Marktbericht 9:30 Uhr

Marktbericht positiv Daumen rauf

Zeitweise über 11.200 Anleger haben die rosarote Brille auf

Stand: 19.05.2020, 09:30 Uhr

Alles in bester Ordnung, signalisiert der Dax mit seinen erneuten Kursgewinnen. Damit gewinnen Aktien auch am dritten Handelstag hintereinander kräftig hinzu.

Zu Handelsbeginn gewinnt der deutsche Leitindex weitere 1,3 Prozent auf 11.201 Punkte. Bereits gestern hatte der Dax um 5,7 Prozent auf 11.058 Punkte zugelegt und sich damit aus einer brenzligen charttechnischen Situation befreien können. Noch vergangenen Donnerstag hatte der Dax zeitweise über 1.000 Punkte niedriger notiert.

Im weiteren Handelsverlauf könnten die Konjunkturumfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Märkte bewegen. Experten erwarten bei der Umfrage unter Finanzmarktexperten im Mai eine leichte Aufhellung der deutschen Konjunkturaussichten. "Ob diese für große Impulse sorgen werden ist jedoch fraglich", kommentierte David Iusow, Analyst von DailyFX. "Der Markt scheint aktuell dann auf Daten zu reagieren, wenn er in seiner aktuellen Richtung bestätigt wird. Demzufolge könnten Daten über den Erwartungen mehr Impulse bringen als negative."

Auch an der japanischen Börse geht es kräftig nach oben. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewann heute bis Handelsschluss 1,5 Prozent auf 20.433 Punkte. Allerdings herrscht weiter Unsicherheit über die genauen Auswirkungen der Pandemie auf das weltweite Wirtschaftswachstum. "Es kann der Fall sein, dass die Liquidität der Zentralbanken die Märkte betäubt, die dann Risiken wie überschuldete Unternehmens- und Staatsbilanzen, steigende Infektionszahlen und eine schleppende Erholung übersehen", schrieben die Analysten von Perpetual in einer Mitteilung.

Am Devisenmarkt versucht sich der Euro bisher erfolgreich über der Marke von 1,09 US-Dollar zu halten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
Differenz relativ
+2,87%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.741,65
Differenz relativ
+1,73%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0897
Differenz relativ
-0,01%

Kräftige Kursgewinne in Amerika

An der Wall Street und der Technologiebörse Nasdaq ging es gestern kräftig nach oben. Der Dow Jones Industrial schloss 3,9 Prozent höher bei 24.597 Punkten. Der S&P 500 rückte um 3,2 Prozent auf 2.953 Zähler vor. Damit schloss der den breiten Markt umfassende Index auf dem höchsten Stand seit dem sechsten März, als der Corona-Crash in vollem Gange war. Der Nasdaq Composite gewann 2,4 Prozent auf 9.234 Punkte.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.751,61
Differenz relativ
+1,14%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.992,63
Differenz relativ
+1,28%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.324,59
Differenz relativ
+0,43%

Positive Nachrichten zu einem Impfstoffkandidaten gegen die Lungenkrankheit Covid-19 und die Aussicht auf weitere Geldspritzen der Notenbank Fed lockt trieben gestern die Märkte an.

Den Papieren von Moderna verzeichneten ein Plus von fast 20 Prozent, nachdem ein Impfstoff-Kandidat der Firma bei ersten Tests vielversprechende Ergebnisse gezeigt hatte. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA stellte daraufhin eine beschleunigte Zulassung des Mittels in Aussicht. Moderna schloss den Angaben zufolge eine Vereinbarung mit der Schweizer Pharmafirma Lonza, um den Impfstoff nach der Zulassung in großen Mengen herstellen zu können.

"Allerdings sind die genannten Hoffnungen nicht neu", kommentierte Marktexperte Christian Henke von IG. "Das Präparat Remdesivir von Gilead Science hatte die hohen Erwartungen als Heilmittel gegen die Pandemie nicht erfüllen können. Nun soll es ein Medikament des Biotechnologieunternehmens Moderna richten. Der Wirkstoff befindet sich jedoch erst in der ersten klinischen Testphase. Es dürfte daher noch eine Weile bis zur Marktreife dauern. Auch ein Neustart der Wirtschaft wurde an den Börsen bereits vor Wochen vorweggenommen."

Anleger reagierten zudem erleichtert auf Aussagen des amerikanischen Notenbank-Präsidenten Jerome Powell, der bereits im Sommer eine Konjunkturerholung erwartet und nicht mit einer Depression wie in den 1930er Jahren rechne.

Ölpreise weiter stark

Am Ölmarkt setzt sich der Aufwärtstrend weiter fort. Für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zu Lieferung im Juni wurden am Morgen 34,88 US-Dollar bezahlt - ein Plus von sieben Cent. Bei der US-Sorte WTI geht es noch stärker nach oben. Hier liegt der Preis am Morgen bei 32,25 Dollar - plus 43 Cent.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,75
Differenz relativ
+2,12%

Dramatischer Einbruch bei neuen Autos

In der Corona-Krise ist der Automarkt in der Europäischen Union fast zum Erliegen gekommen. Im April kamen lediglich rund 271.000 Neuwagen auf die Straßen, 76 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das gab der europäische Herstellerverband ACEA am Dienstag in Brüssel bekannt. Dies sei der schärfste monatliche Rückgang seit Beginn seiner Aufzeichnungen, so der Verband. Grund war der fast vollständige Stillstand sowohl der Autoproduktion als auch des Autohandels zur Eindämmung der Pandemie.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,29
Differenz relativ
+0,42%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,88
Differenz relativ
+1,71%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
133,96
Differenz relativ
+0,89%

Thyssenkrupp-Neuausrichtung kommt gut an

Die Kursgewinne von Thyssenkrupp setzten sich heute fort. Die geplante Neuausrichtung wird am Markt positiv gesehen. Der Konzern soll weiter schrumpfen. Behalten wollen die Essener den Werkstoffhandel sowie das Geschäft mit Industrie- und Automobilkomponenten. Für die Stahlsparte prüft Thyssenkrupp mehrere Optionen - sowohl einen Verbleib des Geschäfts im Konzern als auch eine mögliche Fusion - zum Beispiel mit Salzgitter. Gleiches gelte für die Marine-Sparte.  | mehr

Hornbach: Yippie jaja yippie yippie yeah!

Der Baumarktkonzern Hornbach rechnet trotz der coronabedingten vorübergehenden Schließung vieler Filialen mit einem insgesamt guten ersten Geschäftsquartal. Umsatz und Ertrag dürften in dem bis 31. Mai laufenden ersten Geschäftsjahresviertel "signifikant über den Vorjahreswerten liegen", teilte das Unternehmen mit. Die durch die Schließung bedingten Einbußen seien dank der hohen Umsätze in den geöffneten beziehungsweise wiedereröffneten Baumärkten, Onlineshops und Baustoffhandelsniederlassungen "mehr und mehr überkompensiert" worden.  | mehr

KWS: Corona bremst erst später

Der Saatgutkonzern KWS Saat stellt sich nach einem kräftigen Wachstum auf verzögerte Folgen der Corona-Krise ein. Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2020/21 seien gedämpft. Für das laufende Geschäftsjahr ist die KWS-Führung allerdings etwas optimistischer. Der Vorstand peilt nun den oberen Bereich der Zielspannen für Umsatz und operative Marge an. Totz der Covid-19-Pandemie habe KWS Saat die Landwirte rechtzeitig zum Frühjahr mit Saatgut versorgen können. Die KWS-Aktien gehörten zu den Topverlierern im SDax.

Dermapharm profitiert von Corona

Das Arzneiunternehmen Dermapharm ist mit zweistelligen Wachstumsraten in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Umsatz wuchs im ersten Quartal um 17,7 Prozent auf 192,5 Millionen Euro. Die Corona-Pandemie habe dabei in einzelnen Therapiegebieten zu verstärkter Nachfrage geführt, hieß es. Dermapharm geht jedoch davon aus, dass sich dieser Effekt im Jahresverlauf wieder ausgleichen wird. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um gut ein Fünftel auf 49,2 Millionen Euro.

Foot Locker schließt Runners Point

Der amerikanische Handelskonzern Foot Locker schließt seine Laufschuhkette Runners Point und nimmt die Marke vom Markt. "Alle Filialen werden geschlossen", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Dies gelte auch für die Filialen in Österreich und der Schweiz. Anfang Februar gab es in Deutschland, Österreich und der Schweiz laut Geschäftsbericht insgesamt 81 Filialen. Im Internet listet Runners Point aktuell 73 Filialen in Deutschland auf, vor allem in den alten Bundesländern und in Berlin.  | mehr

TikTok besser als Disney?

Disneys Streaming-Chef Kevin Mayer wechselt zur chinesischen Videoplattform TikTok. Mayer wird Chef bei TikTok und soll zugleich das operative Geschäft beim chinesischen Mutterkonzern Bytedance führen.

TikTok mit seinen kurzen Videoclips ist besonders bei jungen Nutzern populär. Mayer war zuletzt für den Aufbau des im vergangenen Jahr gestarteten Streamingdienstes Disney+ zuständig. Deshalb wurde er auch als aussichtsreicher Nachfolger des langjährigen Disney-Chefs Robert Iger gehandelt. Den Spitzenposten bekam aber im Februar der bisherige Chef der Themenpark-Sparte, Bob Chapek.

Uber baut noch mehr Stellen ab

Der US-Fahrdienstvermittler hat mit Verweis auf die Folgen der Corona-Pandemie den Abbau von weiteren 3.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Uber-Chef Dara Khosrowshahi erklärte in einer E-Mail an die Mitarbeiter, das Unternehmen werde außerdem seine Investitionen außerhalb des Kerngeschäfts kürzen. Die Zahl der gebuchten Fahrten sei im April weltweit um 80 Prozent eingebrochen. Zu Beginn des Monats hatte Uber schon den Abbau von 3.700 Arbeitsplätzen angekündigt.

ME/dpa/rtr

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr