Anleger bleiben auf der Hut

Stand: 26.03.2007, 19:59 Uhr

Der Schock, den die US-Immobilien-Zahlen ausgelöst hatte, wirkt nach. Der Dow Jones bäumte sich zwar auf, blieb aber rot eingefärbt. Der L-Dax ging mit 6.854 Punkten 0,7 Prozent tiefer aus dem Rennen.

Zum Schluss des Xetra-Handels hatte es allerdings noch trüber ausgesehen. Der Dax hatte bei 6.829 Punkten geschlossen. Ausgelöst wurde der Kursrutsch am Nachmittag durch ernüchternde Zahlen aus der amerikanischen Immobilienbranche. Die Zahl verkaufter Eigenheime in den USA fiel nach Angaben des US-Handelsministeriums im Februar gegenüber Januar um 3,9 Prozent auf annualisiert 848.000. Experten hatten hingegen mit 985.000 verkauften Häusern gerechnet. Die Februar-Zahlen markierten den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren. Damit nicht genug. Das Ministerium revidierte die für Januar gemeldete Zahl noch einmal nach unten - auf 882.000 von bislang 937.000 verkaufter neuer Häuser.

Eon lieferte Gesprächsstoff

Schon vor den enttäuschenden Eigenheim-Daten aus den USA kam der deutsche Leitindex Dax nicht in die Puschen. Das lag am Dax-Schwergewicht Eon und an VW. Das Ringen um die Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa sorgte nicht nur für Wirbel, sondern auch für Verwirrung. Kaum hatte Eon sein Angebot am Morgen auf 40 Euro je Endesa-Aktie aufgestockt, kündigten die spanische Acciona-Gruppe und der italienische Energiekonzern Enel ein noch höheres Angebot von 41 Euro je Endesa-Aktie an. Eines, das vorgelegt werden soll, sobald die rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sein werden.

Gerichte sollen schlichten
Eon reagierte prompt und teilte mit, dass der Konzern bei der spanischen Börsenaufsicht (CNMV) die Eröffnung eines Verfahrens gegen Acciona und Enel wegen Irreführung des Marktes, Verstosses gegen das Übernahmerecht und Insider-Handels beantragt habe. Eon-Aktien waren vorübergehend deutlich gefallen, konnten ihre Verluste bis zum Handels-Schluss jedoch größtenteils glätten.

Porsche zieht VW runter
Von Anfang bis zum Ende schwach war die VW-Aktie gewesen. Zwar hat Porsche seinen Anteil an VW auf 30,9 Prozent aufgestockt und wird nun ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre abgeben. Doch die Offerte wird deutlich unter dem aktuellen Kurs liegen. Porsche bietet nämlich nur den gesetzlichen Mindestpreis von 100,92 Euro je Aktie und liegt damit unter dem aktuellen Kurs. Die VW-Aktie kostete am Abend knapp 114 Euro.

Rewe setzt Metro zu
Der nicht börsennotierte Handels- und Touristikkonzern Rewe hat 2006 so viel umgesetzt und verdient wie nie zuvor. Die Erlöse der Rewe Group seien um 4,2 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler am Montag in Köln mit. Aktien des Rewe-Konkurrenten Metro gaben um fast drei Prozent nach.

Stahlwerte gefragt
Die weltweite Stahlnachfrage wird nach Schätzungen des Internnational Iron and Steel Instituts in diesem Jahr nach stärker wachsen als gedacht. Nämlich um knapp sechs Prozent. Im Herbst vergangenen Jahres war das Stahl-Institut noch von einem niedrigeren Wachstum von 5,2 Prozent ausgegangen. Aktien der beiden deutschen Stahlhersteller ThyssenKrupp und Salzgitter verteuerten sich um jeweils 0,6 Prozent.

Angebot für Chrysler diese Woche?
Beim US-Autobauer Chrysler könnten einem Pressebericht zufolge noch in dieser Woche die Weichen in Richtung eines Verkaufs gestellt werden. Der weltgrößte Autohersteller General Motors (GM) habe bereits Ende Januar ein Angebot für die DaimlerChrysler-Tochter Chrysler auf den Tisch gelegt, schreibt die "Detroit News" unter Berufung auf gut informierte Personen. Andere Interessenten wollten noch diese Woche nachlegen. Auf DaimlerChrysler-Aktien waren Anleger dennoch schlecht zu sprechen. Kurseinbußen von fast drei Prozent waren die Folge gewesen.

Gea gefragt
Werte wie Gea bremsten die Talfahrt des MDax. Der Anlagen- und Maschinenbauer Gea profitierte davon, dass die Deutsche Bank und Goldman Sachs ihre Kursziele für die Aktie angehoben haben. Auch die Anteilsscheine von Rheinmetall legten einem positiven Analystenkommentar zu. HSBC erhöhte das Kursziel von 63,00 auf 77,00 Euro und bestätigte seine Einschätzung "Overweight". Gea-Aktien schlossen fast drei Prozent höher.

Techem will mehr ausschütten
Die Aktien des Energiedienstleisters Techem gingen mit einem Abschlag von über einem Prozent aus dem Handel, obwohl Techem auch in den kommenden Jahren eine ähnlich hohe Dividende wie für das Geschäftsjahr 2005/06 ausschütten will. "Wir sehen uns dazu in der Lage, weil wir für die nächsten Jahre von einer stabilen Ertragslage ausgehen und notwendige Mittel für Wachstumsinvestitionen durch Kapitalmaßnahmen aufnehmen können", sagte Unternehmenschef Horst Enzelmüller am Montag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Für 2005/06 hatten der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine auf zwei Euro vervierfachte Dividende je Aktie vorgeschlagen

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr