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Unter 12.200 Punkte Dax: Nur nicht zu viel risikieren

Stand: 13.02.2018, 17:50 Uhr

Einen Tag vor der Veröfffentlichung der US-Verbraucherpreise scheuen die Anleger das Risiko - sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks. Eine übertriebene Vorsicht?

Der Dax weitet jedenfalls am Nachmittag seine Verluste aus und geht schließlich bei 12.196 Punkten aus dem Handel, 0,7 Prozent oder 86,27 Punkte weniger als am Vortag. Das sind zwar keine dramatischen Verluste, doch sie zeugen von der Vorsicht vieler Anleger.

"Einige Investoren befürchten offenbar, dass wir noch immer nicht aus dem Gröbsten raus sind", so ein Beobachter. Die noch vor wenigen Wochen vorherrschende Freude über "quasi alles“ sei nun umgeschlagen in Angst vor "quasi allem“.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.451,96
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Angst scheinen die Anleger vor den morgen erwarteten Inflationszahlen aus Amerika zu haben. Sollte die Teuerung im Januar weiter angezogen haben und über dem Wert vom Dezember (2,1 Prozent) liegen, könnte es zu einer neuerlichen Überreaktion der Märkte kommen, so die allgemeine Befürchtung.

Auch in New York scheuen die Anleger das Risiko. Der Dow Jones Index eröffnete 0,3 Prozent leichter und notiert bei Börsenschluss in Frankfurt ein halbes Prozent schwächer bei 24.471 Punkten. Experten erklären die Vorsicht mit den für morgen erwarteten die Verbraucherpreise für Januar. Sie könnten der Erwartung steigender Leitzinsen in den USA neue Nahrung geben. Diese Sorge hatte zuletzt die scharfe Korrektur an den Börsen bei heftigen Kursschwankungen ausgelöst.

Verschuldung macht zunehemend Sorgen

Für Gesprächsstoff sorgt auch das 1,5 Billionen Dollar schwere Investitionsprogramm von Donald Trump. Während das Projekt auf den ersten Blick positiv erscheint, monieren Volkswirte den damit verbundenen Anstieg der Verschuldung auf gigantische 7,1 Billionen Dollar, denn Trump muss seine Schulden durch die Ausgabe neuer Anleihen finanzieren.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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25.219,38
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Deren Renditen sind bereits auf 2,88 Prozent gestiegen - den höchsten Stand seit vier Jahren. Außerdem hat die Fed begonnen, die Zinsen anzuheben. Nun ruft die steigende Verschuldung selbst die Amerika-freundlichen Ratingagenturen auf den Plan. So warnte jetzt die zweitgrößte Agentur Moody’s davor, dass Amerika das Spitzenrating AAA verlieren könnte.

Euro wieder teurer

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,2403
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-0,04%

Gebremst werden die europäischen Aktienmärkte heute auch vom Euro. Die Gemeinschaftswährung hat spürbar zugelegt und ist über die Marke von 1,23 Dollar gestiegen. Am Abend kostet die Gemeinschaftswährung bis zu 1,2361 Dollar und damit einen halben Cent mehr als im asiatischen Handel. Im Vergleich zum Vorabend ergibt sich ein Kursgewinn von fast einem Cent. Grund für die Euro-Gewinne war ein auf breiter Front schwächerer amerikanischer Dollar.

Lufthansa auf Erholungskurs

Nach vier schwachen Wochen haben sich die Lufthansa-Aktien heute gegen den Trend erholt. Seit dem Rekordhoch Anfang Januar bei 31,26 Euro waren die Papiere der Airline um bis zu 18 Prozent auf das Niveau von Oktober abgerutscht - alleine in den vergangenen vier Wochen ging es gut 15 Prozent abwärts. Die Herabstufung heute durch Analyst Yan Derocles von Oddo BHF konnte die Erholung nicht stoppen, zumal er mit seinem Kursziel von 32,50 Euro deutlich über dem aktuellen Xetra-Niveau blieb.

Commerzbank ein Kauf?

Auch die Commerzbank-Aktie gehört zu den wenigen Werten im Plus. Analyst Daniel Regli vom Investmenthaus Mainfirst geht davon aus, dass für die Commerzbank nach ihrem Umbau nun die Erntezeit bevorsteht. Dank des Neukundenwachstums im abgelaufenen Jahr dürften die Erträge 2018 gerade in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen, so der Experte. Höhere Zinsen könnten für einen zusätzlichen Aufschlag sorgen.

VW: Pötsch stärkt Müller den Rücken

Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sieht keinen Grund, die Position von VW-Chef Matthias Müller in Frage zu stellen. "Dazu glaube ich, ist jetzt nicht der richtige Anlass, um was zu sagen. Ich denke, dass es dafür auch keinen Hintergrund gibt", sagte Pötsch. Insider hatten Reuters zuvor berichtet, Müller sei wegen der fragwürdigen Abgastests mit Affen frustriert. Ein Sprecher hatte eingeräumt, die Diskussion gehe nicht spurlos an dem Konzernchef vorbei. Müller sei enttäuscht, dass der von ihm eingeleitete Kulturwandel in dem Konzern offenbar immer noch nicht greife. Amtsmüde sei Müller aber nicht.

Aurubis bricht ein

Im MDax führt die Aurubis-Aktie die Liste der schwächsten Werte an. Ein Händler erklärt die Verluste damit, dass die Quartalszahlen unter den Schätzungen lagen. Zwar schnellte das operative Konzernergebnis vor Steuern im ersten Geschäftsquartal um mehr als das Vierfache auf 79 Millionen Euro in die Höhe. Doch Analysten hatten noch mehr erwartet. Zudem sind die Papiere erst im Januar auf ein Rekordhoch bei 86,80 Euro gestiegen.

Metro: Mehr Gewinn trotz Russland-Schwäche

Der Lebensmittelhändler Metro hat im Weihnachtsquartal trotz einer Schlappe in Russland mehr Gewinn erzielt. Operativ verdiente Metro zwischen Oktober und Dezember mit 608 Millionen Euro 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutliche Gewinnsteigerung unter dem Strich von 124 auf 232 Millionen Euro wurde zudem durch niedrigere Zinskosten und eine bessere Steuerquote begünstigt. Die im MDax notierte Aktie reagiert aber kaum.

Tui kurz auf Rekordhoch

Dank guter Buchungsdaten für den Sommer sind die Aktien von Tui in London mit 1677 Pence auf ein Rekordhoch geklettert. Auch auf Xetra legten die Papiere des Tourismuskonzerns zeitweise um über fünf Prozent auf den höchsten Stand seit 2008 zu. Auch der Start ins Geschäftsjahr 2017/18 gelang der Tui: Im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember ließ der lukrative Verkauf von drei Riu-Hotels den Konzern die Pleite des Ferienfliegers Niki gut verkraften.

Fraport: Ein starker Januar

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sind im Januar deutlich mehr Passagiere abgefertigt worden als ein Jahr zuvor. Mit fast 4,6 Millionen stieg die Zahl der Fluggäste im Jahresvergleich um 7,6 Prozent, wie Fraport berichtete. Das war der stärkste Januar seit Bestehen des Flughafens. Wegen weiterer neuer Europaverbindungen wuchs die Zahl der Flugbewegungen mit 8,6 Prozent noch stärker.

Scout24: Mehr Gewinn dank steigender Mieten

Im SDax kann der Internetportalbetreiber Scout24 punkten. Das Unternehmen hat zum Jahresende dank steigender Makler- und Händlerzahlen operativ unerwartet viel verdient. Auf Jahressicht dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 12,6 Prozent auf 252,8 Millionen Euro zugelegt haben, wie die im SDax notierte Firma mitteilte. Besonders im vierten Quartal legte das operative Ergebnis mit gut 18 Prozent kräftig zu.

Cancom von Studie beflügelt

Im TecDax nähern sich die Aktien von Cancom hrem Rekordhoch von 77,70 Euro. Den zeitweisen Einbruch um 14 Prozent machten sie damit fast komplett wett. Für Aufmerksamkeit sorgte Analyst Tim Wunderlich von der Privatbank Hauck & Aufhäuser mit seinem neuen Kursziel von 100 Euro. Er bleibe von der Anlageidee weiter sehr überzeugt, so der Experte. Cancom setze seinen Wandel hin zu profitableren, wiederkehrenden Cloud-Umsätzen fort - in der Bewertung komme dies aber noch nicht ausreichend zum Ausdruck.

Pepsico: Wasser und Snacks gefragt

Wasser und die Snacks von Pepsico sind gefragt. Der Hunger auf Chips wie Frito-Lay oder Doritos machte im vierten Quartal Umsatzeinbußen bei zuckerhaltigen Getränken wie Mountain Dew oder Gatorade wett, wie der US-Lebensmittelkonzern am Dienstag mitteilte. Die Erlöse legten insgesamt leicht auf 19,5 Milliarden Dollar zu. Die US-Steuerreform brockte Pepsico allerdings rote Zahlen ein.

Gucci bingt Kering zum Glänzen

Der französische Luxuswaren-Konzern profitiert von der glänzenden Nachfrage nach seiner größten Marke Gucci. Der Umsatz im Schlußquartal sprang um mehr als ein Fünftel auf 4,26 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr machten die Franzosen alleine mit ihren exklusiven Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Umsatz von 10 Milliarden Euro. Im gesamten Konzern - zu dem auch der deutsche Sportartikelhersteller Puma mehrheitlich gehört - stieg der Umsatz um 25 Prozent auf knapp 15,5 Milliarden Euro.

Ubisoft gefällt

Ein Umsatzzuwachs verhilft Ubisoft zum größten Kurssprung seit drei Monaten. Die Aktien Anbieters von Computerspielen wie "Far Cry" oder "Assasin's Creed" stiegen um fast acht Prozent. Das Unternehmen steigerte den Quartalserlös um 37 Prozent auf 725 Millionen Euro. Getragen werde der Zuwachs unter anderem von einer Verdoppelung der sogenannten In-Game-Umsätze. Dabei können Spieler beispielsweise zusätzliche Waffen für Charaktere kaufen, um im Spielverlauf schneller voranzukommen. Wie beispielsweise E-Sport die Gaming-Branche anheizt, lesen Sie hier.

Under Armour zieht doch noch an

Der zuletzt mit Gegenwind kämpfende US-Sportartikelhersteller Under Armour hat überraschend ein Umsatzplus eingefahren. Im Schlussquartal legte der Nettoerlös um 4,6 Prozent auf 1,37 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten nach dem ersten Umsatzrückgang seit dem Börsengang 2005 im Quartal zuvor lediglich mit stagnierenden Einnahmen von 1,31 Milliarden Dollar gerechnet. 2018 geht der Konzern wegen der Flaute im Nordamerikageschäft von einem Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.

lg

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Sonstiges:
New York, China, HK, Korea: Börse wegen Feiertags geschlossen

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