Anleger tanzen "Zahlen-Flamenco"

von Notker Blechner

Stand: 12.05.2010, 20:07 Uhr

Die Erholung des Dax geht weiter. Eine regelrechte Quartalszahlen-Flut mit vielen positiven Überraschungen hievte das Börsenbarometer kräftig nach oben. Besonders die Dax-Schwergewichte Telekom und Allianz glänzten. Zur guten Stimmung an der Börse trug auch Spanien bei.

Die Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Zapatero will vor allem durch massive Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst 15 Milliarden Euro einsparen. Das versetzte die Anleger in einen (Aktien-)Kaufrausch. Der Dax sprang um rund 2,5 Prozent auf 6.183 Punkten nach oben. Zeitweise wurde gar die 6.200-Punkte-Marke übersprungen. Im späten Parketthandel ging es weiter aufwärts. Dank der anziehenden Kurse an der Wall Street schloss der L-Dax bei 6.195 Zählern. Damit hat der Dax die gesamten Kursverluste der vergangenen Woche mehr als wettgemacht.

Nicht einmal das höher als erwartete Außenhandelsbilanzdefizit der USA konnte die gute Stimmung trüben. Das Defizit kletterte im März auf 40,42 Milliarden Dollar - trotz eines starken Exportgeschäfts. Experten hatten lediglich mit 40,1 Milliarden Dollar gerechnet.

Euro bleibt schwach

Die schlechten Nachrichten aus den USA und die guten Nachrichten aus Spanien konnten dem Euro nur kurze Zeit helfen. Am Abend notierte die europäische Leitwährung wieder tiefer bei 1,2630 Dollar. Profiteur der Euro-Krise war der Goldpreis. Er kletterte am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch von zeitweise 1.245 Dollar pro Feinunze (31,10 Gramm). Der Ölpreis hingegen sank nach den neuesten US-Lagerdaten um fast zwei Prozent auf 75,10 Dollar.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone konnte im ersten Quartal wieder leicht wachsen - um 0,2 Prozent. Analysten befürchten aber, dass die umfassenden Sparmaßnahmen gegen die hohe Verschuldung das Wachstum in Europa abwürgen. So hält Griechenland die Märkte weiter in Atem. Am Mittwoch gab es die erste Finanzspritze für Griechenland. Der IWF überwies 5,5 Milliarden Euro nach Athen. Trotzdem oder gerade deswegen hat der Euro nichts an Attraktivität bei anderen europäischen Ländern verloren. Am Mittwoch feierte Estland die Entscheidung der EU-Kommission, den baltischen Staat als 17. Mitglied der Eurozone ab 2011 aufzunehmen. "Es gibt keine Warteschlange, um den Euro zu verlassen, sondern eine Warteschlange hin zum Euro", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Zahlen-Flut mit positiven Überraschungen

Die Anleger richteten vor dem verlängerten Himmelfahrts-Wochenende ihre Blicke wieder verstärkt auf Unternehmenszahlen. Und durften sich freuen. Die meisten Zahlen fielen besser aus als erwartet. Von den fünf Dax-Konzernen, die ihre Bilanz präsentierten, enttäuschte nur Salzgitter. Solange die Unternehmen gute bis stabile Zahlen liefern, werde auch weiter Geld in den Aktienmarkt fließen, meinte ein Händler.

Allianz mit Milliardengewinn
Vor allem das Dax-Schwergericht Allianz überraschte mit seinen Zahlen. Trotz hoher Belastungen aus Naturkatastrophen konnte der Versicherungskonzern einen Überschuss von 1,6 Milliarden Euro einfahren - dank guter Ergebnisse in der Lebens- und Krankenversicherung sowie in der Vermögensverwaltung. Im Vorjahreszeitraum hatte es nur einen Mini-Gewinn von 29 Millionen Euro gegeben. Die Allianz-Aktie legte fast 3,5 Prozent zu.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Telekom spart sich schwarz
Zu den Dax-Gewinnern zählte auch die T-Aktie mit einem Plus von knapp drei Prozent. Der Telekom gelang es im ersten Quartal, dank massiver Einsparungen wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Unterm Strich verdienten die Bonner 767 Millionen Euro und damit mehr als erwartet. Vor einem Jahr hatte der Magenta-Konzern noch einen Verlust von 1,12 Milliarden Euro gemacht. Der Umsatz konnte bei 15,81 Milliarden Euro stabilisiert werden. Während in Deutschland das Mobilfunkgeschäft stark anzog, blieb die US-Tochter das Sorgenkind.

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RWE baut auf Biblis
Solide waren ebenfalls die Zahlen von RWE. Der Versorger konnte vor allem beim operativen Ergebnis überzeugen. Das Betriebsergebnis kletterte um 14 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs weniger stark um etwa fünf Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. RWE bekräftigte zudem die Jahresprognose und kündigte an, dass der Gewinnbringer, das Atomkraftwerk Biblis A, länger bis Herbst 2011 laufen solle. Deutschlands ältestes AKW sollte eigentlich 2010 vom Netz gehen. Die RWE-Aktie stieg um 2,5 Prozent.

Stahlkonzerne kommen in Schwung
Aus der Stahlbranche meldeten sich ThyssenKrupp und Salzgitter zu Wort. ThyssenKrupp setzte seinen Erholungskurs fort und überraschte mit einem unerwartet hohen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBT) auf 191 Millionen Euro im zweiten Quartal 2009/10. Unterm Strich gab's einen Gewinn von 234 Millionen Euro - nach einem Verlust von 362 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die ThyssenKrupp-Aktie legte leicht zu.

Die Salzgitter-Bilanz kam dagegen bei den Aktionären nicht so gut an: Zwar konnte der Stahlbauer den Verlust vor Steuern auf 17,1 Millionen Euro reduzieren, aber der Ausblick fiel überraschend verhalten aus. Statt eines Vorsteuergewinns in zweistelliger Millionenhöhe peilt Salzgitter nun nur noch ein ausgeglichenes Ergebnis an. Börsianer sahen darin eine verkappte Gewinnwarnung, die Aktie war neben K+S einziger Dax-Verlierer.

MAN-Aktie ganz oben
Größter Dax-Gewinner war die MAN-Aktie mit einem Plus von fast sechs Prozent. Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen zeigte sich zuversichtlich, bald Sparerfolge durch die geplante Kooperation mit Scania erzielen zu können. Außerdem kündigte er schwarze Zahlen von MAN Nutzfahrzeuge für dieses Jahr an.

Dicht hinter MAN folgte Metro auf der Dax-Gewinnerliste mit einem Plus von fast fünf Prozent. Die Anleger ließen sich von der Kauflust von Metro-Chef Eckhard Cordes anstecken. Er hat sich nach der jüngsten Hauptversammlung mit Tausenden Metro-Aktien eingedeckt und 300.000 Euro dafür gezahlt.

SAP vor Milliarden-Coup?
Am Abend machten Gerüchte über einen Milliarden-Deal von SAP die Runde. Angeblich will der Software-Konzern laut einem Medienbericht sechs Milliarden Dollar für den US-Rivalen Sybase hinblättern. Die Sybase-Aktien schossen rund 50 Prozent in die Höhe.

Fresenius wird zur KGaA
Ebenfalls am Abend gaben die Aktionäre grünes Licht für die Änderung der Rechtsform von Fresenius. Auf der Hauptversammlung stimmten sie mit klarer Mehrheit für die Umwandlung des Gesundheitskonzerns von einer europäischen Aktiengesellschaft SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).

Zahlenflut im MDax
Auch im MDax prasselte am Mittwoch eine Fülle von Zahlen ein. So gab Rational einen Gewinnanstieg von zwölf Prozent auf 12,4 Millionen Euro bekannt. Der Umsatz stagnierte bei 72.,6 Millionen Euro. Vorstandschef Günter Blaschke sprach aber nach dem Umsatzrückgang im vergangenen Jahr von einer "Trendwende". Die Rational-Aktien gewannen rund sechs Prozent.

Der Generikahersteller Stada vermeldete 17 Prozent mehr Gewinn und fünf Prozent mehr Umsatz. Die Aktie sprang um knapp fünf Prozent nach oben.

Ähnlich stark gefragt war die Aktie der Tui. Nach dem Krisenjahr 2009 spürt der Konzern eine Erholung im Tourismusgeschäft und in der Containerschifffahrt. Der bereinigte operative Konzernverlust (Ebita) konnte um mehr als die Hälfte auf 242 Millionen Euro verringert werden.

KlöCo warnt
Einen leichten Umsatzrückgang von vier Prozent meldete der Stahlhändler Klöckner&Co. Beim operativen Ergebnis kehrte KlöCo wieder in die grüne Zone zurück und schaffte ein Plus von zwei Millionen Euro. Für 2010 hob der Stahlhändler die Umsatzprognose leicht an und peilt schwarze Zahlen an. Allerdings sei der Aufschwung noch nicht nachhaltig, warnte Vorstandschef Gisbert Rühl. Die reale Nachfrage bleibe noch relativ niedrig. Er befürchtet, dass die Stahlhersteller die gestiegenen Kosten nicht weitergeben könnten. Prompt fiel die MDax-Aktie um drei Prozent und zählte zu den wenigen MDax-Verlierern.

Bei Sky wird's immer schlimmer
Die rote Laterne im MDax fiel an Sky mit einem Minus von vier Prozent. Der Pay-TV-Sender hat im ersten Quartal noch mehr Verluste gemacht als vor einem Jahr. Der Verlust weitete sich auf 97 Millionen Euro aus, der Quartalsumsatz erhöhte sich nur ganz leicht auf 234,7 Millionen Euro. Sky verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Zudem konnte der Sender im ersten Quartal kaum neue Abonnenten anlocken.

Licht und Schatten bei Immobilienfirmen
Zahlreiche Immobilienfirmen präsentierten ihre Bilanzen. Von ihnen konnten allerdings nur IVG überzeugen. Die Aktie zog um fast sieben Prozent an. Der Büroimmobilien-Spezialist konnte im ersten Quartal eine Reihe unliebsamer Objekte abstoßen und so in die Gewinnzone zurückkehren. Gagfah, Colonia Real Estate und TAG Immobilien schafften ebenfalls die Wende und erreichten wieder schwarze Zahlen. Sorgen macht aber der hohe Wohnungsleerstand bei Gagfah und Colonia. Besser hält sich TAG Immobilien mit einer vergleichsweise niedrigen Leerstandsquote von 5,5 Prozent. Die Aktien von TAG und Gagfah stiegen um rund ein Prozent, die Titel von Colonia notierten unverändert.

Maschinenbauer zwischen hü und hott
Zahlen gab's ebenfalls aus der Maschinenbau-Branche: Der Maschinenbaukonzern Bauer hat sowohl bei Umsatz und Ergebnis Einbußen verbucht. Während die Erlöse um ein Drittel auf 261 Millionen Euro zurück gingen, meldete der Konzern einen Nettoverlust von 4,4 Millionen Euro, nach einem Gewinn von elf Millionen vor einem Jahr. Dagegen legte Wacker Neuson aus dem SDax bei Umsatz und Ergebnis zu. Der Umsatz erreichte 150,3 Millionen Euro, das Ebitda 3,7 Millionen. Vor einem Jahr hatte Wacker Neuson noch einen Verlust von 12,3 Millionen Euro gemacht. Die Aktien von Wacker Neuson und Bauer stiegen.

Erfreuliches aus dem SDax
Größter SDax-Gewinner mit einem Plus von zehn Prozent waren die Aktien von Jungheinrich. Der Gabelstaplerhersteller hat im ersten Quartal trotz schrumpfender Umsätze wieder ein positives operatives Ergebnis von 12 Millionen Euro erzielt. Angesicht steigender Auftragslage rechnet Jungheinrich damit, dass sich der Umsatz in diesem Jahr wieder erholt.

SKW Stahl Metallurgie profitierte von der Erholung der Stahlbranche. Der Zulieferer konnte seinen Gewinn deutlich erhöhen - von 0,1 Millionen auf 1,8 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 68 Prozent auf 83,8 Millionen Euro. Für 2010 und 2011 zeigte sich der Stahlzulieferer zuversichtlich. Die Aktie schnellte um acht Prozent nach oben und war zweitgrößter SDax-Gewinner.

Überzeugend fielen auch die Zahlen von H&R Wasag aus. Der Spezialchemiekonzern beendete das erste Quartal mit einem Ergebnissprung von mehr als einem Drittel auf 24,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg noch kräftiger um 59 Prozent auf 254 Millionen Euro. Hier machte sich der gestiegene Ölpreis positiv bemerkbar. Die Aktien von H&R Wasag stiegen um vier Prozent.

VBH leidet in Osteuropa

Wenig berauschend waren dagegen die Zahlen von VBH. Der Beschlagehändler rutschte noch tiefer in die roten Zahlen - vor allem wegen Osteuropa. Der operative Verlust (Ebit) weitete sich um mehr als das Dreifache auf 4,5 Millionen Euro aus. Der Umsatz sank um knapp drei Prozent. Trotz des schwachen Jahresauftakts rechnet VBH mit einem leicht steigenden Umsatz 2010. Die Aktie notierte fast unverändert.

Evotec: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bechtle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Viele Gewinner im TecDax
Last but not least gab's auch im TecDax Anlass zur Freude. Die Biotech-Firma Evotec schaffte es, dank deutlicher Kosteinsparungen den Verlust auf 1,2 Millionen Euro zu senken. Der Umsatz stieg um rund ein Fünftel. Die Aktie machte einen Freudensprung von fast sieben Prozent auf über zwei Euro.

Einen kräftigen Satz nach oben machte auch Bechtle. Die Aktien des IT-Dienstleisters gewannen fast sechs Prozent auf über 23 Euro. Der Überschuss schnellte im ersten Quartal um 75 Prozent auf 7,6 Millionen Euro hoch.

Solarworld macht Kurspflege
Für Solarworld schien am Mittwoch endlich mal wieder die Sonne: Der angekündigte Rückkauf eigener Aktien beflügelte den Kurs. Er legte um sechs Prozent auf 9,63 Euro zu. Zuletzt war die Aktie stark unter Druck geraten und hatte ein neues Jahrestief markiert.

Land in Sicht scheint auch bei Conergy. Dank des anhaltenden Solarbooms konnten die Hamburger mit einem Ergebnis von 0,3 Millionen Euro wieder die Gewinnschwelle erreichen, unter dem Strich blieb aber noch ein Minus von fünf Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 165 Prozent auf 150,3 Millionen Euro. Für 2010 strebt Conergy ein Ergebnis im niedrigenzweistelligen Millionenbereich an. Die Conergy-Aktien verteuerten sich um rund drei Prozent auf 80 Cent.

Zwiespältige Zahlen

Für Drillisch begann das Jahr ebenfalls vielversprechend. Der Umsatz kletterte auf 84,6 Millionen, das operative Ergebnis stieg um ein Fünftel auf 21,0 Millionen Euro. Die Aktie verbesserte sich um fast vier Prozent.

Nur geringe Kursgewinne gab's hingegen bei Carl Zeiss Meditec und Nordex. Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec präsentierte ein leicht gestiegenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 39,3 Millionen Euro. Der Umsatz ging leicht auf 321 Millionen Euro zurück. Eine unerwartet starke Auftragsflaute führte beim Windanlagenbauer Nordex zu deutlichen Umsatzeinbußen auf 151 Millionen Euro. Der Auftragseingang brach auf 71,1 Millionen Euro ein. Operativ konnte Nordex aber noch ein positives Ergebnis von 0,4 Millionen Euro erwirtschaften. Im April habe das Geschäft wieder angezogen, beruhigte der Windanlagenbauer die Anleger.

Zu den wenigen TecDax-Verlierern zählte United Internet. Händler werteten die Zahlen als gemischt. Während der Umsatz etwas besser als erwartet gewesen sei, sei der Gewinn etwas schwächer ausgefallen als prognostiziert. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal um 13 Prozent auf 463 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen nur um acht Prozent auf 90,3 Millionen Euro.

Solarfirmen streuen Zuversicht

Außerhalb des TecDax fielen zwei Solarwerte auf: Sunways legte um rund neun Prozent zu, Solon um rund sechs Prozent. Der Solarzellenhersteller Sunways schaffte die Rückkehr in die Gewinnzone mit einem Überschuss von gut zwei Millionen Euro. Solon halbierte seinen Verlust auf 8,2 Millionen Euro - dank einer kräftigen Umsatzsteigerung von 38,3 auf 88,8 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird ein ausgeglichenes operatives Ergebnis angestrebt.

Intershop kommt Machtkampf teuer zu stehen
Einen Kurssprung von rund fünf Prozent verzeichneten auch Zapf Creation, Masterflex und Intershop. Der Internetkonzern Intershop verbesserte seinen Nettoumsatz um ein Fünftel und sprach vom besten ersten Quartal seit 2002. Der Machtkampf zwischen Aktionären und Aufsichtsrat schmälerte allerdings den Gewinn. Wegen 400.000 Euro hoher Kosten für die Hauptversammlung blieb unterm Strich nur ein Gewinn von 77.000 Euro übrig. Der Puppenhersteller Zapf Creation steigerte seinen Umsatz auf 11,9 Millionen Euro. Der Verlust halbierte sich auf 2,4 Millionen Euro. Der Schlauchspezialist Masterflex stagnierte beim Umsatz, legte aber beim Ebit deutlich zu.

Asian Bamboo hat Umsatz und Gewinn im ersten Quartal kräftig gesteigert - um rund sechs Prozent. Angesichts der guten Entwicklung hob das chinesische Unternehmen seine Jahresprognose an. Die Aktie stieg um rund drei Prozent. Noch stärker nach oben ging es mit der Aktie von BDI Biodiesel. Sie machte einen Sprung von fast zehn Prozent auf 18,50 Euro, den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Der Umsatz erhöhte sich um 50 Prozent, das Ergebnis auf 1,1 Millionen Euro.

Erfolgreiche Mega-Börsengänge in Polen und Korea

Im Ausland sorgte eine polnische Firma namens PZU für Furore. Der mit Abstand größte Versicherungskonzern des Landes feierte den größten europäischen Börsengang dieses Jahres. Und der war ein echter Erfolg! Die Aktie kletterte um über zwölf Prozent über den Ausgabepreis.

Auch dem Lebensversicherer Samnsung Life glückte der Börsengang. Der Kurs lag um fast vier Prozent über dem Gebotspreis. Es war der größte Börsengang uin der Geschichte Südkoreas.

Milliardengewinn europäischer Finanzinstitute

Gute Zahlen gab es aus der europäischen Finanzwelt. Die französische Großbank Crédit Agricole verdiente im ersten Quartal 949 Millionen Euro - doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der niederländische ING-Konzern überraschte gar mit einem Milliardengewinn. Nach zuletzt tiefroten Zahlen schaffte ING einen Überschuss von 1,3 Milliarden Euro - mehr als erwartet. Die ING-Aktie legte um zeitweise bis zu acht Prozent zu.

Ermittlungen auch gegen Morgan Stanley?

In den USA droht derweil Morgan Stanley neuer Ärger. Laut einem Medienbericht untersuchen Ermittler, ob die Großbank Investoren mit Hypotheken-Derivaten ähnlich wie angeblich Goldman Sachs in die Irre geführt habe. Händler sagten aus, dass die Bank ihren Kunden CDOs verkauft haben soll und gleichzeitig auf einen Kursverfall der Papiere wettete. Morgan Stanley würde eine Klage wegen Betrugs drohen. Die Bank wies die Pressespekulationen zurück. Die Aktien standen unter Druck.

Google sagt Apple den Kampf an

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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164,19
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Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Und ein anderer US-Konzern muss sich warm anziehen: Apple. Der Software-Gigant Google plant angeblich einen Angriff auf Apple. Zusammen mit Verizon arbeitet Google an einem eigenen Tablet-PC, der Apples iPad Konkurrenz machen soll. Zudem reichte HTC eine Klage gegen Apple wegen Patentverletzung beim iPhone und iPad ein.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 18. Juli

Unternehmen:
NovartisVW: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Cassiopea: Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Software: Q2-Zahlen, 7 Uhr
ASML: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Akzo Nobel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Ericsson: Q2-Zahlen, 8 Uhr
Easyjet: Q3-Zahlen, 8 Uhr
Morgan Stanley: Q2-Zahlen, 13 Uhr
Abott Laboratories: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
American Express: Q2-Zahlen, 22 Uhr
Alcoa: Q2-Zahlen, 22:05 Uhr
Ebay: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
IBM: Q2-Zahlen, 22:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Verbraucherpreise (endgültig), 06/18, 11 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen 06/18, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung im Juni, 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index Juli, 16:00 Uhr
USA: Rede von Fed-Chef Powell vor dem Bankenausschuss des Senats, 16:00 Uhr