Alcoa muss es richten

Stand: 12.07.2010, 20:02 Uhr

Mit einem kleinen Kursgewinn hat der Dax den Montag beendet. Für die restliche Woche ist dies kein Trendgeber. Denn erst die beginnende Bilanzsaison wird festlegen, in welche Richtung die Börse in den kommenden Wochen geht. Auch die Wall Street zeigt sich am Montag abwartend.

Kaum verändert liegen die amerikanischen Indizes um 20 Uhr, als der Parketthandel in Frankfurt endete. Immerhin hielten sie das Niveau, denn am Freitag hatten sie noch in einem Schlussspurt kräftig zugelegt.

Am deutschen Aktienmarkt hielten sich die Anleger ebenfalls zurück. Der Dax legte 0,2 Prozent zu auf 6.077 Punkte. Tageshöchststand war dies nicht, der frühnachmittägliche Schwung wurde durch die stotternde Wall Street wieder etwas zunichte gemacht.

Dass die Börse an diesem Montag nicht einmal Pflichtprogramm ablieferte, sondern eher langweilte, lag an der in der Nacht beginnenden Bilanzsaison. Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa berichtet nachbörslich über seine Zahlen im zweiten Quartal. Vor einem Jahr machte die Firma noch Verluste, fast 0,5 Dollar je Aktie. Dieses Jahr sollte der weltweit größte Aluminiumhersteller 0,16 Dollar Gewinn machen.

Im Dax schob sich am Nachmittag die Merck-Aktie an die Indexspitze. Russland habe die Multiple Sklerose-Tablette Cladribin zugelassen, teilte Merck mit. Die Pille soll nun Anfang 2011 auf den russischen Markt kommen. Auf den wichtigen Märkten USA und Europa steht eine Zulassung noch aus.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
154,38
Differenz relativ
+1,23%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,61
Differenz relativ
+0,70%

Sehr gut lief auch die Volkswagen-Aktie. Kursfördernd wirkt hier ein höheres Kursziel. Die Fachleute von Goldman Sachs hatten ihre Empfehlung von 126 auf 132 Euro angehoben. VW sei bestens aufgestellt, um aus dem zwingenden Wandel der Branche Nutzen zu ziehen. Der Daimler-Titel konnte indes nicht von einer guten Prognose profitieren. Man spüre eine deutliche Erholung der Transporterverkäufe, sagte Daimler-Spartenchef Volker Mornhinweg. Man profitiere von der Entwicklung vor allem in den westeuropäischen Schlüsselmärkten. Der Aktie half es nichts, sie schloss 0,2 Prozent schwächer.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,60
Differenz relativ
+1,29%

Auch die Aktien der Commerzbank gabe ihre Tagesgewinne wieder ab und schlossen unverändert. Der Commerzbank-Vorstand gab sich am Morgen zuversichtlich, dass die Bank den EU-Bankenstresstest besteht. "Wir fühlen uns mit unserer Kernkapitalquote sehr komfortabel ausgestattet", sagte Finanzdirektor Eric Strutz. Strutz nahm im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters auch Stellung zum möglichen Ausstieg des Staates aus der teilverstaatlichten Bank. Man lege sich nicht fest, sagte er, ein Ausstieg bis 2015 sei "reine Spekulation". Viel hänge vom Verkauf des Immobilienfinanzierers Eurohypo ab.

Passagiere für Fraport, Zylinderköpfe für Elring
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat im Juni deutliche Zuwächse bei Fracht und Passagieren verbucht. Die Zahl der Passagiere stieg um sieben Prozent auf 4,85 Millionen, das Frachtaufkommen um fast 30 Prozent auf 196.000 Tonnen. Merrill Lynch stufte die Fraport-Aktie daher auf "Buy" nach oben. Der Automobilzulieferer ElringKlinger will für etwa 30 bis 40 Millionen Euro das Zylkinderkopf- und Abgasdichtungsgeschäft von Freudenberg übernehmen. Die Sparte erzielt derzeit einen Jahresumsatz von 42 Millionen Euro. Bis ElringKlinger allerdings kaufen kann, muss noch die Arbeitnehmervertretung Freudenbergs in Frankreich zustimmen.

Unicredit empfiehlt Aixtron
Die Papiere des im TecDax notierten LED-Spezialisten Aixtron legten 4,4 Prozent zu. Händler begründeten dies einstimmig mit einem von der Unicredit verliehenen höheren Bewertung. Die Analysten sehen die Aixtron-Aktie jetzt als "Buy". Die Geschäfte der Firma sollten im vergangenen Quartall gut gelaufen sein, findet die Unicredit.

Centrosolar zieht nach
Nachdem bereits SMA Solar, Manz und Phoenix ihre Geschäftsprognose für dieses Jahr erhöht haben, zog am Montag Centrosolar nach. Die Firma will in diesem Jahr ein operatives Ergebnis von bis zu 28 Millionen Euro erreichen, 12 Millionen mehr als bisher erwartet. Auch beim Umsatz könnte Centrosolar den bisherigen Erwartungswert von 370 Millionen"leicht" übertreffen. Die Aktie gewann 6,8 Prozent.

Kontron stellt zurück
Kontron, ein Hersteller von Kleinstcomputern, hat wegen nicht bezahlter Rechnungen eine Millionensumme zurückgestellt. Wegen ausstehender Forderungen gegen Kunden aus Malaysia, Taiwan und Kontron habe man eine Risikovorsorge von 34 Millionen Euro gebildet, teilte die TecDax-Firma mit, und "in der Kontron-Bilanz vollständig wertberichtig". Dies könne der Firma einen Jahresverlust bescheren, weswegen Equinet die Aktie daher auf "Hold" herabstufte. Kontron-Papiere schlossen 18 Prozent schwächer.

Hefner will alles
Die Aktie des an der Wall Street notierten Männermagazins Playboy steigt um mehr als dreißig Prozent. Gründer und Großaktionär Hugh Hefner will alle Aktien, die ihm noch nicht gehören, übernehmen. Dafür ist er bereit, einen Aufschlag von 40 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag zu zahlen.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen