Anleger feiern Ostertage

Stand: 21.04.2011, 19:51 Uhr

Wer nach der Mittwochsrally mit Gewinnmitnahmen gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Der Dax schloss mit einem deutlichen Plus, was bleibt ist ein beeindruckender Knick im Wochenchart. War da was?

Zu Wochenbeginn hatten Sorgen um die Bonität der USA und die Schuldenkrise Griechenlands den Dax noch auf Talfahrt geschickt, zum Wochenende war die Welt wieder in Ordnung: Überraschend starke Quartalszahlen einiger US-Unternehmen sorgten dafür, dass die Investoren ihre Depots wieder mit Aktien füllten.

Insbesondere Apple begeisterte die Anleger - aber auch die Zahlen von Morgan Stanley, Dupont und General Electric gefielen. "Die Unternehmensergebnisse, die bislang veröffentlicht wurden, stimmen recht optimistisch", sagte Ben Hauzenberger, Fondsmanager bei Swisscanto Asset Management.

Der Dax übersprang erstmals seit Anfang März wieder die Marke von 7.300 Punkten, konnte sie jedoch nicht verteidigen. Er schloss mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent bei 7295 Zählern. Auf Wochensicht machte der Leitindex 1,6 Prozent gut. Der Indexstand pendelte zwischen 6994 und 7316 Punkten - ein brauchbares Indiz für eine gewisse Nervosität an der Börse, trotz der positiven Wochenbilanz. Es gebe immer noch Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Schuldenkrise, betonte Hauzenberger. Der Late Dax schloss ebenfalls 0,6 Prozent fester bei 7285 Punkten.

Der schwache Ifo-Geschäftsklima-Index spielte am Markt keine Rolle. Wenig Wirkung hatten auch Konjunkturdaten aus den USA. Wer mochte, konnte sich auf die ihm genehme Zahl konzentrieren: Während die Frühindikatoren im März die Erwartungen übertrafen, sackte der Einkaufsmanagerindex der Region Philadelphia, der sogenannte Philly Fed, weitaus stärker ab als prognostiziert.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
187,87
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Apple macht den Unterschied
Apple hatte den größten Anteil an der gelassenen Stimmung der Investoren. Der iPhone-Hersteller steigerte seinen Umsatz im zweiten Geschäftsquartal um 83 Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar und den Gewinn um 95 Prozent auf knapp sechs Milliarden. Solche Zahlen hatten sich weder Experten noch Anleger träumen lassen. Von den Ergebnissen profitiert auch das TecDax-Mitglied Dialog Semiconductor, dem Experten nachsagen, ein Apple-Zulieferer zu sein.

Gold bleibt ein Kauf
Themen, die die Aktienmärkte im Augenblick nicht mehr interessieren, haben anderswo Konjunktur: Die Schuldenprobleme in den USA, die anhaltenden Kämpfe in Libyen, die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung dürften den Goldpreis weiter nach oben treiben, sagte Peter Hillyard von der ANZ Bank. Das Edelmetall kletterte zeitweise auf ein neues Rekordhoch bei 1508,75 Dollar je Feinunze. Auch der Silberpreis zog erneut an und war mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 46,24 Dollar je Feinunze so teuer wie seit 1980 nicht mehr. Der Markt scheine kurzfristig die Marke von 50 Dollar sehen zu wollen, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Der Euro stieg gegenüber dem US-Dollar bis auf 1,4649 und erreichte damit den höchsten Stand seit Herbst 2009. Er konnte das Niveau jedoch nicht halten.

Analyse hilft HeidelbergCement
In der Dax-Gewinnerliste etablierte sich HeidelbergCement recht weit vorn mit einem Aufschlag von mehr als einem Prozent. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel deutlich von 52,20 auf 66,50 Euro und bekräftigte die Kaufempfehlung. JP Morgan nahm die Bewertung der Titel mit "neutral" und einem Kursziel von 63,90 Euro auf.

Aufpreis für Roth & Rau?
Für den Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger läuft es anders als geplant. Der Eigentümer der Solartechnikfirma Rena, Jürgen Gutekunst, will seinen Anteil an Roth & Rau von über zehn Prozent in den kommenden zwölf Monaten weiter ausbauen. Meyer Burger deshalb sein Übernahmeangebot vielleicht aufstocken müssen: Mit 22,00 Euro je Aktie bietet Meyer Burger bislang einen Aufschlag von rund 41 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Seit Bekanntgabe der Offerte am 11. April notieren die Titel allerdings durchweg über 23 Euro. Die Roth & Rau-Aktie schloss an der TecDax-Spitze mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent.

Fuchs fällt auf
Den MDax führte der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub an. Der Konzern hat im ersten Quartal den Umsatz um fast 24 Prozent auf 409 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn stieg ebenfalls zweistellig auf 47,1 Millionen Euro. Für das laufende Jahr kündigte Fuchs ein neues Rekordergebnis an - um fast drei Prozent steigt die Aktie.

Katar baut auf Hochtief
Der zweitgrößte Hochtief-Aktionär Katar will seinen Anteil an dem deutschen Baukonzern weiter aufstocken. Das Emirat kündigte die geplante Erhöhung des Hochtief-Anteils an. Katar hält bisher knapp über zehn Prozent. Größter Anteilseigner ist der spanische Baukonzern ACS, der nach eigenen Angaben mindestens 42,6 Prozent der Hochtief-Aktien besitzt und die Mehrheit anstrebt. Katar teilte mit, die geplante Aufstockung sei für die kommenden zwölf Monate vorgesehen. Genaue Angaben zur angepeilten Höhe des Anteils machte das Emirat nicht. Der Hochtief-Aktie half es nicht.

Colonia Real Estate fällt zurück
Das Immobilienunternehmen Colonia Real Estate hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 27,2 Millionen Euro gemacht. Gründe für den Konzernverlust waren nach Unternehmensangaben das deutlich niedrigere Vermietungsergebnis aufgrund von hohen Investitionen und ein außerordentlicher Steueraufwand. Colonia belegt im SDax den letzten Platz.

ItN Nanovation etwas positiver
Die ItN Nanovation AG legt Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 vor. Demnach erwirtschaftete das Nanotechnologie-Unternehmen einen Umsatz von 2,7 Millionen Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr wurde - bereinigt um einen inzwischen veräußerten Geschäftsbereich - ein Umsatz von 2,4 Millionen Euro erzielt. Die Aktie büßte leicht ein.

Sto stürzt
Die Sto AG, ein Hersteller von Produkten und Systemen für Gebäudebeschichtungen, steigerte den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2010 um 6,6 Prozent auf 986 Millionen Euro. Hauptgrund für die positive Entwicklung war die gute Nachfrage nach Fassadendämmsystemen, teilte das Unternehmen mit. Der Überschuss kletterte um 4,7 Prozent. Die Anleger machten Kasse, die Aktie büßte rund zehn Prozent ein - in den vergangenen Monaten kannte sie jedoch nur einen Weg: aufwärts.

Loewe leidet
Der Unterhaltungselektronikhersteller Loewe ist schlecht ins neue Jahr gestartet. Der Umsatz sank um 16 Prozent auf 61,5 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern, also beim Ebit, rutschte Loewe mit 2,9 Millionen Euro ins Minus. Im Vorjahr hatte man hier noch ein Plus von 0,8 Millionen erwirtschaftet. Für das Gesamtjahr 2011 rechnet Loewe dennoch mit einem moderaten Umsatzwachstum und einem positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es nützt nichts, das Papier fällt um mehr als fünf Prozent.

Masterflex-Aktie ist gefragt
Die Masterflex AG verkauft ihre 51-prozentige Beteiligung an der Clean Air Bike GmbH, sowie die Velo Drive GmbH. Die beiden Gesellschaften sind im Fahrrad- und Fahrradkomponentenmarkt aktiv und gehörten zum Geschäftsbereich 'Mobility'. Die Aktie legt um mehr als vier Prozent zu.

General Electric macht Furore
Der US-Mischkonzern General Electric hat seinen Gewinn um 80 Prozent auf 3,36 Milliarden Dollar gesteigert. Vor allem die Finanzsparte und sowie das Geschäft mit Triebwerken und Lokomotiven hätten sich als Wachstumstreiber erwiesen. Der Siemens-Konkurrent übertraf die Erwartungen deutlich.

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
78,34
Differenz relativ
+0,60%

Dupont verkauft sich gut
Der US-Chemiekonzern DuPont hat nach einem starken ersten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr erneut angehoben. Als Grund nannte der BASF-Konkurrent das anhaltende Wachstum der Weltwirtschaft und die starke Entwicklung im ersten Quartal. DuPont lag deutlich über den Prognosen des Marktes.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 19. September

Unternehmen
Manchester United: Q4-Zahlen
Adecco: Investor Day, 7 Uhr

Konjunktur:
Japan: Zinsentscheid der Bank von Japan
USA: Wohnbaubeginne, August, 14:30 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q2, 14:30 Uhr