Wie man mit Bezugsrechten umgeht

Stand: 27.09.2010, 17:09 Uhr

Die Kapitalerhöhung wird durchgeführt, Sie als Altaktionär finden ein frisches Bezugsrecht in Ihrem Depot. Nun können Sie selbst entscheiden, wie Sie vorgehen möchten.

Das Bezugsrecht für Altaktionäre soll gewährleisten, dass sich durch die Kapitalerhöhung das relative Gewicht des Stimmrechts eines Aktionärs nicht vermindert. Schließlich ist der Aktionär Miteigentümer des Unternehmens, durch sein Stimmrecht in der Hauptversammlung nimmt er seine Eigentümerrechte wahr.

Das Bezugsrecht schützt auch vor Wertverlust

Außerdem dient das Bezugsrecht auch dem Vermögensschutz des Anlegers, denn neue Aktien werden in aller Regel zu einem Preis unterhalb des aktuellen Kurses emittiert. Bezugsrechte sollen den entsprechenden Wertverlust der Altaktionäre auffangen.

Anleger können etwas tun...

Sollte das Bezugsrecht für Altaktionäre nicht ausgeschlossen worden sein [Näheres hierzu unter "Wie eine Kapitalerhöhung funktioniert"], sieht das Gesetz im § 186 Aktiengesetz (AktG) vor, dass Anleger für die Ausübung des Bezugsrechts eine Bezugsfrist von zwei Wochen erhalten.

Das Bezugsrecht wird in das Depot des Aktionärs eingebucht. Damit bleiben folgende Möglichkeiten: Der Altaktionär nutzt sein Bezugsrecht und erwirbt die Aktien zum Emissionspreis.

... müssen es aber nicht

Da das Bezugsrecht an der Börse selbstständig gehandelt wird, gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Falls kein Interesse am Erwerb besteht, kann es dort veräußert werden. Anleger, die nichts unternehmen, müssen sich aber ebenfalls keine großen Sorgen machen.

Wer seinem Depotverwalter keine Weisung darüber erteilt, was mit dem Bezugsrecht zu geschehen hat, für den wird er es am letzten Handelstag an der Börse verkaufen.