Marktbericht 20:02 Uhr

Blicke bleiben auf Geldpolitik gerichtet Am Ende nur noch ein kleines Plus

Stand: 04.06.2013, 20:02 Uhr

Nach dem Minus von 0,8 prozent am Montag hat der Dax am zweiten Handelstag der Woche wieder leicht höher geschlossen. Dennoch bleiben die Anleger äußerst vorsichtig, musste der Leitindex doch seine Tagesgewinne von zeitweise fast 100 Punkten wieder vollständig abgeben.

Der Dax dreht im Handelsverlauf sogar kurz ins Minus, kann jedoch am Ende noch ein kleines Plus von zehn Punkten retten und schließt bei 8.296 Zählern. Dabei hatte es am Morgen zunächst so ausgesehen, als ob die Anleger wieder Mut fassten. Der Leitindex gewann jedenfalls fast 100 Punkte und kletterte am Vormittag bis auf 8.384 Punkte.

Mangels neuer Impulse und angesichts der anhaltenden Debatte über die Geldpolitik in den USA und Europa schmilzen die Gewinne im weiteren Handelsverlauf wieder ab. Im Abendhandel dreht der Dax sogar leicht ins Minus auf 8.263 Punkten.

Wall Street dreht ins Minus

Auch in New York sind die anfänglichen Gewinne rasch wieder dahin. Bei Börsenschluss in Frankfurt ist der Dow Jones-Index bereits deutlich in die Verlustzone gerutscht und notiert 0,75 Prozent tiefer bei 15.141 Punkten. Die Investoren hingen heute an den Lippen der Notenbanker, die Ansprachen hielten, sagte ein Börsianer. Die Anleger wollen eine Idee über die künftige Richtung der aktuell sehr lockeren Geldpolitik bekommen. Befürchtungen über deren Drosselung hatten den Dow jüngst immer wieder belastet.

"Bis die Arbeitsmarktdaten am Freitag veröffentlicht werden, dürfte das Hin und Her anhalten", sagte ein Händler. Die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts gilt als entscheidend dafür, ob die Notenbank die Wirtschaft weiter mit milliardenschweren Anleihekaufprogrammen stützt. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote in den USA bei 7,5 Prozent. Die Fed, die derzeit monatlich Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Wert von 85 Milliarden Dollar kauft, will erst dann den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn die Arbeitslosigkeit auf etwa 6,5 Prozent gesunken ist.

Euro auf Achterbahnfahrt

Ähnlich wie die Aktienmärkte ging heute auch der Euro auf Achterbahnfahrt. Nach einem Hoch bei 1,31 Dollar in der Mittagszeit rutscht die Gemeinschaftswährung wieder einen halben Cent ab auf 1,3047 Dollar, bevor es am späten Nachmittag wieder aufwärts geht. Zuletzt notiert der Euro bei 1,3075 Dollar.

Deutsche Bank gut im Geschäft

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,85
Differenz relativ
-0,15%

Bei den Einzelwerten gehört die Aktie der Deutschen Bank zu den größten Favoriten im Dax. Nach einem starken ersten Quartal verlaufe das Geschäft nach wie vor solide, sagte der Co-Chef des Dax-Konzerns, Anshu Jain, auf einer Investorenkonferenz in New York. In den ersten beiden Monaten des zweiten Quartals habe die Bank in allen Bereichen leicht zugelegt. Die Notenbanken mit ihrer expansiven Geldpolitik hätten für ein freundliches Umfeld gesorgt.

Lufthansa weiter mit Rückenwind

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,42
Differenz relativ
+0,21%

Auch die Aktie der Lufthansa kann überdurschschnittlich zulegen. Die Airline profitiert offenbar weiter den Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit mit einer Fluggesellschaft aus dem arabischen Raum.

K+S fällt und fällt

K+S

K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,67
Differenz relativ
-2,06%

Dagegen rutscht die Aktie des Kasseler Düngemittel- und Salz-Produzenten K+S weiter ab. Das Unternehmen peilt nach Informationen aus Bankenkreisen eine Umschuldung von Darlehen im Volumen von rund einer Milliarde Euro an. Das neue Darlehenspaket soll eine Finanzierung über 800 Millionen Euro aus dem Jahr 2010 mit Laufzeit bis Juli 2015 ersetzen und ausbauen, sagten mehrere Banker der Thomson Reuters Tochter RLPC. K+S wolle noch vor der Ferienzeit von Juli bis August die Gelegenheit zur Refinanzierung nutzen.

VW und Daimler schwächeln

Auch Volksagen und Daimler müssen abgeben. Grund sind die enttäuschenden deutschen Zulassungszahlen im Mai. Wie das Kraftfahrtbundesamt am Vormittag mitteilte, brachen die Zulassungszahlen im Wonnemonat um 9,9 Prozent auf 261.000 PKW ein.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,72
Differenz relativ
-1,32%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,37
Differenz relativ
-0,36%

SAP hat große Pläne

Aufwärts geht es auch mit der Aktie der Softwareschmiede SAP. Der weltgrößte Anbieter für Firmensoftware hat zwar die Erlöse kräftig gesteigert, das Gewinnwachstum hat aber dabei nicht Schritt gehalten. Der mit Datenbankanbietern wie Oracle und Cloud-Software-Entwicklern wie Salesforce konkurrierende Konzern will mit neuen Angeboten sein Umsatzpotenzial bis 2015 auf 230 Milliarden Dollar verdoppeln. Vor allem das Geschäft mit Mietsoftware soll zukünftig deutlich gesteigert werden.

BASF und Thyssen setzen auf Asien

Zu den Verlierern gehört die Aktie der BASF. Dabei wollen die Ludwigshafener bis 2020 zehn Milliarden Euro in Asien investieren. Der Umsatz soll sich in dieser Zeit auf 25 Milliarden Euro verdoppeln. Insgesamt ist geplant, 9.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Nordex nicht gut genug

Im TecDax ist die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex unter Druck. Dabei geht Vorstandschef Jürgen Zeschky für dieses Jahr von einem 10- bis 20-prozentigem Umsatzwachstum auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro aus. Damit zeigt sich Nordex optimnistisch, obwohl Studien für die Branche von einem moderaten Rückgang ausgehen. Anleger haben sich offenbar mehr erwartet.

Gewinnmitnahmen bei Aixtron

Fast drei Prozent abgeben muss auch die ebenfalls im TecDax notierte Aktie von Aixtron. Händler sprachen vor allem von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien des auf die LED-Industrie ausgerichteten Spezialmaschinenbauers alleine auf Monatssicht in der Spitze fast 27 Prozent zugelegt hatten. Auch rechnet Finanzvorstand Wolfgang Breme nicht mit einer klaren Verbesserung des Umfelds. Zudem klinge der Ausblick auf ein Break-even im vierten Quartal etwas schwammig.

Sky profitiert von Telekom

Stärkster Wert im MDax ist die Aktie des Bezahlsenders Sky. Sie profitiert von einer geplanten Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Ab Juli wollen die Bonner auf ihrer TV-Plattform "Entertain" nicht nur das komplette Fußballprogramm des Bezahltsenders anbieten, sondern auch alle anderen Sky-Inhalte. Sky rechnet damit, dass fast alle Kunden der Telekom-Fußballplattform "Liga-Total" zu Sky wechseln werden.

Neue Fantasie treibt Kabel Deutschland

Kräftig aufwärts geht es auch mit der Aktie des Kabelanbieters Kabel Deutschland. Grund sind wieder aufgeflammte Übernahmegerüchte durch die britische Vodafone. Beide Gesellschaften äußerten sich nicht. Insidern zufolge hat Vodafone aber schon seit Februar ein Auge auf die Kabelgesellschaft geworfen, was der Aktie immer wieder zu Kursavancen verholfen hat.

Baywa hofft auf den Frühling

Nach einem schwachen Start ins Jahr rechnet der Agrarkonzern Baywa mit einer Aufholjagd im zweiten Quartal. Ein Großteil des entgangenen Geschäfts durch den harten Winter werde zwischen April und Juni wieder eingefahren. Auch für das Gesamtjahr zeigte sich Vorstandschef Klaus Josef Lutz bei der Hauptversammlung zuversichtlich. Dank einer Reihe von Übernahmen rechnet er weiter mit einem Umsatz von mindestens 15 Milliarden Euro nach 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2012.

Heidelberger Druck auf Klettertour

Im SDax gehört die Aktie des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck zu den stärksten Werten. Das Papier profitiert von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Equinet. Analyst Holger Schmidt hebt sein Kursziel von 1,90 auf 2,40 Euro an. Er reagiert damit auf ein Interview von Firmenchef Gerold Linzbach vom Vorabend. Linzbach hatte sich zuversichtlich geäußert und das Unternehmen als "im Kern gesund" bezeichnet.

General Motors wieder im S&P-500

Die Aktie des Autobauers kehrt vier Jahre nach der spektakulären Insolvenz des Unternehmens in den wichtigen Auswahlindex zurück. Sie ersetzt den Ketchup-Hersteller H.-J. Heinz, der unter anderem von Warren Buffett geschluckt wird. Dies teilte die New Yorker Börse nach Handelsschluss mit. Die Wirkung wird mit Ablauf des 6. Juni wirksam, Heinz rechnet mit dem Abschluss der Übernahme am 7. Juni.

Zynga baut ab

Nach einem Kurseinbruch von 12 Prozent am Montag notiert die Aktie des Internet-Spielehersteller Zynga heute zunächst leicht im Plus. Der Konzern, der den Trend zu Smartphones und Tablet-PCs weitgehend verschlafen hat, streicht 520 oder ein Fünftel seiner Stellen. Dadurch dürfte sich im zweiten Quartal der Nettoverlust auf bis zu 39 Millionen Dollar erhöhen.

IBM mit Milliardenkauf

Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM verstärkt sein Geschäft mit Cloud-Dienstleistungen durch einen gewichtigen Zukauf. Das Management kündigte am Dienstag die Übernahme der auf die Vermietung von Online-Speicherplatz spezialisierten Firma SoftLayer Technologies an. Finanzielle Details wurden nicht mitgeteilt. Früheren Insiderinformationen zufolge war in den Verhandlungen von einem Kaufpreis von mehr als zwei Milliarden Dollar die Rede gewesen.

lg

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr