Marktbericht 20:00 Uhr

Dax kaum bewegt Anleger halten inne

Stand: 26.10.2015, 20:00 Uhr

Was tut die Fed und wie geht es mit der Berichtssaison weiter? Diese beiden Fragen konnte der Montag nicht beantworten. Also gaben sich die Investoren mit dem erreichten Niveau zufrieden.

Der Dax schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 10.801,34 Punkten. Der Dow Jones lag am Abend leicht im Minus. Überraschend ist das gedrosselte Tempo eigentlich nicht. Einige Experten hatten darauf hingewiesen, dass nach den Gewinnen der Vorwoche eine Verschnaufpause zu erwarten sein würde. "Seit Monatsbeginn haben die Börsen kräftig zugelegt, da haben wir uns eine kleine Pause verdient", sagte ein Händler.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.494,78
Differenz relativ
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Schwache Immobiliendaten aus den USA ließen zudem den Euro steigen, was wiederum den Dax belastete. Nicht nur ihn. Der EuroStoxx 50 gab um 0,3 Prozent auf 3.414,60 Punkte nach in Paris sank der CAC 40 um 0,5 Prozent, während der britische FTSE 100 0,4 Prozent verlor. Der L-Dax fiel um 0,2 Prozent auf 10.793,64 Punkte zurück.

"Wackeliges Fundament"

Hinzu kommt, dass die wichtigen Ereignisse noch bevorstehen, deshalb dürften viele Investoren eine abwartende Haltung bevorzugen. Denn auch in dieser Woche steht die Geldpolitik der Notenbanken im Vordergrund: Am Mittwoch wird die Fed ihren Zinsentscheid bekanntgeben. Der Markt rätselt schon seit Wochen darüber, wann sie die Zinswende einleiten wird. Am Donnerstag wird ferner die US-BIP-Schätzung bekanntgegeben.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 19.00 Uhr

Jens Klatt, Marktbeobachter von DailyFX, sieht die Lage so: "Die Rallye an den globalen Aktienmärkten und somit auch im deutschen Dax steht auf einem ganz wackeligen Fundament. Der Run auf deutsche Aktien wird getrieben aus Gründen der Alternativlosigkeit, deutsche Aktien sind der einzige Rendite-Hafen. Fundamentale Treiber kann ich nirgendwo am Horizont ausmachen."

Wissenswerte Fakten über die aktuelle charttechnische Situation des Dax haben wir hier für Sie aufbereitet. Was derzeit für steigende oder für fallende Kurse spricht, können Sie hier nachlesen.

RWE recht gefragt

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,11
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+2,60%

Der am Wochenende zwischen dem Konzern und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ausgehandelte Kompromiss über die Braunkohlekraftwerke hievte die RWE-Aktie nach oben. In Deutschland sollen in den kommenden Jahren mehr als ein halbes Dutzend Braunkohle-Kraftwerksblöcke zunächst in eine Notfall-Reserve überführt und dann ganz stillgelegt werden.

Deutsche Bank fällt zurück

Zu den größte Verlierern gehörte die Deutsche Bank-Aktie nach einem negativen Pressebericht. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Insider scheibt, drohen der Bank wegen ihrer Russland-Geschäfte nun Ermittlungen von US-Behörden. Während es bisher "nur" um Geldwäschevorwürfe geht, werde nun auch geprüft, ob die Bank gegen die Russland-Sanktionen verstoßen habe, die wegen des Ukraine-Konflikts verhängt wurden.

Der Fall sei "ein erhebliches, unkalkulierbares Risiko für die Deutsche Bank", sagte ein Börsianer. Schlimmstenfalls müsse die Bank deshalb erneut zu einer Kapitalerhöhung greifen. Am Donnerstag will der neue Bankchef John Cryan Details zu seinem mit Spannung erwarteten Umbauprogramm präsentieren. Angekündigt sind bereits massive Kosteneinsparungen und ein signifikanter Stellenabbau. Das Geschäft in Russland soll übrigens eingestellt werden.

VW verliert die Pole Position

Erzrivale Toyota hat die abgasgeschwächten Wolfsburger bei den Absatzzahlen nach neun Monaten von der Spitzenposition verdrängt. Die Japaner verkauften in den ersten neun Monaten dieses Jahres knapp 7,5 Millionen Fahrzeuge. Das war allerdings ein Minus von 1,5 Prozent. Der VW-Absatz ging im gleichen Zeitraum ebenfalls um 1,5 Prozent auf 7,43 Millionen Stück zurück. Im ersten Halbjahr hatte Volkswagen noch mehr Fahrzeuge verkauft als die Japaner.

Der französische Konkurrent Peugeot hat derweil im dritten Quartal den Umsatz zwar um 3,2 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro gesteigert, damit die Erwartungen aber leicht verfehlt. Während die Franzosen unter der nachlassenden Nachfrage in China litten, ging es auf dem europäischen Markt, dem wichtigsten des Unternehmens, besser voran.

Starker Dollar hilft MTU

Die Aktien des Triebwerksbauers aus dem MDax legten nach guten Zahlen zum dritten Quartal zu. Das Papier war bereits im Vorfeld gut gelaufen. Das Unternehmen konnte im Quartal vor allem von der Dollar-Stärke profitieren und erzielte deutliche Zuwächse bei Gewinn und Umsatz.

Schwarzer Tag für Dialog Semiconductor

Die Aktien des Chipherstellers aus dem TecDax verloren zweistellig. Die Anleger reagieren damit auf die überraschend vorgelegten Eckdaten für das dritte Quartal mit massiven Verkäufen. Einem Experten zufolge hätten die Daten erneut gezeigt, warum sich der Apple-Zulieferer bei seiner Kundenbasis, aber auch dem Produktportfolio breiter aufstellen müsse.

Freie Fahrt für Schaltbau

Der Spezialist für Verkehrstechnik aus dem SDax hat im dritten Quartal seine Erlöse um 7,7 Prozent auf 124,7 Millionen Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag bei 7,9 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 11,5 Millionen Euro.

Sixt besser als gedacht

Der Autovermieter Sixt hat sich nach einem Gewinnplus im dritten Quartal optimistischer über die Aussichten für das Gesamtjahr geäußert. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) werde 2015 mindestens 180 Millionen Euro betragen und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 157,0 Millionen Euro liegen, teilte das im SDax notierte Unternehmen mit. Bisher war der Vorstand lediglich von einer leichten Gewinnsteigerung ausgegangen.

MLP macht Verlust

"Das dritte Quartal liegt infolge externer Einflüsse deutlich unter den Erwartungen", erklärte MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg. Im dritten Quartal schrieb MLP einen Betriebsverlust von 0,7 Millionen Euro nach einem Gewinn von 4,9 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz stieg dagegen um vier Prozent auf 120 Millionen Euro. Das Ziel, den Betriebsgewinn (Ebit) des Vorjahres von 39 Millionen Euro 2015 zu übertreffen, werde somit "voraussichtlich nicht realisiert", erklärte das Unternehmen.

Vivendi erwägt Kauf von Ubisoft und Gameloft

Der französische Medienkonzern Vivendi denkt über eine vollständige Übernahme der beiden Videospiele-Hersteller Ubisoft und Gameloft nach. Vivendi könne eine Offerte in den nächsten sechs Monaten nicht ausschließen. Das Unternehmen erwäge zunächst, mehr Aktien von Ubisoft und Gameloft zu erwerben. Vor vier Tagen hatte Vivendi bekanntgegeben, seinen Anteil an Ubisoft auf 10,39 Prozent und an Gameloft auf 10,2 Prozent aufgestockt zu haben. Die beiden Videospiele-Produzenten wollen jedoch unabhängig bleiben.

Philips wieder in den schwarzen Zahlen

Die Niederländer sind im dritten Quartal mit einem Nettogewinn von 324 Millionen Euro wieder deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im Vorjahr stand noch ein Verlust von 103 Millionen Euro in den Büchern. Operativ (Ebita) wurden 429 nach einem Minus von 62 Millionen Euro verdient. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um zwei Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.

Credit Suisse nimmt 1,32 Milliarden Franken ein

Die Schweizer Bank hat den Ausgabepreis für die bei Privatinvestoren platzierten neuen Aktien auf 22,75 Franken festgelegt. Damit fließen dem Institut 1,32 Milliarden Franken frische Mittel zu. Der Schlusskurs am Freitag hatte bei 24,22 Franken gelegen. Die Platzierung ist Teil einer Kapitalspritze von insgesamt sechs Milliarden Franken, mit der die Credit Suisse ihre Kapitaldecke aufpolstern will. Der neue Bankchef Tidjane Thiam krempelt die Bank um: "Das Investment Banking steht an zweiter Stelle. Es ist klar Zubringer für die Vermögensverwaltung."

ICE kauft zu

Der US-Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) übernimmt den Finanzdaten-Spezialisten Interactive Data. Die beiden Investmentfirmen Silver Lake und Warburg Pincus bekommen dafür 3,65 Milliarden Dollar in bar sowie ICE-Aktien im Wert von 1,55 Milliarden Dollar. Anleger reagierten positiv auf die Übernahme.

Xerox macht Verlust

Der US-Technologiekonzern Xerox hat im dritten Quartal wegen der geringeren Nachfrage nach Druckern einen Verlust von 34 Millionen Dollar gemacht nach einem Gewinn von 266 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Lexmark-Konkurrent kündigte an, nun "strukturelle Optionen" zu prüfen.

ts

Tagestermine am Mittwoch, 14. November

Unternehmen:
Merck KGaA: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
RWE: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Eon: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Wirecard: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Linde: Q3-Zahlen, 19:00 Uhr
BMW: Absatzzahlen für Oktober, 09:00 Uhr
Salzgitter: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Zooplus: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bechtle: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ado Properties: Q3-Zahlen
Patrizia Immobilien: Q3-Zahlen
Deutsche Wohnen: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Adler Real Estate: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Deutsche Euroshop: Q3-Zahlen, 16:00 Uhr
ProSiebenSat.1: Kapitalmarkttag
Leoni: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr Uhr
Sixt Leasing: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
MLP: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Biotest: Q3-Zahlen
Shop Apotheke: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Indus: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Tele Columbus: Q3-Zahlen
Leifheit: Q3-Zahlen
Maersk: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Raiffeisen Bank Internationa: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Alstom: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Pirelli: Q3-Zahlen
Philip Morris: Pk zu Zahlen und Daten von Iqos, 10:00 Uhr
Cisco Systems: Q1-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, 00:50 Uhr
China: Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion im Oktober, 03:00 Uhr
Deutschland: BIP Q3, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im Oktober, 10:30 Uhr
Deutschland: Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank, 11:00 Uhr
EU: BIP Euro-Zone Q3, 11:00 Uhr
EU: Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr
USA: Realeinkommen und Verbraucherpreise im Oktober, 14:30 Uhr
USA: Rede des stellvertretenden Fed-Vorsitzenden Quarles vor dem House Financial Services Committee, 16:00 Uhr

Sonstiges:
IEA: World Energy Outlook, PK mit IEA-Chef Birol, 09:00 Uhr
Euro Finance Week: (bis 16. November): mit Rede von Bundesbank-Vorstand Balz