Marktbericht 20:05 Uhr

Dax im Rückwärtsgang Alte Geister kehren zurück

Stand: 28.12.2015, 20:05 Uhr

Die Anleger haben sich am umsatzarmen Handel zwischen Weihnachten und Neujahr zurückgehalten. Der fallende Ölpreis und schwache China-Daten schürten altbekannte Ängste.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.325,44
Differenz relativ
-1,77%

Zum Auftakt der Jahresschlusswoche hat der deutsche Aktienmarkt nicht an die kräftigen Kursgewinne von vor den Weihnachtsfeiertagen anknüpfen können. Der Leitindex Dax verlor 0,69 Prozent und beendete den Handel damit bei 10.653 Punkten. Insgesamt bewegte sich der Index zwischen 10.627 und 10.756 Punkten. Im Späthandel zogen die Kurse wieder etwas an. Der L/E-Dax schloss bei 10.673 Punkten.

Allerdings fehlten dem Markt neue Impulse. So gab es keine Konjunkturdaten aus Amerika, zudem war mit London der größte europäische Handelsplatz feiertagsbedingt heute geschlossen. Auch in Frankfurt dürften "zwischen den Jahren" viele Marktteilnehmer im Weihnachtsurlaub sein, hieß es.

Öl und Euro drücken den Dax

Wer gehofft hatte, dass die Wall Street den deutschen Aktienmarkt am Nachmittag nach vorne bringen könnte, wurde enttäuscht. Der Dow Jones steckt ebenfalls im Minus fest und verliert aktuell rund 0,2 Prozent. Allerdings hat sich die New Yorker Börse mittlerweile von ihren Tiefständen etwas gelöst. Die Gründe für die Kursverluste kommen einem dafür sehr bekannt vor. Denn der Ölpreis gab weiter nach und schürte damit globale Konjunkturängste. Brent und WTI, die beiden führenden Ölsorten, fielen heute auf Kurse unter 37 Dollar je Barrel.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.395,09
Differenz relativ
-2,27%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,29
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+0,01%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,12
Differenz relativ
-0,30%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1246
Differenz relativ
+0,22%

Der Euro, der sich mit dem jüngsten EZB-Entscheid vor gut einem Monat wieder erholt zeigt, behauptet sich derweil auf erhöhtem Niveau um die Marke von 1,10 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0962 (Donnerstag: 1,0947) Dollar fest. Für die zahlreichen Exporteure auf dem deutschen Kurszettel keine gute Nachricht, denn ihre Waren werden im Ausland dadurch teurer. Viel wird jetzt davon abhängen, wie die US-Notenbank Fed weiter vorgehen wird. Bisher gehen die meisten Fachleute von einem vergleichsweise langsamen Anstieg der Zinsen in den USA aus.

Keine Unterstützung aus Asien

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 19.00 Uhr

Für ein wenig Schwung zum Handelsstart hatten am Morgen zunächst Konjunkturhoffnungen aus Japan gesorgt. Der Blick in Richtung China allerdings sieht am Montag weniger günstig aus. Der Shanghai Composite-Index fiel um 2,6 Prozent. Laut Beobachtern geht am Markt die Sorge um, dass die bevorstehende Reform für Börsengänge in China zu einer ungebremsten Flut an IPOs führen könnte. Das wiederum könnte Börsenturbulenzen zur Folge haben.

Zudem fielen die Überschüsse chinesischer Industrieunternehmen im November binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent. Das ist das sechste Minus in Folge. Dies schürt Ängste um eine erneute Abwertung der Landeswährung Yuan. Ein solcher Schritt der chinesischen Führung hatte im Sommer zu erheblichen Kursverlusten an den Weltbörsen geführt.

Lufthansa hält sich wieder besser

Wie schon in der vergangenen Woche zählte unter den Einzeltiteln die Lufthansa-Aktie zu den Werten mit der größten relativen Stärke. Sie hielt sich auch heute deutlich besser als der Dax und notierte zusammen mit den beiden Fresenius-Aktien als einziger Wert im Plus. Hauptgrund für die gute Entwicklung der Aktie ist die Entlastung auf der Kostenseite wegen der gesunkenen Treibstoffpreise.

Am Dax-Ende standen die Versorger und ThyssenKrupp. Eon-Aufsichtsratschef Werner Wenning kritisierte die Energiepolitik der Bundesregierung scharf. "Mir fällt kein Industriezweig ein, mit dem die Politik so umgesprungen ist", sagte der Manager der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "So sprunghaft, so existenzbedrohend."

Deutsche Bank mit Milliardenverkauf

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,67
Differenz relativ
-3,19%

Das Geldhaus hat am Mittag bekannt gegeben, dass es seinen 19,99-prozentigen Anteil an der chinesischen Hua Xia Bank an den Versicherungskonzern PICC verkauft. Der Verkauf spült rund 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro in die Kassen der Bank. Die Deutsche-Bank-Aktie grenzte nach der Meldung ihre Verluste zunächst ein, fiel dann aber wieder zurück. Am Ende verlor das Papier 0,6 Prozent.

Deutsche Börse freut sich über 2015

Der Frankfurter Börsenbetreiber zieht ein positives Fazit für die Neuemissionen in diesem Jahr. 24 Unternehmen wurden neu gelistet, so viel wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr. 2014 waren es 19 gewesen. Das Emissionsvolumen lag nach Angaben der Deutschen Börse bei rund sieben Milliarden Euro nach vier Milliarden Euro im Vorjahr.

Größte Emissionen waren die ehemalige Bayer-Kunststoffsparte Covestro mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro, die Deutsche Pfandbriefbank mit 1,16, sowie der Internetportal-Betreiber Scout24 mit 1,02 Milliarden Euro. Der Aktie des im Dax enthaltenen Börsenbetreibers hat das gut getan. Per Ende 2014 kostete sie noch 59,22 Euro, am Mittwoch vor Weihnachten lag der Kurs bei 79,08 Euro. Das ist ein veritabler Anstieg von über 33 Prozent.

Commerzbank klagt in den USA

Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank rangieren kaum verändert im Dax-Mittelfeld. Die Commerzbank klagt gegen vier Banken in den USA. Es geht dabei um Hypothekenpapiere vor der Finanzkrise 2008. Mehrere Banken, darunter auch die Deutsche Bank in den USA, hätten gegenüber der Commerzbank ihre Pflichten vernachlässigt und Verträge gebrochen. Die Institute hatten als Verwalter hypothekenbesicherter Wertpapiere fungiert, die die Commerzbank gekauft hatte.

Sartorius vor Prognose-Anhebung?

Ein gutes Börsenjahr geht für das TecDax-Mitglied zuende. Und ein ebenso gutes wohl bevor: Sartorius steht offenbar vor einer Anhebung seiner mittelfristigen Prognose. Das ließ Konzernchef Joachim Kreuzberg gegenüber der "FAZ" durchblicken. Vor allem die Profitabilität bei dem Pharmazulieferer wachse schneller, so der Manager. Laut der Zeitung soll der Umsatz 2015 bei 1,1 Milliarden Euro liegen, die operative Marge bei 23,5 Prozent.

Samsung macht mobil

Der koreanische Smartphone-Hersteller will massiv mit seinem neuen Flaggschiff-Modell Galaxy S7 auftrumpfen. Nach Medienberichten will Samsung mit einer Startauflage von fünf Millionen Stück in den Markt gehen. Ab Februar sollen die Geräte erhältlich sein, die vor allem dem iPhone von Apple Konkurrenz machen sollen.

Disney-Aktien gesucht

Walt Disney: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
104,07
Differenz relativ
-0,51%

Das Papier des Unterhaltungskonzerns legt an der New York Stock Exchange über ein Prozent zu. Die aktie profitiert damit vom großen Erfolg des Kinohits "Star Wars - Episode VII". Der neue Film spielte in den ersten zehn Tagen weltweit bereits knapp eine Milliarde Dollar ein.

rm

Tagestermine am Dienstag, 13. November

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 10/18, 7:00 Uhr
Grammer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Bauer: Neun-Monats-Zahlen, 7:00 Uhr
1&1 Drillisch: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Cewe Stifung: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Evotec: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr (Call: 14:00 Uhr)
Innogy: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Tom Tailor: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
United Internet: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Ströer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Areal Bank: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Hello Fresh: Q3-Zahlen, 7:15 Uhr
Medigene: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
VTG: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
HHLA: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Uniper: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Jenoptik: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Nordex: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
Bilfinger: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
OHB: Neun-Monats-Zahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Home Depot: Q3-Zahlen, 15:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
Nemetschek: Kapitalmarkttag

Konjunktur:
Italien: Frist der EU-Kommission zur Überprüfung des Haushaltsentwurfs läuft aus
Deutschland: Verbraucherpreise 10/18 (endgültig), 8:00 Uhr
Deutschland: Insolvenzen 8/18, 8:00 Uhr
Deutschland: Erwerbstätigkeit Q3/18, 8:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahl 10/18, 10:18
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 10/18, 11:00 Uhr