Marktbericht 20:08 Uhr

Yellen-Rede löst Kursfeuerwerk aus Anleger sind wieder in Kauflaune

Stand: 11.02.2014, 18:00 Uhr

Nach dem verhaltenen Wochenauftakt haben die Börsen am Dienstag wieder richtig Fahrt aufgenommen. Die Ankündigung der neuen Fed-Chefin Janet Yellen, dem Kurs ihres Vorgängers Ben Bernanke treu zu bleiben, machte die Anleger optimistisch.

Weiter so! Das ist die Botschaft der obersten Währungshüterin der USA. Yellen versprach bei ihrer Antrittsrede vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses Kontinuität. Sie wolle das Werk von ihrem Amtsvorgänger Bernanke fortsetzen. Sollte sich die amerikanische Wirtschaft weiter verbessern, werde die Notenbank die Anleihenkäufe maßvoll drosseln. Die Fed werde aber noch lange die Wirtschaft mit niedrigen Zinsen unterstützen. Denn der Arbeitsmarkt "ist noch weit von einer durchgreifenden Erholung entfernt", betonte sie.

Dow überwindet die 16.000-Punkte-Marke

Die Aussicht auf klare Verhältnisse in der US-Geldpolitik beflügelte die Börsen. Der Dow zog in den ersten Handelsstunden um über ein Prozent an und überwand zeitweise die Marke von 16.000 Punkten. Der Dax schoss um zwei Prozent in die Höhe und schloss bei fast 9.479 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 1,5 Prozent.

Euro sackt ab

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.238,48
Differenz relativ
+0,01%

Auch an den Devisenmärkten sorgten Yellens Äußerungen für Bewegung. Der Euro sackte auf 1,3638 Dollar ab. Zuvor hatte die europäische Gemeinschaftwährung bei bis zu 1,3683 Dollar notiert. Der Goldpreis kletterte auf den höchsten Stand seit drei Monaten - auf 1.290 Dollar je Feinunze.

Bayer auf dem Dax-Thron

Gewinner des Tages im Dax war Bayer. Die Aktien legten fast vier Prozent zu. Anleger hoffen auf gute Geschäfte mit dem Augenmittel Eylea. Regeneron Pharmaceuticals hat 1,3 Milliarden Euro an Erlösen mit Eylea in den USA in Aussicht gestellt. Außerhalb der USA hat Bayer die Vermarktungsrechte.

Auto-Aktien auf der Überholspur

Eine positive Studie von Goldman Sachs trieb die Autoaktien an. Die Papiere von Daimler rasten um 3,7 Prozent nach vorn, BMW und VW gewannen rund drei Prozent. Goldman Sachs hob das Kursziel von Daimler auf 83 Euro an und empfahl die BMW-Aktien zum "Kauf". Hinzu kamen starke Absatzzahlen für den Monat Januar. BMW hat zu Jahresbeginn fast acht Prozent mehr Fahrzeuge verkauft. VW lieferte knapp fünf Prozent mehr Autos aus. Und Mercedes fährt derzeit Sonderschichten für die neue C-Klasse.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,66
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+0,53%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,88
Differenz relativ
+1,08%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
148,12
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Michelin schiebt Conti an

Die milliardenschwere Übernahme von Veyance Technologies durch Conti kam an der Börse gut an. Die Aktie des Autozulieferers stieg um knapp drei Prozent. Conti profitierte außerdem vom optimistischen Ausblick von Konkurrent Michelin für den Reifenmarkt.

Lufthansa im Aufwind

Die Lufthansa ist gut ins neue Jahr gestartet. Im Januar beförderte die Airline zwei Prozent mehr Passagiere und ein Prozent mehr Fracht. Die Auslastung der Passagiermaschinen verbesserte sich leicht auf 75,6 Prozent. Die Aktie schloss über zwei Prozent im Plus.

Allianz steigt beim FC Bayern ein

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
177,38
Differenz relativ
+0,31%

Der Versicherungsriese Allianz wird für 110 Millionen Euro neuer Groß-Aktionär des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München. Der Namensgeber des Münchener Stadions ("Allianz-Arena") erwirbt über eine Kapitalerhöhung über acht Prozent Anteile an der FC Bayern München AG, wie die Vertragspartner am Dienstagabend mitteilten. Bisher halten Adidas und Audi ähnlich hohe Anteile am deutschen Rekordmeister.

Rückschlag für Metro

Aus dem MDax meldete Metro überraschend schwache Zahlen. Das Weihnachtsgeschäft brachte nicht den erhofften Geldregen. Die Erlöse des Handelskonzerns sanken im abgelaufenen Quartal um über drei Prozent auf 18,7 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um knapp 16 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro ein. Immerhin blieb unter dem Strich wegen einer niedrigeren Steuerquote ein höherer Gewinn hängen. Dioe Metro-Aktie war Schlusslicht im MDax mit einem Minus von über zwei Prozent.

Bilfinger baut ab

Ebenfalls auf der Verliererseite befand sich die Bilfinger-Aktie. Der Baukonzern hat durchwachsene Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt. Die Konzernleistung schrumpfte um ein Prozent, während das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 409 Millionen Euro anstieg. Im laufenden Jahr sollen Ebitda und Gewinn deutlich steigen. Anleger zeigten sich damit nicht zufrieden.

Paion kommt voran

Aktien des Biotech-Unternehmens Paion stiegen zeitweise um mehr als zehn Prozent. Das Unternehmen hat positive Ergebnisse einer Studie der klinischen Phase veröffentlicht. Im Zusammenhang mit der Studienmedikation seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet worden, teilte Paion mit. Die wesentlichen Studienergebnisse werden noch im ersten Halbjahr 2014 erwartet.

Barclays zahlt höhere Boni trotz Gewinneinbruch

Bei der britischen Großbank Barclays brach im vergangenen Jahr das Ergebnis vor Steuern um knapp ein Drittel auf 5,2 Milliarden Pfund ein. Das Investmentbanking rutschte im vierten Quartal wegen Sonderlasten für Rechtsstreitigkeiten und Strafen sogar in die Verlustzone. Dennoch will Barclays die Boni für ihre Investmentbanker um 13 Prozent erhöhen. Die Barclays-Aktien rutschten um fünf Prozent ab.

Keine Goldmedaille für Thomas Cook

Die Unruhen in Ägypten und der verlustreiche Verkauf der Fernreise-Tochter Gold Medal haben den Reiseveranstalter Thomas Cook im ersten Quartal 2013/14 zurückgeworfen. Der Verlust stieg um rund ein Drittel auf 161 Millionen britische Pfund (194 Millionen Euro). Bereinigt verringerte sich aber das Minus auf 56 Millionen Pfund. Der Umsatz schrumpfte um ein Prozent. Die Thomas-Cook-Aktien verloren über ein Prozent.

Rumänische Tochter verhagelt Erste Group die Bilanz

Aus Österreich meldete die Erste Group Quartalszahlen. Hohe Abschreibungen bei der rumänischen Tochter BCR drückten das Sparkassen-Spitzeninstitut in die roten Zahlen. Der Verlust lag bei 370 Millionen Euro. Im Gesamtjahr konnte die Erste Group gerade noch einen Mini-Gewinn von rund 60 Millionen Euro erwirtschaften. Der Kurs gab um ein Prozent nach.

Nestlé macht Tauschgeschäfte mit L'Oréal

Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestlé hat seinen Anteil am französischen Kosmetikkonzern L'Oréal von 29,4 Prozent auf rund 23 Prozent reduziert. Im Gegenzug kaufen die Schweizer für 3,1 Milliarden Euro 50 Prozent der Anteile am bislang gemeinsam geführten Pharmaunternehmen Galderma. Der Kurs von L'Oréal fiel kräftig.

TomTom in der Navi-Flaute

Der Navigationssystem-Hersteller TomTom spürt weiter starken Gegenwind. Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 268 Millionen Euro. Der Gewinn lag nur noch bei drei Millionen. Das Unternehmen leidet unter der starken Konkurrenz von Smartphones und unter der Absatzkrise von Autoherstellern wie Fiat, Peugeot und Renault, an die TomTom Geräte liefert. Die TomTom-Aktie stürzte um 14 Prozent ab.

nb

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr