine Arbeit aufnehmen kann.

Late-Dax leicht erholt

Die schwelende Diskussion über "staatlich verordnete" Finanzspritzen für europäische Banken sorgte am Aktienmarkt aber für Verunsicherung. Auch im späten Parketthandel konnte sich der "Late-Dax" nicht aus der Verlustzone bewegen, legte aber ein paar Punkte zu.

Ackermann wehrt sich

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,85
Differenz relativ
-0,09%

Bankpapiere waren die größten Verlierer im Dax. Gegen den Vorschlag der EU-Kommission, nach dem die Institute ihr Kapital deutlich stärken sollten, um einen Kollaps in der Branche zu vermeiden, wehrte sich vor allem Deutsche Bank-Chef Ackermann scharf. "Die Deutsche Bank wird alles tun, dass sie auch diesmal kein Staatsgeld braucht", sagte er am Donnerstag.

JP Morgan enttäuscht die Börse

Auch Quartalszahlen der US-Bank JP Morgan trugen nicht zu einer besseren Stimmung für den Finanzsektor bei. Das Institut konnte zwar in Sachen Gewinne fast mit dem Vorjahresergebnis von 4,4 Milliarden Dollar Schritt halten. Dies war allerdings nur durch eine Neubewertung der Verbindlichkeiten möglich. Das Investmentbanking geriet durch die Schuldenkrise unter Druck.

Versorger und Versicherer unter Druck

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
186,66
Differenz relativ
+0,19%

Die Allianz-Aktie beendete den Donnerstagshandel ebenfalls deutlich im Minus. Eine Mitteilung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), nach der die Bonitätsnoten vor allem der deutschen Lebensversicherer in Gefahr sind, sorgte hier für Verdruss. Versorgerpapiere von RWE und Eon litten unter einem negativen Analystenkommentar der Citigroup

Heidelcement im Sog von Cemex

Eine der wenigen Aktien im Plus war die von Heidelcement. Das Papier reagierte allerdings lediglich auf einen rapiden Kursanstieg beim mexikanischen Konkurrenten Cemex vom Vorabend. Fundamentale Neuigkeiten konnten Beobachter hier nicht ausmachen.

Volkswagen verkauft mehr Brummis

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,74
Differenz relativ
+2,26%

VW-Vorzüge konnten sich besser als der Gesamtmarkt halten. Im Nutzfahrzeugebereich konnte der Volkswagenkonzern gute Absatzzahlen präsentieren. Um 25 Prozent stieg der Verkauf in den ersten neun Monaten des Jahres, so das Unternehmen am Mittag, 390.000 Lieferwagen, Vans und Transporter wurden ausgeliefert.

GSW-Aktien klettern nach Aktionärs-Abschied

Spitzenwert im MDax war allerdings die Aktie des Immobilienunternehmens. Diese hatte zunächst allerdings unter der Nachricht gelitten, das der Finanzinvestor Cerberus, Goldman Sachs und die von der US-Investmentbank verwalteten Whitehall-Immobilienfonds die Hälfte ihrer Aktien am Berliner Unternehmen GSW versilbert. Die drei Investoren erlösten 20,25 Euro je GSW-Aktie - insgesamt 166 Millionen Euro.

Fraport: Mehr Passagiere, weniger Fracht

Im MDax kämpft sich die Fraport-Aktie leicht ins Plus. Der Flughafenbetreiber hat einen Passagierrekord in Frankfurt aufgestellt, wo im September 5,3 Millionen Fluggäste abgefertigt wurden. Das Frachtaufkommen sank allerdings um fünf Prozent auf 180.500 Tonnen.

Neuer Hoffnungsträger für Singulus

Die neueste Mitteilung des Spezialmaschinenherstellers Singulus kam gut bei Investoren an. Das Unternehmen hat ein neue Prozessanlage zur Vakuumbeschichtung von CIGS/CIS-Dünnschicht-Solarzellen vorgestellt und gleichzeitig den ersten Verkauf eines solchen Modells gemeldet.

Tom Tailor groß in Mode

Der Modekonzern hat seinen Umsatz im so genannten Retail-Segment im dritten Quartal um 46,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Aktie des SDax-Unternehmens kletterte um mehr als zehn Prozent.

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