Anleger bleiben relativ gelassen

Stand: 14.03.2011, 20:03 Uhr

Die große Hysterie nach dem Katastrophenwochenende blieb an den Finanzmärkten aus. Während der Nikkei in Japan am Montag noch mehr als sechs Prozent verlor, schwächte sich der Dax lediglich um 1,7 Prozent ab. Empfindlich abwärts ging es allerdings mit den Versorgeraktien.

Der Börsenhandel am Montag stand ganz im Zeichen der Naturkatastrophe und dem Atomunfall in Japan. Was gehandelt wurde, wurde von den Investoren auf diesbezügliche mögliche Risikofaktoren und Chancen abgeklopft. Der starke Kursverlust des japanischen Nikkei, der am Morgen 6,2 Prozent schwächer bei 9.620 Punkten schloss, setzte sich in Europa und Asien jedoch nicht fort.

Der Dax beendete den Handel am Montag dennoch mit starken Verlusten von 1,7 Prozent bei 6.867 Punkten, und auch in New York verzeichnen die Indizes Einbußen. Allgemein herrscht an den Kapitalmärkten aber die Ansicht, dass die wirtschaftlichen Folgen des Erdbebens überschaubar sind und dass sich die japanische Wirtschaft relativ schnell erholen wird.

Laufzeitverlängerung ausgesetzt
Der drohende GAU im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima hat allerdings den Glauben in die Beherrschbarkeit der Atomkraft erschüttert. In Deutschland hat die Bundesregierung am Montag deshalb beschlossen, die eben erst beschlossene Laufzeitverlängerung auszusetzen.

Die ältesten Atomkraftwerke in Deutschland, Biblis A und Neckarwestheim 1, die nur wegen der Laufzeitverlängerung am Netz geblieben wären, sollen zumindest vorübergehend sofort abgeschaltet werden. Da die AKW für die Energiekonzerne wahre Gelddruckmaschinen sind, reagierten Eon- und RWE-Anleger auf diese Entscheidung empfindlich. Die Aktien der beiden Versorger schlossen bis zu 5,3 Prozent schwächer.

Auch Aktien von Firmen, die im Uranbergbau tätig sind, verloren am Montag erheblich an Wert. Der Kursverlust bei Paladin Energy beispielsweise summierte sich im Tagesverlauf auf 25 Prozent.

Solartitel stark gefragt
Solar- und Windaktien hingegen waren stark nachgefragt. An der TecDax-Spitze gewannen Conergy, Nordex und Q-Cells bis zu 25 Prozent. Solon-Papiere legten sogar mehr als 30 Prozent zu. Auch die Zulieferer der Industrie, wie der im MDax notierte Spezialchemiekonzern Wacker, der Produktionsanlagen für die Herstellung von Silizium verkauft, waren am Montag gefragt.

Was müssen die Versicherer zahlen?
Aktien der Versicherungskonzerne Münchener Rück, Hannover Rück und Allianz waren bei den Anlegern nicht gefragt, wegen der noch kaum zu beziffernden Kosten des Erdbebens in Japan. Die amerikanische Risikoanalysegesellschaft AIR Worldwide bezifferte die versicherten Schäden des Erdbebens alleine auf erstaunlich präzise 34,6 Milliarden Dollar. Die Münchener Rück betonte, dass die deutschen Versicherer nur einen kleinen Teil der japanischen Erdbeben-Risiken versichert hätten.

ElringKlinger enttäuscht
7,8 Prozent verloren Aktien des im MDax notierten Autozulieferers ElringKlinger. Die Firma hatte im vergangenen Jahr zwar ihren Umsatz um mehr als 200 Millionen Euro auf 796 Millionen Euro verbessert und auch das operative Ergebnis verdoppelte sich fast auf 116 Millionen. Außerdem ist ElringKlinger optimistisch, auch in diesem Jahr Umsatz und Ergebnis weiter zu steigern. Anleger waren dennoch enttäuscht, weil die Firma die Markterwartungen leicht verfehlt hatte.

Sartorius verdoppelt Gewinn
Der Labor- und Prozesstechnikanbieter Sartorius hat das vergangene Jahr mit einem deutlich besseren Ergebnis abgeschlossen. Der Nettogewinn stieg 2010 um fast das Doppelte auf 39 Millionen Euro, der Umsatz kletterte um etwa ein Zehntel auf 659,3 Millionen Euro. Besonders gut liefen die Geschäfte in Asien, teilte Sartorius mit.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
190,18
Differenz relativ
+1,01%

iPad 2 verkauft sich bestens
Kurz nach dem Verkaufsstart in den USA ist der neue Tablet-Computer von Apple bereits ausverkauft. Es sei ihm nicht gelungen, ein einziges Gerät aufzutreiben, schrieb Gene Munster von der Investmentbank Piper Jaffray. Daraus schließt er, dass es Apple gelungen sei, am ersten Wochenende knapp 500.000 Geräte zu verkaufen. In Deutschland wird das neue iPad ab dem 25. März verkauft.

Tagestermine am Montag, 22. Oktober

Unternehmen:
Philips Quartalszahlen Q3, 7 Uhr
Ryanair Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Halliburton Quartalszahlen Q3, 12.45 Uhr
Munich Re Rückversicherertreffen Baden-Baden, 9.30 Uhr
Hannover Rück Rückversicherertreffen Baden-Baden, 12 Uhr
Hasbro Quartalszahlen Q3

Konjunktur:
Deutschland Monatsbericht Bundesfinanzministerium 0.01 Uhr
Deutschland Monatsbericht Bundesbank 10 Uhr

Sonstiges:
Bundesverband öffentlicher Banken Pressegespräch zu bevorstehendem Banken-Stresstest
Stahlgipfel u.a. mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier