Marktbericht 20:00 Uhr

Dax taucht unter 12.000 Punkte Anleger richten sich auf Feiertage ein

Stand: 02.04.2015, 20:00 Uhr

Vor den Ostertagen ließen sich die Investoren am Aktienmarkt auch von starken US-Konjunkturdaten nicht aus der Deckung locken. Während der Dax etwas nachgab, legte der Euro deutlich zu. Vor wichtigen US-Jobdaten am Karfreitag ist das Warten die richtige Strategie.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 11.967,39 Punkten. Der Late Dax sank um 0,4 Prozent auf 11.969,73 Punkte. So kurz vor den Osterfeiertagen zogen es die Investoren vor, sich nicht mehr aus dem Fenster zu lehnen. "Im Vorfeld der morgigen US-Arbeitsmarktdaten sowie der bevorstehenden Osterfeiertage hierzulande halten sich die Marktteilnehmer zurück", kommentiert Christian Henke von IG Markets. Auf Wochensicht legte der Dax 0,8 Prozent zu. "Nach der jüngsten Dax-Rally suchen Anleger immer wieder Gelegenheit, um Kasse zu machen", sagt NordLB-Analyst Tobias Basse. "Der Leitindex wird daher wohl weiter um die 12.000-Punkte-Marke pendeln."

Ein wichtiger Arbeitsmarktbericht steht bevor

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
Audio

Börse 19.00 Uhr

Am Karfreitag wird der wichtige monatliche US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Die US-Börsen können darauf wegen der Feiertagspause jedoch erst am Montag reagieren. In Deutschland wird erst wieder am Dienstag gehandelt. "Man hätte deshalb auch stärkere Abgaben erwarten können", meint Andreas Paciorek von CMC Markets.

Die Jobdaten sind interessant, weil sie Hinweise auf die erwartete Zinswende der Fed liefern könnten. Die Frage ist nur, wie "die Märkte" schwache oder starke Zahlen interpretieren. Vielleicht wären schwache Zahlen sogar besser für den Aktienmarkt, denn dies könnte bedeuten, dass die Zinswende sich nach hinten verschiebt. Der Dow Jones lag am Abend rund 0,3 Prozent im Plus.

US-Konjunktur sendet starke Signale

Zuletzt überwogen Sorgen um eine mögliche Schwäche der US-Wirtschaft. Sie erhielten keine neue Nahrung, denn die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen besser aus als gedacht. Im aussagekräftigeren Vierwochenschnitt fiel die Zahl um 14.750 auf 285.500 Anträge. Außerdem ist das US-Handelsdefizit im Februar auch wegen des starken Dollar so klein ausgefallen wie zuletzt 2009. Die Importe übertrafen die Exporte nur noch um 35,4 Milliarden Dollar, ein Rückgang von 16,9 Prozent zum Vormonat.

In der US-Industrie ist außerdem die Serie von Rückschlägen beim Auftragseingang überraschend zu Ende gegangen. Im Februar sind die Aufträge im Monatsvergleich um 0,2 Prozent gestiegen - der erste Anstieg nach sechs Rückgängen. Volkswirte hatten ein Minus von 0,4 Prozent prognostiziert. Der Euro kletterte trotz der US-Daten zeitweise über die Marke von 1,09 Dollar. Das deutet darauf hin, dass die Investoren morgen einen schwachen Arbeitsmarktbericht erwarten.

Lufthansa abgestuft

Die Lufthansa-Aktie gab deutlich nach. Die Fluggesellschaft kämpfe mit Unsicherheiten an vielen Fronten, hieß es von der Barclays Bank in einem Kommentar. Dazu gehörten die Pilotenstreiks, der Absturz der Germanwings-Maschine und die zunehmende Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet. Die Bank stufte den Wert von "Overweight" auf "Equalweight" herunter und reduzierte das Kursziel von 18,00 auf 13,80 Euro.

Daimler heute ex Dividende

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,68
Differenz relativ
+0,64%

Auch die Daimler-Aktie sank, aber es besteht kein Grund zur Sorge: Sie werden heute nach der gestrigen Hauptversammlung ex Dividende gehandelt. Die Stuttgarter haben 2,45 Euro je Anteil ausgeschüttet. Bei boerse.ARD.de gehört Daimler im Moment zu den meistgeklickten Aktien.

Autowerte trotz VDA-Zahlen unbeliebt

Für Volkswagen, BMW oder Conti ging es ebenfalls abwärts. Dabei gewinnt der Automarkt in Deutschland an Fahrt. Die Pkw-Neuzulassungen legten im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um neun Prozent auf 32. 100 Wagen zu, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Die Verkäufe an Privatkunden zogen mit fünf Prozent allerdings nur gut halb so stark an.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
153,38
Differenz relativ
+1,51%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
84,40
Differenz relativ
+1,03%
Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
157,60
Differenz relativ
+3,75%

BASF-Bewertung irrational?

Die Experten von ABN Amro halten BASF inzwischen für massiv überbewertet. Mit einem Kursplus von 33 Prozent sind die Titel des Chemiekonzerns drittbester Dax-Wert des laufenden Jahres. Die Aktie weise inzwischen mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von fast 18 einen Bewertungsaufschlag von über 50 Prozent gegenüber der Konkurrenz auf, errechnete Analyst Mutlu Gundogan. Diese "irrationale Übertreibung" lasse sich durch nichts rechtfertigen, so der Experte. Er empfiehlt die Papiere nun mit einem leicht aufgestockten Ziel von 67 Euro zum Verkauf.

Bleibt Beiersdorf Herrscher über das Nivea-Blau?

Der Kosmetikkonzern Beiersdorf kann sich doch noch Hoffnungen machen, das Blau seiner Nivea-Cremeverpackungen weiter für sich allein beanspruchen zu können. Das wurde am Donnerstag bei einer markenrechtlichen Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe deutlich. Der Konkurrent Unilever verlangt die Löschung der entsprechenden Farbmarke, die sich Beiersdorf im Jahr 2007 für Haut- und Körperpflegeprodukte schützen ließ. Unilever fordert, dieser spezielle dunkelblaue Farbton müsse für alle Wettbewerber freigehalten werden.

Pfeiffer Vacuum gefragt

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das TecDax-Unternehmen Pfeiffer Vacuum von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 74 auf 88 Euro angehoben. Jüngste Branchendaten hätten ihn in seiner Einschätzung bestätigt, dass die deutlich schwächere Entwicklung im Halbleitergeschäft in den ersten drei Quartalen 2014 vor allem an ungünstigen Währungseffekten gelegen habe, schrieb Analyst Henning Breiter. Die Aktie legte kräftig zu.

United Internet fällt zurück

Die im TecDax gelisteten Aktien von United Internet gaben nach. Analyst Stefan Borscheid von der Landesbank Baden-Württemberg strich die Kaufempfehlung für die Papiere des Internetdienstleisters und stufte sie auf "Halten" ab. Nach der guten Kursentwicklung der vergangenen Wochen sieht er nicht mehr genügend Luft nach oben. Der Analyst blieb aber optimistisch: Das Umfeld sei im DSL- sowie im Mobilfunkmarkt positiv. Das Kursziel hob Borscheid um 4 auf 44 Euro an. Zur Wochenmitte hatten die Aktien knapp unter dieser Marke ein Rekordhoch erobert.

Umbau bei Jenoptik

Der Technologiekonzern Jenoptik baut seine Lasersparte um. Die Bereiche sollten sich stärker an ihren Zielmärkten wie etwa der Autobranche orientieren, sagte eine Sprecherin. Ein Arbeitsplatzabbau in diesem Zusammenhang sei nicht geplant. In Unternehmenskreisen hieß es, Teile der Laser-Sektion, die bisher der Optik-Sparte angegliedert sind, sollten beispielsweise der Industriellen Messtechnik zugeordnet werden.

Analystenlob hilft Deutsche Euroshop

Die französische Großbank Société Générale hat ihre Kaufempfehlung für die Aktien der Deutschen Euroshop nach einer Investorenveranstaltung und das Kursziel von 51 Euro bestätigt. Zudem hat die UBS ihre Verkaufsempfehlung gestrichen und bewertet den Wert nun mit "Neutral". Die Aktie zählte im MDax zu den größten Gewinnern.

GrenkeLeasing liegt auf Kurs

Der IT-Vermieter GrenkeLeasing hat im ersten Quartal sein Neugeschäft im Segment Leasing 15 Prozent auf 305 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. "Wir liegen somit im oberen Bereich unserer Prognosespanne", sagte Firmenchef Wolfgang Grenke mit Blick auf die Prognose von 11 bis 15 Prozent. Die operative Marge der Leasingsparte (DB2-Marge) stieg im Vergleich zum Vorjahr von 18,7 auf 19,3 Prozent.

Deag lässt Rockfestival umziehen

Die Konzertagentur Deag verlegt das Rockfestival "Grüne Hölle" vom Nürburgring nach Gelsenkirchen in die Veltins Arena auf Schalke. Grund für den Umzug des Festivals sei der Vertragsbruch der capricorn Nürburgring GmbH, die sich entgegen der vertraglichen Vereinbarungen zu keinem Zeitpunkt an den Zahlungen für Künstlergagen und Werbemaßnahmen beteiligt habe, teilt Deag mit. Das Festival wird vom 29. bis zum 31. Mai stattfinden.

EU-Kartellwächter beobachten Apple

Apple ist mit seinen Plänen im Bereich Musikstreaming ins Visier der europäischen Kartellwächter geraten. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, prüft die EU-Kommission die Verträge von Apple mit Plattenfirmen und Online-Musikstreaming-Diensten. Die Behörde wolle herausfinden, ob Apple den Zugang von Rivalen zu seiner geplanten Musikstreaming-Plattform blockiere. Die Kommission habe deshalb in der vergangenen Woche Fragebögen an Musikunternehmen und die Betreiber von Streamingdiensten verschickt. Die Unternehmen müssten bis zum 17. April darauf antworten.

Marks & Spencer auf Siebenjahreshoch

Der Umsatz des britischen Handelskonzerns Marks & Spencer stieg zwischen Januar und März um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Titel rückten in London um mehr als sechs Prozent vor, weil Fachleute mit einem Rückgang gerechnet hatten.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 20. September

Unternehmen:
Rocket Internet: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Schaeffler: Kapitalmarkttag
Nfon: Q2-Zahlen
Ryanair: HV in Dublin
GlaxoSmithKline: HV
Micron Technology: Q4-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Deutschland: Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums, 08:00 Uhr
Schweiz: Zinsentscheid und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), 09:30 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Industrie-Index Philly Fed für September, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren für August, 16:00 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser für August, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen Euro-Zone, September, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Salzburg: Informeller EU-Gipfel
Hannover: Eröffnung der IAA Nutzfahrzeuge 2018 (bis 27. September), mit Bundesverkehrsminister Scheuer
Frankfurt: 4. Konferenz für Finanztechnologie "Fintech-Revolution"