Marktbericht 20:00 Uhr

Dax scheitert knapp an 9.500 Punkten Anleger hoffen auf ultralockere EZB

Stand: 29.02.2016, 20:00 Uhr

Der steigende Ölpreis und die Aussicht auf erneute Hilfe der Notenbanken zog den Dax nach zunächst starken Verlusten fast zurück in die Gewinnzone.

Der Dax schließt mit einem Abschlag 0,2 Prozent auf 9.495,40 Punkten. Gegen Ende des Handelstags zogen die Kurse noch einmal an, zuvor hatte der Index deutlich tiefer gelegen. Den tiefsten Stand des Tages hatte er bei 9.332,42 Punkten markiert.

Der steigende Ölpreis und die Hoffnung auf erneute Hilfe von Fed & Co lockte einige Investoren zurück in den Aktienmarkt. Der L-Dax verlor 0,3 Prozent auf 9.490,05 Punkte. Wie es weitergeht? Experten rechnen jedenfalls auch in dieser Woche wieder mit einem recht volatilen Handel.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Monatsbilanz

Die Dax-Monatsbilanz sieht indes nicht so furchtbar aus, wie man befürchten konnte: Im Februar hat der Dax 3,1 Prozent verloren. Die stärkste Aktie war ThyssenKrupp mit einem Plus von 9,7 Prozent. Die schwächsten Titel waren RWE und Eon, die 18,1 und 11 Prozent einbüßten. Der europäische Sektor "Reise und Freizeit" legte als stärkster Teilindex um 4,8 Prozent zu, "Versicherung" waren mit minus 6,7 Prozent am wenigsten gefragt.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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24.967,10
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-1,38%

In den USA lag der Dow Jones am Abend etwa 0,1 Prozent im Plus. Investoren lehnen sich ein wenig zurück und wägen ab, wohin sich die Weltkonjunktur und die Geldpolitik bewegen werden", kommentierte Fondsmanager Chad Morganlander von der Investmentbank Stifel, Nicolaus & Co.

Draghi soll es richten

Auch hierzulande beschäftigte wieder einmal die Sorge um eine globale Konjunkturschwäche den Markt. Wie immer ruhen die Hoffnungen auf der EZB: Aktuelle negative Inflationsdaten aus dem Euroraum könnten ein Eingreifen wahrscheinlicher machen. Schon zur März-Sitzung der EZB in der kommenden Woche rechnen viele Experten mit einem weiteren Öffnen der Geldschleusen im Kampf gegen die schwache Inflation. Der Euro sackte unter 1,09 Dollar.

EZB-Präsident Mario Draghi bei einer Anhörung beim Europäischen Parlament in Brüssel

EZB-Präsident Mario Draghi. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Geldmarkthändlern meinen beispielsweise, dass die EZB die Strafzinsen für Banken erneut erhöhen werde. Wie aus einer Reuters-Umfrage unter 18 Geldmarkthändlern hervorgeht, rechnet die Mehrzahl mit einer Änderung des Einlagensatzes auf minus 0,4 von zuvor minus 0,3 Prozent. Die Geldmarkthändler sehen im Mittel die Chance bei 50 Prozent, dass die Zentralbank die monatlichen Käufe ihres Anleihen-Kaufprogramms ausweitet.

"Keine industrielle Dynamik"

Konjunkturdaten aus den USA schürten ebenfalls Hoffung auf die Fed. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex sackte unerwartet kräftig ab und rutschte deutlich unter die Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. "Der Rückgang lässt nicht auf eine zunehmende industrielle Dynamik schließen", sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 19.00 Uhr

"Der überraschende Einbruch des Chicago-Einkaufsmanagerindex aus den USA brachte in Kombination mit schwachen Immobiliendaten die Konjunktursorgen wieder zurück auf die Agenda", kommentiert Andreas Paciorek, Marktbeobachter bei CMC Markets. Es bleibe ein Wechselbad der Gefühle zwischen den Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung auf der einen Seite und andererseits der Hoffnung, dass schwache Konjunkturdaten die US-Notenbank von einer baldigen weiteren Zinsanhebung abhalten würden.

Deutsche Börse größter Verlierer

Mit einem Abschlag von mehr als zwei Prozent fielen Deutsche-Börse-Aktien weit zurück. Ein Händler sprach von Zweifeln am Gelingen der Fusion. "Daher machen einige Kasse." Mit einem Zuwachs von gut 5 Prozent hatte die Aktie den Dax in der Vorwoche klar hinter sich gelassen. Auch LSE-Titel geben nach.

Deutsche Bank kauft Anleihen zurück

Bei der Deutschen Bank läuft auch der zweite Teil des milliardenschweren Anleiherückkaufs schleppend. Ursprünglich wollte das Institut in Dollar ausgegebene unbesicherte Bonds im Volumen von bis zu zwei Milliarden Dollar zurückkaufen, um die Märkte zu beruhigen. Bislang wurden aber nur 740 Millionen Dollar eingetütet, weil das Interesse so gering ist, wie die Deutsche Bank am Montag mitteilte. Die Offerte läuft noch bis zum 11. März. Nach Angaben aus Finanzkreisen ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Nachfrage spürbar belebt.

Die Bank kann einen kleinen Gewinn einstreichen, indem sie die Papiere unter dem Ausgabepreis zurückkauft. Nach den bisherigen Ergebnissen des Rückkaufprogramms wird im ersten Quartal mit einem Ergebnisbeitrag von rund 55 Millionen Euro gerechnet.

BASF fallen zurück

Die BASF-Aktie präsentierte sich schwach. Die Schweizer Bank Credit Suisse hat das Kursziel für den Chemie-Titel von 65 auf 63 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underperform" belassen. 2016 werde für den Chemiekonzern zur Herausforderung.

VW: Abgasskandal-Risiken überschätzt?

Die VW-Vorzugsaktie war gefragt und legte an der Dax-Spitze fast vier Prozent zu. Die französische Investmentbank Exane BNP hat das Kursziel zwar von 143 auf 136 Euro gesenkt, sieht damit aber immer noch rund 30 Prozent Luft nach oben. Die Abgasskandal-Risiken würden überschätzt. Andere, negative Nachrichten zu der VW-Abgasaffäre rücken da in den Hintergrund.

Daimler: US-Umweltbehörde will Klarheit

Nach der jüngst eingereichten US-Sammelklage gegen Daimler wegen angeblich überhöhter Abgaswerte verlangt die US-Umweltbehörde EPA Aufklärung vom Autobauer. Man habe Testergebnisse für die US-Dieselmotoren eingefordert, so EPA-Direktor Christopher Grundler.

Auto-Branchenverband VDA erhöht China-Prognose

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
73,50
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-1,26%

Die deutsche Autoindustrie hat ihre Prognose zum Wachstum des chinesischen Markts erhöht. Verbandspräsident Matthias Wissmann sagte, der chinesische Markt habe seit Oktober wieder den "Turbo" eingeschaltet. Allein im Januar seien mit 2,2 Millionen Neuwagen 11 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft worden als im Vorjahresmonat. Der VDA erwartet jetzt ein Plus von 6 Prozent auf 21,3 Millionen Pkw." Der VW -Konzern hat im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Autos in China verkauft, BMW 464.000 und Mercedes 373.000 Autos.

Commerzbank: Es wird keine Chefin geben

An der Spitze der Commerzbank wird einem Pressebericht zufolge keine Frau stehen. Die Bank habe ihre Suche nach einer Nachfolgerin für den scheidenden Vorstandschef Martin Blessing eingestellt, berichtete die "FAS" unter Berufung auf Insider. Es mangele an Frauen mit entsprechender Erfahrung.

Eon und RWE müssen warten

Das Ringen um eine Lösung bei der Finanzierung des Atomausstiegs belastet die Aktien von RWE und Eon. So braucht die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission mehr Zeit. Eigentlich wollte das Gremium bis Ende Februar seinen Abschlussbericht mit einem Vorschlag vorlegen.

Ergebnisschmelze bei RIB Software

Das Stuttgarter IT-Unternehmen RIB Software hat trotz eines Umsatzanstiegs im abgelaufenen Jahr operativ weniger verdient. Nach vorläufigen Zahlen brach das Betriebsergebnis (Ebitda) um 29 Prozent auf 25 Millionen Euro ein. Die operative Rendite ging von 50,3 auf 30,5 Prozent zurück.

QSC: Rote Zahlen, Mini-Dividende

Der Kölner Telekomkonzern QSC schafft trotz eines Konzernumbaus mit Stellenstreichungen nicht den Sprung in die schwarzen Zahlen. Im vorigen Jahr stand unter dem Strich ein Verlust von gut 15 Millionen Euro nach minus 34 Millionen Euro im Jahr zuvor. QSC plant dennoch eine Mini-Dividende von 3 Cent je Aktie.

Hochtief ereicht Rekordhoch

Die Hochtief-Aktie steigen auf ein frisches Rekordhoch bei 100,05 Euro. Sowohl die DZ Bank als auch das Bankhaus Lampe haben ihr Kursziel für den MDax-Titel nach Zahlen von 100 auf 110 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen.

Fraport: Neue Beteiligung ist viel wert

Nach dem Zuschlag für den Betrieb von 14 griechischen Regional-Airports winkt dem Flughafenbetreiber Fraport nach Aussage von Finanzvorstand Matthias Zieschang ein merklich höheres operatives Ergebnis (Ebitda). 2017 könnte Fraport sein Ebitda erstmals auf über eine Milliarde Euro steigern.

Sixt steigert Carsharing-Nutzer um fast die Hälfte

Der Autovermieter Sixt hat die Zahl der Carsharing-Nutzer im vergangenen Jahr europaweit um fast 50 Prozent auf 580.000 gesteigert. Laut Vorstandschef und Großaktionär Erich Sixt ist die Carsharing-Firma DriveNow, die Sixt gemeinsam mit BMW betreibt, der einzige profitable Carsharing-Anbieter in Deutschland.

Manz: Hilfe aus China

Jenseits der großen Indizes sorgt Manz für Furore. Der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric Group will bei dem kriselnden Maschinenbauer einsteigen. Beide Unternehmen wollen in den Bereichen Energiespeichersysteme, Solar und Automationstechnologie zusammenarbeiten.

Starbucks bald auch in Italien

Der US-Kaffeegigant Starbucks wagt den Schritt in die Heimat von Espresso und Cappuccino. 30 Jahre nach der Gründung der Kette in Seattle will ihr Chef Howard Schulz Anfang 2017 erstmals eine Filiale in Italien eröffnen. "Dies ist das wichtigste Projekt unserer Gruppe", betonte der 62-Jährige einem Bericht der Zeitung "Corriere della Sera" (Montag) zufolge. Für ihn werde damit ein lang gehegter Traum wahr.

Isra Vision bleibt auf Kurs

Die Aktie von Isra Vision zieht gegen den negativen Markttrend deutlich an. Das Unternehmen aus dem Bereich industrielle Bildverarbeitung hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 seinen Umsatz um neun Prozent auf 26,0 Millionen Euro erhöht und das Vorsteuerergebnis (EBT) um 14 Prozent auf 5,0 Millionen Euro gesteigert.

Amazon-Deal gibt Morrisons Auftrieb

Die geplante Kooperation mit Amazon treibt die Morrisons-Aktie an der Londoner Börse auf den höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Im Rahmen der Vereinbarung liefert Morrisons den Angaben zufolge die Lebensmittel, die Amazon-Kunden online bestellen.

Apple: Zu früh gefreut?

Ein Berufungsgericht hat den Sieg von Apple im zweiten großen Patentprozess gegen Samsung in Kalifornien komplett aufgehoben. Demnach seien zwei Apple-Patente ungültig gewesen, ein drittes sei nicht verletzt worden sei. Damit wird auch die Apple zugesprochene Zahlung von knapp 120 Millionen Dollar hinfällig.

Alibaba braucht Geld – und zwar jede Menge

Die chinesische Handelsplattform Alibaba will sich einem Zeitungsbericht Milliarden bei Banken für ihre Expansionspläne leihen. Das Unternehmen führe Gespräche mit etlichen Banken über einen Kredit von bis zu vier Milliarden US-Dollar, berichtet das "Wall Street Journal" (Montag) unter Berufung auf Insider.

Boeing und Lockheed geben sich geschlagen

Im Ringen um den milliardenschweren Bomberauftrag der US-Regierung geben sich die unterlegenen Anbieter Boeing und Lockheed Martin geschlagen. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, verzichten sie auf weitere rechtliche Schritte gegen die Vergabe des Auftrags an ihren Rivalen Northrop Grumman.

Blackstone: Chef scheffelt Millionen

Der Chef der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone, Stephen Schwarzman, hat im vergangenen Jahr 810,6 Millionen Dollar verdient. Damit lagen seine persönliche Einnahmen nach Firmenangaben 17 Prozent über dem Niveau von 2014.

Fifa-Skandal: Fragen an die Citigroup

Im Zusammenhang mit Ermittlungen im Fifa-Korruptionsskandal wollen US-Behörden die US-Großbank Citigroup befragen. Das Geldhaus hat eine Vorladung vom Staatsanwalt aus New York erhalten. Die Bank soll Auskunft über Verbindungen und Transaktionen von "bestimmten Einzelpersonen" bei der Tochter Citibank geben.

Starinvestor Buffett meldet Rekordgewinn

Warren Buffett hat das Jahr seines 50. Dienstjubiläums bei Berkshire Hathaway mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. 2015 stieg der Überschuss verglichen mit dem Vorjahr von 19,9 Milliarden auf 24,1 Milliarden Dollar, wie die Investmentgesellschaft des 85-jährigen Staranlegers am Samstag mitteilte.

ts

Tagestermine am Dienstag, 23. Oktober

Unternehmen:
Sartorius: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Talanx: Telefon-Pk zum Kapitalmarkttag, 7:30 Uhr
Anglo American: Q3 Production Report, 8:00 Uhr
Eli Lilly: Q3-Zahlen, 12:25 Uhr
United Technologies: Q3-Zahlen, 12:55 Uhr
Lockheed Martin: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
Verizon Communications: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
Caterpillar: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
3M: Q3-Zahlen, 13:30 Uhr
McDonald`s: Q3-Zahlen, 14:00 Uhr
Texas Instruments: Q3-Zahlen, 22:01 Uhr
Logitech: Q3-Zahlen
Harley-Davidson: Q3-Zahlen
Biogen: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Erzeugerpreise 9/18, 8:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen 10/18 (vorab), 16:00 Uhr