Marktbericht 20:03 Uhr

Dax bei genau 10.800 Punkten Anleger agieren vorsichtig

Stand: 29.10.2015, 20:03 Uhr

Die Börse stand heute ganz im Zeichen einer wahren Flut von Quartalsbilanzen. Da war für jeden was dabei, so dass unter dem Strich nicht viel rauskam. Größter Spielverderber war die Deutsche Bank, die den Dax im Minus hielt.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.011,04
Differenz relativ
+0,49%

Den Großteil des Tages ging es heute zwischen Bullen und Bären im Dax um die psychologisch wichtige runde Marke von 10.800 Punkten. Der Dax startete zunächst mit Gewinnen in den Tag und legte am Vormittag bis auf 10.886 Zähler zu.

Aber der Höhenflug hatte keinen Bestand, der Index kehrte nicht mehr in die Gewinnzone zurück. Er markierte bei 10.741 Zählern sein Tagestief. Zum Handelsschluss des uneinheitlichen Tages stand dann ein eher moderates Minus von 0,29 Prozent oder 31,12 Punkten an der Anzeigetafel. Im Späthandel tat sich nicht mehr viel, der L/E-Dax schloss bei 10.797 Punkten.

Deutsche Bank vermiest die Stimmung

Das Papier der größten deutschen Geschäftsbank war zusammen mit dem der Lufthansa größter Dax-Verlierer. Der Kurs fiel deutlich um 6,88 Prozent auf 25,58 Euro, was den Dax etwas mehr als 32 Punkte kostete. Vor allem die am Vorabend verkündete Dividendenstreichung für die kommenden zwei Jahre, die erste seit den 1950er-Jahren, stieß den Anlegern sauer auf.

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Börse 19.00 Uhr

Auch die Präsentation der Strategie 2020 des neuen Chefs John Cryan half da nicht. Fakt ist, dass die Bank eisern sparen will und dabei tausende von Stellen verloren gehen. Am Abend erklärte Cryan auf einer Veranstaltung in London noch, dass die Bank hohe Strafen wegen ihrer Geldwäsche-Affäre in Russland nicht ausschließt. Er räumte ein, dass das Institut hier verwundbar sei.

Lufthansa-Kranich wird kräftig gerupft

Getreu dem Börsenmotto "Sell on good news" (verkaufen bei guten Nachrichten), musste die Lufthansa-Aktie trotz guter Quartalszahlen Federn lassen. Das Papier war schwächster Dax-Wert mit einem hohen Tagesverlust von 8,37 Prozent. Allerdings war die Aktie zuvor gut gelaufen.

Dabei gab es eigentlich keine Grund zu klagen. Die Lufthansa hat nämlich im dritten Quartal von niedrigen Kerosinpreisen und einem guten Geschäft im Sommer profitiert. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll nun ohne Streikkosten im Gesamtjahr 1,75 bis 1,95 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte die Fluggesellschaft für diese Ergebnisgröße mindestens 1,5 Milliarden angepeilt.

Nachwirkungen des Fed-Entscheids

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Börse 17.00 Uhr

Belastet wurde der Aktienmarkt durch die zögerliche Haltung der US-Notenbank Fed, die am Vorabend zwar angekündigt hatte, den Dezember-Termin für eine Zinserhöhung zu prüfen, sich aber ansonsten in bester Notenbankmanier alle weiteren Schritte offen gehalten hatte.