6.000 gehalten, Anleger erleichtert

Stand: 09.07.2010, 20:02 Uhr

Vier Prozent legte der Dax in der vergangenen Woche zu und bewies, nach zwei extrem schwachen Wochen, erstaunliche Erholungsqualitäten. Am Freitag konnte der Dax locker das Niveau über 6.000 Punkten halten und schloss trotz unentschlossener Wall Street deutlich erholt.

Kursbewegende Nachrichten waren an diesem Freitag die Ausnahme. Dennoch legte der Dax 0,5 Prozent auf 6.065 Punkte zu und konnte damit seine Wochenbilanz auf fast vier Prozent Kursgewinn verbessern. Händler begründeten den grünen Wochenabschluss mit allgemeinem Konjunkturoptimismus.

Die amerikanischen Anleger hielten sich am Freitag dezent zurück. Der Dow Jones notierte um 20 Uhr, als der Frankfurter Parketthandel beendet wurde, 0,1 Prozent fester. Auch in den USA war die Nachrichtenlage sehr übersichtlich, erst kommende Woche tauchen die ersten Bilanzen auf. Alcoa und eine Reihe von Großbanken werden die ersten sein, die dann berichten werden.

Im Dax waren an diesem Freitag tendenziell die konjunktursensiblen Aktien gefragt. K+S, Adidas und BASF zählten zu den Top-Gewinnern. Defensive Aktien wie Eon, RWE und die Telekom gingen mit leichten Kursverlusten aus dem Handel. Das Vertrauen in zyklische Aktien spreche, so Marktbeobachter, für mehr Optimismus der Anleger in die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die bevorstehende Bilanzsaison, von der sich auch Analysten viel erhoffen, lasse viele Investoren wieder zu den konjunkturabhängigen Werten tendieren, heißt es auf dem Parkett.

1,7 Prozent legte die Aktie von HeidelbergCement zu. Die Credit Suisse hatte sich recht positiv zu der Aktie geäußert und auf hohes organisches Wachstum sowie verbesserte Margen verwiesen.

Infineon und Intel
Neue Gerüchte über den Abverkauf der Handychipsparte von Infineon an Intel ließen die Aktie des im Dax notierten Chipherstellers um 1,5 Prozent steigen. "Die Welt" hatte berichtet, dass die seit längerem laufenden Gespräche zwischen beiden Firmen bald beendet sein könnten. Manager von Intel und Infineon hätten sich in den vergangenen Wochen mehrmals zu Verhandlungen getroffen.

Lufthansa setzt guten Trend fort
Aktien der Lufthansa schlossen 1,2 Prozent fester. Die Firma hatte bei ihren monatlichen Passagier- und Frachtstatistikzahlen positiv überrascht. 35,8 Prozent mehr Passagiere und 20 Prozent mehr Fracht beförderte die Airline im Juni, der Sitzladefaktor legte um vier Prozent zu.

Zuviel Stress für die Postbank?
Die Aktie der Postbank, im MDax notiert, verlor im Tagesverlauf 2,6 Prozent. Im so genannten Stresstest der EU soll das Institut nicht besonders gut abgeschnitten haben, hieß es am Morgen in Medienberichten. Vor allem die schwache Kapitalausstattung sei ein Problem. Am Nachmittag verringerten sich die Kursverluste. Zwei mit dem Ergebnis des Stresstests "vertraute Personen" sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Postbank den Stresstest "nach ersten Berechnungen" bestanden habe. Die Kernkapitalquote liege zudem "näher an sieben als an sechs Prozent".

Was sonst noch passierte
Auf der Hauptversammlung des saarländischen Softwarekonzerns IDS Scheer haben die Aktionäre dem Zusammenschluss mit der Software AG zugestimmt. IDS Scheer gehört schon zu 92 Prozent der im TecDax notierten Software AG. Die Aktie der im MDax notierten Optikerkette Fielmann schloss fast zwei Prozent schwächer. Die Aktie wurde am Freitag, einen Tag nach der Hauptversammlung, ex Dividende gehandelt. Die Firma hatte zwei Euro je Aktie an ihre Anteilseigner ausgeschüttet.

Tagestermine am Montag, 19. November

Unternehmen:
Grand City Properties: Q3-Zahlen
VW: Conference Call für Analysten, 14 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes 10/18, 08:00 Uhr
EU: Leistungsbilanz Eurozone 09/18, 10:00 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Finanzminister Scholz spricht auf der Tagung "European Banking Regulation"