Das Geld aus dem Web Wie kommt der Wert in den Bitcoin?

Stand: 12.04.2013, 10:00 Uhr

Es ist eine kuriose Währung: Warum ist das Internetgeld eigentlich überhaupt einen Groschen wert?

Grafik Bitcoin zu US-Dollar

Bitcoin US-Dollar Grafik. | Montage: boerse.ARD.de, Unternehmen / Uli Funke

Schließlich werden Bitcoins nicht wie üblich von einer zentralen Autorität wie einer Zentralbank herausgegeben. In der Regel funktioniert die Geldschöpfung nämlich so: Um frisches Geld in die Märkte zu pumpen, vergeben die Notenbanken immer neue Kredite an die Geschäftsbanken oder kaufen Wertpapiere auf.

Der Wert dieses neu geschöpften Geldes war früher einmal durch Goldreserven abgesichert. Heute müssen die Nutzer von Euro oder Dollar allein darauf vertrauen, dass hinter einer Zentralbank eine Volkswirtschaft steht, die reale Güter, also einen Wert, erwirtschaftet.

Entscheidend für jede Währung ist das Vertrauen der Bürger, jederzeit einen Gegenwert für ihr Geld erhalten zu können. Entsprechend hat die Zentralbank die Aufgabe, für die Stabilität der Währung zu sorgen, also den Wert der Währung zu erhalten. Sie soll dafür sorgen, dass die Geldmenge nicht schneller wächst als die Gütermenge, damit die Preise nicht steigen.

Vertrauen in Computergeld?

Ganz anders ist das bei den Bitcoins: Hier kann im Grunde jedermann seinen Computer anwerfen, um virtuell Geld zu drucken. Die Bitcoins werden von einem Online-Netzwerk als Belohnung für hochkomplexe Berechnungen verteilt.

"Der Bitcoin an sich hat überhaupt keinen Wert, da er nur aus Bits und Bytes besteht, die als digitaler Geldersatz dienen", erklärt Oliver Flaskämper, Pressesprecher von Bitcoin.de, einer Online-Handelsplattform für die neue, digitale Währung. Als Gegenwert könnte man ihm zufolge allerhöchstens den Strom angeben, den die Computer beim Berechnen verbrauchen.

Es ist also auch hier eine Sache des Vertrauens, das die Bitcoin-Community in ihre neue Währung hat. Das Vertrauen, dass sie dafür reale Güter bekommt. Und in der Tat akzeptieren immer mehr Geschäfte, Bars und Webseiten das neue Zahlungsmittel. Wer damit angefangen hat, weiß man allerdings nicht.

Eine Spekulationsblase vom Feinsten

Anders als bei klassischen Währungen steht hinter dem Bitcoin aber keine Institution der letzten Instanz, die durch ihr Handeln seine Werthaltigkeit garantiert. Dadurch ist praktisch eine Art Schneeballsystem entstanden. An den Bitcoin-Börsen haben sich die Neugierigen zwischenzeitlich überboten und den Wert des Internetgelds in schwindelerregende Höhen getrieben. Und genauso rasant ist er eingebrochen. Eine Spekulationsblase vom Feinsten.

Ein weiteres Argument, das Bitcoin-Befürworter gerne anführen, ist: Bitcoins haben einen eingebauten Inflationsschutz, denn die Geldmenge ist auf 21 Millionen Einheiten begrenzt und damit kalkulierbar. Inflation ist allerdings nichts anderes als Geldentwertung - falls niemand mehr Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, wird der Wert des Bitcoins, wieviele Einheiten es auch immer gibt, auf Null fallen.