Studie

Rätselnder Mann und Frau vor Dax-Kurve

Test der Weltbank So gering ist das Finanzwissen auf dieser Welt

Stand: 02.12.2015, 10:40 Uhr

Frauen haben ein geringeres Finanzwissen als Männer. Die Deutschen wurden mal wieder abgehängt. Und überhaupt verfügt nur jeder dritte Weltbürger über Grundwissen zu Finanzen. All das sind Ergebnisse einer Studie, welche die Weltbank vorlegte.

Vier Fragen stellten die Weltbank, Standard & Poor's und die George Washington University. Vier Fragen, die zeigen sollten, wie es um das Basiswissen zum Thema Finanzen auf der ganzen Welt bestellt ist. Lag ein Befragter drei Mal richtig, zählt er bereits zur Riege der Gebildeten. Und das sind die Ergebnisse:

Deutsche vorne mit dabei

Die Deutschen haben sich vergleichsweise gut geschlagen: 66 Prozent der Bundesbürger gelten als finanziell gebildet. Damit liegen wir gleichauf mit unseren niederländischen Nachbarn, haben aber mehr Ahnung als unsere französischen. Die schnitten mit 52 Prozent wesentlich schlechter ab. Verneigen müssen wir uns indes vor den Norwegern und Dänen, die haben mit 71 Prozent das beste Testergebnis erzielt.

Dramatischer sieht es in Afgahnistan und Albanien aus, wo nur 14 Prozent der Befragten drei der vier Fragen richtig beantworten konnten. Ob wir Deutschen uns etwas auf unser besseres Ergebnis einbilden können, sei bei dem Schwierigkeitsgrad des Tests allerdings einmal dahin gestellt.

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Basiswissen Finanzen: Hätten Sie es gewusst...? Studie der Weltbank

Risiko

Frauen schneiden schlechter ab als Männer

Ein auffälliges Ergebnis der Studie ist, dass Frauen demnach weniger Ahnung von Finanzen haben als Männer. Während 35 Prozent der Männer weltweit als gebildet auf dem Gebiet gelten, sind es bei den Frauen nur 30 Prozent. Der Unterschied sei sowohl bei Industrienationen als auch bei Entwicklungsländern vorzufinden.

Die Autoren der Studie geben allerdings zu bedenken: Frauen neigen eher dazu, eine Frage mit "Ich weiß nicht" zu beantworten, wenn sie sich nicht sicher sind. Das sei auch bei dieser Erhebung der Fall gewesen.

Das Wissen steigt mit dem Einkommen

Je mehr ein Mensch verdient, desto eher hat er Ahnung von Finanzen. Durchschnittlich seien in reicheren Haushalten etwa 30 Prozent finaziell gebildet, während es in den ärmeren nur 23 Prozent sind.

Das Basiswissen ist auch in den Altersgruppen unterschiedlich verteilt. Über 55 Prozent der unter 35-Jährigen gelten als gebildet, bei den 35 bis 50-Jährigen sind es noch einmal sieben Prozentpunkte mehr.

Allerdings: Die Rate der Wissenden nimmt bei den über 50-Jährigen dann wieder ab. Und für die Menschen, die älter als 65 sind, wird sie sogar noch einmal geringer.

cw