Marktbericht 20:00 Uhr

Dax legt leicht zu Anleger gehen schwere Woche ruhig an

Stand: 15.09.2014, 11:55 Uhr

Vor einer an wichtigen Terminen reichen Woche wollten sich die Investoren nicht zu weit aus dem Fenster wagen. Trotzdem rettet der Dax ein kleines Plus über die Ziellinie. Dabei hatte es wegen schlechter Nachrichten aus China zunächst nicht danach ausgesehen.

Bei unterdurchschnittlichen Umsätzen rückte der Dax um knapp 0,1 Prozent auf 9.659,63 Punkte vor. In der vergangenen Woche hatte er ein Minus von knapp einem Prozent verbucht, die vergangenen vier Handelstage mit Verlusten beendet. "Potenzielle Käufer halten sich vor dem entscheidenden Termin der Geldpolitik zurück. Aber auch größere Verkäufe sollten ausbleiben, vorausgesetzt an der geopolitischen Front bleibt es ruhig", beschreibt Marktstratege Jens Klatt von DailyFX die aktuelle Lage.

Bei Handelsstart sah es nach einer Fortsetzung der schwachen Serie aus, weil die Industrieproduktion Chinas im August so schwach gestiegen war, wie seit der weltweiten Finanzkrise Ende 2008 nicht mehr. In der laufenden Woche steht den Anlegern noch einiges an Unsicherheiten bevor. Neben dem von Klatt angesprochenern Zinsentscheid der Fed wird am Donnerstag das Schottland-Referendum die Märkte eventuell auf Trab halten. Mit dem Hexensabbat wird die Woche am Freitag schließlich ausklingen.

Der Late Dax schloss 0,2 Prozent fester auf 9.659,07 Punkten. An der Wall Street lag der Dow Jones gegen 20 Uhr um rund 0,1 Prozent im Plus bei knapp über 17.000 Zählern.

Dämpfer für Zinserhöhungsspekulanten

Der Euro stand ebenfalls zunächst unter Druck und sackte bis knapp über die Marke von 1,29 Dollar. Händler begründeten die Schwäche mit der anstehenden Fed-Zinssitzung. Zahlreiche Bankvolkswirte gehen davon aus, dass die Fed konkretere Hinweise auf eine nahende Zinswende geben könnte. "Die Leute machen sich Sorgen, dass Fed-Chefin Janet Yellen über eine Zinserhöhung reden könnte", sagte Ken Polcari, Anlagestratege bei O'Neil Securities in New York. Eine Zinserhöhung würde den Dollar gegenüber dem Euro stärken.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1416
Differenz relativ
-0,01%

Die Gemeinschaftswährung erholte sich wieder, nachdem die US-Industrieproduktion im vergangenen Monat unerwartet gefallen war. Im Vergleich zum Vormonat gab sie um 0,1 Prozent nach. Dies war der erste Rückgang seit Januar. Bankvolkswirte hatten mit einem Zuwachs um 0,3 Prozent gerechnet. Es gebe es im Vorfeld des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank an diesem Donnerstag keinen Grund für "forcierte Zinserhöhungserwartungen", meint Helaba-Fachmann Ulrich Wortberg.

Adidas: Veränderungen müssen her

Die Adidas-Aktie führte den Dax an. Laut dem "Wall Street Journal" machen Investoren nun Druck auf den Sportartikelhersteller, die Trendwende zu beschleunigen. Es gebe sogar erste Stimmen gegen den langjährigen Chef Herbert Hainer, hieß es. "Adidas braucht deutliche Veränderungen, wenn sie wieder auf die Erfolgsspur kommen wollen", sagte ein Marktbeobachter. Die Titel haben seit Jahresbeginn mehr als 38 Prozent an Wert verloren. "Wenn Adidas wieder zurück in die Erfolgsspur will, müssen Veränderungen her", sagte ein Händler.

Pilotenstreik drückt Lufthansa-Aktie

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,72
Differenz relativ
+2,83%

Zu den größten Verlierern im Dax gehörte die Lufthansa. Die Piloten der Lufthansa haben für diesen Dienstag einen weiteren Streik am Frankfurter Flughafen angekündigt. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sprach von einer nur wenig ausgeprägten Einsicht der Piloten in die ökonomischen Zwänge des Unternehmens. Die Lufthansa stehe vor einem großen Umbruch, was immer harte Entscheidungen mit sich bringe.

Chinas Schwäche belastet Deutsche Post

Die Aktien der Deutschen Post gaben ebenfalls signifikant nach. "Die schwachen Wirtschaftszahlen aus China drücken auf den Kurs", sagte Händler Andreas Lipkow vom Kliegel & Hafner. "Eine fortgesetzte Abkühlung in China wird sich auch direkt negativ auf die Logistikbranche auswirken."

MüRü und...

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück will in Zukunft stärker auf neue Produkte setzen. Grund ist der Preiskampf in der Branche. Bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum kommenden Jahreswechsel werde der Konzern dem Preisdruck widerstehen, kündigte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek am Sonntag beim Branchentreffen "Les Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo an. Wenn nötig werden man auch Verträge aufgeben.

...Hannover Rück bleiben konservativ

Auch die Konkurrenz von der Hannover Rück sieht weiter einen erheblichen Preisdruck im Rückversicherungsmarkt. Das Angebot an Rückversicherungskapazitäten übersteige nach wie vor die Nachfrage, erklärte Vorstandschef Ulrich Wallin in Monte Carlo. Sein Haus will sich aus dem Preiswettbewerb allerdings heraushalten.

Heidelberg Cement bereitet Hanson-IPO vor

HeidelCement treibt die Trennung von seinem Bauproduktegeschäft voran und bereitet einen Börsengang in den USA vor. Die Anzahl der auszugebenden Aktien wie auch eine Preisspanne seien noch nicht festgelegt worden, teilt der Konzern mit. Gleichzeitig werde die Option eines direkten Verkaufs weiter verfolgt. Analysten halten einen Verkaufserlös für die Sparte von ein bis 1,5 Milliarden Euro für möglich.

Tui fusioniert mit TuiTravel

Der Reisekonzern Tui hat die Fusion mit seiner britischen Tochter TUI Travel nun praktisch eingetütet. Die Aktionäre von Tui Travel erhalten für jeden gehaltenen Anteil 0,399 neue Tui-Aktien. Damit erhalten die bisherigen Tui-Travel-Aktionäre eine Anteil von 46 Prozent an dem fusionierten Unternehmen. Sitz des Unternehmens wird Deutschland sein.

Kleiner Erfolg für Evotec

Das Biotech-Unternehmen Evotec verlängert seine Zusammenarbeit mit der US-Stiftung Jain Fondation, die vor allem an der Heilung bestimmter erblicher Muskelerkrankungen forscht. Finanzielle Details gab die TecDax-Gesellschaft nicht bekannt. Erst vor kurzem hatte Evotec die Anleger mit der Nachricht geschockt, dass das US-Pharmaunternehmen Hyperion die Entwicklung eines gemeinsamen Diabetes-Programms beendet.

Drägerwerk hat etwas vor

Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk schließt eine weitere Korrektur seiner Prognose für 2014 aus. "Die Geschäftsentwicklung entspricht unseren Erwartungen", sagte Finanzvorstand Gert-Hartwig Lescow der "Börsen-Zeitung". Sie sei stärker als in den bisherigen Quartalen. Insgesamt sei die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr allerdings enttäuschend. "Der Umsatz steigt nur währungsbereinigt und das Ergebnis ist deutlich rückläufig. Das wollen wir ändern."

Viel los in der Brauerei-Branche

Spekulationen über ein bevorstehendes Übernahmeangebot für SABMiller treiben die Aktien des britischen Brauereikonzerns auf ein Rekordhoch. Medienberichten zufolge könnte der weltgrößte Brauer AB Inbev eine Offerte vorlegen, nachdem die Briten zuvor selbst mit einem eigenen Angebot für den niederländischen Konkurrenten Heineken gescheitert waren. Mit der Offerte für Heineken hatte sich SABMiller den Spekulationen zufolge vor einer möglichen Übernahme durch die Nummer eins der Branche schützen wollen.

Yahoo profitiert von Alibaba-IPO

Alibaba könnte beim Börsengang laut Bloomberg mehr Geld als erwartet einnehmen. Wegen der enormen Nachfrage von Investoren erwäge der Konzern, das obere Ende der Preisspanne für seine Aktien über 70 Dollar zu heben, meldete der Finanzdienst. Bislang waren 66 Dollar als Obergrenze für den geplanten Ausgabepreis angesetzt. Yahoo hält 23 Prozent an Alibaba.

Rekordbestellungen bei Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
168,37
Differenz relativ
-0,23%

Apple hat für seine neuen iPhone-Modelle 6 und 6 Plus Vorbestellungen in Rekordhöhe erhalten. In den ersten 24 Stunden seien mehr als vier Millionen der neuen Smartphones geordert und damit eine neue Bestmarkte erreicht worden, teilte der US-Konzern mit. Mit den iPhones erzielt Apple mehr als die Hälfte seines Umsatzes.

Microsoft kauft Mojang

Microsoft will für umgerechnet etwa 1,9 Milliarden Euro den schwedischen Produzenten des beliebten Computerspiels "Minecraft" übernehmen. Der Kauf der Firma Mojang soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Mit der Akquisition will Microsoft seine Spielsparte ausweiten. Sie umfasst bisher etwa das Rennspiel "Forza" für die konzerneigene Xbox-Spielkonsole oder das Ego-Shooter-Spiel "Halo".

H&M sehr begehrt

Die Aktien der schwedischen Modekette legten dank eines Umsatzsprunges deutlich zu. Die Erlöse kletterten im August um fast 19 Prozent - Analysten hatten nur mit einem Plus von 13 Prozent gerechnet. Das Unternehmen profitierte unter anderem von einer Erholung der US-Wirtschaft und der Steigerung seiner Online-Umsätze.

ts

Tagestermine am Montag, 19. November

Unternehmen:
Grand City Properties: Q3-Zahlen
VW: Conference Call für Analysten, 14 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes 10/18, 08:00 Uhr
EU: Leistungsbilanz Eurozone 09/18, 10:00 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Finanzminister Scholz spricht auf der Tagung "European Banking Regulation"