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Dax löst sich vom Tagestief Anleger hängen in der Luft

Stand: 10.01.2019, 11:35 Uhr

Bullen und Bären liefern sich am deutschen Aktienmarkt einen harten Kampf. Am Mittag haben die Bullen Terrain zurückgewonnen, der Dax findet aber insgesamt keine klare Richtung.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der deutsche Leitindex hat sich jedoch von seinem Tiefstand bei 10.788 Punkten mittlerweile gelöst, die Marke von 10.800 Punkten zurückgewonnen und visiert mittlerweile den Schlusskurs vom Vortag bei 10.893 Punkten an. Die Anleger rätseln noch immer darüber, ob die Gespräche im Zollstreit zwischen den USA und China nun zum Durchbruch werden oder nicht.

Eine erste Euphorie ist aber verflogen. "Die Investoren warten immer noch auf konkrete Details zu den Handelsgesprächen in Peking", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Solange hier keine Ergebnisse verkündet werden, bestimmt Zurückhaltung das Geschehen an den Börsen der Welt." Zu den Gewinnern des Tages gehören heute die beiden Versorgeraktien, im Gegenzug geben die Sieger des Vortages ihre Aufschläge wieder ab. Continental und FMC stehen am Dax-Ende.

Euro gibt Gewinne wieder ab

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Unterstützung erhält die exportorientierte deutsche Börse aber dadurch, dass der Euro seine Anfangsgewinne nicht halten kann und abrutscht auf aktuell nur noch 1,1525 Dollar. Das ist knapp ein halber Cent weniger als im Tageshoch. Gegenwind kommt von schwachen Fundamentaldaten. So zuletzt von den schwächer als erwartet ausgefallenen deutschen Handelsbilanzdaten und heute von fast schon desaströsen französischen Zahlen zur Industrieproduktion im November.

Ausschlaggebend für die Kursbewegung sind aber derzeit weniger die Daten aus Europa, sondern vielmehr eine breitangelegte Dollar-Schwäche. Hintergrund sind jüngste Signale aus den USA, dass die Zeiten der geldpolitischen Straffung im Land zu Ende gehen könnten. So signalisierte die Notenbank Fed bei ihrer geldpolitischen Gangart "mehr Geduld". Dies ging aus den am Vorabend veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung des Zinsausschusses der Bank von vor Weihnachten hervor.

Brexit-Debatte geht weiter

Im Fokus der Märkte bleibt auch die Brexit-Debatte, insbesondere die Konsequenzen eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU ohne eine Regelung. Derzeit debattiert das britische Parlament darüber, ob es den von der Regierung ausgehandelten Scheidungsvertrag mit der EU billigen soll oder nicht.

Aktuell zeichnet sich keine Mehrheit dafür ab, so dass ein chaotisches Ausstiegsszenario näher rückt. Am 15. Januar soll abgestimmt werden. Das britische Pfund, das sich zuletzt oberhalb von 1,27 Dollar stabilisiert hat, gibt am Mittag leicht nach. Seit April aber, als noch 1,43 Dollar bezahlt wurden, hat die britische Währung deutlich an Wert verloren, auch gegenüber dem Euro.

Ölpreise fallen zurück

Die Ölpreise haben am Donnerstag den starken Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst nicht weiter fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um über ein Prozent auf 51,73 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Morgen 60,77 Dollar, ebenfalls rund ein Prozent weniger.

Am Ölmarkt wurden die Erwartungen an ein schnelles Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft. In den vergangenen Handelstagen hatte die Hoffnung darauf die Ölpreise immer wieder beflügeln können. Außerdem wurden die Notierungen durch die Entwicklung der US-Ölreserven belastet. Diese waren in der vergangenen Woche nicht so stark wie erwartet gesunken. Der Goldpreis steigt leicht auf 1.295 Dollar je Feinunze.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen: Erster Rückgang in China seit 20 Jahren

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw hat wegen des kriselnden chinesischen Automarktes im vergangenen Jahr nur ein knappes Verkaufsplus erzielt. Insgesamt legten die Auslieferungen weltweit um 0,2 Prozent auf 6,24 Millionen Autos zu. Im Dezember gab es einen empfindlichen Rückgang um 9 Prozent, vor allem weil die Verkäufe in China spürbar einbrachen. Auch auf Jahressicht verkaufte VW mit seinen Partnern in China weniger Fahrzeuge.  | mehr

Ford zieht in Europa die Reißleine

Ford: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Ford will sein tief in den Verlusten steckendes Europageschäft umbauen und tausende Arbeitsplätze streichen. Der US-Autobauer kündigte am Donnerstag ein Programm an, durch das die Kosten in diesem und im nächsten Jahr massiv gesenkt werden sollen. Zugleich will das Unternehmen in neue Modelle investieren und das Fahrzeugangebot elektrifizieren, um die schärferen EU-Klimavorgaben zu erfüllen. Unprofitable Fahrzeugmodelle sollen aus dem Angebot gestrichen werden.

Die Höhe des geplanten Personalabbaus nannte Armstrong nicht. Im Gespräch mit der nachrichtenagentur "Reuters" machte er jedoch klar, dass "tausende" Stellen wegfallen sollen. Ziel sei, in Europa eine langfristige operative Rendite von sechs Prozent zu erzielen. Im dritten Quartal 2018 hatte Ford in Europa einen Verlust von 245 Millionen Dollar eingefahren nach minus 192 Millionen vor Jahresfrist.

Südzucker: Das war ja abzusehen

Der Preisverfall bei Zucker und Bioethanol hat Südzucker im dritten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende November ein Verlust von 31 Millionen Euro nach einem Gewinn von 32 Millionen ein Jahr zuvor, wie das im SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurückging, sackte auch das operative Ergebnis mit 23 Millionen Euro ins Minus.

An seiner bereits im September gesenkten Prognose bis Ende Februar hält das Management fest. So soll der Konzernumsatz 6,6 bis 6,9 Milliarden Euro erreichen. Das operative Ergebnis soll zwischen 25 bis 125 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatte er noch 445 Millionen Euro erreicht.  | mehr

Bei Osram wird es finsterer

Beim Lichtkonzern Osram kommt beim Blick auf die Zahlen des abgelaufenen Jahresviertels keine Freude auf. "Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben", sagte Firmenchef Olaf Berlien der "Augsburger Allgemeine". Wichtige Kunden für Osram sind die Auto- und Smartphone-Industrie. Berlien verwies unter anderem auf deutliche Rückgänge der Autoverkäufe in China.  | mehr

Takeaway.com schmeckt immer mehr Kunden

Bei der niederländischen Lieferando-Mutter haben im vierten Quartal deutlich mehr Kunden Essen bestellt. Die Zahl der Order stieg um 55 Prozent auf knapp 29,9 Millionen. Weitere Details will das Unternehmen am 13. Februar veröffentlichen.

Takeaway.com hatte sich mit seinem Berliner Wettbewerber Delivery Hero kurz vor Weihnachten darauf geeinigt, dessen deutsche Lieferdienste Foodora, Lieferheld und Pizza.de für rund 930 Millionen Euro zu übernehmen. Die Niederländer betreiben hier bereits das Portal Lieferando.de. Auf lange Sicht sollen Kunden nur noch dort bestellen. Die Unternehmen wollen den Deal in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließen. Auch in Deutschland legte Takeaway.com im vergangenen Jahr deutlich zu.

Fintech N26 jetzt Milliarden wert

Die Berliner Smartphone-Bank N26 lässt sich ihre globale Expansion von ausländischen Investoren finanzieren. Der US-Risikokapitalgeber Insight Venture Partners sowie der Singapurer Investmentfonds GIC stellen zusammen mit anderen Investoren 300 Millionen Dollar zur Verfügung, wie das seit 2015 aktive Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Es handelt sich damit um eine der größten Private-Equity-Finanzierungsrunden, die ein europäisches Fintech gestemmt hat. Inzwischen hat N26 in vier Runden mehr als 500 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem bei Europas größtem Versicherungskonzern Allianz und dem chinesischen Internet-Riesen Tencent, dem deutsch-amerikanischen Investor Peter Thiel und bei Mitgliedern des Zalando-Managements.

N26 setzt auf eine Klientel, die ihre Bankgeschäfte über das Smartphone abwickeln will, schreibt aber noch rote Zahlen.  | mehr

Bitcoin auf Dreiwochen-Tief

Bitcoin-Investoren müssen starke Nerven haben. Der Kurs der bekanntesten Kryptowährung ist heute wieder klar unter die Marke von 4.000 Dollar gestürzt und auf ein Dreiwochen-Tief gefallen. Auslöser war offensichtlich die Forderung der europäischen Bankaufsichtsbehörde EBA nach EU-weiten Vorschriften für Kryptowährungen. Während eine Regulierung an sich mehr Transparenz und damit bessere Investierbarkeit bedeutet, sorgen sich die Kryptoanleger kurzfristig um mögliche Verbote oder Handelseinschränkungen.

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr