Marktbericht 20:08 Uhr

Marktbericht neutral
Video

Börsen im Minus Anlegern vergeht die Kauflaune

Stand: 12.06.2019, 20:08 Uhr

Und täglich grüßt… "Twitter-König" Donald Trump. Am Mittwoch hat der US-Präsident die Hoffnungen auf eine Beilegung des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits gedämpft. Prompt war es vorbei mit der kleinen Börsen-Rally.

Mal hü, mal hott. Donald Trump bestimmt derzeit das Wohl und Wehe der Börsen. Nachdem er letzte Woche noch Spekulationen über eine Annäherung mit China angefacht und die Börsen beflügelt hatte, droht er China nun wieder und zieht die Aktienmärkte nach unten. "Wir hatten einen Deal mit China, und sie sind zurückgewichen", sagte Trump in Washington. "Wir hatten einen Deal, und wenn sie nicht wieder zurückkommen zu diesem Deal, dann habe ich kein Interesse", fuhr Trump fort. China brauche ein Abkommen. "Ich bin es, der einen Deal aufhält", betonte Trump.

Federal Reserve Bank (FED) in der Zinsspirale
Video

boerse vor acht vom 12.06.2019: Vertrauen in die Fed ist ein hohes Gut

Treffen sich Trump und Xi beim G20-Gipfel?

Der US-Präsident will mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping beim G20-Gipfel am 28. und 29. Juni in Osaka in Japan reden. Ein bilaterales Treffen ist jedoch bisher nicht bestätigt. Trump hatte am Vortag erklärt, wenn Xi nicht komme, dann werde er Zölle in Höhe von 25 Prozent auf weitere Warenimporte im Wert von 300 Milliarden Dollar erlassen. Damit wären dann alle Importe aus China in die USA von Sonderzöllen betroffen.

ARD-Börsenstudio: Klaus-Rainer Jackisch Audio

Börse 16.00 Uhr: Trump-Twitterei verunsichert Anleger

Dax auf dem Rückzug

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.308,53
Differenz relativ
-0,19%

Anleger zeigten sich irritiert - und machten nach den kräftigen Kursgewinnen seit Anfang Juni erst mal Kasse. Der Dax schloss 0,3 Prozent tiefer, behauptete sich aber bei über 12.100 Punkten. Bis zum G20-Gipfel Ende Juni dürfte die Hängepartie an den Börsen nun weitergehen.

Wall Street schwächelt

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.503,76
Differenz relativ
+0,14%

Ähnlich kraftlos präsentierte sich die Wall Street kamen keine Impulse. Der Dow kam nicht voran und lag zwei Stunden vor Handelsschluss 0,2 Prozent im Minus. Gestern war die sechstägige Gewinnserie gerissen. Der marktbreite S&P 500 gab ebenfalls leicht um 0,1 Prozent nach. Deutlicher im Minus mit 0,4 Prozent stand die Tech-Börse Nasdaq 100.

Chancen für Zinssenkung in den USA steigen

Die anhaltende Zinsfantasie verhinderte noch größere Verluste. Die neuesten US-Inflationsdaten dürften die Spekulationen auf sinkende Zinsen weiter anheizen, meint Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba. Die Verbraucherpreise legten im Mai um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu und damit nicht so stark wie erwartet. Experten hatten mit 1,9 Prozent gerechnet, nach einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent im April. Für die am kommenden Mittwoch anstehende Fed-Sitzung wird keine Zinsveränderung, aber eine Weichenstellung für den weiteren geldpolitischen Kurs erwartet.

Jetzt mischt sich auch noch Trump ein

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.358,16
Differenz relativ
-0,15%

Die Fed steht zunehmend unter politischem Druck. Auf Twitter kritisierte US-Präsident Trump die Zinsen in den USA als zu hoch und warf der Notenbank vor, sie habe keine Ahnung. "Zwar führen sinkende Zinsen zu steigenden Aktienkursen", sagte Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Brokerhaus DailyFX. "Doch die Anfechtung der Unabhängigkeit der Notenbank wiegt schwerer und zieht Aktien und den Dollar nach unten, beflügelt dabei sichere Häfen wie zum Beispiel Gold." Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1.335 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Euro zu billig?

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1236
Differenz relativ
+0,06%

Der Euro hielt sich bei über 1,13 Dollar.  Die EU-Kommission wies Kritik von US-Präsident Trump an einer angeblichen Abwertung des Euro zurück. Dieser Begriff passe nicht, sagte Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel. Die Zinspolitik der Zentralbanken trage zwar zu den Kursen bei, aber: "Am Ende des Tages wird der Wechselkurs von den Marktteilnehmern bestimmt." Trump hatte auf Twitter auf die vielen Touristen in Europa verwiesen und dies auf den starken Dollar zurückgeführt: "Dies liegt daran, dass der Euro und andere Währungen gegenüber dem Dollar abgewertet werden, was die USA stark benachteiligt", schrieb der US-Präsident.

Ölpreise fallen wieder

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
61,81
Differenz relativ
-0,34%

Am Ölmarkt ging es am Mittwoch wieder bergab. Ein Fass sowohl der Nordseesorte Brent als auch der US-Leichtölsorte WTI kostete über drei Prozent weniger. Der überraschende Anstieg der US-Lagerbestände drückte die Preise. Außerdem senkte die US-Energiebehörde EIA ihre Prognose für den weltweiten Rohöl-Bedarf.

Defensive Aktien ganz vorne

Die Anleger setzten eher auf defensive Aktien. Im Dax standen Henkel und Beiersdorf an der Spitze. Die Titel von Beiersdorf kletterten auf ein neues Rekordhoch. Auch die T-Aktie war gefragt. Die teure 5G-Auktion zog allerdings nach Xetra-Schluss die T-Aktie ins Minus.

Im Gegenzug nahmen sie bei Adidas Gewinne mit, nachdem die Aktie zuvor von Rekord zu Rekord geeilt war. Auch die Papiere der Deutschen Bank gehörten zu den größten Tagesverlierern.

KKR bietet 63 Euro je Springer-Aktie

Der Medienkonzern Axel Springer hat wegen einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung und der Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich seine Prognosen gesenkt. Beim Jahresumsatz geht der Konzern nun von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Zudem will Springer wie erwartet den US-Finanzinvestor KKR an Bord holen. Dieser bietet den Springer-Aktionären 63 Euro pro Aktie - ein Plus von 31,5 Prozent auf den Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Die Springer-Aktien schießen um rund 12 Prozent in die Höhe.  | mehr

Zentrale der Axel Springer SE Audio

Börse 9.30 Uhr: Axel Springer hebt ab

Absatzdämpfer für VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
145,36
Differenz relativ
+1,42%

Volkswagen bekommt bei den Auslieferungen seiner Kernmarke VW Pkw weiter die schwächelnden Märkte in China und Europa zu spüren. "Der Mai war für Volkswagen bei den Auslieferungen ein Monat voller Licht und Schatten", sagte Markenvertriebschef Jürgen Stackmann am Mittwoch in Wolfsburg. Weltweit verkaufte VW im vergangenen Monat 512.100 Autos - gut fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Daimler verkauft im Mai weniger Autos

Der Autobauer Daimler hat weiter keinen guten Lauf beim Verkauf neuer Autos. Von der Stammmarke Mercedes-Benz verkauften die Stuttgarter im Mai weltweit 195.690 Wagen und damit 1,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Besonders schmerzlich ist ein leichter Rückgang im wichtigsten Einzelmarkt China, den das Plus in Deutschland und Europa nicht wettmachen konnte. Im Jahresverlauf steht Mercedes nach fünf Monaten bei 938.499 verkauften Autos. Das sind 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Verdi-Vorwürfe gegen Fresenius in den USA

Internationale Gewerkschaftsverbände und Verdi werfen dem Medizinkonzern Fresenius vor, in den USA Gewerkschaften systematisch zu unterdrücken. In Dialysekliniken der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) in Kalifornien seien Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden, wenn sie sich gewerkschaftlich organisieren wollten, sagten Vertreter von den Dachverbänden PSI und UNI Global Union. Sie werfen FMC auch vor, in Stellenanzeigen nach Personalmanagern zu suchen, zu deren Aufgabe die "Vermeidung von Gewerkschaften" zähle. Fresenius wies den Vorwurf, Gewerkschaften zu unterdrücken, "entschieden" zurück.

Schwarzer Tag für die Aurubis-Aktie

Europas größte Kupferhütte Aurubis hat nach einem fehlgeschlagenen Investitionsprojekt seinen Vorstandschef entlassen. Der Aufsichtsrat habe einstimmig beschlossen, Jürgen Schachler mit sofortiger Wirkung freizustellen, teilte der Hamburger Konzern am Nachmittag mit. Die bisher angefallenen Investitionskosten des Projektes werden Aurubis zufolge das Ergebnis des dritten Quartals mit rund 30 Millionen Euro belasten. Die Aktien von Aurubis sackten um knapp ein Prozent ab. Aurubis hatte bereits im April wegen fortgesetzter Produktionsstillstände die Gewinnprognose gesenkt.  | mehr

ProSiebenSat.1 postet bei Facebook

Im Kampf um junge Nutzer verbündet sich ProSiebenSat.1 mit seinem Angstgegner Facebook. Im Rahmen einer umfangreichen Kooperation werde der deutsche Fernsehkonzern die Videoplattform Facebook Watch mit Videoclips von Sendungen wie "Germany's next Topmodel" und "Galileo" beliefern, teilten die Partner mit. Facebook kündigte an, den Dienst global mit Kooperationen auszubauen. Die von ProSiebenSat.1 angekündigte eigene Videoplattform, die Angebote mehrerer deutscher Sender bündeln soll, startet am kommenden Dienstag.

Auf der Hauptversammlung üben die Aktionäre indes harte Kritik am Vorstand der TV-Senderkette. Den Börsenwert zu halbieren und dann die Vorstandsgehälter um 60 Prozent zu steigern, erscheine wie "der blanke Wahnsinn", monierte Elisa Haralampides von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (Sdk). Drei Millionen Euro Antrittsprämie für den vor einem Jahr gekommenen Vorstandschef Max Conze seien angesichts des heutigen Zustands der Firma "nicht nachvollziehbar".

Varta stemmt Kapitalerhöhung

Der Batteriehersteller Varta hat bei einer Kapitalerhöhung rund 104 Millionen Euro eingesammelt. Über Nacht seien 2,2 Millionen neue Aktien zu je 46,70 Euro bei internationalen Investoren untergebracht worden, teilte Varta mit. Die Platzierung der neuen Aktien erfolgte ohne Abschlag gegenüber dem Xetra-Schlusskurs des Vortages. Mit dem frischen Geld will der Batteriehersteller seine Produktionskapazitäten erhöhen.

Zara zieht Online-Shopper an

Bei der Zara-Mutter Inditex zahlt sich die Online-Expansion aus. Im ersten Quartal konnte die Modekette ihren Umsatz in allen Regionen und über alle Konzernmarken hinweg steigern. Die Erlöse kletterten um fünf Prozent auf ein Rekordwert von 5,92 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 15 Prozent auf 980 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 734 Millionen Euro. Obwohl das schlechte Wetter die Nachfrage in der zweiten Quartalshälfte bremste, hält das Management an seiner Jahresprognose fest. Demnach soll das Umsatzwachstum auf vergleichbarer Fläche vier bis sechs Prozent erreichen.

Dassault plant Milliardenzukauf

Der französische Technologiekonzern will sich einem Medienbericht zufolge mit einer amerikanischen Medizinsoftware-Firma verstärken. Dassault steht kurz vor dem Kauf der Medidata Solutions, meldete CNBC unter Berufung auf Insider. Medidata wäre für Dessault der dritte Zukauf in diesem Jahr. Die Aktien von Medidata Solutions verlieren dennoch.

Spannungen zwischen Renault und Nissan

Bei der Renault-Hauptversammlung am Mittwoch in Paris wird sich Konzernchef Jean-Dominique Senard viele kritische Fragen der Aktionäre anhören müssen. Denn nicht nur die geplatzte Fusion mit dem Konkurrenten Fiat Chrysler lastet auf dem französischen Autobauer. Das rund 20-jährige Bündnis mit dem japanischen Hersteller Nissan steht auf der Kippe. Seit der Festnahme des früheren Renault-Chefs Carlos Ghosn in Japan im November haben sich die Beziehungen verschlechtert. Als Folge der "Ghosn-Krise" will Nissan die Unternehmensführung neu ordnen - Renault hat gegen die Pläne aber Einspruch eingelegt.

Fusion von T-Mobile US und Sprint wackelt immer mehr

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
66,96
Differenz relativ
+1,93%

Die geplante Fusion von T-Mobile US und Sprint wackelt. Zehn Generalstaatsanwaltschaften in den USA haben am Dienstag Klage gegen den Zusammenschluss der beiden Konzerne eingereicht. "Die Fusion von T-Mobile und Sprint würde nicht nur landesweit irreparablen Schaden für Mobilfunkkunden anrichten, in dem der Zugang zu günstigen Drahtlosdiensten für Millionen Amerikaner abgeschnitten wird", sagte die Generalstaatsanwältin von New York. Er würde auch besonders Menschen mit niedrigen Einkommen und Minderheiten treffen.

T-Mobile US und ihr Konkurrent Sprint haben für ihren Fusionsplan die Unterstützung der Branchenaufsicht FCC signalisiert bekommen, aber noch kein grünes Licht vom US-Justizministerium. Telekom-Chef Tim Höttges glaubt nach wie vor an den Deal und argumentiert mit Synergien in Milliardenhöhe. Eine Fusion der beiden Konzerne war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert.  | mehr

T-Mobile und Sprint-Läden in New York Audio

Börse 8.00 Uhr: Wackelt die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint?

Tesla-Chef Musk prognostiziert Rekordquartal

Der Elektroautobauer Tesla zeigt sich für das laufende Quartal optimistisch. Bei der Hauptversammlung am Dienstag sagte Vorstandschef Elon Musk, dass er mit Rekordauslieferungen rechne. Zudem sei das Unternehmen auf dem Weg, sein Produktionsziel bis Jahresende zu erreichen. Die Tesla-Aktie legt um rund vier Prozent zu. Für das zweite Quartal 2019 erwartet Tesla die Auslieferungen von 90.000 bis 100.000 Elektroautos, im ersten Quartal waren sie um fast ein Drittel auf knapp 63.000 Stück eingebrochen.  | mehr

Tesla-Chef Elon Musk Audio

Börse 6.00 Uhr: Tesla-Aktie auf Erholungskurs

nb

Tagestermine am Donnerstag, den 20. Juni

Unternehmen:
Hellofresh: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
ADO Properties: Hauptversammlung, 12:00 Uhr
Qiagen: Investorentag in New York

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan
EU: EZB-Wirtschaftsbericht, 10:00 Uhr
Großbritannien: BoE Zinsentscheid, 13:00 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q1/19, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 6/19, 14:30 Uhr Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 6/19, 16:00 Uhr
USA: Frühindikator 5/19, 16:00 Uhr

Sonstiges:
EU: Gipfel der EU Staats- und Regierungschefs zum Thema Personal und Strategie
Deutschland: Fronleichnam, teilweise Feiertag in Deutschland, Börse geöffnet.