Dow Jones Flash Crash

Kleines Börsenalphabet Crash? Korrektur? Baisse?

Stand: 19.09.2018, 15:37 Uhr

Ein deutlicher Kursrutsch am Aktienmarkt sorgt stets für Nervosität und Unbehagen auf Anlegerseite. Ob es sich bei einem solchen Marktereignis aber gleich um einen Crash handelt oder um eine vielleicht sogar "gesunde Marktreaktion", ist Definitions- und auch Ansichtssache.

Die sprichwörtlichen "Crash-Propheten" sind in brenzligen Situationen stets schnell zur Hand. Mit Sensationen lassen sich auch in den Medien schließlich leichter Verkaufszahlen oder Klicks erzielen. Auch wenn es für den "Crash" genauso wenig eine verbindliche Definition gibt wie für die Phänomene "Korrektur" oder "Baisse", so herrscht unter den Marktteilnehmern und Beobachtern doch eine einigermaßen übereinstimmende Auffassung über den Gebrauch der Begrifflichkeiten.

Crash: Ein Hauch von Panik

Bei einem Crash handelt es sich danach um einen in der Regel schnell verlaufenden Kurseinbruch auf breiter Front, das heißt, dass der Gesamtmarkt von einem heftigen Kursrückgang betroffen ist. Dabei verläuft die Abwärtsbewegung unter hohen Handelsumsätzen, ein Zeichen dafür, dass in einem kurzen Zeitraum viele Anleger möglichst schnell aus dem Markt aussteigen wollen. Ein Hauch von Panik weht über das Börsenparkett.

Oft wird bei einem Crash vermeintlich "kleinen" Nachrichten am Markt große Bedeutung beigemessen, wie ein Lauffeuer verbreitet sich dann die Meinung, dass der Markt in großer Gefahr sei. Wie stark der Einbruch sein muss, damit man von einem Crash ausgehen kann, darüber gibt es keine Einigkeit. Typisch für einen Crash ist jedoch, dass die Stimmung am Aktienmarkt sich recht schnell wieder dreht. Kurz nach einem Crash-artigen Ereignis treten bereits wieder Käufer am Markt auf, die gefallene Aktien zu tieferen Kursen einsammeln wollen.

Korrektur: Kurzer Rückgang nach langem Aufstieg

Eine Korrektur ist dagegen relativ einheitlich als eine Abwärtsbewegung am Markt definiert, die auf einen langen Kursanstieg folgt. Anleger nehmen hier über einen längeren Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen Gewinne mit, die zuvor aufgelaufen sind. Üblicherweise spricht man bei Kursrückgängen von mehr als zehn Prozent von einem erreichten Hoch von einer solchen Korrektur.

Viele Charttechniker sehen in einer Korrektur sogar die Voraussetzung für einen anschließenden Aufwärtstrend über das bisherige Hoch hinaus. Diese Aufwärtsbewegung beendet dann die Korrektur und wird als Zeichen für einen intakten längerfristigen Aufwärtstrend gewertet.

Baisse: Lange Phase des Niedergangs

Gefährlicher als Crash und Korrektur ist eine Baisse oder ein Bärenmarkt. Sie bezeichnet eine längere Phase immer weiter fallender Kurse am Aktienmarkt. Um von einer solchen Baisse zu sprechen, müssen die Kurse schon mindestens um 20 Prozent fallen, so ein Konsens unter "Börsianern". Eine Baisse ereignet sich nur alle paar Jahre, sie wird in der Regel von einem volkswirtschaftlichen Niedergang, also einer Rezession, begleitet. Die Erholung von einer solchen Phase des Niedergangs dauert, so hat es die Geschichte gezeigt, ebenfalls mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte. Beispiele dafür sind die Aktienmarktentwicklung nach der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren oder auch der japanische Aktienmark,t der zwischen 1989 und 2009 um mehr als 80 Prozent abwärts trudelte.

AB