Marktbericht 7:35 Uhr

Marktbericht neutral
Audio

Springer-Aktie im Fokus Anleger sind noch unentschlossen

Stand: 12.06.2019, 07:35 Uhr

Mäßige Vorgaben aus Übersee inspirieren die Anleger am Morgen nicht wirklich. Der Dax wird zunächst kaum verändert erwartet. Überraschungen stehen aber trotzdem schon am Morgen auf der Agenda.

Denn wie soeben bekannt wird, will der US-Finanzinvestor KKR beim im MDax notierten Medienkonzern Axel Springer einsteigen und bietet 63 Euro je Aktie. Das Papier hatte am Dienstag bei 56 Euro geschlossen, so dass ein Kurssprung zu erwarten ist.

Das Springer-Management hat bereits Zustimmung signalisiert. Gleichzeitig senkt der Berliner Konzern seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2019 wegen Investitionen und der Digitalsteuer in Frankreich.

Dax leicht schwächer erwartet, Euro über 1,13 Dollar

In ersten Indikationen wird der Dax leicht schwächer erwartet. Der Index hatte gestern bei 12.155 Punkten geschlossen. In Asien gab der Tokioter Nikkei-Index 0,2 Prozent nach auf 21.153 Punkte, in China waren die Verluste mit 0,5 Prozent höher. Der Euro handelt aktuell bei 1,1337 Dollar etwas höher.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.308,53
Differenz relativ
-0,19%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.333,87
Differenz relativ
+1,72%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1235
Differenz relativ
+0,05%

In der Nacht gab es Preisdaten aus China, die höhere Inflationsraten signalisieren. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai kräftig. Die Teuerung betrug wie von Analysten erwartet binnen Jahresfrist 2,7 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Im April hatte der Zuwachs bei 2,5 Prozent gelegen. Auch aus den USA werden am Nachmittag noch Verbraucherpreise für den Mai erwartet.

KKR bietet 63 Euro je Springer-Aktie

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,40
Differenz relativ
+0,08%

Der Medienkonzern Axel Springer hat wegen einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung und der Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich seine Prognosen gesenkt. Beim Jahresumsatz geht der Konzern nun von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Zudem will Springer wie erwartet den US-Finanzinvestor KKR an Bord holen. Dieser bietet den Springer-Aktionären 63 Euro pro Aktie - ein Plus von 31,5 Prozent auf den Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Die Springer-Aktien schießen um rund 12 Prozent in die Höhe.  | mehr

Verdi-Vorwürfe gegen Fresenius in den USA

Internationale Gewerkschaftsverbände und Verdi werfen dem Medizinkonzern Fresenius vor, in den USA Gewerkschaften systematisch zu unterdrücken. In Dialysekliniken der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) in Kalifornien seien Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden, wenn sie sich gewerkschaftlich organisieren wollten, sagten Vertreter von den Dachverbänden PSI und UNI Global Union. Sie werfen FMC auch vor, in Stellenanzeigen nach Personalmanagern zu suchen, zu deren Aufgabe die "Vermeidung von Gewerkschaften" zähle. Fresenius wies den Vorwurf, Gewerkschaften zu unterdrücken, "entschieden" zurück.

Spannungen zwischen Renault und Nissan

Bei der Renault-Hauptversammlung am Mittwoch in Paris wird sich Konzernchef Jean-Dominique Senard viele kritische Fragen der Aktionäre anhören müssen. Denn nicht nur die geplatzte Fusion mit dem Konkurrenten Fiat Chrysler lastet auf dem französischen Autobauer. Das rund 20-jährige Bündnis mit dem japanischen Hersteller Nissan steht auf der Kippe. Seit der Festnahme des früheren Renault-Chefs Carlos Ghosn in Japan im November haben sich die Beziehungen verschlechtert. Als Folge der "Ghosn-Krise" will Nissan die Unternehmensführung neu ordnen - Renault hat gegen die Pläne aber Einspruch eingelegt.

Trumps Fed-Kritik drückt die Wall Street

Nach erneuter Kritik des US-Präsidenten an der Zinspolitik der Notenbank Fed gaben die US-Börsen anfängliche Gewinne wieder ab und schlossen leicht im Minus. Der Leitindex Dow Jones gab 0,05 Prozent nach auf 26.048 Punkte, der S&P-500-Index lag ebenfalls leicht im Minus bei 2885 Zählern. Die Technologiebörse Nasdaq schloss unverändert bei 7.822 Punkten.

B5-Moderator Rigobert Kaiser
Audio

B5 Börse 20.28 Uhr: Trump kritisiert Fed

Zwar hat die Fed nach zuletzt schwächeren Konjunkturdaten Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung geweckt, eine Senkung könnte aber als Einknicken der per Gesetz unabhängigen Notenbank vor Trump negativ interpretiert werden. "Die Unabhängigkeit der Zentralbank wäre dahin", kommentierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Bei den Streitigkeiten mit Mexiko und China ließ die Washingtoner Regierung die Investoren zwischen Hoffen und Bangen zurück. Zwar atmeten die Investoren nach dem Aufschub der Zölle gegen Mexiko auf, "doch wie lange diese Atempause anhalten wird, bleibt abzuwarten", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Außerdem drohte Trump China mit einer Verschärfung der Strafzölle, sollte Präsident Xi Jinping nicht zu einem Treffen mit ihm bereit sein. US-Handelsminister Wilbur Ross dämpfte die Hoffnung auf eine baldige Entspannung im Handelskonflikt.

Unter den Einzelwerten sanken T-Mobile US und der potenzielle Fusionspartner Sprint, nachdem der geplante Zusammenschluss nach der Klage mehrerer Bundesstaaten mehr denn je mit Fragezeichen versehen ist.

Fusion von T-Mobile US und Sprint wackelt immer mehr

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
66,96
Differenz relativ
+1,93%

Die geplante Fusion von T-Mobile US und Sprint wackelt. Zehn Generalstaatsanwaltschaften in den USA haben am Dienstag Klage gegen den Zusammenschluss der beiden Konzerne eingereicht. "Die Fusion von T-Mobile und Sprint würde nicht nur landesweit irreparablen Schaden für Mobilfunkkunden anrichten, in dem der Zugang zu günstigen Drahtlosdiensten für Millionen Amerikaner abgeschnitten wird", sagte die Generalstaatsanwältin von New York. Er würde auch besonders Menschen mit niedrigen Einkommen und Minderheiten treffen.

T-Mobile US und ihr Konkurrent Sprint haben für ihren Fusionsplan die Unterstützung der Branchenaufsicht FCC signalisiert bekommen, aber noch kein grünes Licht vom US-Justizministerium. Telekom-Chef Tim Höttges glaubt nach wie vor an den Deal und argumentiert mit Synergien in Milliardenhöhe. Eine Fusion der beiden Konzerne war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert.  | mehr

T-Mobile und Sprint-Läden in New York Audio

Börse 8.00 Uhr: Wackelt die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint?

Tesla-Chef Musk prognostiziert Rekordquartal

Der Elektroautobauer Tesla zeigt sich für das laufende Quartal optimistisch. Bei der Hauptversammlung am Dienstag sagte Vorstandschef Elon Musk, dass er mit Rekordauslieferungen rechne. Zudem sei das Unternehmen auf dem Weg, sein Produktionsziel bis Jahresende zu erreichen. Die Tesla-Aktie legt um rund vier Prozent zu. Für das zweite Quartal 2019 erwartet Tesla die Auslieferungen von 90.000 bis 100.000 Elektroautos, im ersten Quartal waren sie um fast ein Drittel auf knapp 63.000 Stück eingebrochen.  | mehr

Tesla-Chef Elon Musk Audio

Börse 6.00 Uhr: Tesla-Aktie auf Erholungskurs

rm

Tagestermine am Donnerstag, den 20. Juni

Unternehmen:
Hellofresh: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
ADO Properties: Hauptversammlung, 12:00 Uhr
Qiagen: Investorentag in New York

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan
EU: EZB-Wirtschaftsbericht, 10:00 Uhr
Großbritannien: BoE Zinsentscheid, 13:00 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q1/19, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 6/19, 14:30 Uhr Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 6/19, 16:00 Uhr
USA: Frühindikator 5/19, 16:00 Uhr

Sonstiges:
EU: Gipfel der EU Staats- und Regierungschefs zum Thema Personal und Strategie
Deutschland: Fronleichnam, teilweise Feiertag in Deutschland, Börse geöffnet.