Marktbericht 9:30 Uhr

Marktbericht neutral
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Dax bleibt unter 11.000 Punkten Anleger lassen sich nicht locken

Stand: 11.01.2019, 09:30 Uhr

Der Dax behauptet sich zwar auf hohem Niveau, der Funke für weitere Kursgewinne will aber nicht so recht überspringen. Die Anleger halten sich bedeckt.

Der deutsche Leitindex startet zunächst mit leichten Zugewinnen in den letzten Handelstag der Woche, bleibt aber unter der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Punkten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.931,24
Differenz relativ
+0,36%

Zwischenzeitlich rutschte der Index sogar leicht ins Minus und gab damit die ohnehin geringen vorbörslichen Gewinne wieder ab. Am Donnerstag lag der Xetra-Schluss bei 10.921 Punkten.

Der Markt tut sich derzeit schwer damit, die eher unkonkreten Ergebnisse des amerikanisch-chinesischen Handelsgipfels einzuordnen. Die dreitägigen Gespräche zur Beilegung des Zollstreits mit den USA seien "umfangreich, tief und detailliert" gewesen, hieß es lediglich aus dem Reich der Mitte. Das riecht nach einer Hängepartie.

"Die Marktteilnehmer warten immer noch auf ein Ende des Handelskonflikts zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China. Bleibt eine Vereinbarung aus, könnte dies die Finanzmärkte wieder in tiefere Kursgefilde schicken", kommentieren die Experten von IG Markets.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" sollen die Gespräche zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Ende Januar weitergehen. Der chinesische Chefunterhändler und Vizepremier Liu He plane am 30. und 31. Januar eine Reise nach Washington, berichtete die US-Zeitung am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Powell sorgt für Rückenwind

B5-Moderatorin Monika Stiehl
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B5 Börse 07.54 Uhr: Nikkei schließt ein Prozent höher

Unterstützung kommt hingegen von Fed-Chef Jerome Powell, der am Abend klar gemacht hatte, dass die mächtigste Notenbank der Welt keine Eile mit weiteren Zinserhöhungen habe. Auch auf eine bestimmte Anzahl weitere Zinserhöhungen sei die Fed nicht fixiert.

Botschaften, die an der Börse gut ankommen. Der US-Leitindex Dow Jones legte 0,5 Prozent zu auf 24.001 Punkte und auch in Asien ging es heute bergauf. In Tokio stieg der Nikkei ein Prozent auf 20.389 Punkte, in China legte der CSI-300-Index um 0,7 Prozent zu.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.195,58
Differenz relativ
+0,56%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.614,98
Differenz relativ
+0,19%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.370,99
Differenz relativ
-0,35%

Euro wieder über 1,15 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1388
Differenz relativ
-0,05%

Der Euro, der am Vortag unter die Marke von 1,15 Dollar gefallen war, notiert aktuell wieder erholt bei 1,1526 Dollar. Am Devisenmarkt werden derzeit die neuen Zinserwartungen in den USA eingepreist, die den Greenback tendenziell schwächen. Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank hält den Kursrutsch des Dollar am Vortag für eine "verspätete beziehungsweise überfällige Korrektur". In den letzten Wochen habe sich die US-Währung trotz des massiven Einbruchs bei der Zinserwartung als erstaunlich robust erwiesen.

Auf EU-Ebene werden heute keine neuen Konjunkturzahlen erwartet, dafür gibt es am Vormittag eine Reihe neuer Daten aus Großbritannien, wo weiter über den Brexit gestritten wird. Aus den USA stehen am Nachmittag (ab 14:30 Uhr) Inflationsdaten und die Realeinkommen für den Dezember auf der Agenda.

Ölpreise nehmen Fahrt auf

Die Ölpreise legen nach zunächst verhaltenem Handelsstart weiter zu. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostet am Morgen rund ein Prozent mehr, der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legt um 1,4 Prozent zu. Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen bisher kräftig nach oben. Seit Montag konnte der Preis für US-Öl um rund zehn Prozent und der für Brent-Öl um über acht Prozent zulegen. Das ist der stärkste Anstieg im Verlauf einer Woche seit mehr als zwei Jahren.

Marktbeobachter sahen zwei Gründe für den jüngsten Schub. Demnach gebe es am Markt die wachsende Zuversicht, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre gemeinsam mit anderen Förderstaaten beschlossene Produktionskürzung in die Tat umsetzt. Nach den Aussagen des saudischen Energieministers Khalid Al-Falih hat das führende Opec-Land seine Menge schon verringert.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,94
Differenz relativ
-0,19%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,83
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+0,63%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.292,54
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-0,07%

Der zweite Grund für den starken Anstieg der Ölpreise seit Montag ist die leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Goldpreis legt etwas stärker zu auf 1.293 Dollar je Feinunze.

Nun auch Kuka

Der mehrheitlich in chinesischem Besitz stehend Roboterbauer Kuka hat ein Sparprogramm und Stellenstreichungen beschlossen. Das abgelaufene Jahr sei mit einem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro noch schlechter gelaufen als im Herbst gedacht, teilte Unternehmen am Abend mit.

Das operative Ergebnis brach noch stärker ein. Die Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigte Ebit-Marge) sank daher im vergangene Jahr auf 3,0 (4,3) Prozent. Das entspricht einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von knapp 100 Millionen Euro. Auch die für 2020 geplanten Ziele seien damit unrealistisch. Der Streubesitz bei Kuka liegt nur noch bei 5,45 Prozent, den Rest hält die chinesische Midea Group.  | mehr

Hella leuchtet weniger

Der Lichtspezialist Hella wird angesichts der Probleme in der Autoindustrie etwas vorsichtiger. Sollten sich die Bedingungen in der Branche nicht noch verschlechtern, rechnet der Zulieferer nun mit einem Umsatzwachstum und beim bereinigten Ergebnis am unteren Ende der anvisierten Spanne von fünf bis zehn Prozent, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Lippstadt mitteilte. Dank einer Kaufempfehlung schloss der Titel dennoch rund drei Prozent höher.  | mehr

Großauftrag für Nordex

Nordex-Aktien stehen an der Spitze des TecDax. Der Windanlagenbauer hat sich am Jahresende einen weiteren Auftrag für ein größeres Projekt gesichert. So liefert der Konzern 48 Turbinen für einen 150 Megawatt-Windpark in die USA, wie Nordex am Freitag mitteilte. Die ersten Turbinen sollen im dritten Quartal an den Standort in Texas geliefert werden.

Damit kann Nordex auf einen starken Jahresendspurt blicken. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern mitgeteilt, im Dezember den Zuschlag für ein Großprojekt in Indien erhalten zu haben, das 100 Turbinen mit einer Leistung von 300 Megawatt beinhaltet. Sowohl Indien als auch die USA gehören zu den wichtigen Wachstumsmärkten für Windenergie.

Siemens und Alstom kämpfen für die Zug-Fusion

Siemens und Alstom sind im Ringen um die Genehmigung der Fusion zum größten europäischen Zughersteller offenbar zu weiteren Zugeständnissen an die EU-Wettbewerbshüter bereit. Damit wollten die beiden Konzerne die EU-Kommission dazu bewegen, die Fusion von Siemens Mobility und Alstom doch noch zu erlauben, hieß es aus Insider-Kreisen.

Die im Dezember angebotenen Verkäufe und Lizenzvergaben reichen Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager noch nicht aus. Die Kommission will bis zum 18. Februar über eine Genehmigung des Zusammenschlusses entscheiden. Vestager hat mehrfach schwere Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss geäußert. Die beiden einstigen Erzrivalen - Siemens baut den ICE, Alstom den TGV - haben sich zusammengetan, um der chinesischen Konkurrenz zu trotzen.

Credit Suisse geht beim Aktienrückkauf in die Vollen

Credit Suisse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,71
Differenz relativ
+3,18%

Die Credit Suisse will bis Jahresende eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen. Das Aktienrückkaufprogramm starte am 14. Januar und dauere bis spätestens 30. Dezember 2019, teilte die Schweizer Großbank am Freitag mit. Basierend auf dem Schlusskurs von Donnerstag könnte sie damit bis zu gut fünf Prozent des Kapitals kaufen. Wieviele eigene Aktien sie tatsächlich zurückkaufe, hänge vom Marktumfeld ab. Geplant sei ein Volumen von mindestens einer Milliarde Franken, erklärte das Institut.

Chinesen bescheren Richemont

Der Schweizer Uhren- und Schmuckhersteller Richemont hat seinen Umsatz im dritten Quartal dank mehrerer Zukäufe erheblich steigern können. In den drei Monaten per Ende Dezember, in die das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt, erhöhte der Konzern die Erlöse um 25 Prozent auf knapp 3,92 Milliarden Euro. Bereinigt um Übernahmen lag das Plus noch bei sechs Prozent. Die Zahlen lagen in etwa im Rahmen der Markterwartungen.

Richemont verzeichnete dabei in den meisten Regionen Wachstum, auf dem chinesischen Festland stiegen die Umsätze im zweistellig. Dies konnte Rückgänge im Nahen Osten und Europa ausgleichen. Vor allem die "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich machten dem Konzern zu schaffen.

rm

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr