Marktbericht 20:00 Uhr

Dax gewinnt 200 Punkte Anleger starten Montagsrally

Stand: 20.04.2015, 20:00 Uhr

Trotz kräftiger Kursgewinne in Europa und den USA sind sich Experten noch nicht sicher, ob es von nun an wieder aufwärts geht. Zu tief sitzt der Schock der vergangenen Woche.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent auf 11.891,91 Punkten. Der Dow Jones lag am Abend rund 1,2 Prozent im Plus. Der Late Dax stieg um 2 Prozent auf 11.891,29 Punkte. Der EuroStoxx50 legte um 1,2 Prozent auf 3.718,04 Punkte zu, nachdem der Leitindex der Eurozone in der vergangenen Woche 3,7 Prozent eingebüßt hatte.

In Paris beendete der Cac-40-Index den Montag mit plus 0,9 Prozent auf 5.187,59 Zählern. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,8 Prozent auf 7.052,13 Punkte nach oben. Trotzdem bleiben Marktbeobachter und Experten spürbar zurückhaltend. Und die Investoren offenbar auch, denn die Umsätze waren gerade mal etwas mehr als halb so hoch wie am Freitag, als die Kurse purzelten.

Schnäppchenjäger greifen zu

Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel sprach lediglich von einer Gegenreaktion, nachdem der deutsche Leitindex am Freitag wegen Sorgen um eine Staatspleite Griechenlands kräftig zurückgefallen war. In der Vorwoche hatte der Dax insgesamt mehr als fünf Prozent eingebüßt.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
12.374,66
Differenz relativ
+0,19%

Laut Andreas Paciorek von CMC Markets griffen Schnäppchenjäger bei Kursen von unter 12.000 Punkten zu. "Dennoch ist der heutige Anstieg mit Vorsicht zu betrachten, mehr als fünf Prozent Kursverluste in nur einer Handelswoche bleiben nicht ohne Neben- und folglich auch Nachwirkungen, meint der Fachmann.

Chinas Geldpolitik besiegt den Montagsblues

"Die Anleger profitieren vor allem von positiven Signalen der chinesischen Notenbank", schreibt Christian Henke von IG Markets. Die chinesischen Geschäftsbanken müssen künftig weniger Geld bei der People's Bank of China vorhalten und haben somit mehr Spielraum für die Vergabe neuer Kredite - möglicherweise kann so das chinesische Wachstum angekurbelt werden.

ARD-Börsenstudio: Mischa Erhard
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Börse 19.00 Uhr

Diese Maßnahme beschleunige eine gefährliche Entwicklung in China, kommentiert Jens Klatt von DailyFX. "Dort hat sich der Aktienmarkt innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt und wird duch bevorstehende gelpdolitische Lockerungen der chinesischen Notenbank noch heißer laufen", lautet seine Einschätzung.

Heißgelaufen ist der Dax nach Ansicht von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer noch nicht. Krämer äußerte sich heute positiv über die mittelfristigen Gewinnchancen im Dax: Die Bewertung liege zwar etwas über dem langjährigen Durchschnitt, dies sei aber noch nicht problematisch.

Anleger greifen zu BASF

An der Dax-Spitze stand die BASF-Aktie. Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel von 96 auf 101 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Aktien europäischer Chemieunternehmen seien zwar mittlerweile hoch bewertet. Hoffnung auf weiteres Gewinnwachstum und damit auf zusätzliche Kursanstiege bestehe bei BASF, K+S, Solvay, Clariant und Victrex.

Autobauer: Neue Modelle für China

Die deutschen Autobauer wollen ihren Verkauf in China mit mehr Gelände- und Kompaktwagen aus lokalen Fabriken ankurbeln. Bei Daimler und BMW sollen künftig mehr Geländelimousinen vor Ort gebaut werden, wie Unternehmensvertreter zur Eröffnung der internationalen Automesse in Shanghai ankündigten. Ist die Auto-Party in China vorbei?

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
54,74
Differenz relativ
-2,48%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
79,00
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-5,39%

Volkswagen hängt im Minus fest

In der vergangenen Woche war es vor allem der Konflikt an der Führungsspitze, der die Aktie des VW-Konzerns belastete. Nun haben Sorgen um das wichtige Geschäft in China die Vorzüge von Volkswagen (VW) ans Dax-Ende gedrückt. Händler und Analysten stellen im ganzen Bündel von Unsicherheitsfaktoren insbesondere auf schlechte Nachrichten von der Automesse in Shanghai ab, die besonders stark die Stimmung eingetrübt hätten.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
150,48
Differenz relativ
-1,61%

Das Geschäft des Marktführers ist demnach im ersten Quartal in China gerade mal um zwei Prozent zum Vorjahr gewachsen, wobei die Marke Volkswagen sogar ein Minus aufweist. VW-China-Vorstand Jochem Heizmann räumte ein, dass die passenden Produkte fehlten. VW will mit billigen SUVs und Kombis seine akute China-Schwäche überwinden.

Deutsche Bank: Es geht "nur" um die Postbank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,38
Differenz relativ
-0,61%

Der deutsche Branchenprimus will sich bei seinem großangelegten Umbau Finanzkreisen zufolge nur vorn der Postbank und nicht vom gesamten Privatkundengeschäft trennen. Das zeichnet sich laut Insidern nach den jüngsten Beratungen im Vorstand ab. Der Deutschen Bank drohen durch die Trennung von der Postbank allerdings Milliardenabschreibungen.

Lufthansa: Anwälte fordern hohen Schadenersatz

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,85
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-5,21%

Die Diskussion über Schadenersatz für die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe ist eröffnet. Der Rechtsanwalt Elmar Giemulla, der nach eigenen Angaben die Familien von mehr als 20 Absturzopfern vertritt, sagte am Sonntag zu dpa, er plane den Gang vor ein US-Gericht, falls die Lufthansa den Angehörigen nicht genug entgegenkomme.

Salzgitter nach Kaufempfehlung gefragt

Im MDax gehörte die Salzgitter-Aktie zu den größten Kursgewinnern. Die britische Investmentbank HSBC hat den Stahl-Titel von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 25,10 auf 37,00 Euro angehoben. Eine Branchenstudie lobte die Restrukturierung des Stahlkonzerns. Die Weichen für eine Trendwende der Gewinnentwicklung im kommenden Jahr seien gestellt.

HSBC empfiehlt Osram zu kaufen

Die britische Investmentbank HSBC hat die Einstufung für Osram nach Zahlen für das zweite Geschäftsquartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 51 Euro belassen. Der Lichtkonzern habe die Erwartungen das zweite Mal in Folge übertroffen, schrieb Analyst Michael Hagmann.

Elliott heiß auf Kabel Deutschland

Der Hedgefonds Elliott setzt im Kampf um mehr Geld bei Kabel Deutschland auf Sonderprüfer. Elliott habe beim Landgericht München neue Prüfungen sowie die gerichtliche Bestellung zweier Sonderprüfer beantragt, teilte der US-Finanzinvestor mit. Gegenstand der neue Untersuchung solle eine vertiefte Prüfung der Umstände der Übernahme durch Vodafone sein.

Der Konzern hatte den Kabelnetzbetreiber im Herbst 2013 für 10,7 Milliarden Euro inklusive Schulden geschluckt. Die Briten zahlten 84,53 Euro je Aktie. Ein Sonderprüfer hielt dagegen einen Wert von 104 Euro für angemessen. Elliott bezifferte den Wert zuletzt auf 225 Euro bis 275 Euro je Titel.

Sartorius-Aktie nach Gewinnschub auf Rekordhoch

Im TecDax kletterte die Sartorius-Aktie auf ein neues Rekordhoch (139,80 Euro). Der Laborausrüster hat im ersten Quartal dank eines starken Geschäfts mit der Pharmaindustrie deutlich mehr Gewinn gemacht. Das operative Ergebnis (Ebitda) erhöhte sich binnen Jahresfrist um knapp 49 Prozent auf 57,5 Millionen Euro. Unterm Strich verdreifachte sich der Gewinn auf 55,4 Millionen Euro.

Nordex: Anleger jubeln über Pakistan-Deal

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,11
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+1,00%

Die im TecDax notierte Gesellschaft Nordex meldet zwei neue Aufträge zur schlüsselfertigen Errichtung von Windparks mit einer Spitzenleistung von zusammen 100 Megawatt in Pakistan. Dazu wird Nordex 40 Turbinen liefern und später zehn Jahre lang die Wartung übernehmen. Bei Windkraftanlagen an Land rechnen Branchenexperten je installiertem Megawatt mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro.

Carl Zeiss Meditec präsentiert Zahlen

Beim Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 4 Prozent auf rund 61 Millionen Euro. Grund für den Rückgang seien höhere Forschungs- und Entwicklungskosten in der Augenheilkunde gewesen, ohne die das Ebit um rund 5 Prozent gestiegen wäre. Netto schlugen Währungssicherungsgeschäfte (Hedging) negativ zu Buche. Der Gewinn je Aktie sei dadurch um fast ein Viertel auf 0,37 Euro gesunken. Der Umsatz stieg hingegen um rund 8 Prozent auf 498 Millionen Euro.

BVB: Anleger feiern Neu-Trainer Tuchel

Im SDax zählte die Aktie von Borussia Dortmund nach der Verpflichtung von Thomas Tuchel als neuen Cheftrainer zeitweise zu den größten Kursgewinnern. "Damit gelang es dem BVB-Management, innerhalb kürzester Zeit den Wunschkandidaten für die Nachfolge von Jürgen Klopp zu verpflichten", kommentierte Analyst Thorsten Renner von GSC Research.

L'Oreal profitiert von Euroschwäche

Der schwächere Euro kurbelt die Geschäfte des weltgrößten Kosmetikherstellers L'Oreal an. Im vergangenen Quartal profitierte er zudem von einer großen Nachfrage nach Luxusgütern wie Parfüms der Marke Yves Saint Laurent. Der Konzernumsatz stieg um gut 14 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis betrug das Plus vier Prozent.

Tabula rasa in belgischer Telekombranche

Der niederländische Telefonprimus KPN hat belgische Mobilfunk-Sparte Base verkauft. Für knapp 1,33 Milliarden Euro geht dieses Geschäft an den belgischen Konkurrenten Telenet. Telenet bietet bislang vor allem Festnetzzugänge an und gehört zu über der Hälfte dem Kabelkonzern Liberty Global. Aktien des belgischen Mobilfunkers Mobistar brechen daraufhin um bis zu 18 Prozent ein.

GE will Kredit- und Leasing-Portfolio loswerden

Der Siemens -Konkurrent General Electric (GE) verhandelt nach Reuters-Informationen mit der US-Bank Wells Fargo über den Verkauf seines gesamten gewerblichen Kredit- und Leasing-Portfolios in den USA (CLL). Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, es sei allerdings möglich, dass GE Gespräche mit weiteren Interessenten aufnehme. Das Portfolio umfasst Geschäfte über insgesamt 74 Milliarden Dollar. GE denke auch über einen stückweisen Verkauf und eine Zerschlagung nach, sagte der Insider. GE und Wells Fargo wollten sich nicht dazu äußern.

WhatsApp knackt 800-Millionen-Marke

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
139,34
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-0,28%

Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp hat die Marke von 800 Millionen aktiven Nutzern geknackt. Mitgründer Jan Koum gab den nächsten Meilenstein über seine Facebook-Seite bekannt. Damit behält WhatsApp weiter das Tempo bei, die Zahl der Nutzer etwa alle vier Monate um 100 Millionen Nutzer zu steigern. Facebook hatte WhatsApp 2014 für knapp 22 Milliarden Dollar gekauft.

Ford investiert Milliarden in Mexiko

Der US-Autokonzern Ford baut zwei neue Fabriken in Mexiko und investiert insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar im Nachbarland. Im Bundesstaat Chihuahua errichtet der Konzern ein neues Motorenwerk und in Guanajuato soll eine Fabrik für Getriebe entstehen. Die neuen Motoren und Getriebe sollen in Europa, Asien sowie Süd- und Nordamerika zum Einsatz kommen.

China-Hoffnung treibt Minenwerte

Hoffnungen auf eine anziehende Nachfrage aus China haben die in London gelisteten Minenwerten angetrieben. Die Aktien von Anglo American, BHP Billiton und Rio Tinto belegten die vorderen Plätze im Auswahlindex FTSE. Auch der Branchenindex kletterte. Händler begründeten die Kursgewinne mit Hoffnungen, dass die Konjunktur in China wieder stärker in Fahrt kommt. Das Land ist der weltgrößte Verbraucher vieler Rohstoffe.

Halliburton warnt

Der niedrige Ölpreis macht dem US-Branchendienstleister Halliburton zu schaffen: "Die Branchenaussichten werden in den kommenden Quartalen schwierig bleiben", so Vorstandschef Dave Lesar. Im abgelaufenen Vierteljahr fiel ein Verlust von 643 Millionen Dollar an, wozu Sonderbelastungen über 1,2 Milliarden beitrugen. Vor Jahresfrist hatte das Unternehmen noch 622 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 7,05 Milliarden Dollar. Er lag allerdings leicht über den Analystenerwartungen.

Superhelden helfen Hasbro

Superhelden wie "Iron Man", "Spider-Man" und "Captain America" haben dem US-Spielzeughersteller Hasbro überraschend zu höheren Umsätzen verholfen. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal um fünf Prozent auf knapp 714 Millionen Dollar. Der starke Dollar grenzte allerdings den Umsatzanstieg ein. Da aber neben den Erlösen auch der Gewinn trotz eines Rückgangs von 17 Prozent auf 26,7 Millionen Dollar über den Erwartungen lag, stieg die Hasbro-Aktie an.

Morgan Stanley überzeugt

Die US-Investmentbank Morgan Stanley lieferte im ersten Quartal zufriedenstellende Zahlen ab, die die Expertenprognosen übertrafen. Das Finanzinstitut erwirtschaftete Einnahmen in Höhe von 9,91 Milliarden Doller, der Gewinn pro Aktie betrug 1,18 Dollar.

Will Nokia zurück ins Handygeschäft?

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia plant laut einem Medienbericht die Rückkehr ins Geschäft mit Mobiltelefonen. Ein möglicher Termin sei Anfang kommenden Jahres, schrieb das US-Technologieblog "Recode" unter Berufung auf informierte Personen. Dann dürfe Nokia gemäß den Verträgen mit Microsoft wieder Handys unter eigenem Namen verkaufen. Nokia hatte vor rund einem Jahr den Verkauf seiner Mobilfunk-Sparte an Microsoft abgeschlossen. Der Windows-Konzern zahlte 3,8 Milliarden Euro als Kaufpreis plus 1,65 Milliarden Dollar für Patentlizenzen auf zehn Jahre. Inzwischen verkauft Microsoft Smartphones unter dem eigenen Markennamen.

Nächster Paukenschlag in der Pharmaindustrie?

Die globale Pharmaindustrie steht möglicherweise vor dem nächsten Paukenschlag. Kreisen zufolge erwägt der israelische Generikahersteller Teva Pharmaceutical, seinen US-Konkurrenten Mylan zu schlucken. Teva habe noch keine formellen Schritte unternommen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf Insider.

ts

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Die größten Pillendreher Von Pfizer bis Glaxo

Johnson & Johnson: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Johnson & Johnson

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 26. September

Unternehmen:
Deutsche Bank: Rede von Bank-Chef Sewing bei der Schmalenbach-Gesellschaft
Nestlé: Rede von Vorstandschef Schneider zum Thema "Nestle - current growth strategies in the food and beverage industry", 18:00 Uhr

Konjunktur:
USA: Zinsentscheid der Fed, 20 Uhr, Pk ab 20:30 Uhr
Deutschland: DIW-Konjunkturbarometer
USA Eigenheimabsatz, August, 16 Uhr

Sonstiges:
Hannover: Fortsetzung der IAA Nutzfahrzeuge 2018 (bis 27. September)