Marktbericht 20 Uhr

Dax kurz vor der runden Marke Anlauf gescheitert

Stand: 03.12.2014, 20:00 Uhr

Knapp vorbei ist auch daneben: Am Mittwoch wurde es nichts mit der Rückkehr in die Fünfstelligkeit. Gemischte Konjunkturdaten und auch Zurückhaltung vor der morgigen EZB-Sitzung ließen den wenigen Schwung, der am Nachmittag aufkam, bald erlahmen.

Dass es im späten Handel nicht mehr zum Sprung über die 10.000er Marke reichte, lag aber auch am großen Bruder Dow-Jones - in New York herrschte quasi Bewegungsstarre, obwohl der Index ein neues Allzeithoch bei 17.905 Punkten erreichte. Daran änderte am Abend auch der Konjunkturbericht der US-Notenbank, das Beige Book, nichts. Die Fed sieht die US-Wirtschaft weiterhin moderat wachsen, auch der Arbeitsmarkt habe sich "auf breiter Front" gebessert.

US-Wirtschaft läuft passabel, Euro-Zone nicht

Am Nachmittag waren aus den USA durchaus ermutigende Konjunktursignale gekommen. Die Stimmung im US-Dienstleistungs-Sektor hat sich im November überraschend aufgehellt. Der entsprechende ISM-Einkaufsmanagerindex stieg um 2,2 auf 59,3 Punkte. Dagegen wurde am Morgen ein gegenteiliges Signal aus der Euro-Zone empfangen: Hier ging der Service-Index um 1,2 auf 51,1 Punkte zurück.

Euro weiter im Abwärtstrend, Öl und Gold unterbrechen Tieflug

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.199,24
Differenz relativ
+0,07%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1679
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+0,07%

Bis auf 1,23 Dollar ging es für die Gemeinschaftswährung am Mittwoch abwärts. So tief hat der Euro gegenüber dem Dollar zuletzt im August 2012 notiert. Am Ölmarkt gab es am Nachmittag gute Nachrichten für die Förderländer: Die Lagerbestände sind in den USA in der vergangenen Woche überraschend gefallen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte prompt um ein Prozent auf 67,81 Dollar. Und auch Gold ist wieder teurer geworden. Für die Feinunze des Edelmetalls wurden am Abend wieder deutlich mehr als 1.200 Dollar bezahlt.

Was macht Mario Draghi?

Die Anleger blieben am Mittwoch vor der wichtigen EZB-Sitzung am Donnerstag insgesamt eher vorsichtig. Im neuen Domizil am Frankfurter Mainufer wird EZB-Präsident Mario Draghi womöglich eine weitere geldpolitische Lockerung auf den Weg bringen, und so die Märkte vielleicht noch einmal anschieben. Viele Experten rechnen allerdings inzwischen damit, dass keine konkrete Maßnahme beschlossen werden wird.

Lufthansa-Chef wackelt nicht

Carsten Spohr bleibt hart. Trotz des bevorstehenden Pilotenstreiks am Donnerstag gab der Manager den Startschuss für die Billigfluglinie, die unter dem Namen Eurowings im kommenden Jahr starten soll. Zuvor war bekannt geworden, dass am morgigen Donnerstag wohl die Hälfte der geplanten Langstreckenflüge wegen des Ausstands abgesagt werden muss. Bei Lufthansa Cargo würden aber zwei Drittel der Flüge stattfinden. Ein Ende des Arbeitskampfes ist aber nicht in Sicht. Die Aktie gehörte am Mittwoch dennoch zu den Dax-Gewinnern.

Infineon mit Chip-Hoffnungen

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,84
Differenz relativ
+1,41%

Ganz oben im Leitindex notierte allerdings mit plus drei Prozent die Aktie des Chip-Konzerns Infineon. Eine Prognose-Anhebung des Konkurrenten Microchip Technology reichte, um den schwankungsanfälligen Titel nach oben zu hieven. Laut Marktbeobachtern halten einige Analysten den Ausblick von Infineon ebenfalls für "zu vorsichtig".

ThyssenKrupp einigt sich

Die Aktie des Stahlriesen schloss den Handel als einer der größten Dax-Gewinner. ThyssenKrupp hat sich auf eine Sanierung des Werkes im italienischen Terni mit den Gewerkschaften geeinigt. Die Kosten für Personal würden dadurch um 30 Millionen Euro gesenkt. Die Zahl der Entlassungen wurde verringert.

Siemens im Siemens-Aufsichtsrat

In das Kontrollgremium des Dax-Schwergewichts zieht BMW-Chef Norbert Reithofer ein, zumindest wird er auf der Hauptversammlung am 27. Januar vorgeschlagen werden. Mit Nathalie von Siemens wird die Ur-Ur-Enkelin von Konzerngründer Werner von Siemens als erste Frau in den Aufsichtsrat aufgenommen.

Russland-Krise belastet Adidas und Metro

Analysten der Barclays Bank haben die Adidas-Aktie von "Overweight" auf "Equalweight" abgestuft und das Kursziel von 65 auf 60 Euro gesenkt. Die jüngste Rubel-Schwäche sei für den Sportartikelhersteller ein erhebliches Problem, so die Begründung. Dadurch dürfte der Gewinn im laufenden und im kommenden Jahr belastet werden.

Ceconomy ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,71
Differenz relativ
-0,39%

Den Analysten von JPMorgan zufolge hat auch der Kaufhaus-Konzern Metro ein arges Rubel-Problem. Die Aktie stuften die Experten von "neutral" auf "underweight" herunter und reduzierten ihr Kursziel um vier auf 24 Euro. Die Metro-Aktie ist mit minus fünf Prozent größter Dax-Verlierer.

Kuka wechselt Großaktionär durch

Etwas irritiert reagierte der Titel des Roboterbauers im MDax, verlor zunächst und stabilisierte sich bis zum Handelsschluss wieder. Bei dem Unternehmen ist der bisherige Großaktionär Grenzebach komplett ausgestiegen. Neuer Ankeraktionär ist der Technologiekonzern Voith, der mit 25,1 Prozent der Kuka-Anteile nun eine Sperrminorität hält. Laut Kuka-Chef Till Reuter ist Voith ein "verlässlicher Partner".

Evotec-Aktie außer Rand und Band

Mit rund 15 Prozent Kursplus war die Aktie des Biotech-Unternehmen Evotec am Mittwoch einsame Spitze. Evotec verhandelt mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi über eine engere Zusammenarbeit für die nächsten fünf Jahre. Die Kooperation soll garantierte Zahlungen von Sanofi in Höhe von mindestens 250 Millionen Euro mit sich bringen. Deutlich mehr als die 86 Millionen Euro, die das TecDax-Mitglied im vergangenen Jahr umgesetzt hat.

Wirecard hat eine Rakete als Partner

Die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet und der Finanzdienstleister Wirecard haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Wirecard wird für Rockets Unternehmen Zahlungs-Dienstleistungen weltweit übernehmen. Die Wirecard-Aktie stieg im TecDax um vier Prozent.

Vossloh guter Dinge beim Lok-Verkauf

Der Bahn-Spezialist hatte am Dienstag erklärt, sich von seinem Lokomotiv-Geschäft trennen zu wollen. Erste Anfagen dafür gebe es bereits, legte das Unternehmen nun am Mittwoch nach. Darauf hatten Analysten wie die von Hauck & Aufhäuser aber zunächst mit negativen Urteilen reagiert. Das Unternehmen beschwichtigte die Anleger inzwischen auch mit Aussagen zur Dividende, an der auch nach einer Abtrennung des Geschäfts festgehalten werden soll. Das Papier verlor dennoch im SDax 3,1 Prozent.

Abercrombie & Fitch: Ebbt der Kult ab?

Aktien des US-Modegeschäfts gaben am Mittwoch in New York nach, nachdem das Unternehmen einen Gewinnrückgang und einen schwächeren Ausblick bekannt gegeben hatte. Unter der Strich verdiente man im dritten Quartal 30 Prozent weniger, auch der Umsatz rutschte um zwölf Prozent auf 911 Millionen Dollar ab.

AB

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