Marktbericht 20:20 Uhr

Wochenauftakt im Minus Anleger legen Denkpause ein

Stand: 25.01.2016, 20:10 Uhr

An die Kurssprünge zum Wochenschluss konnte der Deutsche Aktienindex am Montag nicht anknüpfen. Erneut sinkende Ölpreise und ein schwacher Ifo-Index belasteten. Am Abend kam allerdings ein kleiner Wachmacher von Siemens.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
114,56
Differenz relativ
-0,02%

Das Dax-Schwergewicht lieferte am Abend überraschend Zahlen zum abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal, die auch noch überraschend gut waren. Siemens-Aktien kletterten im Frankfurter Parketthandel um fast drei Prozent und halfen damit auch dem Late-Dax, die Tagesverluste fast wieder auszubügeln. Der Konzern hat am Tag vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung auch seine Gewinnprognose für das laufende Gesamt-Geschäftsjahr angehoben.

Kampf um runde Marken

Bis zum Schluss des Computerhandels in Deutschland hatten sich Anleger schwer getan. Der Dow-Jones-Index drehte erst am Abend wieder in Richtung Pluszone und übersprang zumindest zeitweise die Marke von 16.000 Punkten. Der Dax hatte lange mit der Marke von 9.700 Zählern zu kämpfen, die er erst im Abendhandel klar hinter sich ließ.

"Erschrocken ins neue Jahr"

Eine Reihe von Faktoren belasteten den Handel in der neuen Woche: Der Ifo-Geschäftsklima-Index signalisierte eine schlechte Stimmung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen. Der Index ist im Januar unerwartet deutlich auf 102,4 Zähler gefallen. Das ist der tiefste Stand seit August 2015. "Die deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr", kommentierte der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Auch die kurzzeitige Erholung der Ölnotierungen scheint bereits wieder zuende zu sein. Nachdem der saudische Ölmulti Aramco erklärt hatte, man werde die Investitionen nicht zurückfahren rutschten die Notierungen für Brent- und WTI-Öl jeweils um rund zwei Prozent ab.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,89
Differenz relativ
+0,85%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,50
Differenz relativ
+0,52%

Euro und Gold im Plus

Die Gemeinschaftswährung notierte zum Handelsschluss der deutschen Aktienbörsen mit 1.0835 in etwa einen halben Cent höher als zum Handelsstarts am Morgen. Das "Krisenbarometer" Gold gewann ebenfalls leicht hinzu. Am Abend kostete eine Feinunze des Edelmetalls mit 1.105 Dollar knapp ein Prozent mehr als zum Schluss der vergangenen Woche.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0997
Differenz relativ
-0,10%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.469,85
Differenz relativ
+0,45%

Defensive Dax-Titel gefragt

Im Leitindex hielten sich zum Handelsschluss vor allem Aktien im Plus, die weniger konjunktursensitiv sind. Dazu gehören die Titel der Fresenius-Familie, aber auch die Vertreter der Konsum- und Pharma-Branche Henkel und Merck. Auch der Wohnungskonzern Vonovia und Nivea-Hersteller Beiersdorf schlugen sich besser als der Gesamtmarkt.

Deutsche Bank bleibt verstoßen

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,62
Differenz relativ
-0,47%

Schluss mit der zeitweiligen Erholung der Aktie des Branchenprimus': Die Aktie der Deutschen Bank schloss den Montagshandel mit sechs Prozent Kursminus und der roten Laterne ab. Nach dem angekündigten Milliardenverlust im vergangenen Jahr nehmen Anteilseigner Reißaus. Einen Bericht, wonach das Institut seine Boni kräftig eindampfen will, bestätigte man bislang noch nicht.

Hat sich Daimler verspekuliert?

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,86
Differenz relativ
-3,14%

Rund zwei Prozent schwächer schloss auch die Daimler-Aktie, auch die Branchennachbarn BMW und VW verloren. Unternehmensvertreter von Daimler wurden egen möglicher Emissionsüberschreitungen von französischen Behörden "eingeladen". Zudem hat das Unternehmen laut "Manager Magazin" durch Währungsgeschäfte rund 200 Millionen Euro verloren.

Deutsche Börse will investieren

Der Börsenbetreiber will angesichts rekordniedriger Zinsen viel Geld für Investitionen und Zukäufe in die Hand nehmen. "Wir im Finanzsektor sollten das Niedrigzinsumfeld als Chance betrachten, um Investitionen zu tätigen", so Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter am Montagabend beim Neujahresempfang des Konzerns. Das Unternehmen hatte 2015 beispielsweise den Index-Anbieter Stoxx und die Devisenhandelsplattform 360T übernommen.

Vonovia gibt sich noch Zeit

Die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen gibt der Dax-Neuling Vonovia nicht so schnell auf. Das Übernahmeangebot, das eigentlich morgen ausläuft, wurde bis zum 9. Februar verlängert. Die Mindestannahmeschwelle setzte Vonovia von 57 auf 50 Prozent herab. Bislang hat das Unternehmen allerdings nur rund 20 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien angedient bekommen.

ElringKlinger und Wincor im MDax vorn

Fast fünf Prozent höher schloss die Aktie des Autozulieferers ElringKlinger. Die Deutsche Bank hat den Titel von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 17 auf 27 Euro angehoben. Der neue Finanzchef Thomas Jessulat könnte dabei helfen, dass die Aktionäre mehr von der starken Marktstellung des Unternehmens profitierten, hieß es zur Begründung.

Auch Papiere des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf beendeten den Handelstag deutlich höher. Das Unternehmen hat im ersten Quartal vom Umbau und der Neuaufstellung seines Geschäfts profitiert. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 14 Prozent auf 727 Millionen Euro, Analysten hatten einen Umsatz von 654 Millionen Euro erwartet. Wincor Nixdorf hob zudem seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2015/16 an.

McDonald's-Zahlen überzeugen

Die Berichtssaison in den USA kommt derzeit in Fahrt. Bevor Apple am morgigen Abend seine Zahlen vorlegt, gab es am Montagnachmittag ein bisschen "old economy". Die Burger-Kette McDonald's llieferte durchaus schmackhafte Zahlen ab. Dank neuer Produkte wie Frühstücksangeboten steigerte sich der Konzern beim Umsatz um fünf Prozent und steigerte den Gewinn sogar um zehn Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar im vierten Quartal. Die Aktie legte in New York zu, konnte den Dow-Jones-Index aber nicht aus seiner Lethargie reißen.

AB

Tagestermine am Donnerstag, den 14. November

Firmen:
Merck KGaA: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
RWE: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Daimler: Kapitalmarkttag in London, ab 10:00 Uhr
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Adler Real Estate: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Indus Holding: Q3-Zahlen, 07:15 Uhr
Aumann: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Hapag-Lloyd: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
MLP: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Raiffeisen International: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
Österreichische Post: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Cancom: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Burberry: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Singulus: Q3-Zahlen, 08:15 Uhr
Bauer: Neunmonatszahlen
Demire: Neunmonatszahlen
Biotest: Q3-Zahlen
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
WalMart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr Uhr
Zurich Insurance: Investor Day
Nvidia: Q3-Zahlen
Viacom: Q4-Zahlen
Applied Materials: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, 00:50 Uhr
China: Industrieproduktion und Einzelhandelsumsatz im Oktober, 03:00 Uhr
Deutschland: BIP Q3, 08:00 Uhr
Deutschland: Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank, 10:00 Uhr
Deutschland: : November-Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums
EU: BIP Q3 Eurozone, 11:00 Uhr
USA: Fed-Vize-Chef Richard Clarida hält eine Rede, 14:30 Uhr
USA: Erzeugerpreise im Oktober, 14:30 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Chicago Fed-Präsident Evans hält eine Rede, 15:10 Uhr
USA: Fed-Chef Powell vor dem House Budget Commitee, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht des Energieministeriums, 17:00 Uhr
USA: New York Fed-Präsident Williams hält eine Rede, 18:00 Uhr
USA: St. Louis Fed-Präsident Bullard hält eine Rede, 18:20 Uhr