Marktbericht 11:40 Uhr

Marktbericht negativ

Gewinnmitnahmen drücken den Dax Anleger machen Kasse

Stand: 29.05.2020, 11:40 Uhr

Nach den kräftigen Kursgewinnen der letzten Handelstage nehmen die Anleger vor dem langen Feiertagswochenende Gewinne mit. Alles zwar völlig normal nach so einem langen positiven Lauf, wären da nicht die drohenden dunklen Wolken aus Übersee.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax bleibt auch am Mittag im Minus stecken und hat seine Verluste vom Morgen noch etwas ausgebaut. Der deutsche Leitindex, der gestern noch bei 11.781 Zählern aus dem Handel ging, ist zwischenzeitlich unter 11.600 Punkte gefallen und ringt aktuell mit dieser Marke. Ein Minus von rund 1,5 Prozent, das Tagestief lag bisher bei 11.577 Punkten.

Nur rote Pfeile im Dax

Alle 30 Einzelwerte sind mittlerweile ins Minus gerutscht. Autowerte tendieren dabei überdurchschnittlich schwächer. Auch Lufthansa geben stärker nach. Negativ im Raum stehen weiterhin die befürchteten Einschränkungen der EU aufgrund der Staatshilfe. So soll der Kranich im Gegenzug für die Genehmigung der Hilfen wertvolle Start- und Landerechte (slots) an den Drehkreuzen Frankfurt und München abgeben, was dem Konzern sauer aufstößt. Intensive Verhandlungen der Bundesregierung mit der EU-Kommission laufen, wie EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bestätigte.

Mit Dividendenabschlag werden Merck (1,30 Euro) und Eon (0,46 Euro gehandelt). Etwas besser halten sich Vonovia nach am Vortag aufgekommenen Gerüchten über einen erneuten Übernahmeversuch des MDax-Konkurrenten Deutsche Wohnen.

Was macht Donald Trump?

Die Vorgaben aus Übersee lasteten bereits am Morgen auf dem Dax. Sowohl der Dow-Jones-Leitindex in New York als auch die asiatischen Märkte tendierten leichter. Auch die heutige Eröffnung in New York dürfte leichter ausfallen, worauf die Futures der großen Aktienindizes hinweisen.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / UPI Photo

Die Marktteilnehmer blicken derzeit besorgt nach Hongkong. Für die Finanzmetropole hat der chinesische Volkskongress zuletzt demokratische Rechte mit einem neuen Gesetz eingeschränkt. Eine weitere Steilvorlage für US-Präsident Trump, der sich noch heute zur Lage äußern will. Es riecht nach Strafmaßnahmen und damit einer weiteren Runde im scheinbar endlosen amerikanisch-chinesischen Dauerstreit. Für die Börse jedenfalls kein gutes Omen.

"Es deutet alles darauf hin, dass sich die Beziehungen zwischen Washington und Peking damit weiter verschlechtern werden", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. "Das könnte auch den Handelsdeal bedrohen und schürt so die Angst vor einer Neuauflage des Handelskonflikts der vergangenen zwei Jahre."

Deutscher Einzelhandel im April deutlich schwächer

Die Corona-Krise hat den Umsatz im deutschen Einzelhandel erneut stark belastet, allerdings nicht so massiv wie befürchtet. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, gingen die Erlöse der Branche im April preisbereinigt zum Vormonat um 5,3 Prozent zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Umsätze real um 6,5 Prozent. Analysten hatten mit wesentlich größeren Rücksetzern von 12,0 Prozent im Monatsvergleich und 14,0 Prozent im Jahresvergleich gerechnet. Schon im März waren die Umsätze stark gefallen.

Italien schlechter, Frankreich besser als erwartet

In Italien ist das BIP im ersten Quartal derweil noch stärker gefallen als bisher bekannt gegeben. In einer zweiten Schätzung wurde der Rückgang mit minus 5,3 Prozent beziffert, bisher lag der Wert bei minus 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich schrumpfte von Januar bis März ebenfalls um 5,3 Prozent zum Vorquartal. Die erste Schätzung hatte allerdings noch ein höheres Minus von 5,8 Prozent ergeben. Der Rückgang ist aber immer noch der stärkste seit dem Frühjahr 1968.

Die Inflation im Euroraum ist weiter auf dem Rückzug. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte, lagen die Verbraucherpreise im Mai 0,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist die niedrigste Inflationsrate seit Juni 2016. Analysten hatten im Schnitt mit dieser Entwicklung gerechnet. Im Monatsvergleich ging das Preisniveau um 0,1 Prozent zurück.

Euro über 1,11 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1097
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Der Euro baut seine Gewinne aus und hat mittlerweile die Marke von 1,1100 Dollar hinter sich gelassen. Aktuell wird er bei 1,1134 Dollar am Tageshoch gehandelt. Er profitiert derzeit von der wachsenden Zuversicht an den Finanzmärkten, der Dollar als "sicherer Hafen" ist nicht mehr so stark gesucht.

Noch Anfang der Woche hatte der Euro im Tief bei 1,0871 Dollar notiert, bevor er im Laufe der Woche kontinuierlich an Wert gewann. Zuletzt hatte der Euro Unterstützung durch den milliardenschweren Corona-Aufbauplan der EU-Kommission erhalten. Dieser geht mit 750 Milliarden Euro deutlich über einen gemeinsamen Vorschlag von Deutschland und Frankreich hinaus.

Aus den USA stehen am Nachmittag unter anderem das endgültige Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für den Mai auf der Agenda, aber auch die privaten Ausgaben und Einnahmen der Verbraucher im Krisenmonat April. In Anbetracht der Millionen von Arbeitslosen beides wichtige Größen, um den enormen Schaden für die konsumlastige US-Volkswirtschaft besser abschätzen zu können. Fast Dreiviertel der Wirtschaftsleistung wird in Amerika vom Konsum getragen.

Ölpreise stärker im Minus

Die Ölpreise haben am Freitag ihre Verluste ausgeweitet. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Leichtölsorte WTI geben über drei Prozent nach. Auch der Ölmarkt blickt gespannt nach Washington und Trumps Reaktion auf Hongkong. In den vergangenen Wochen aber haben sich die Ölpreise deutlich von ihrem Einbruch zu Beginn der Corona-Krise erholt. Denn mit dem Wegfall von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern könnte die Nachfrage wieder anziehen. Der Preis für die "Krisenwährung" Gold ist ins Plus gedreht bei aktuell 1.725 Dollar je Feinunze.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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35,00
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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VW setzt voll auf China und E-Autos

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen investiert in China zwei Milliarden Euro für den Ausbau der Elektromobilität. Rund eine Milliarde steckt der Autobauer in sein schon bestehendes Gemeinschaftsunternehmen JAC Volkswagen, wie Volkswagen am Freitag mitteilte und entsprechende Informationen von Reuters bestätigte. Für eine weitere Milliarde kaufen die Wolfsburger Anteile am Batteriehersteller Gotion (Guoxuan).  | mehr

BMW macht beim Stellenabbau Druck

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW will den Stellenabbau im Konzern beschleunigen. Der Vorstand verhandelt mit dem Betriebsrat darüber, wie er ohne betriebsbedingte Kündigungen möglichst bald rund 6.000 der weltweit 126.000 Arbeitsplätze streichen kann. "Die bisher getroffenen Entscheidungen reichen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern", sagte Finanzvorstand Nicolas Peter am Freitag.

BASF sammelt über Anleihen zwei Milliarden ein

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Chemiekonzern hat sich über die Platzierung zweier Anleihen im Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro frisches Kapital ins Unternehmen geholt. Die erste, drei Jahre laufende Tranche mit einem Emissionsvolumen von einer Milliarde Euro und einem jährlichen Zinskupon von 0,101 Prozent werde zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung verwendet, teilte BASF mit. Darüber hinaus emittierte BASF zum ersten Mal eine grüne Anleihe zur Finanzierung nachhaltiger Produkte und Projekte. Das Papier hat ein Volumen von einer Milliarde Euro, eine Laufzeit von sieben Jahren und einen Kupon von 0,25 Prozent.

Neues Ungemach für die Deutsche Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt könnte für die Deutsche Bank und 14 andere Geldhäuser ein weiteres teures Nachspiel haben. Eine US-Richterin ließ die Klage institutioneller Investoren wie dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und der Allianz-Tochter Pimco zu. Der Vorwurf der fast 1.300 Kläger sei plausibel, dass die Banken zwischen 2003 und 2013 an Referenzkursen geschraubt hätten, um auf Kosten der Investoren Gewinn zu machen, urteilte Richterin Lorna Schofield am Donnerstag in Manhattan.

Neben der Deutschen Bank ist das Who-is-who der gesamten Bankenwelt betroffen. Die Kläger, darunter viele börsengehandelte Indexfonds (ETFs), werfen den Banken vor, vertrauliche Aufträge und Handelspositionen unzulässigerweise geteilt zu haben.

Fresenius kauft Krankenhaus hinzu

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Medizinkonzern macht sich weiter im deutschen Krankenhausmarkt breit. Deutschlands größter Klinikbetreiber kauft das Krankenhaus "Seliger Gerhard" in Bonn vom Malteser Orden. Der Kauf, der im dritten Quartal abgeschlossen werden soll, bedarf der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Fresenius will die Klinik in die Region West seiner Krankenhaustochter Helios integrieren. Helios betreibt 86 Krankenhäuser in Deutschland.

Metzler hebt den Daumen für Sartorius

Sartorius VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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333,40
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Größter MDax-Gewinner war Satorius mit einem Plus von fast sieben Prozent. Das Bankhaus Metzler hat das Kursziel von 300 auf 360 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Das zweite Quartal des Laborausrüsters sollte vom starken Auftragseingang im Auftaktquartal profitiert haben, schrieb Metzler in einer Studie. Die Integration der jüngsten Übernahmen mache gute Fortschritte. Das Wachstum im Kerngeschäft dürfte zumindest in diesem Jahr überdurchschnittlich ausfallen.

Renaults Sparplan: Massiver Stellenabbau

Nach dem japanischen Hersteller Nissan kündigte am Freitag dessen französischer Allianz-Partner Renault die Kürzung tausender Stellen an. 15.000 Arbeitsplätze sollen in den nächsten drei Jahren weltweit gestrichen werden. Renault, an dem der französische Staat mit 15 Prozent beteiligt ist, will durch den Umbau zwei Milliarden Euro einsparen. Die französische Regierung macht einen für Renault in Aussicht gestellten Hilfskredit von über fünf Milliarden Euro davon abhängig, dass sich der Konzern mit den Gewerkschaften über die Zukunft der Arbeitsplätze in dem Land einigt. Die Renault-Aktien gaben deutlich nach.

Twitter fährt Trump schon wieder in die Parade

Twitter: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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27,40
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Twitter hat einen weiteren Tweet von Donald Trump mit einem Warnhinweis versehen - und könnte damit den Konflikt mit dem US-Präsidenten noch weiter zuspitzen. Der Tweet zu den Ausschreitungen in der Stadt Minneapolis nach dem Tod eines Afroamerikaners verherrliche Gewalt, erklärte der Kurznachrichtendienst am Freitag. Deshalb sei er mit einer entsprechenden Notiz versehen worden, bleibe aber auf der Plattform, weil dies im öffentlichen Interesse sei.

In einigen Ansichten sieht man statt des Tweets zunächst nur den Warnhinweis und muss sich erst zu dem Beitrag durchklicken. Trump hatte in dem Tweet am Freitagmorgen unter anderem von "Schlägertypen" gesprochen, die das Andenken des Opfers entehrten. Man werde aber die Kontrolle zurückgewinnen: "Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen."

Heimarbeit hat gute und schlechte Seiten für Dell

Der Computerhersteller Dell profitiert, was den Verkauf von Hardware betrifft, vom globalen Trend zum Heimbüro. In dieser Sparte kletterte der Umsatz um zwei Prozent auf elf Milliarden Euro. Kehrseite ist die schwache Nachfrage aus China, die den Umsatz des Rechenzentrums-Geschäfts um acht Prozent auf 7,57 Milliarden Dollar drückte. Insgesamt sanken die Umsätze leicht auf 21,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 143 Millionen Dollar hängen. Im Vorjahresquartal waren es 293 Millionen gewesen.  

Großer Zahltag für Elon Musk

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Durch die Erfolgsserie von Tesla hat sich Konzernchef Elon Musk die erste Tranche eine langfristigen Vergütungsplans verdient, der an das Erreichen bestimmter Zielmarken etwa beim Börsenwert oder bei der Umsatzentwicklung von Tesla gekoppelt ist. Das teilte das Unternehmen der Börsenaufsicht SEC mit.

Die erste Tranche umfasst demnach 1,7 Millionen Tesla-Aktien, deren letzter Schlusskurs bei knapp 806 Dollar lag und die Musk nun zum Optionspreis von 350 Dollar erstehen könnte. Aus der Differenz würde sich ein Buchgewinn von rund 775 Millionen Dollar ergeben. Allerdings muss Musk die Papiere mindestens fünf Jahre halten.  | mehr

SAP-Konkurrent Salesforce wird gebremst

Salesforce: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Unternehmenssoftware-Spezialist Salesforce senkt wegen der Pandemie seine Jahresprognose. Im Geschäftsjahr 2020/21 rechnet er nun mit einem Verelust je Aktie zwischen sechs und vier Cent. Im Februar hatte Salesforce noch einen Gewinn je Aktie in Aussicht gestellt. Auch beim Umsatz ist das Unternehmen, das den Markt für Kundenmanagement-Software (CRM) dominiert, inzwischen weniger zuversichtlich und reduzierte die Erwartungen um etwa eine Milliarde auf rund 20 Milliarden Dollar. Die Salesforce-Aktie fiel um fünf Prozent.

Vision-Funds-Chef: Verlust maximiert, Gehalt verdoppelt

Softbank Corp: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum 1 Jahr
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11,50
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Der Chef des Vision Fund des japanischen Technologieinvestors Softbank, Rajeev Misra, hat im abgelaufenenen Geschäftsjahr trotz eines Rekordverlusts mehr als das Doppelte verdient. Seine Bezahlung sei auf 15 Millionen Dollar gestiegen, geht aus einer Mitteilung von Softbank hervor. Wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf Beteiligungen des Vision Fund am angeschlagenen Bürovermittler WeWork und dem Fahrdienst Uber machte Softbank im Geschäftsjahr 2019/20 einen Betriebsverlust von umgerechnet fast 12,1 Milliarden Euro.

rm

Tagestermine am Pfingstmontag, den 1. Juni

Konjunktur:
China: Arbeitslosenzahlen im Mai, 09:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahlen im Mai, 09:00 Uhr
USA: EZB-Monatsbericht für Mai, 15:45 Uhr
USA: EZB-Monatsbericht für Mai, 15:45 Uhr
USA: Wöchentlicher API-Ölbericht, 22:30 Uhr

Sonstiges:
Deutschland: Börse geschlossen wegen Pfingstmontag
Schweiz: Börse geschlossen
Österreich: Börse geschlossen
Stoxx: Überprüfung der Zusammensetzung des EuroStoxx 50, des Stoxx 50 und des Stoxx 600