Rote Ampel vor einem Ford-Logo

Die Pferdchen galoppieren nicht mehr Ford erwartet Milliardenverlust

Stand: 29.04.2020, 11:47 Uhr

Schon vor Corona lief es auf dem Automarkt nicht ganz rund – jetzt setzen sich die Wagen noch schwerer ab. Ford warnt daher vor einem Milliardenverlust im laufenden Quartal.

Das bereinigte Betriebsergebnis dürfte mit mehr als fünf Milliarden Dollar ins Minus fallen, warnte der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss. Schon in den ersten drei Monaten dieses Jahres machte der Autobauer einen Nettoverlust von zwei Milliarden Dollar. Der Umsatz sank demnach um 15 Prozent auf 34,4 Milliarden Dollar. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich Ford, wie sein Konkurrent General Motors, derzeit nicht zu.

Liquiditätsreserven schaffen

Ford gab außerdem bekannt, dass bestehende Kreditlinien im Volumen von 15 Milliarden Dollar ausgeschöpft und Anleihen im Wert von acht Milliarden Dollar ausgegeben zu haben, um die Liquiditätsreserven zu stärken. Das Kapital sei dadurch um rund 23 Milliarden Dollar aufgestockt worden. "Wir glauben, das Kapital reicht aus, um uns bis Ende des Jahres durchzubringen", sagte Finanzvorstand Tim Stone. Zudem habe Ford die Dividendenzahlungen an seine Aktionäre ausgesetzt und auch Ausgaben reduziert.

Produktionsstart in USA unsicher

Wann Ford in den USA die Produktion wieder aufnehmen kann, bleibt weiterhin unklar. Stone erklärte am Dienstag lediglich, dass die Produktion wieder anlaufen könne, "sobald es praktikabel ist". Derzeit produziere Ford nur in China, wo nach langem Stillstand die Produktionsbänder wieder ins Rollen gekommen sind.

Ursprünglich wollten Ford, GM und Fiat Chrysler Anfang Mai die Produktion in den USA wieder aufnehmen. Aus Sicht des Managements ist ein Wiederanfahren der Werke entscheidend dafür, dass sich die finanzielle Lage nicht weiter verschärft. In Europa will Ford die Produktion am kommenden Montag wieder starten – auch an den deutschen Standorten Saarlouis und Köln.

Aktie nachbörslich unter Druck

Am Markt kam der Bericht nicht gut an. Die Aktie rutschte nachbörslich mit bis zu mehr als sechs Prozent ins Minus. Derzeit notiert der Titel auf der Handelsplattform Tradegate rund drei Prozent im Minus. Die Ford-Aktie war aufgrund der Krise deutlich gefallen und ist derzeit so billig wie seit 2009 nicht mehr.

ms/dpa-AFX/rtr/AFP