Modellfiguren von Anlegern stehen auf Zeitungen und Listen mit Aktienkursen

Gewusst wie Was ein Bezugsrecht wert ist

von Detlev Landmesser

Stand: 24.09.2015, 14:14 Uhr

Eine Kapitalerhöhung bedeutet immer einen Ausnahmezustand für eine Aktie und ihre Aktionäre. Viele wissen den Wert der plötzlich in ihren Depots eingebuchten Bezugsrechte nicht einzuschätzen.

Wird die Aktie "ex Bezugsrecht" gehandelt, verfügen die bisherigen Aktionäre zusätzlich zu jeder Aktie über ein Bezugsrecht, das ebenfalls an der Börse gehandelt wird. Aber was ist dieses Recht wert?

Rechnerischer Wert eines Bezugsrechts

Rein rechnerisch ergibt sich der Wert des Bezugsrechts aus der Differenz zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem Bezugspreis der jungen Aktien sowie dem Bezugsverhältnis.

Beträgt das Bezugsverhältnis beispielsweise 8 zu 7, kann man für acht "alte" Aktien sieben junge Aktien beziehen. Nehmen wir im Beispiel einen Bezugspreis von 5,75 Euro an. Bei einem Aktienkurs von beispielsweise 7,80 Euro nach dem Bezugsrechtsabschlag ergibt sich der rechnerische Wert des Bezugsrechts wie folgt: 7,80 minus 5,75 ist gleich 2,05 mal 7 geteilt durch 8 ist gleich 1,79 Euro.

Will man den Wert des Bezugsrechts vor dem Bezugsrechtsabschlag ermitteln, muss man die Differenz zwischen Aktienkurs (im Beispiel 9,59 Euro) und Bezugspreis durch das Bezugsverhältnis plus eins teilen.

Markt bestimmt den tatsächlichen Wert

Die ermittelten 1,79 Euro sind wohlgemerkt nur der rechnerische Wert bei einem Aktienkurs ex Bezugsrecht von 7,80 Euro. Der Börsenwert des Bezugsrechts liegt zwar in der Nähe dieses Wertes, wird aber durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Denn ein Teil der Aktionäre gibt seine Bezugsrechte ganz oder teilweise ab, während andere Aktionäre weitere Bezugsrechte hinzukaufen, um ihren Bestand entsprechend der von ihnen gewünschten Aktienanzahl aufzustocken. Andere Marktteilnehmer wiederum nutzen die Preisschwankungen des Bezugsrechts, um damit zu spekulieren oder günstiger an die Aktie zu kommen als mit einem Direktkauf.