Marktbericht 20:03 Uhr

Dax kämpft sich ins Plus Anleger gehen wieder in die Offensive

Stand: 17.06.2014, 20:03 Uhr

An den Börsen hat sich am Dienstag die Stimmung wieder etwas aufgehellt. Der Dax konnte seine kleine Talfahrt stoppen und schloss im Plus. Enttäuschende Konjunkturdaten linderten aber die Kursgewinne. Im Blickpunkt stand Siemens.

Anleger brauchten mal wieder gute Nerven am Dienstag. Am Vormittag legte der Dax los, als wolle er es den "Jogi-Jungs" nachmachen. Der deutsche Leitindex stürmte um gut ein Prozent nach vorn und rückte bis fast an die 10.000 Punkte heran. Dann aber drehte er ab und fiel im Tagesverlauf zeitweise unter die Marke von 9.900 Zählern. Erst im Laufe des Nachmittags setzte sich der Dax in der Gewinnzone fest und schloss erstmals seit vier Tagen wieder 0,4 Prozent im Plus - bei 9.920 Punkten.

Wall Street dreht ins Plus

Auch an der Wall Street ging es nach einem verhaltenen Start leicht aufwärts. Zwei Stunden vor Handelsschluss lag der Dow 0,2 Prozent höher bei über 16.800 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,2 Prozent vor, die Nasdaq stieg gar um 0,5 Prozent.

Zurückhaltung vor der Fed-Sitzung

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Börse 17.00 Uhr Brexit-Antrag bremst Dow Jones

Für etwas Unterstützung sorgten rückläufige Ölpreise und eine leichte Entspannung im Irak-Konflikt. Angesichts der weiter schwierigen geopolitischen Lage und der morgigen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank hielten sich die Anleger aber deutlich zurück. Die Umsätze waren dünn.

Kalte Dusche vom ZEW

Die Stimmung dämpfte der ZEW-Index. Das Barometer fiel überraschend auf 29,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg des ZEW-Index auf 35 Punkte gerechnet.

Schwache Konjunkturdaten aus den USA

Auch aus den USA kamen negative Signale von der Konjunkturfront. Die Zahl neu begonnener Wohnungsbauten fiel im Mai um 6,5 Prozent auf eine Jahresrate von 1,0 Million Einheiten. Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte bereits kürzlich davor gewarnt, dass ein anhaltend schwaches Baugeschehen den Aufschwung bremsen dürfte.

Überraschend stieg auch die Inflationsrate im Mai auf 2,1 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2012. Volkswirte hatten 2,0 Prozent vorhergesagt. Der Anstieg der Inflation könnte die Fed unter Druck setzen, meinten Händler. Die Zinswende könnte nun doch schneller als erwartet kommen, befürchten Börsianer.

Euro und Öl billiger

Der Euro rutschte nach den US-Inflationsdaten etwas ab. Am Abend kostete er rund 1,3540 Dollar. Die Ölpreise gaben ebenfalls etwas nach, nachdem sie zuletzt kräftig gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August verbilligte sich 112,66 US-Dollar. Nach Zahlen von BP haben die USA ihre Ölproduktion 2013 so stark gesteigert wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Die Förderung nahm um 1,1 Millionen Barrel pro Tag (13,5 Prozent) zu.

Lanxess auf dem Dax-Thron

Im Dax setzte sich Lanxess an die Spitze, gefolgt von BASF und Infineon. Die BASF-Tochter Wintershall erwartet trotz der Ukraine-Krise den Vollzug des geplanten Anteilstausches mit dem russischen Gaskonzern Gazprom. Dieser werde Mitte dieses Jahres erwartet, erklärte eine Wintershall-Sprecherin.

Europäer kaufen wieder mehr Autos

Gefragt waren auch die Autowerte Daimler und VW - dank der ACEA-Zulassungszahlen in der EU, die den neunten Monat in Folge zulegten. Gut vier Prozent mehr Autos wurden in den EU-Ländern verkauft. "Die Entwicklung geht weiter in die richtige Richtung", sagte Equinet-Analyst Tim Schuldt.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
55,77
Differenz relativ
+0,65%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
148,24
Differenz relativ
+2,60%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
82,67
Differenz relativ
+0,16%

Allianz will sich in Asien verstärken

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
186,70
Differenz relativ
+0,21%

Die Allianz-Aktie gewann 0,4 Prozent. Laut Insidern erwägt der Dax-Konzern eine Offerte für das Asiengeschäft des britischen Versicherungskonzerns RSA. Der Preis dürfte bis zu 500 Millionen Dollar betragen, sagten mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Merck macht Rückzieher

Die Merck-Aktie schloss leicht im Plus. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern hat die Lizenzrechte für den Multiple-Sklerose-Wirkstoff Ceralifimod an die japanische Ono Pharmaceutical zurückgegeben. Der Wirkstoff verfehle Mercks Kriterien, um weiter in die Entwicklung zu investieren, hieß es zur Begründung.

Börse begrüßt Siemens-Offerte für Alstom

Im Rampenlicht stand Siemens. Die Münchner präsentierten zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries die gemeinsame Offerte für Teile des Alstom-Konzerns. Siemens will für 3,9 Milliasrden Euro das lukrative Gasturinen-Geschäft kaufen, die Japaner bieten 3,1 Milliarden für die Beteiligung an der Sparte Dampfturbinen, der Wasserkraft und dn Energienetzen von Alstom. Börsianer begrüßten das deutsch-japanische Gebot. Es sehe leicht attraktiver aus als die Offerte von GE, meinte ein Analyst.

Berenberg empfiehlt Rheinmetall

Im MDax gehörten Aktien von Rheinmetall zu den größten Kursgewinnern. Eine Kaufempfehlung durch Berenberg treibt hier die Kurse. Analyst Andrew Gollan hat in einer Branchenstudie zu Papieren der Luftfahrt und Wehrtechnik das gestärkte Vertrauen in das deutsche Unternehmen hervorgehoben und den Titel mit "Buy" eingestuft. Das Kursziel von 62,50 Euro signalisiert ein Kurspotenzial von rund 25 Prozent.

Klinik-Deal unter Dach und Fach

Derweil ist die Übernahme von 40 Rhön-Kliniken durch Deutschlands größte Krankenhauskette, die Fresenius-Tochter Helios, nun endgültig perfekt. Nachdem die Stadt Wiesbaden Ende Mai dem Verkauf der Rhön-Anteile an den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) bereits zugestimmt hatte, seien nun alle noch erforderlichen Regelungen getroffen worden, so ein Fresenius-Sprecher.

Aussicht auf grünes Licht für Telefonica Deutschland

Im TecDax ragten Aktien von Telefonica Deutschland mit einem Plus von über vier Prozent positiv heraus. Laut Medien werde die EU-Kommission den Kauf von E-Plus durch die Telefonica-Tochter unter bestimmten Auflagen genehmigen. Zudem hat die UBS den Wert auf ihre "Most Preferred List" gehoben.

Achtung, Dividendenabschlag!

Der mit Abstand größte Verlierer im SDax ist die Hawesko-Aktie. Das ist allerdings vornehmlich dem Dividendenabschlag in Höhe von 1,65 Euro je Aktie geschuldet. Ohne diesen würde die Hawesko-Aktie nur ganz leicht im Minus notieren.

Wasser marsch bei Hydrotec

Um rund elf Prozent schossen die Aktien von Hydrotec nach oben. Das Wasseraufbereitungs-Unternehmen liegt nach vier Monaten bei Umsatz und Ergebnis klar über dem Vorjahresniveau. Alleine im April zogen die Erlöse um 66 Prozent an. Im ersten Quartal betrug das Wachstum rund 20 Prozent, das operative Ergebnis war negativ. Für den Rest des Jahres geht der Vorstand von einer positiven Entwicklung aus.

Übernahmefantasie bei Shire und Micros

Im Ausland gab es im Pharma- und Software-Sektor neue Übernahmespekulationen. So machten Gerüchte die Runde, dass Oracle Micros Systems schlucken will. Die Titel sausten um 17 Prozent nach oben. In London zogen die Aktien der Pharmafirma Shire um 3,5 Prozent an. Die Briten haben angeblich Experten der Citigroup engagiert, weil sie mit potenziellen Käufern rechnen.

Milliarden-IPO in Amsterdam kommt

In den Niederlanden wirft ein großer Börsengang seine Schatten. Der Finanzkonzern ING hat die Preisspanne für den Börsengang seines europäischen Versicherungsgeschäfts veröffentlicht. Mit 18,50 bis 22 Euro je Aktie liegt das Volumen für die 70 Millionen Aktien bei rund 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Am 1. Juli soll der Preis je Aktie feststehen, der Börsengang an der Euronext soll am 2. Juli folgen.

nb

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